Muss der Fall nicht als Folgeschaden für die Versicherung klar sein?

13. Oktober 2016 Thema abonnieren
 Von 
go451684-39
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Muss der Fall nicht als Folgeschaden für die Versicherung klar sein?

Bis 2002 besuchte mein Sohn, damals 13 Jahre alt, jedes Jahr, während der Ferien in Bolivien, für 2 Monate ein Gymnasium in Kleve als Gastschüler. Während des schulischen Schwimmunterrichts hatte er vom Sprungbrett springend einen Unfall, weshalb ihm im Krankenhaus ein Hoden entfernt werden musste. Die Ärzte versicherten mir telefonisch, da ich zu der Zeit in Bolivien lebte, dass seine Fertilität nicht beeinträchtigt sein würde, woran wir glaubten. Mein Sohn war sowohl privat versichert, wie auch durch die Schule. Alle Kosten wurden automatisch von letzterer übernommen. In diesem Jahr wurde festgestellt, dass mein Sohn durch den Unfall oder der OP unfruchtbar wurde, diesen Umstand meldeten wir deshalb der Versicherung als Folgeschaden.
Das Gymnasium, das mein Sohn damals besuchte, ist inzwischen geschlossen und all deren Unterlagen wurden einem anderen Gymnasium in Kleve übergeben. Die Versicherung teilte uns mit, sie habe zwar ein Zeugnis für meinen Sohn aus dem Vorjahr erhalten, nicht jedoch eines aus dem Jahr, an dem der Unfall passierte. Um den Folgeschaden anzuerkennen, besteht die Versicherung auf ein Zeugnis, obwohl sie genau weiß, dass mein Sohn, wie in den Jahren zuvor auch, dort zum Zeitpunkt des Unfalls Gastschüler war, weil sie sonst ja auch nicht die Kosten übernommen hätten.
Kann die Versicherung auf dieses Zeugnis bestehen, obwohl sie alle Unterlagen von der Schule und dem Krankenhaus in Kleve hat, dass er dort Schüler war.
Vielen Dank für jede Hilfe!

-- Editiert von Moderator am 13.10.2016 15:51

-- Thema wurde verschoben am 13.10.2016 15:51

Probleme mit der Versicherung?

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16 Antworten
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#1
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6996 Beiträge, 3917x hilfreich)

:forum:

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#2
 Von 
go451684-39
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke! Was wäre das richtige Forum?

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#3
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6996 Beiträge, 3917x hilfreich)

Wenn es um die gesetzliche Unfallversicherung geht, was ich mal vermute, dann Sozialversicherungsrecht bzw. Sozialrecht.

Wenn es sich um eine Haftpflichtversicherung der Schule handelt, dann Versicherungsrecht.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39599x hilfreich)

Zitat (von go451684-39):
In diesem Jahr wurde festgestellt, dass mein Sohn durch den Unfall oder der OP unfruchtbar wurde,

Durch wen, wie genau dokumentiert?



Zitat (von go451684-39):
obwohl sie genau weiß, dass mein Sohn, wie in den Jahren zuvor auch, dort zum Zeitpunkt des Unfalls Gastschüler war, weil sie sonst ja auch nicht die Kosten übernommen hätten.

Nö, das könnte ja auch ein Versehen eines Mitarbeiter gewesen sein.


Wenn man einen Anspruch stellt, ist man beweispflichtig.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#6
 Von 
rheinufer
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Mit seiner Lebenspartnerin wünscht mein Sohn sich Kinder. Bei Tests beim Urologen und im Familienplanungszentrum wurde seine Unfruchtbarkeit festgestellt.
Nach dem Unfall wurde von der Schule und vom Krankenhaus der Versicherung alle Unterlagen ausgehändigt und alle Kosten damals von der Versicherung übernommen. Der damalige Sportlehrer reichte auch einen Unfallbericht ein. Die Versicherung besteht ab auf das Zeugnis aus diesem Jahr, dass er dort überhaupt Gastschüler war.

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#7
 Von 
rheinufer
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Mein Sohn lebte während seines Schulaufenthaltes in Deutschland immer bei seiner Großmutter, die schloss auch jedes Jahr für ihn und für diesen Zeitraum eine private Haftpflicht- und Unfallversicherung ab. Die kam jedoch nicht zum Tragen, was im nachhinein viel besser gewesen wäre, weil die Versicherung meldete und das Krankenhaus entsprechend informierte.

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#8
 Von 
rheinufer
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Was wir nicht verstehen, wie kann die Versicherung der Schule jetzt ein Zeugnis verlangen, wenn doch aus all den ihnen vorliegenden Unterlagen hervorgeht, dass er dort Schüler war und der Unfall während des Sportunterrichtes passierte?

-- Editiert von rheinufer am 14.10.2016 11:11

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39599x hilfreich)

Zitat (von rheinufer):
Bei Tests beim Urologen und im Familienplanungszentrum wurde seine Unfruchtbarkeit festgestellt.

Naja, das bedeutet ja nur das Unfruchtbarkeit festgestellt wurde. Wo ist der Zusammenhang mit dem Unfall? Das wird dann nämlich der nächste Punkt den die Versicherung erfahrungsgemäß anführen wird.



Zitat (von go451684-39):
obwohl sie alle Unterlagen von der Schule und dem Krankenhaus in Kleve hat, dass er dort Schüler war.

Bestätigungen das Schule und Krankenhaus die Unterlagen an die Versicherung gesendet hat hat man? Wann genau sind die Unterlagen dort eingegangen?



