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Vorladung BtmG

 Von 
hefner1301
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Vorladung BtmG

Guten Tag,

nachdem ich hier viel durchgelesen hab, möchte ich trotzdem mein eigenen Vorfall/Problem schildern.

Ich bin mit meinem Roller Schlangenlinien gefahren, aber nicht weil ich bekifft war (ich weiß das kann man nicht abschätzen), sondern weil jeder der mal Zweirad gefahren ist weiß das es Spaß macht. Ich habe den Verkehr damit auch nicht behindert weil niemand hinter mir gefahren, die Polizei kam mir entgegengesetzt und hat mich dann rausgezogen. Ich musste mehrere Tests machen, wie Finger an die Nase und bis 30 Sek. zählen. Es wurde auch gar nicht Alkohol angesprochen sondern direkt Drogen - habe geantwortet das ich mit Drogen nichts zu tun hab. Ich habe nichts dabei gehabt und auch keinerlei Sachen wie Papier oder Filter. Den Urintest habe ich verweigert und anschließend wurde eine Blutprobe genommen und die nette Dame die mir Blut entnommen hat, hat auch mehrere Tests mit mir durchgeführt. So jetzt zu meinem Konsum.. am Abend davor habe ich mehrere Tüten geraucht und auch die letzten 3 Jahre habe ich Cannabis täglich zu mir genommen. Nach der Kontrolle habe ich den Konsum direkt eingestellt und das ist mittlerweile 5 Wochen her.(Vorladung: Im Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts folgender Straftat Besitz, Erwerb von Betäubungsmitteln gemäß § 29 BtmG, Führen einen Fahrzeuges unter berauschenden Mitteln gem. § 316 StGB i.Vm. § 24a StVG) Jetzt zu meinen Fragen:

1. Zur Vorladung nicht erscheinen ?
Wie hier oft gelesen nicht hingehen, schriftlich absagen mit Gebrauch von Schweigepflicht..

2. Lohnt es sich einen Anwalt an Land zu holen?
Da meine Werte sowohl aktiv wie auch passiv wahrscheinlich doch sehr schlecht ausfallen, frage ich mich ob es sich überhaupt lohnt einen Anwalt einzuschalten, da ich nicht weiß wie er mir aus der Misere weiterhelfen soll. Bußgeld und andere Kosten muss ich sowieso bezahlen mit oder ohne seine Hilfe..

3. Wie soll ich allgemeinen Vorgehen und was wird auf mich zu kommen ?

Ich hoffe ich habe alles so ausführlich beschrieben und danke für die Antworten

-- Editiert von Moderator am 08.07.2019 13:54

-- Thema wurde verschoben am 08.07.2019 13:54

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Vorladung Anwalt vorgehen Schweigepflicht


17 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26025 Beiträge, 14299x hilfreich)

1. Ja, richtig.
2. Ja, das könnte sich lohnen - hier geht es um die Frage: Straftat oder Owi, denn ob es wirklich mit einem Bußgeld abgeht, steht ja nun definitiv nicht fest: Es könnte auch der § 316 werden...
3. Siehe letzte Antwort.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26025 Beiträge, 14299x hilfreich)

Ich bin mit meinem Roller Schlangenlinien gefahren, aber nicht weil ich bekifft war (ich weiß das kann man nicht abschätzen), sondern weil jeder der mal Zweirad gefahren ist weiß das es Spaß macht. Bei näherem Überlegen habe ich mich gefragt, ob das überhaupt Chancen hat, geglaubt zu werden - mit oder ohne Anwalt. Um weitere Meinungen wird gebeten! Und was mir noch einfiel - wenn Sie sich nicht äußern, erfährt die Staatsanwaltschaft gar nichts von dieser Version der Geschichte und entscheidet nach Aktenlage, d. h. nach dem, was die Polizei ihr mitteilt. Aber vermutlich macht das mangels Glaubwürdigkeit gar keinen Unterschied...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#3
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Praktikant
(884 Beiträge, 205x hilfreich)

Zitat (von hefner1301):
So jetzt zu meinem Konsum.. am Abend davor habe ich mehrere Tüten geraucht und auch die letzten 3 Jahre habe ich Cannabis täglich zu mir genommen.

