Privathaftpflicht verweigert Zahlung bei Sturzschaden einer Kamera

31. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
cl1980
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Privathaftpflicht verweigert Zahlung bei Sturzschaden einer Kamera

Ein Bekannter hat versehentlich mein Kamerastativ umgeworfen, wodurch die Kamera zu Boden fiel und das Objektiv aus der Kamera brach. Mein Bekannter meldete den Schaden bei seiner privaten Haftpflichtversicherung, worauf diese mich aufforderte, dass Objektiv samt Kaufbeleg dem Versicherungsgutachter zur Begutachtung zu übersenden. Dies tat ich.

Der Gutachter bestätigte den Sturzschaden, unterstellte jedoch, dass es sich bei dem begutachten Objektiv nicht um das Objektiv handelt, das auf der Rechnung ausgewiesen ist. Die Versicherung verweigerte daraufhin die Schadensregulierung. Begründung: Das Objektiv auf der Rechnung entspricht zwar in Bezug auf die Artikelbezeichnung (Hersteller, Brennweite usw.) genau dem begutachteten und beschädigten Objektiv, allerdings ist auf der Rechnung keine Seriennummer des Objektivs angegeben. Ich müsse erst nachweisen, dass die Rechnung für das beschädigte Objektiv und nicht für ein baugleiches anderes ausgestellt wurde.

Ist dies rechtens? Ich habe nur diese eine Rechnung, die leider nicht die Seriennummer des Objektivs enthält!
Wie muss ich weiter vorgehen?
Vielen Dank schon mal für nützliche Tipps :)

Probleme mit der Versicherung?

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20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16347 Beiträge, 9248x hilfreich)

Zitat (von cl1980):
Wie muss ich weiter vorgehen?

Sie verklagen den Bekannten, der das Stativ umgeworfen hat.
Ob der den Schaden aus eigener Tasche zahlen muss, oder ob er es von seiner Versicherung zahlen lassen kann, ist nicht Ihr Problem.
Sie müssen sich jedenfalls an den Verursacher wenden, nicht an dessen Versicherung.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
Kalanndok
Status:
Student
(2239 Beiträge, 349x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Ob der den Schaden aus eigener Tasche zahlen muss, oder ob er es von seiner Versicherung zahlen lassen kann, ist nicht Ihr Problem.


Das ist egal.
Wenn gerichtlich entschieden wird, dass der Nachweis des Schadens gelungen ist, dann ist der Kumpel haftbar und seine Vesicherung wird leisten müssen.
Wenn andersrum entschieden wird, dass der entstandene Schaden nicht hinreichend nachwiesen wurde, dann haftet der Kumpel für nichts und die Versicherung muss nichts leisten.

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16347 Beiträge, 9248x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Wenn gerichtlich entschieden wird, dass der Nachweis des Schadens gelungen ist, dann ist der Kumpel haftbar und seine Vesicherung wird leisten müssen.

Schon klar - aber der Gegner ist der Verursacher, nicht die Versicherung des Verursachers.
Der Fragesteller hat ja indirekt gefragt, was er gegen die Versicherung unternehmen kann - nichts.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39619x hilfreich)

Zitat (von cl1980):
Wie muss ich weiter vorgehen?

Nachwiesen, das die Rechnung zu dem Objektiv gehört.



Zitat (von drkabo):
Sie verklagen den Bekannten, der das Stativ umgeworfen hat.

Und?
Das Abwehrargument bleibt ja das gleiche ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47313 Beiträge, 16761x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das Abwehrargument bleibt ja das gleiche ...


Warum sollte der Bekannte sich wehren? Der weiß ja, ob er das Stativ umgestoßen hat und dabei das Objektiv beschädigt hat.

Sowohl Fragesteller als auch Bekannter mögen sich darüber im Klaren sein, dass die Versicherung hier einen versuchten Versicherungsbetrug vermutet, denn nichts anderes dürfte sich hinter der in höflichen Worten verfassten Ablehnung verbergen. Je nach Güte der Beweise, die der Versicherung vorliegen, kann da also auch noch eine Strafanzeige gegen beide Beteiligten folgen.

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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39619x hilfreich)

Zitat (von hh):
Warum sollte der Bekannte sich wehren?

Naja, bei Geld reagieren die Leute manchmal etwas merkwürdig ...

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47313 Beiträge, 16761x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Naja, bei Geld reagieren die Leute manchmal etwas merkwürdig ...


Der Bekannte meldet einfach seiner Versicherung, dass er vom Fragesteller verklagt wurde. Dann wird die Versicherung dem Verfahren als Streithelfer beitreten und begründen, warum sie die Forderung für unberechtigt hält.

Der Bekannte muss also nichts aus eigener Tasche zahlen und auch sonst nichts befürchten, wenn er den Schaden so wie gegenüber der Versicherung dargestellt verursacht hat.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39619x hilfreich)

Zitat (von hh):
Dann wird die Versicherung dem Verfahren als Streithelfer beitreten und begründen, warum sie die Forderung für unberechtigt hält.

Die Begründung kennen wir ja nun schon ... womit sich die Katze in den Schwanz beißt ...

Gut, fraglich ob die Versicherung damit vor Gericht durchkommt bzw. ob der dann ermittelte Wert dem Geschädigten gefällt ...

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47313 Beiträge, 16761x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
fraglich ob die Versicherung damit vor Gericht durchkommt


Daran habe ich wenig Zweifel, weil ich nicht glaube, dass der Gutachter die Aussage
Zitat (von cl1980):
unterstellte jedoch, dass es sich bei dem begutachten Objektiv nicht um das Objektiv handelt, das auf der Rechnung ausgewiesen ist.

einfach frei erfunden hat, nur damit sich die Versicherung vor der Zahlung drücken kann.

Warum ich es für beweisbar halte, dass die Rechnung nicht zum Objektiv passt, möchte ich nicht näher begründen um keine Anleitung zum Versicherungsbetrug zu geben.

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#10
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(570 Beiträge, 289x hilfreich)

Zitat (von hh):
Daran habe ich wenig Zweifel, weil ich nicht glaube, dass der Gutachter die Aussage einfach frei erfunden hat, nur damit sich die Versicherung vor der Zahlung drücken kann.
Wieso, das war doch der Gutachter der Versicherung. Es ist sein Job, zu bewirken, dass die Versicherung sich vor der Zahlung drücken kann.

Zitat (von hh):
Warum ich es für beweisbar halte, dass die Rechnung nicht zum Objektiv passt, möchte ich nicht näher begründen um keine Anleitung zum Versicherungsbetrug zu geben.
Das ist doch widersinning, insoweit der vorliegende Fall gerade beweist, dass diese Art des Versicherungsbetrugs nicht funktionieren würde.

Im übrigen erinnert mich das Vorgehen der Versicherung eher an DHL: Alles abstreiten, totstellen, und selbst bei glasklaren Fällen die Regulierung verweigern. Das rechnet sich, einfach weil die Mehrheit der Geschädigten vor dem Rechtsweg zurückschreckt.

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#11
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47313 Beiträge, 16761x hilfreich)

Zitat (von metttwurstkneckebrot):
Das ist doch widersinning, insoweit der vorliegende Fall gerade beweist, dass diese Art des Versicherungsbetrugs nicht funktionieren würde.


Der vorliegende Fall beweist gar nichts. Es soll auch Leute geben, denen nicht bekannt ist, dass diese Art des Versicherungsbetruges nicht funktioniert.

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