Beitragsfestsetzung Krankenkasse

21. Juni 2023 Thema abonnieren
 Von 
Marius938549
Status:
Beginner
(74 Beiträge, 8x hilfreich)
Beitragsfestsetzung Krankenkasse

Hallo liebe Forum Mitglieder,
Ich habe derzeit Ärger mit meiner Krankenkasse

Kurze Randdetails:
20 Jahre, hatte 2 Kapitalgesellschaften und hatte mir ein "kleines" Gehalt ausgezahlt im Nov 22 i.H.v 10347€ (einziges Gehalt während gesamter Selbstständigkeit)
die Kapitalgesellschaften liefen als Nebengewerbe und ich war über meine Eltern noch bei der Familienversicherung (gesetzlich), ebenfalls hatte ich ein Fernstudium absolviert (sofern dass etwas zur Sache tut).
Firmen liefen von Nov. 21 bis Feb. 23 - Fernstudium von Aug 21 bis Aug 22.

Nun möchte meine Krankenkasse einen Einkommenssteuerbescheid für 21/22 oder ein Nichtveranlagungsbescheid vom Finanzamt.
den Nichtveranlagungsbescheid habe ich leider nicht, und kann ich rückwirkend nicht mehr beantragen.
Steuererklärungen für meine Natural Person sind auch nicht vorhanden.

über das Gehalt wurde die Krankenkasse in Form des Jahresabschlusses der Firmen informiert, erkennt diese (scheinbar) auch an, möchte aber dennoch weitere Unterlagen.

Nun sind meine bedenken wie folgt:
Ich hatte der Krankenkasse im April 23 mitgeteilt, dass ich keine Steuererklärungen für meine natürliche Person erstelle, nun forderte diese den Nichtveranlagungsbescheid.
Wenn ich nun erwähne, dass dieser auch nicht vorhanden ist, habe ich die Sorge, dass die Krankenkasse mein Beitrag schätzt während meiner Selbstständigkeit.
Ich hatte gelesen, dass es Rechtens ist dass bei einem späteren Widerspruchsverfahren die zu hoch angesetzten Beiträge nicht rückerstattet werden müssen?

Ich bin echt ratlos was ich tun soll, selbstverständlich ist es für mich möglich rückwirkend die Einkommenssteuerbescheide zu erstellen, habe aber bedenken dass das Finanzamt länger brauch als die Krankenkasse mir Zeit geben möchte & diese Beiträge festsetzt und ich quasi dann trotz der Einkommensbescheide einen höheren Betrag zahlen muss als ich theoretisch müsse.

Ist meine Sorge berechtigt, dass ich für den kompletten Zeitraum meiner Selbstständigkeit den erhöhten Beitragssatz zahlen muss?
Wie würdet ihr euch verhalten?

Ich wäre über jede Hilfe dankbar..

(bitte Frage ins richtige Unterforum verschieben - hatte es übersehen sorry)


-- Editiert von User am 21. Juni 2023 02:41

-- Editiert von Moderator topic am 21. Juni 2023 12:58

-- Thema wurde verschoben am 21. Juni 2023 12:58

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8 Antworten
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#1
 Von 
smogman
Status:
Student
(2749 Beiträge, 902x hilfreich)

Ich verstehe nicht, was das Problem ist.

Entweder du machst die Steuererklärung, damit die Krankenkasse Ruhe gibt und auf dieser Basis berechnet.

Oder du machst keine Steuererklärung und lebst damit, dass die Krankenkasse auf Basis anderer Unterlagen oder der von dir genannten Schätzung berechnet.

Warum sollte die mögliche Differenz groß sein?

Und wenn du beabsichtigst die Steuer zu machen, aber gleichzeitig befürchtest, dass das Finanzamt länger braucht als die Krankenkasse, dann teile der Krankenkasse das eben mit und versuche eine übergangsweise Lösung zu finden.

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#2
 Von 
Marius938549
Status:
Beginner
(74 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Und wenn du beabsichtigst die Steuer zu machen, aber gleichzeitig befürchtest, dass das Finanzamt länger braucht als die Krankenkasse, dann teile der Krankenkasse das eben mit und versuche eine übergangsweise Lösung zu finden.