Geh zum Anwalt.

P.S.: Der Führerschein ist definitiv weg.

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#4
 Von 
Demonio
Status:
Praktikant
(749 Beiträge, 190x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Bei näherem Überlegen habe ich mich gefragt, ob das überhaupt Chancen hat, geglaubt zu werden
Meiner Meinung nach schon. Es gibt zwei gute Gründe, warum man mit einem motorisierten Zweirad Schlangenlinien fahren kann und manchmal sogar sollte.

1.) Ja, es mach Spass.

2.) Neue Reifen müssen eingefahren werden. Fährt man nur geradeaus, dann wird nur die Lauffläche in der Mitte eingefahren. Fährt man dann mit Schwung in eine Kurve rutscht man schnell aus, weil die Reifenflanke eben nicht eingefahren wurde und entsprechend glatt ist. Es empfiehlt sich daher mit neuen Reifen Schlangenlinien zu fahren.

Die Frage ob Anwalt oder nicht ist hier schwierig zu beantworten. Ohne Rechtsschutzversicherung kostet der Anwalt Geld. Hier kann er aber tatsächlich bewirken, dass das Strafverfahren eingestellt und "nur" noch die Owi geahndet wird. Das Problem ist aber auch, dass laut dem geschilderten Konsummuster, von regelmäßigem Konsum ausgegangen werden muss. Die Werte dürften entsprecend hoch sein. Es ist also, auch bei Einstellung des Strafverfahrens, mit der Entziehung der Fahrerlaubnis zu rechnen.

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#5
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Praktikant
(884 Beiträge, 205x hilfreich)

Zitat (von Demonio):
Es empfiehlt sich daher mit neuen Reifen Schlangenlinien zu fahren.

Aber nicht auf öffentlichen Straßen.

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#6
 Von 
Demonio
Status:
Praktikant
(749 Beiträge, 190x hilfreich)

Doch, wenn es die Verkehrslage erlaubt. Wo ist denn das das Problem?

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#7
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1402 Beiträge, 512x hilfreich)

Für BTM-Dauerkonsumenten empfiehlt es sich definitiv nicht, gerade um Situationen wie die geschilderte zu vermeiden.

Ja, der Schein ist weg und die MPU gebucht. Allerdings wäre es hilfreich wenn man die Beschuldigung bezüglich §316 StGB entkräften könnte, um eine Vorstrafe zu vermeiden die (a) ins Geld geht und (b) sich während ihrer Präsenz im BZR auch anderweitig negativ auswirken könnte.

Signatur:Meine persönliche Meinung
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#8
 Von 
hefner1301
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Osmos):
Für BTM-Dauerkonsumenten empfiehlt es sich definitiv nicht, gerade um Situationen wie die geschilderte zu vermeiden.

Verstehe ich nicht, kannst du das anders formulieren?

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#9
 Von 
Demonio
Status:
Praktikant
(749 Beiträge, 190x hilfreich)

Ich denke, Osmos wollte damit sagen, wenn Du nicht Schlangenlinien gefahren wärest, dann hätte Dich die Polizei nicht angehalten, und dann würdest Du auch nicht in dem momentanen Schlamassel stecken.

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#10
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26025 Beiträge, 14299x hilfreich)

Meiner Meinung nach schon. Es gibt zwei gute Gründe, warum man mit einem motorisierten Zweirad Schlangenlinien fahren kann und manchmal sogar sollte. Nun ja - dann müßte er das aber auch irgendwie ins Verfahren einbringen.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#11
 Von 
Demonio
Status:
Praktikant
(749 Beiträge, 190x hilfreich)

Ja, das ist natürlich richtig. Die Frage ist halt nur, ob er das selbst versuchen möchte, oder ob er es lieber einem Anwalt überlässt.

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#12
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26025 Beiträge, 14299x hilfreich)

Er könnte halt seine schriftliche Aussageverweigerung entsprechend modifizieren: "Zum Vorwurf des § 29 BtmG möchte ich mich nicht äußern. Zum Vorwurf des § 316 StGB möchte ich mitteilen, dass ich Schlagenlinien fuhr, weil...". Es einem Anwalt zu überlassen, wäre natürlich auch eine gute Idee.
@ TE: Wie alt sind Sie eigentlich? Davon dürfte hier nämlich abhängen, ob Sie ggf. persönlich vor dem Jugendrichter erscheinen müssen oder ob man das Strafbefehlsverfahren wählt (d. h,, es gibt keine Hauptverhandlung, sofern Sie dem Strafbefehl nicht widersprechen).

