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Kündigung privater Krankenversicherung wegen Beitragserhöhung

 Von 
destinator
Status:
Beginner
(102 Beiträge, 8x hilfreich)
Kündigung privater Krankenversicherung wegen Beitragserhöhung

Liebe Forum-Nutzer,

zur Zeit habe ich einen zweijährigen Vertrag bei der privaten Zusatzversicherung UKV (Kombi Privat und ZahnPlus). Sie haben mir für 2008 den Beitrag erhöht. Habe ich deswegen ein Sonderkündigungsrecht? Vielen Dank für die Hilfe.



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Kündigen Sonderkündigungsrecht Versicherungsnehmer


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BigMikeOWL
Status:
Student
(2632 Beiträge, 658x hilfreich)

wenn sich nicht gleichzeitig auch die leistung in einem der prämienanpassung vergleichbaren umfang geändert hat, ja!

Gruß

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#2
 Von 
Solveijg
Status:
Beginner
(101 Beiträge, 21x hilfreich)

Hi mrvitamin,
das sehe ich ein wenig anders - grundsätzlich hast Du bei jeder Beitragserhöhung ein außerordentliches Kündigungsrecht.Schließlich handelt es sich um eine Vertragsänderung, die Du nicht unwidersprochen hinnehmen musst.

Falls Du jedoch die abgesicherten Leistungen auch weiter absichern möchtest, dann stell vorher einen Probeantrag bei einem anderen Versicherer Deiner Wahl.

Gerade in der Krankenversicherung kann ein Wechsel dann problematisch werden, wenn sich das gesundheitliche Risiko geändert hat oder das bereits beim ersten Vertragsabschluss vorhandene Risiko von dem nächsten Versicherer anders beurteilt wird, und deswegen Risikozuschläge oder -ausschluss auf Dich zukommen.

Deswegen zur Sicherheit immer erst den Probeantrag stellen und dann entscheiden.

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#3
 Von 
BigMikeOWL
Status:
Student
(2632 Beiträge, 658x hilfreich)

hallo,

nun, dafür sind foren da, um ansichten zu vertreten ;)

ich vertrete da lieber den §31 VVG , der ist fakt.

Eine Prämienanpassung ist auch keine vertragsänderung.

welches VU nimmt den in der zusatz-KV heute noch probeanträge an? selbst wenn, wird in diesem fall niemals eine vollständige und kostenaufwendige risikoprüfung durchgeführt sondern eher eine schnellentscheidung. die tiefe prüfung wird dann im leistungsfall nachgeholt und wehe wehe wehe ... das ist echtes glatteis :)

gruß

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#4
 Von 
nataly
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 580x hilfreich)

mfriese:

Einschlägige Norm für die private Krankenversicherung ist § 178 h Abs. 4 VVG :


§ 178h

(1) 1Vorbehaltlich einer vereinbarten Mindestversicherungsdauer in der Krankheitskosten- und in der Krankenhaustagegeldversicherung kann der Versicherungsnehmer ein Krankenversicherungsverhältnis, das für die Dauer von mehr als einem Jahr eingegangen ist, zum Ende des ersten Jahres oder jedes darauf folgenden Jahres unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten kündigen. 2Die Kündigung kann auf einzelne versicherte Personen oder Tarife beschränkt werden.

(2) 1Wird eine versicherte Person kraft Gesetzes kranken- oder pflegeversicherungspflichtig, so kann der Versicherungsnehmer binnen zwei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht eine Krankheitskosten-, eine Krankentagegeld- oder eine Pflegekrankenversicherung rückwirkend zum Eintritt der Versicherungspflicht kündigen. 2Macht der Versicherungsnehmer von seinem Kündigungsrecht Gebrauch, steht dem Versicherer die Prämie nur bis zu diesem Zeitpunkt zu. 3Später kann der Versicherungsnehmer das Versicherungsverhältnis zum Ende des Monats kündigen, in dem er den Eintritt der Versicherungspflicht nachweist. 4Der Versicherungspflicht steht gleich der gesetzliche Anspruch auf Familienversicherung oder der nicht nur vorübergehende Anspruch auf Heilfürsorge aus einem beamtenrechtlichen oder ähnlichen Dienstverhältnis.

(3) Hat eine Vereinbarung im Versicherungsvertrag zur Folge, daß bei Erreichen eines bestimmten Lebensalters oder bei Eintreten anderer dort genannter Voraussetzungen die Prämie für ein anderes Lebensalter oder eine andere Altersgruppe gilt oder die Prämie unter Berücksichtigung einer Alterungsrückstellung berechnet wird, kann der Versicherungsnehmer das Versicherungsverhältnis hinsichtlich der betroffenen versicherten Person binnen zwei Monaten nach der Änderung zum Zeitpunkt deren Inkrafttretens kündigen, wenn sich die Prämie durch die Änderung erhöht.

(4) Erhöht der Versicherer aufgrund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, so kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Personen innerhalb von einem Monat nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

(5) 1Hat sich der Versicherer vorbehalten, die Kündigung auf einzelne versicherte Personen oder Tarife zu beschränken und macht er von dieser Möglichkeit Gebrauch, so kann der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Wochen nach Zugang der Kündigung die Aufhebung des übrigen Teils der Versicherung zu dem Zeitpunkt verlangen, in dem die Kündigung wirksam wird. 2Satz 1 gilt entsprechend, wenn der Versicherer die Anfechtung oder den Rücktritt nur für einzelne versicherte Personen oder Tarife erklärt. 3In diesen Fällen kann der Versicherungsnehmer die Aufhebung zum Schluß des Monats verlangen, in dem ihm die Erklärung des Versicherers zugegangen ist


-- Editiert von nataly am 18.12.2007 00:11:46

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