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KFZ-Haftpflicht zahlt zu viel - will Geld zurück

 Von 
fb514257-88
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
KFZ-Haftpflicht zahlt zu viel - will Geld zurück

Einen wunderschönen guten Abend,

vor einigen Monaten hat ein Herr mit seinem Auto mein geparktes Auto gerammt und beschädigt.
Seine Haftpflichtversicherung hat mir daraufhin einen Betrag von ca. 2000€ ausgezahlt.
In einer E-Mail habe ich eine "Quittung" bekommen - die "Gesamtentschädigung" beträte ca. 1700€.
Ich bin bisher davon ausgegangen, dass die Differenz eine Nutzungsausfallentschädigung war, denn laut Gutachten entstand durch den Unfall ein wirtschaftlicher Totalschaden.

Nun erhielt ich aber erneut eine E-Mail: Ich solle die Differenz zurückzahlen, sie wurde fälschlicherweise überwiesen.

Hätte ich denn überhaupt einen Anspruch auf eine Nutzungsausfallentschädigung, wenn das Auto noch fahrbereit ist?
Der Außenspiegel der Fahrerseite wurde beschädigt, dadurch war eine ordentliche Umgebungskontrolle nicht mehr möglich. (verbogen, Elektrik defekt). Mit einem Ersatzteil habe ich diesen Schaden selber behoben.

Ich gehe davon aus, dass ich den geforderten Betrag zurück zahlen muss, damit habe ich auch kein Problem. Könnte ich aber, falls ein Anspruch tatsächlich bestanden hat, die Nutzungsausfallentschädigung noch nachträglich verlangen? Gezahlt hat die Versicherung am 31.01.2019.

Was mich auch interessieren würde:
Muss die Versicherung sich postalisch bei mir melden, bevor sie eine Mahnung o.Ä. herausgeben kann?
E-Mail-Kontakt finde ich bei solchen Angelegenheiten sehr unseriös.

Besten Dank an alle Helfer!


-- Editiert von fb514257-88 am 15.05.2019 23:08

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Versicherung Auto beschädigt Anspruch


9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Lehrling
(1847 Beiträge, 648x hilfreich)

Zitat:
E-Mail-Kontakt finde ich bei solchen Angelegenheiten sehr unseriös.

Dann sollten Sie die Versicherung wechseln und evtl. mehr Geld für die Beiträge in die Hand nehmen. Warum sind gerade zb. OnlineVersicherungen günstiger? Na? - Weil der Service vor Ort durch ein Büro oder eben schriftliche Erledigung von Schäden etc. fehlt!

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#2
 Von 
Mr.Cool
Status:
Schlichter
(7706 Beiträge, 3255x hilfreich)

Zitat (von fb514257-88):
... die "Gesamtentschädigung" beträte ca. 1700€.
.... Könnte ich aber, falls ein Anspruch tatsächlich bestanden hat, die Nutzungsausfallentschädigung noch nachträglich verlangen?
Natürlich, ebenso wie Auslagen für Porto, Telefon, etc.
Ein Blick in das Gutachten sollte aber bereits klären, ob die Gesamtentschädigung den Nutzungsausfall nicht enthält. Wie hoch war denn der tatsächliche PKW-Schaden?

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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#3
 Von 
Tehlak
Status:
Schüler
(164 Beiträge, 66x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):

Dann sollten Sie die Versicherung wechseln und evtl. mehr Geld für die Beiträge in die Hand nehmen. Warum sind gerade zb. OnlineVersicherungen günstiger? Na? - Weil der Service vor Ort durch ein Büro oder eben schriftliche Erledigung von Schäden etc. fehlt!

Ich fürchte, der geschädigte ist nicht in der Position die Versicherung des Schädigers zu wechseln - auch wenn das mit unter wünschenswert wäre.

Die Möglichkeit die bleibt, wenn man unzufrieden mit der Regulierung ist, ist einen Anwalt einzuschalten.

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#4
 Von 
fb514257-88
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

danke für die zahlreichen Antworten.
Richtig, hier lag wohl ein Mißverständis vor, ich kommuniziere nur mit der gegnerischen Versicherung (Provinzial).

