Hinhalte- bzw. Verzögerungstaktik der KFZ-Haftpflichtversicherung

3. November 2023 Thema abonnieren
 Von 
Marwen
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Hinhalte- bzw. Verzögerungstaktik der KFZ-Haftpflichtversicherung

Liebes Forenteilnehmer,
vielleicht kann mir zu folgendem Sachverhalt jemand Tipps zur weiteren Vorgehensweise geben:
Vor zwei Monaten wurde mein ordnungsgemäß geparktes Motorrad auf dem Parkplatz eines Einkaufzentrums versehentlich durch einen PKW umgefahren.
Der Verursacher hat den Unfall polizeilich aufnehmen lassen und am selben Tag seiner Haftpflichtversicherung (VHV) gemeldet.
Ich selbst war bei dem Parkrempler nicht dabei und habe den Schaden erst am Abend nach Arbeitsende bemerkt.
Der Versicherung habe ich einen Kostenvoranschlag (ca. 1600€ durch Vertragswerkstatt erstellt) sowie detailierte Bilder des Schadens zukommen lassen.
Seitdem passiert nichts mehr. Sämtliche Nachfragen zum Bearbeitungsstand werden entweder garnicht beantwortet oder mit Standardaussagen wie "Wir melden uns in Kürze" abgetan.
Schriftliche Mahnung mit Fristsetzung hat ebenfalls keinerlei Reaktion erwirkt.
Wie mache ich hier am besten weiter? Anwalt (leider keine RSV vorhanden), Ombudsmann, BaFin?
Ich möchte für mich ungern noch weitere Kosten generieren, als jetzt schon aufgelaufen sind.
Danke!

Probleme mit der Versicherung?

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39607x hilfreich)

Zitat (von Marwen):
Ich möchte für mich ungern noch weitere Kosten generieren, als jetzt schon aufgelaufen sind.

Dann einfach weiter abwarten und hoffen ...



Zitat (von Marwen):
Anwalt (leider keine RSV vorhanden), Ombudsmann, BaFin?

Ohne Anwalt wird man in aller Regel etwas verloren da stehen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2233 Beiträge, 348x hilfreich)

Zitat (von Marwen):
Anwalt (leider keine RSV vorhanden)


Wenn der Anwalt gewinnt, wird der eh von der gegnerischen Versicherung bezahlt.

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#3
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6921 Beiträge, 1460x hilfreich)

Zitat (von Marwen):
Ombudsmann, BaFin


Der Ombudsmann wird nicht helfen können, die BaFin ist nicht zuständig

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#4
 Von 
Eine_Frage123mitglied
Status:
Beginner
(54 Beiträge, 1x hilfreich)

Natürlich ist die BaFin zuständig.
Die Frage ist nur, was es bringt?
Vermutlich nicht sehr viel, aber probieren würde ich es definitiv. Einfach damit die Versicherung merkt, dass du dir das nicht gefallen lässt.
Wenn die Sachlage aber so eindeutig ist, dann ab zum Anwalt.
Kenne persönlich und aus der Familie 6 Fälle (!!), wo die Versicherung genau wie in deinem Fall erst gar nicht reagiert hat. Als dann die Klageschrift des Gerichts eintrudelte, war am nächsten Tag (!!) die Zahlung da.
Und gerne auch mal in den sozialen Medien auf die Beiträge der Versicherung reagieren und dort nachfragen, ob man jetzt erst klagen müsse oder ob die Versicherung freiwillig bezahle und sich an ihre eigene Kostenminderungspflicht halten möchte oder nicht. Hilft auch manchmal.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39607x hilfreich)

Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Natürlich ist die BaFin zuständig.

Da wäre ich dann doch mal auf die Erklärung gespannt ...


