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Vorladung wegen Trunkenheit auf dem Fahrrad

9.6.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Polizei Rad
 Von 
NeedHelpThx
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Vorladung wegen Trunkenheit auf dem Fahrrad

Guten Tag,

ich habe vor zwei Monaten eine etwas komplizierte Alkoholfahrt auf dem Rad gehabt und heute eine Vorladung zur Polizei erhalten, ich würde mich freuen wenn mir jemand ersteinmal weiterhelfen kann:

Während einer Feier im öffentlichen Raum kam ein Freund auf die Idee doch noch mehr Bier holen zu gehen. Dabei stimmte ich ihm in meiner Trunkenheit zu, ohne Bewusstsein über die Strafbarkeit bzw. dass ich den Straßenverkehr gefährden könnte, da wir uns ersteinmal weit weg von der Straße befanden und nur ein Fahrradweg ersteinmal Richtung Supermarkt führte. Dabei nahmen wir uns zwei fremde Fahrräder und "fuhren" los, wobei somit nie meine Absicht bestand als Radfahrer betrunken am Straßenverkehr teilzunehmen, da ich zu Fuß gekommen war. Mein Freund führte mich dann jedoch vom Radweg herunter und unter einer Brücke entlang, hinter welcher es hinter einer Böschung auf den Fußweg neben einer Straße geht. Beim Versuch diese Böschung herunterzufahren fiel ich jedoch, wodurch ich mir einige Wunden im Gesicht zuzog sowie meine Brille vollständig zerstörte. Danach lässt meine Erinnerung nach.
Es kam wohl ein Freund, welcher Sanitäter ist, herbei und entschied sich einen Krankenwagen zu rufen, damit meine Wunden gereinigt werden können. Dabei hat er wohl erwähnt, dass ich alkoholisiert war, aber scheinbar nichts von einem Fahrrad erzählt. Der Krankenwagen kam dann ohne Polizei und ich wurde alleine ins Krankenhaus gefahren, wo meine Erinnerungen zum Großteil fehlen. Dort kann ich mich nur noch teilweise erinnern, wie ich dem Arzt geschildert habe, dass ich mit dem Rad gestürzt bin und damit halt zum Supermarkt wollte, da ich davon ausging dass man um meine Gesundheit bemüht ist und nicht versucht mich strafrechtlich zu untersuchen. Allerdings erklärte mir der Arzt dann, dass ich lieber hätte nichts sagen sollen, da man mir nun meinen Führerschein aufgrund von 1,8 Promille im Blut entziehen wird.
Das Ganze konnte ich mir nicht erklären, da ich von einer ärztlichen Schweigepflicht ausging bzw. im gesamten Verlauf des Abends nichts von Polizei wargenommen hatte oder mir erklärt wurde, dass man mich einer Straftat verdächtigt. Das kann aber auch daran liegen, dass ich vom Krankenhaus einen Filmriss habe. Auf dem Krankenhausbericht habe ich dann am nächsten Tag gelesen, dass der Alkoholtest in Polizeibegleitung durchgeführt wurde, wobei ich mich bei bestem Willen nicht an diesen erinnern kann.

Nun habe ich heute eine Vorladung zur Polizei wegen §316 im StGB bekommen, dabei bin ich 18 und besitze seit einem Jahr meinen Führerschein um den ich mich jetzt sorge.
1. Kann die Polizei überhaupt etwas wissen, da ich mir nicht erklären kann was diese im Krankenhaus zu suchen hatte bzw. wie diese überhaupt an die Information kommt, dass ich mit dem Rad im Suff unterwegs war?
2. Sollte ich einen Anwalt einschalten, vorallem um ersteinmal eine Akteneinsicht zu beantragen, da unklar ist was überhaupt bekannt ist oder ersteinmal von alleine versuchen diese zu begutachten und dann aufgrund des Umfangs entscheiden einen Anwalt einzuschalten.
3. Sind mögliche Aussagen von mir gegenüber der Polizei überhaupt verwertbar, da ich diese aufgrund meiner fehlenden Brille, starken Sehschwäche und Trunkenheit wohl nicht als solche erkannt habe, sondern im eigentlich sicheren Ort des Krankenhauses davon ausging dass mir die Fragen zur Besserung meiner Gesundheit bzw. das Erstellen eines Unfallprotokolls gestellt werden?

Vielen Dank



-- Editiert von NeedHelpThx am 09.06.2019 00:52

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Polizei Rad


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
radfahrer999
Status:
Schlichter
(7554 Beiträge, 4481x hilfreich)

Zitat (von NeedHelpThx):
Dabei nahmen wir uns zwei fremde Fahrräder und "fuhren" los, wobei somit nie meine Absicht bestand als Radfahrer betrunken am Straßenverkehr teilzunehmen, da ich zu Fuß gekommen war.

Zitat (von NeedHelpThx):
dass der Alkoholtest in Polizeibegleitung durchgeführt wurde, wobei ich mich bei bestem Willen nicht an diesen erinnern kann.
Einen Fall vorzutragen an den man sich nicht erinnern kann ist imho sinnbefreit.

Zitat (von NeedHelpThx):
um den ich mich jetzt sorge.
Zu Recht, den darfst du nämlich abgeben


Zitat (von NeedHelpThx):
Kann die Polizei überhaupt etwas wissen, da ich mir nicht erklären kann was diese im Krankenhaus zu suchen hatte bzw. wie diese überhaupt an die Information kommt, dass ich mit dem Rad im Suff unterwegs war?
Wer weiß was du denen alles erzählt hast - Du kannst dich schließlich an nichts erinnern.