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#13
 Von 
guest-12315.07.2019 11:09:56
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat:
Alles Andere ist für die Tonne.
Und dorthin wurde es jetzt auch von der Moderation befördert...

-- Editiert von Moderator am 10.07.2019 18:12

-- Editiert von Moderator am 12.07.2019 17:38

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#14
 Von 
Demonio
Status:
Praktikant
(749 Beiträge, 190x hilfreich)

@Chilli Man:
Dein Beitrag belegt, dass Du von der Materie überhaupt keine Ahnung hast. Beispiel gefällig?

Zitat (von Chili Mann):
keine Aussage zu machen was das Strafrechtliche betrifft. Und dann einfach die 500€ und den Monat Fahrverbot schlucken.
Bei dem vorliegenden Tatvorwurf geht es um eine Straftat, die nicht einfach mit 500€ Bußgeld und einem Monat Fahrverbot erledigt ist.

Das einzig Richtige in Deinem Beitrag ist der Hinweis darauf, dass sich der TE auf die MPU vorbereiten sollte. Alles Andere ist für die Tonne.

-- Editiert von Demonio am 10.07.2019 08:30

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#15
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1402 Beiträge, 512x hilfreich)

Zitat (von Demonio):
Das einzig Richtige in Deinem Beitrag ist der Hinweis darauf, dass sich der TE auf die MPU vorbereiten sollte.

Dem stimme ich uneingeschränkt zu, man sollte schon deutlich zwischen OWI und Strafrecht differenzieren.

Signatur:Meine persönliche Meinung
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#16
 Von 
guest-12315.07.2019 11:09:56
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 2x hilfreich)

(Editiert)

-- Editiert von Moderator am 12.07.2019 17:40

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#17
 Von 
Demonio
Status:
Praktikant
(749 Beiträge, 190x hilfreich)

Hallo Chilli Mann,

da Dein Beitrag gelöscht wurde, was ich ehrlich gesagt auch nicht gut finde, kann ich jetzt nicht auf jeden Punkt Deines Beitrags eingehen um ihn richtg zu stellen.

Aber den einen oder anderen Punkt habe ich noch in Erinnerung.

Dem TE wird eine Straftat gemäß § 316 StGB vorgeworfen, weil er in berauschtem Zustand Schlangenlinien gefahren ist. Wenn diese Straftat geahndet werden sollte, dann gibt es eben keinen Bußgeldbescheid über 500€, sondern einen Strafbefehl über ca. 30 Tagessätze (ein Monatsnettoeinkommen), den Entzug der Fahrerlaubnis im Rahmen des Strafverfahrens und auch noch einen Eintrag im BZRG.

Du hast behauptet, es sei sinnlos darüber zu diskutieren, warum der TE Schlangenlinien gefahren ist. Und das ist eben falsch. Genau das ist der Knackpunkt. Wenn die Schlangenlinien als rauschbedingte Ausfallerscheinung zu werten ist, dann ist eben der Straftatbestand des §§ 316 mit den oben genannten Folgen erfüllt. Kann man dagegen darlegen, dass man sich nüchtern nicht ander verhalten hätte, dann ist der Straftatbestand eben nicht erfüllt. Dann ergibt sich aus dem bekifften Fahren nur noch eine Ordnungswidrigkkeit gem. § 24a StVG, die dann die von Dir genannten Folgen eines Bußgeldes in Höhe von 500€ und einem Monat Fahrverbot hätte.

Den Unterschied bei der lasse ich jetzt mal ausser Acht, da ohnehin mit dem Entzug der Fahrerlaubnis zu rechnen ist.

Weiterhin hast Du mit juristischen Begriffen im falschem Zusammenhang um Dich geworfen, und z.B. nicht zwischen einer Straftat und einer Ordnungswidrigkeit unterschieden. Auch wenn beides einen Gesetzesverstoß darstellt, ist der Unterschied enorm.

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