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Unverschuldeter Unfall - Anwalt nötig?

 Von 
cinzano40
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 20x hilfreich)
Unverschuldeter Unfall - Anwalt nötig?

Hallo liebes Forum,

ich würde gern einmal fragen, was Ihr mir raten würdet.

Folgendes ist passiert in hoffentlich kurzer Schilderung:

Bei einer Stadtfahrt am Mittwoch Morgen bremste vor mir ein Auto, da unsere Spur leicht blockiert war durch ein stehendes Fahrzeug.Ich bremste ebenfalls und stand bereits 3-4 Sekunden, als mir ein anderes Fahrzeug mit einem deutlichen "Rums" hinten auffuhr. Bei der Schadensbegutachtung war nicht viel zu erkennen, also Daten mit der Fahrerin ausgetauscht. Die Fahrerin hat sich entschuldigt aber nicht begründet, was zum Auffahren führte. Sie hat mir dann per Mail ihre Versicherungsdaten übermittelt. Sie hat dann wohl den Schaden ihrer Versicherung gemeldet.

Ich bin daraufhin in die Werkstatt und habe mir von dem dortigen Gutachter den Schaden anschauen lassen. Einiges gebrochen hinter der Stoßstange und Stoßstange selbst angeschlagen. Geschätzte Schadenshöhe ca. 1.500 Euro. Ich könnte das Gutachten jetzt bei der gegnerischen Versicherung einreichen und hoffen, dass 100% reguliert werden, bin mir aber nicht sicher, ob das Konsultieren eines Anwaltes nicht besser wäre. Sobald das Gutachten bei der Versicherung eingereicht ist, kann ich ja wohl keine Anwaltskosten mehr geltend machen.

Ich habe überlegt, zunächst bei der Versicherung telefonisch zu erfragen, ob die Unfallverursacherin die Schuld komplett auf sich nimmt oder ob sie eine andere Schilderung eingereicht hat.

Ich habe meine Freundin im Fahrzeug gehabt, weitere Zeugen gibt es nicht. Die Verursacherin war allein im Fahrzeug (falls das überhaupt von Belang ist).

Würdet ihr mir raten einen Anwalt zu konsultieren? Ich möchte keine zusätzlichen, unnötigen Kosten verursachen, möchte aber auch meinen Schaden reguliert haben.

Für Anregungen wäre ich Euch dankbar.

Liebe Grüße

Cinzano40

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Versicherung Anwalt Gutachten


15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3074x hilfreich)

Nach meinen bisherigen Erfahrungen mit gegnerischen Versicherungen würde ich bei einem unverschuldeten Unfall in Zukunft immer einen Anwalt einschalten.

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"Juristischer Laie - Angaben erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr."

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74376 Beiträge, 32893x hilfreich)

quote:
Sobald das Gutachten bei der Versicherung eingereicht ist, kann ich ja wohl keine Anwaltskosten mehr geltend machen.

Wo hat man dnen den Unfug her?



Ich würde erstmal das Gutachten einreichen.
Wenn die dann herumzicken, zum Anwalt.


Womit man rechnen sollte sind in jedem Falle 20% Abzug wegen der Allgemeinen Betriebsgefahr und der Abzug "Neu-für-Alt" falls der in Deinem Gutachten noch nicht berücksichtigt wurde.

Und natürlich das die eine billigere Werkstatt kennen und nennen.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(10754 Beiträge, 7570x hilfreich)


quote:
Sobald das Gutachten bei der Versicherung eingereicht ist, kann ich ja wohl keine Anwaltskosten mehr geltend machen.


Es besteht zumindest das Risiko, auf einem (großen) Teil der Anwaltskosten sitzen zu bleiben.
Für den Teil des Schadens, den die Versicherung zum Zeitpunkt der Anwaltsbeauftragung schon anerkannt hat, muss sie keine Anwaltskosten erstatten.
Worst-Case:
Geschädigter reicht Am Montag das Gutachten bei der generischen Versicherung ein. Am Mittwoch beauftragt er dann doch einen Anwalt.
Wenn dann die gegnerische Versicherung behauptet, am Dienstag den Schaden wie im Gutachten beschrieben akzeptiert zu haben, dann steht der Geschädigte mit der Anwaltsrechnung dumm da.

quote:
Ich würde erstmal das Gutachten einreichen.
Wenn die dann herumzicken, zum Anwalt.

Könnte schwierig werden. Denn solche "anregulierten Fälle" werden von Anwälten ungern übernommen. An denen verdient man weniger (der Streitwert ist geringer, da es nur noch um den strittigen Teil geht), machen aber mehr Arbeit (weil man das gerade biegen muss, was der Mandant möglicherweise schon verbockt hat). Außerdem ist dann das Risiko, auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben noch höher.
Stark vereinfachtes Beispiel:
Unfall. GS verlangt von gegnerischer Versicherung 10000€.
1) GS beauftragt gleich am Anfang einen Anwalt, um die 10000€ einzufordern. Anwalt erreicht, dass gegnerische Versicherung 9000€ zahlt. Mehr ist nicht drin - warum auch immer. GS bekommt 90% des Schadens ersetzt und damit auch 90% der Anwaltskosten. Auf 10% bleibt er sitzen..
2) GS versucht es allein. Gegnerische Versicherung zahlt trotzdem 9000€. GS beauftragt einen Anwalt, die fehlenden 1000€ auch noch einzutreiben. Anwalt ist erfolglos - warum auch immer. Unterm Strich hat der GS auch 90% des Schadens ersetzt bekommen, auf den Anwaltskosten bleibt er aber komplett sitzen.