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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(851 Beiträge, 132x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Da wäre ich dann doch mal auf die Erklärung gespannt ...
Man lese selbst: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/VersichererPensionsfonds/versichererpensionsfonds_node.html

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39607x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Man lese selbst: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/VersichererPensionsfonds/versichererpensionsfonds_node.html

Ja, kenne ich.
Da steht jetzt dummerweise irgendwie das Gegenteil ...


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#8
 Von 
vacantum
Status:
Praktikant
(851 Beiträge, 132x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Da steht jetzt dummerweise irgendwie das Gegenteil ...
Wo liest Du das Gegenteil?

Alle privaten und öffentlich-rechtlichen Versicherer, die im Geltungsbereich des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) die Privatversicherung betreiben und ihren Sitz in Deutschland haben, stehen entweder unter der Aufsicht der BaFin oder der Länderaufsichtsbehörden.

Die BaFin verfügt über verschiedene Mittel, um bei Versicherern aufsichtlich tätig zu werden. Sie kann nach dem VAG alle Anordnungen treffen, die "geeignet und erforderlich" sind, um Missstände, die die Belange der Versicherten gefährden, zu vermeiden oder zu beseitigen.

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#9
 Von 
Eine_Frage123mitglied
Status:
Beginner
(54 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Da wäre ich dann doch mal auf die Erklärung gespannt ...

Was genau soll ich dir erklären?
Die BaFin ist zuständig.
Hier kann man die Beschwerde einreichen:
https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/BeschwerdenStreitschlichtung/BeiBaFinbeschweren/BeiBaFinbeschweren_node.html

Was muss man da jetzt noch erklären?
Daten eingeben und Beschwerde absenden.
Ja, bringt nicht viel, schon klar. Aber besser als gar nichts. Und die Versicherung merkt auch, dass man das nicht so ohne weiteres mit sich machen lässt.

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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39607x hilfreich)

Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Was genau soll ich dir erklären?

Die cerebralen Vorgänge welche zu der Theorie
Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Die BaFin ist zuständig.




Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Hier kann man die Beschwerde einreichen:

Darf man das so verstehen, das die Tatsache, dass da ein Beschwerdeformular ist und die BaFin diverse Versicherungen beaufsichtigt, auf deren Zuständigkeit geschlossen hat?



Zitat (von vacantum):
Wo liest Du das Gegenteil?

In dem verlinkten.



Die BaFin ist hier nicht zuständig, als Stellvertreter des Versicherten das Problem zu lösen, dass muss der Versicherte selber machen - in dem er z.B. den Rechtsweg beschreitet, auf eigene Kosten und eigenes Risiko.


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#11
 Von 
Eine_Frage123mitglied
Status:
Beginner
(54 Beiträge, 1x hilfreich)

Wer hat denn davon gesprochen, dass die BaFin das juristische Problem löst?!
Die BaFin ist für nahezu alle Versicherungen in Deutschland zuständig. Mit den wenigen Versicherungen, die nicht darunter fallen, hat man als Endverbraucher eh nie was zu tun. Ergo: die BaFin ist zuständig.
Was soll man da noch groß erklären?
Man kann sich natürlich auch komplett anstellen und so tun als hätte man davon noch nie gehört. Aber das passt nicht zu deinen anderen Beiträgen hier im Forum.
Oder kommt gleich wieder, dass du keine hellseherischen Fähigkeiten hast? :D
Ne, also ich würde das sogar schon fast als Allgemeinwissen abtun, dass man weiß, dass die BaFin für sowas zuständig ist.

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#12
 Von 
de Bakel
Status:
Lehrling
(1692 Beiträge, 369x hilfreich)

Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
die BaFin ist zuständig.

und auch nicht

Die Bafin schreibt dazu:
Zitat:
Die BaFin kann Verbraucherinnen und Verbrauchern im Einzelfall nicht zu ihrem individuellen Recht verhelfen. Sie ist nämlich ausschließlich für den kollektiven Verbraucherschutz zuständig. Das bedeutet: Die BaFin schützt die Gesamtheit aller Verbraucherinnen und Verbraucher am Finanzmarkt.