Zitat (von Mr.Cool):
Ein Blick in das Gutachten sollte aber bereits klären, ob die Gesamtentschädigung den Nutzungsausfall nicht enthält. Wie hoch war denn der tatsächliche PKW-Schaden?

Reparaturkosten inkl. MwSt.: ca. 3000€
Wiederbeschaffungswert steuerneutral: 2000€
Restwert: 320€

Von einer Nutzungsausfallentschädigung wurde im Gutachten nichts erwähnt.
Gibt es denn für diese Forderung eine Frist, und besteht tatsächlich ein Anspruch, da das Auto noch fahrbereit war, nur eben m.E. (betonung auf m.) nicht sicher?

-- Editiert von fb514257-88 am 16.05.2019 17:23

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#5
 Von 
Mr.Cool
Status:
Schlichter
(7706 Beiträge, 3255x hilfreich)

Dann war das vermutlich ein Gutachter der Versicherung?
Dann einfach Gegenrechnung aufmachen:
Nach einem Ersatzfahrzeug (in der Zeit PKW nicht nutzbar) suchen (einfach 10 Tage ansetzen). Der Nutzungsausfall ist abhängig vom Fahrzeug. Wenn Du keinen Betrag findest 30€/Tag ansetzen.
Prüfung des Schadens durch unabhängigen Gutachter in Erwägung ziehen.
Ebenso ankündigen, ob die Abwicklung nicht an einen Rechtsanwalt gegeben werden soll.
Auslagenpauschale (Porto, Telefon, Fahrtkosten zu Autohändlern, gesamt 60€ ;)

Per Einschreiben an die Versicherung senden. Sehr höflich bleiben und Klärung im Gespräch anbieten.
Vielleicht legen die dann sogar 100€ drauf. ;)

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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#6
 Von 
fb367463-2
Status:
Junior-Partner
(5886 Beiträge, 2585x hilfreich)

Zitat (von Mr.Cool):
Nach einem Ersatzfahrzeug (in der Zeit PKW nicht nutzbar) suchen (einfach 10 Tage ansetzen).
Rein interessehalber: auch bei einem "abenen" Außenspiegel? Der Werkstattbesuch dürfte ja nur einen halben Tag dauern und es ist doch mWn nicht verboten, ohne Außenspiegel zu fahren, wenn man sich zB durch Umdrehen orientieren kann....oder?

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(68091 Beiträge, 31800x hilfreich)

Zitat (von fb367463-2):
es ist doch mWn nicht verboten, ohne Außenspiegel zu fahren,

Auf der Fahrerseite muss ein Spiegel sein, sonst darf das Kfz nicht bewegt werden.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#8
 Von 
guest-12303.07.2019 16:29:14
Status:
Lehrling
(1403 Beiträge, 400x hilfreich)

Zitat (von fb514257-88):
In einer E-Mail habe ich eine "Quittung" bekommen - die "Gesamtentschädigung" beträte ca. 1700€.
Was denn für eine "Quittung". Liegt hier vielleicht ein Missverständnis auf ihrer Seite vor, und die Differenz ergibt sich aus der Tatsache, dass die Vers. versehentlich die Mehrwertsteuer überwiesen hat, sie jedoch fiktiv abgerechnet haben? Von den Dimensionen käme das schon hin (1700*1,19=2023)

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#9
 Von 
Mr.Cool
Status:
Schlichter
(7706 Beiträge, 3255x hilfreich)

Zitat (von fb367463-2):
Zitat (von Mr.Cool):
Der Werkstattbesuch dürfte ja nur einen halben Tag dauern und es ist doch mWn nicht verboten, ohne Außenspiegel zu fahren, wenn man sich zB durch Umdrehen orientieren kann....oder?
Nach der Versicherungslogik müßten die dann zusätzlich den Spiegel bezahlen und das geht nicht.
Daher, entweder
- Restwert zurückzahlen oder
- das Auto zum Restwert über die einschlägigen Börsen verramschen (über die Versicherung)
Was wir hier jetzt nur machen ist eine Argumentation für weitere 700€ Schaden aufzubauen und dann sich bei 400€ (300+100) kompromißbereit zu zeigen. Normalerweise sind Versicherung großzügiger, wenn man sich selbst schadensreduzierend(kooperativ) verhält.

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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