Insofern: Wenn Anwalt, dann gleich am Anfang.



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"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#4
 Von 
Toll!
Status:
Lehrling
(1140 Beiträge, 1371x hilfreich)

Das ist wirklich stark vereinfacht. Ich füttere die Beispiele mal mit Zahlen:
- Forderung 10.000 € / RA-Honorar (bei 1,3 Gebühr) = 887,03 €
- Zahlung 9.000 € / RA-Honorar (bei 1,3 Gebühr) = 808,13 € (das zahlt die Versicherung)
=> Eigenanteil = 78,90 €
- RA-Honorar bei Forderung von 1.000 € (bei 1,3 Gebühr) = 147,56 €

Die Kern-Aussage stimmt und es lohnt sich für beide Seiten (TE und RA). Der RA hat kaum mehr Arbeit und verdient rund 740 € mehr und der TE bleibt auf weniger Geld sitzen.

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#6
 Von 
cinzano40
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 20x hilfreich)

Vielen Dank an alle Berater. Ich werde mir dann also jetzt einen Anwalt suchen. mal schauen, wie es läuft. Ich poste dann hier, wie erfolgreich ich war.

Liebe Grüße

Cinz

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#8
 Von 
kaffejunkie123
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 34x hilfreich)

Viel Glück!

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#9
 Von 
cinzano40
Status:
Beginner
(62 Beiträge, 20x hilfreich)

Hallo alle,

hat (fast) super geklappt. Hatte keine Rennereien, Versicherung hat fast komplett bezahlt (an den Werkstattkosten wurde etwas nach unten geschraubt) aber das ist ok.

Nochmals danke und lg Cinz

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#10
 Von 
kaffejunkie123
Status:
Frischling
(35 Beiträge, 34x hilfreich)

Na das ist doch schön, wenn es mal ohne Rennerei und Stress klappt.

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#11
 Von 
Lazyboy
Status:
Praktikant
(987 Beiträge, 450x hilfreich)

Zitat (von Goldgräber):
Immer mit Anwalt, der kennt sich besser aus, weiß was einem zusteht und in welcher Höhe.

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und da wundern sich Leute über ihre Versicherungsprämien...

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#12
 Von 
Toll!
Status:
Lehrling
(1140 Beiträge, 1371x hilfreich)

Zitat:
und da wundern sich Leute über ihre Versicherungsprämien...

Hä??? Gilt auch für Krankenversicherungen. Wenn die Leute einfach nicht mehr zum Arzt gingen und sich wie Rambo selbst versorgten, wären die Prämien deutlich geringer. Oder: wenn die Leute ihre Autos stehen ließen, gäbe es weniger Unfälle und die Versicherungsprämien wären geringer. Oder: wenn die Leute einfach mit 63 stürben, könnten wir auf die lästige Rentenversicherung verzichten.

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#13
 Von 
Lazyboy
Status:
Praktikant
(987 Beiträge, 450x hilfreich)

Patient -> Arzt
KV zahlt Arzt

Geschädigter -> WS
Versicherung zahlt WS (Mietwagen usw mal ausgenommen)

Geschädigter -> Anwalt; Geschädigter -> Gutachter, Geschädigter WS
Versicherung zahlt alles

Wer findet den Unterschied?

Geniale Argumentation!
Unabhängig davon ist die Diskussion müßig, Rechtslage ist mir klar. Und auch die Existenzgrundlage vieler Gutachter und Anwälte. Nichtsdestotrotz völlig unnötig in mindestens 50% aller 0815 Parkplatzrempler und Auffahrschäden.

Weitere Diskussionen halte ich für unnötig und verweise auf die nächste Beitragsrechnung


-- Editiert von Lazyboy am 29.04.2015 11:51

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#14
 Von 
Toll!
Status:
Lehrling
(1140 Beiträge, 1371x hilfreich)

Zitat (von Lazyboy):
.... Und auch die Existenzgrundlage vieler Gutachter und Anwälte. Nichtsdestotrotz völlig unnötig in mindestens 50% aller 0815 Parkplatzrempler und Auffahrschäden.
Weitere Diskussionen halte ich für unnötig und verweise auf die nächste Beitragsrechnung
-- Editiert von Lazyboy am 29.04.2015 11:51

Wäre es dann nicht eine schlaue Idee, wenn die Versicherungen die Schäden großzügig regulierten und damit den Gang zum Anwalt überflüssig machten? Machen sie aber nicht. Die Versicherungen kürzen die Forderung des Geschädigten - so auch hier. Es wurde eben nur fast alles bezahlt.

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#16
 Von 
spatenklopper
Status:
Schlichter
(7410 Beiträge, 3407x hilfreich)

Wenn man schon plump Werbung platzieren will, sollte man dafür keine Dateileichen ausgraben.

Zurück in die Schule und lernen!

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