Danke für die Antwort.

Gibt es dazu gesetzliche Vorschriften, die die Krankenkasse einhalten muss?
z.B. eine Fristverlängerung o.Ä.
Ich hatte gelesen ich kann mir (theoretisch) 3 Jahre Zeit lassen, um meine Einkommensnachweise zu liefern? (soweit ich das richtig verstanden habe)
Ich möchte selbstverständlich eine Lösung finden, die für beide Parteien akzeptabel ist.
Meine Sorge ist eher, dass ich auf taube Ohren stoße, und diese direkt die Beiträge im Höchstsatz fordert.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
smogman
Status:
Student
(2749 Beiträge, 902x hilfreich)

Ggf. ist für dich § 240 Abs. 4a SGB V interessant, welcher durch das Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz neu geregelt wurde.

Die Beiträge werden also offensichtlich immer vorläufig festgesetzt. War mir auch nicht klar. Weist man seine tatsächlichen Einnahmen auf Verlangen der Krankenkasse nicht innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres nach, gilt für die endgültige Beitragsfestsetzung der Höchstsatz.

Interessante Beiträge dazu findet man zahlreich im Netz, z.B. auf https://www.vgsd.de/ oder https://www.gesetzlichekrankenkassen.de oder https://www.ikk-suedwest.de

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38148 Beiträge, 13930x hilfreich)

Marius, in Ergänzung zu @smogman: nur, weil das Steuersystem eine großzügige Frist gibt, heißt das nicht, dass andere Systeme auch diese Fristen einräumen müssen. Gerade die GKVs sind verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass die Beiträge regelmäßig geleistet werden und man nicht nach Jahren nicht einbringbaren Forderungen hinterher läuft. Die Beträge sind regelmäßig fällig und wenn die Berechnung nicht möglich ist, ist eben eine Schätzung angesagt, einfach weil auch vermieden werden soll, dass man offenen Forderungen hinterher läuft, und auch, um den "Reiz" zu erhöhen, seine Verhältnisse zu sortieren.

Du wirst mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine totale Stundung für den Zeitraum xy bekommen, allerdings könnte man sich vielleicht auf den Mindestbeitrag für Selbständige einigen, wenn man im übrigen nachweist, dass man alles tut, um eben die erforderlichen Unterlagen zusammen zu bekommen und einzureichen.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2591 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von smogman):
Die Beiträge werden also offensichtlich immer vorläufig festgesetzt.
Nicht ganz richtig. Die Beiträge werden erhoben nach der vorhergehenden Einstufung. Hier liegt das Problem vor, dass es eine solche Einstufung nicht gibt. Hier haben die "Umstände" die zur Erstversicherung geführt haben die besondere Aufmerksamkeit der KK erregt - IMO.


Zitat (von smogman):
Weist man seine tatsächlichen Einnahmen auf Verlangen der Krankenkasse nicht innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres nach, gilt für die endgültige Beitragsfestsetzung der Höchstsatz.
Meine Version lautet:
Wird man in der GKV als freiwillig versichert aufgenommen, hat man Beiträge in Höhe der Bemessungsgrenze (Höchstbeitrag) zu zahlen. Weist man der Kasse ein niedrigeres Einkommen nach, errrechnet sich der Beitrag hieraus.

Ob sich die Kasse grundsätzlich drei Jahre Zeit lassen muss, bevor sie den Beitrag per Bescheid endgültig fest setzt weiß ich nicht. Auf jeden Fall sollte man aufpassen, wenn ein Beitragsbescheid kommt. Dem dort aufgerufenen Beitrag kann man nur noch durch einen Widerspruch begegnen, wenn er zu hoch ist. Zahlen muss man aber trotzdem, bis dem Widerspruch stattgegeben wurde oder das Sozialgericht den Bescheid aufhebt.

VG
Roland

Signatur:

Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.