Hat die BaFin Anhaltspunkte dafür, dass gegen verbraucherschützende Vorschriften verstoßen wird und davon eine Vielzahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern betroffen ist, prüft sie, ob und welche Maßnahmen sie ergreifen kann. Der Schutz einzelner Verbraucherinnen und Verbraucher ist dagegen nicht Aufgabe der BaFin. Damit befassen sich Ombudsleute, Schlichtungsstellen und die ordentlichen Gerichte.

(Die fette Hervorhebung ist von mir.)
https://www.bafin.de/DE/Verbraucher/BeschwerdenStreitschlichtung/BeiBaFinbeschweren/BeiBaFinbeschweren_node.html

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Eine_Frage123mitglied
Status:
Beginner
(54 Beiträge, 1x hilfreich)

Ja, und?!
Ich weiß nicht was du jetzt damit sagen möchtest.

Das ist doch alles bekannt.

Darum geht es ja auch nicht.

Aber ohne die Hinweise der einzelnen Verbraucher bekommt die BaFin sowas ja gar nicht mit.
Und ja, auch bei Meldung einzelner Vorfälle geht ein Schreiben an die Versicherung raus wo eine Stellungnahme abgegeben werden muss.
Das ist für die Versicherung dann erstmal unangenehm. Bei Häufung von Beschwerden stehen der BaFin auch weitere Möglichkeiten offen. Ist jetzt bei großen und bekannten Versicherungen erstmal unwahrscheinlich, aber gerade kleinere Unternehmen die dann im großen Stile was abziehen bekommen dann von der BaFin die Quittung. Ist so gesehen auch ein Schutz für die Verbraucher.
Wie ich ja auch schon schrieb, das wird im konkreten Fall erstmal wenig bis gar nichts bringen. Aber ist auf jeden Fall besser als gar nichts. Den Rest muss dann der Anwalt machen.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39607x hilfreich)

Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Wer hat denn davon gesprochen, dass die BaFin das juristische Problem löst?!

Jeder der hier auf die Frage
Zitat (von Marwen):
Wie mache ich hier am besten weiter?

mit
Zitat (von Marwen):
BaFin ist zuständig

geantwortet hat.



Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Die BaFin ist für nahezu alle Versicherungen in Deutschland zuständig.

Ja, aber halt nicht für alles was diese Versicherungen falsch machen.



Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Aber ohne die Hinweise der einzelnen Verbraucher bekommt die BaFin sowas ja gar nicht mit.

Richtig.
Beschweren ist ohne jede Frage sinnvoll.




-- Editiert von User am 21. Dezember 2023 23:27

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#15
 Von 
Eine_Frage123mitglied
Status:
Beginner
(54 Beiträge, 1x hilfreich)

Das hast du so aufgefasst. Da kann ich ja nichts für, wenn du denkst, dass ich gedacht hätte, die BaFin würde den "Fall" jetzt lösen.
Das ist aber *eigentlich* auch bekannt.
Der Threadersteller hätte diesen Hinweis aber auch bei der Meldung an die BaFin erhalten. Also den Hinweis, dass die BaFin nicht ein Gerichtsverfahren ersetzt etc. und man seine Rechte dann notfalls anderweitig durchsetzen muss.
Also für mich war immer klar, dass die BaFin "nur" als Beschwerdestelle dient.
Aber schön, dass wir das jetzt hier so klarstellen konnten. Ich denke da sollte jetzt wirklich jeder Bescheid wissen, was zu tun ist.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39607x hilfreich)

Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Da kann ich ja nichts für, wenn du denkst, dass ich gedacht hätte, die BaFin würde den "Fall" jetzt lösen.

Wer anders als der Schreiber sollte dafür verantwortlich sein?



Zitat (von Eine_Frage123mitglied):
Also für mich war immer klar, dass die BaFin "nur" als Beschwerdestelle dient.

Jeder hier kann nur lesen was man schreibt, niemand weis was man denkt.


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