Zitat (von NeedHelpThx):
Sollte ich einen Anwalt einschalten, vorallem um ersteinmal eine Akteneinsicht zu beantragen, da unklar ist was überhaupt bekannt ist oder ersteinmal von alleine versuchen diese zu begutachten und dann aufgrund des Umfangs entscheiden einen Anwalt einzuschalten.

Kannst du machen. Der Lappen ist aber aller wahrscheinlich nach eh weg und der Anwalt kostet dich Geld. Wähle weise.

Zitat (von NeedHelpThx):
Sind mögliche Aussagen von mir gegenüber der Polizei überhaupt verwertbar, da ich diese aufgrund meiner fehlenden Brille, starken Sehschwäche und Trunkenheit wohl nicht als solche erkannt habe, sondern im eigentlich sicheren Ort des Krankenhauses davon ausging dass mir die Fragen zur Besserung meiner Gesundheit bzw. das Erstellen eines Unfallprotokolls gestellt werden?

Klar ist das verwertbar. Die Argumentation finde ich irgendwie daneben.


Wie wäre es damit:
Stehe zu sdeinen Fehlern und trage die Konsequenzen

Signatur:Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)
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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71365 Beiträge, 32421x hilfreich)

Zitat (von NeedHelpThx):
Kann die Polizei überhaupt etwas wissen,

Im allgemeinen pflegen die so was
Zitat (von NeedHelpThx):
Nun habe ich heute eine Vorladung zur Polizei wegen §316 im StGB bekommen

nicht zu schicken, wenn die nichts wissen.


Man sollte erst mal von seinem Schweigerecht Gebrauch machen und eventeull erst mal Akteneinsicht beantragen - die gibt es schon ab 60 EUR.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(26686 Beiträge, 14621x hilfreich)

Man sollte erst mal von seinem Schweigerecht Gebrauch machen Und das heißt: Die Vorladung nicht wahrnehmen - das muß man als Beschuldigter nämlich nicht.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
Demonio
Status:
Lehrling
(1075 Beiträge, 266x hilfreich)

Zitat (von NeedHelpThx):
1. Kann die Polizei überhaupt etwas wissen, da ich mir nicht erklären kann was diese im Krankenhaus zu suchen hatte bzw. wie diese überhaupt an die Information kommt, dass ich mit dem Rad im Suff unterwegs war?
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde die Polizei durch die Rettungsleitstelle informiert. Das ist Standard bei nahezu allen Unfallgeschehen. Also nicht nur im Straßenverkehr, sondern z.B. auch bei Arbeitsunfällen.

Zitat (von NeedHelpThx):
Sollte ich einen Anwalt einschalten, vorallem um ersteinmal eine Akteneinsicht zu beantragen, da unklar ist was überhaupt bekannt ist oder ersteinmal von alleine versuchen diese zu begutachten und dann aufgrund des Umfangs entscheiden einen Anwalt einzuschalten.
Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, die auch für diesen Fall einstehen würde, dann wäre die Konsultation eines auf Verkehrs- und Strafrecht spezialisierten Anwalts sicherlich kein Fehler. Ansonsten kostet der Anwalt nur Geld.

Zitat (von NeedHelpThx):
Sind mögliche Aussagen von mir gegenüber der Polizei überhaupt verwertbar, da ich diese aufgrund meiner fehlenden Brille, starken Sehschwäche und Trunkenheit wohl nicht als solche erkannt habe, sondern im eigentlich sicheren Ort des Krankenhauses davon ausging dass mir die Fragen zur Besserung meiner Gesundheit bzw. das Erstellen eines Unfallprotokolls gestellt werden?
Die Aussagen sind möglicherweise nicht verwertbar. Aber eigentlich ist das egal. Es gibt Zeugenaussagen, die belegen, dass Du mit dem Rad gefahren bist und es gibt eine Blutprobe, die Deien Alkoholisierung belegen wird. Somit dürfte die Trunkenheitsfahrt hinreichend bewiesen sein.

Zitat (von NeedHelpThx):
Allerdings erklärte mir der Arzt dann, dass ich lieber hätte nichts sagen sollen, da man mir nun meinen Führerschein aufgrund von 1,8 Promille im Blut entziehen wird.
Was Du dem Arzt gesagt hast ist vollkommen uninteressant. Er unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Zudem wäre Dir sicherlich auch ohne Polizei Blut entnommen und auf Alkohol untersucht worde, weil es für die Behandlung und Medikation wichtig zu wissen ist, ob und wenn ja in welchem Umfang der Patient alkoholisiert ist. Die Angabe mit den 1,8‰ dürfte das Resultat dieses Schnelltests gewesen sein. Die gerichtlich verwertbare Blutanalyse erfolgt bei der Gerichtsmedizin und dauert meistens um die 2 Wochen. Diesen Wert kannst Du bei der Polizei erfragen.

Einem alkoholisierten Radfahrer wird die Fahrerlaubnis im Rahmen des Strafverfahrens nicht entzogen. Daher gibt es "nur" einen Strafbefehl in Höhe von ca. 20 Tagessätzen (1 Tagessatz entspricht 1/30 Monatsnettoeinkommen) und 2 Punkte. Sollte sich die BAK aber mindestens 1,6‰ ergeben, dann wird sich die Fahrerlaubnisbehörde bei Dir melden und unter Fristsetzung eine MPU von Dir verlangen. Ohne gründliche Vorbereitung, wird diese nicht zu bestehen sein. In Anbetracht der kurzen Frist ein sehr schwieriges bis fast unmögliches Unterfangen. Bringst Du innerhalb der gesetzten Frist kein positives Gutachten bei, dann wird Dir die Fahrerlaubnis entzogen werden.

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