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#6
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2591 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von Marius938549):
über das Gehalt wurde die Krankenkasse in Form des Jahresabschlusses der Firmen informiert
Wohl nicht nur über das Gehalt, sondern auch über den Umstand dass Du selbständig tätig bist und somit nicht mehr über die Eltern krankenversichert sein darfst.

Zitat (von Marius938549):
erkennt diese (scheinbar) auch an,
Nö...
...denn
Zitat (von Marius938549):
möchte aber dennoch weitere Unterlagen.



Zitat (von Marius938549):
den Nichtveranlagungsbescheid habe ich leider nicht, und kann ich rückwirkend nicht mehr beantragen.
Ich habe Zweifel, dass Du einen Nichtveranlagungsbescheid bekommst. Wahrscheinlicher ist, dass das FA dich auffordert Deine Einkünfte zu erklären.


Zitat (von Marius938549):
Ist meine Sorge berechtigt, dass ich für den kompletten Zeitraum meiner Selbstständigkeit den erhöhten Beitragssatz zahlen muss?
Ehr nicht. Es könnte Dir nur blühen, dass die KK den Höchsstbeitrag als Bescheid für das Jahr (die Jahre) xx fest setzt. Dann hast Du diese Zahlung tatsächlich zu leisten, auch wenn Du fristgerecht gegen den Bescheid Einspruch einlegst.

Überrzahlungen auf Grund von vorläufiger Beitragsfessetzung erstatten die Kassen ab erbrachten Nachweisen meist umgehend. Wie sie auch Nachzahlungen einfordern.


Zitat (von Marius938549):
Wie würdet ihr euch verhalten?
Die KK nicht hinhalten. Ordnung in die Sache bringen und eine Einkommensteuererklärung abgeben. Der Kasse glaubhaft nachweisen, welches Einkommen man hatte - und haben wird.
Dann, nach Möglchkeit diese "Selbständigkeit" wieder los werden, wenn das nur ein "kleines" Gehalt abwirft, denn den Mindestbeitrag schuldest Du auf jeden Fall. Das sind derzeit 170-180 Euro für die KV und ca. 35 Euro für die PV - zu zahlen von Dir.


VG
Roland

Signatur:

Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Marius938549
Status:
Beginner
(74 Beiträge, 8x hilfreich)

Zitat (von Roland-S):
Zitat (von Marius938549):
über das Gehalt wurde die Krankenkasse in Form des Jahresabschlusses der Firmen informiert
Wohl nicht nur über das Gehalt, sondern auch über den Umstand dass Du selbständig tätig bist und somit nicht mehr über die Eltern krankenversichert sein darfst.


Die Selbstständigkeit wurde von der Krankenkasse anerkannt und ich wurde von ihnen weiterhin in der (beitragsfreien) Familienversicherung geführt.
Dass ich die Krankenkasse hätte informieren müssen über meine Gehaltszahlung ist mir mittlerweile bewusst, ich habe auch kein Problem damit, eine Nachzahlung zu tätigen, ich hoffe jedoch, dass diese nicht willkürlich den Höchstsatz haben möchte.

Zitat (von Roland-S):
Ob sich die Kasse grundsätzlich drei Jahre Zeit lassen muss, bevor sie den Beitrag per Bescheid endgültig fest setzt weiß ich nicht. Auf jeden Fall sollte man aufpassen, wenn ein Beitragsbescheid kommt. Dem dort aufgerufenen Beitrag kann man nur noch durch einen Widerspruch begegnen, wenn er zu hoch ist. Zahlen muss man aber trotzdem, bis dem Widerspruch stattgegeben wurde oder das Sozialgericht den Bescheid aufhebt.

Die Differenz für den zu hoch gesetzten Betrag würde ich in dem Fall aber zurückbekommen, wenn ich nachweisen kann, dass mein Gehalt niedriger war als für den Höchstsatz?


Ich hatte gestern bereits eine E-Mail an die Bearbeiterin versandt, diese wird in Rücksprache mit ihren Vorgesetzten schauen, ob und welche Dokumente ich noch einreichen muss.

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#8
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5047 Beiträge, 1957x hilfreich)

Wenn Du studierst -> dann versichere Dich doch in der KVdS.

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