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
rheinufer
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Aufgrund des Unfalls wurde ein Hoden derartig gequetscht, dass er entfernt werden musste. Der andere Hoden produziert zwar Ejakulat, aber keine Spermien. Inwieweit es da einen Zusammenhang gibt wollte die Versicherung durch einen Gutachter feststellen lassen, den will sie plötzlich aber nur dann beauftragen, wenn das Gastschüler-Zeugnis meines Sohnes aus dem Jahr des Unfalls vorliegt. Obwohl die Versicherung genau weiß, dass mein Sohn zum Zeitpunkt des Unfalls dort Schüler war, besteht man auf das Zeugnis.
Das Krankenhaus in Kleve, in der die Operation stattfand, übersandte alle Unterlagen an die Versicherung. Auch das Gymnasium, das jetzt alle Unterlagen des ehemaligen Gymnasiums meines Sohnes verwaltet, übersandte der Versicherung alle Unterlagen, die den Status meines Sohnes als damaliger Gastschüler beweisen.

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#11
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

Zitat (von rheinufer):
Aufgrund des Unfalls wurde ein Hoden derartig gequetscht, dass er entfernt werden musste. Der andere Hoden produziert zwar Ejakulat, aber keine Spermien.

Allerdings gilt es auch zu beweisen, das der andere entfernte Hoden auch nicht nur Ejakulat produziert hätte.

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#12
 Von 
rheinufer
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Mein Sohn war bei drei verschiedenen Urologen, die sich auch die Krankenakte aus dem Krankenhaus in Kleve angesehen haben und alle 3 gingen davon aus, dass es sich mit praktisch 100%iger Sicherheit um einen Folgeschaden des Unfalls handelt. Die Versicherung wollte dann noch einmal ein Gutachten, den sie jedoch für ein solches beauftragen wollten. Mein Sohn hatte damit kein Problem und dann kam plötzlich die Forderung nach dem Zeugnis, ohne das kein Gutachten im Auftrag gegeben würde.
Was soll das?

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#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118591 Beiträge, 39599x hilfreich)

Zitat (von rheinufer):
Das Krankenhaus in Kleve, ...

Ja, wissen wir doch ....

Statt zum X-ten Male das zu wiederholen wäre das beantworten der Rückfragen zielführender...



Zitat (von rheinufer):
Was soll das?

1. Ein Versicherung ist bis auf wenige AUsnahmen primärt dazu da, das sie Ansprüche abwehrt. Dazu baut sie so viele Hürden auf wie möglich. Hier ist die erste Hürde der Nachweis das man überhaupt versichert war. Die zwieteHürdewird dann sein, das der Gutachter der Versicherung keinen Zusammenhang erkennen kann.

2. Als jemand der etwas fordert, ist man in der regelso wie hier mit der Beweislast belegt. Man muss also alles beweisen, behaupten wie z.B. "aber die wissen doch" reicht nicht.


Deshalb lautet die Antwort auf die Eingangsfrage
Zitat (von go451684-39):
Muss der Fall nicht als Folgeschaden für die Versicherung klar sein?

na derzeitigem Stand schlicht nein.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

Zitat (von rheinufer):
Mein Sohn war bei drei verschiedenen Urologen, die sich auch die Krankenakte aus dem Krankenhaus in Kleve angesehen haben und alle 3 gingen davon aus, dass es sich mit praktisch 100%iger Sicherheit um einen Folgeschaden des Unfalls handelt.

Komisch nur, wie kann ein Arzt nach Einsicht der Unterlagen feststellen, das ein Junge vor dem Unfall zeugungsfähig war?
Plausibel wäre doch eher, wenn die Zeugungsfähigkeit vor dem Unfall bestätigt wäre, somit wären Tatsachen gegeben, so ist es doch nur Kaffeesatzleserei.
Zitat (von go451684-39):
obwohl sie genau weiß, dass mein Sohn, wie in den Jahren zuvor auch, dort zum Zeitpunkt des Unfalls Gastschüler war, weil sie sonst ja auch nicht die Kosten übernommen hätten.

Jetzt noch mal, Versicherung ist nicht gleich Schule, ich kann mir kaum vorstellen das ein MA der Versicherung an der Schule Unterricht erteilt hatte und die Anwesenheitslisten geführt hatte.
Was sich mir jetzt zudem nicht erschließt, wenn es sich um die gesetzliche Unfallversicherung handelt, welchen Schaden will man geltend machen, Schmerzensgeld gibt es bekanntlich bei der BG nicht, nur eine Rente auf Minderung der Erwerbsfähigkeit (MDE ab 20%). Also stellt sich doch die Frage, was sollte die Versicherung für eine Schaden begleichen, wo kaum ein Mann damit Geld verdienen kann?

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#15
 Von 
rheinufer
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Es geht nicht um Rente, sondern laut Familienplanungszentrum könnte mein Sohn und seine Lebenspartnerin den Wunsch nach einem gemeinsamen Kind erfüllen, was eine nicht ganz einfache und auch nicht billige Prozedur ist.
Es geht darum, ob die Versicherung, da es sich um einen Folgeschaden handelt, für die Kosten aufkommt oder nicht.

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#16
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

Zitat (von rheinufer):
Es geht darum, ob die Versicherung, da es sich um einen Folgeschaden handelt, für die Kosten aufkommt oder nicht.

Falsch, man muss der Versicherung erst nachweisen, das es ohne Unfall gehen würde. Und dafür verlangt die Versicherung eben erst mal Dokumente, wenn man die nicht erbringt macht die Versicherung eben nichts.

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