Sf-Klasse Übertragung KFZ-Versicherung

1. Dezember 2009 Thema abonnieren
 Von 
dank.e
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 5x hilfreich)
Sf-Klasse Übertragung KFZ-Versicherung

Fiktiv:

x ist verstorben

X hinterlässt 2.ten angeheirateten Ehepartner Y und 1 Abkömmling A aus erster Ehe.

Gesetzliche Erbengemeinschaft je 1/2

X fuhr einen PKW mit sfk 30 Haftpflicht

Y lässt alle 25 Bonus Punkte auf seine bestehende KFZ Versicherung umschreiben und löscht den KFZ vertrag von X.

A erfährt davon erst 5 Monate später wegen BDSG.
A möchte das Auto von X fahren, jedoch hat A keine KFZ-Versicherung die letzten 7 Jahre, möchte anteilig als Erbnachfolger die Sfk-Prozente von X nutzen und so in dessen Vertragsrechte eintreten. A könnte sich sonst den PS-starken Wagen nicht leisten.

Die Versicherung schreibt A:
Berechtigte Person für den SKF Rabatt ist Y. A soll keine Vertragsrechte als Sondernachfolger bekommen. Der KFZ-Vertrag von X wird nicht rückabgewickelt.
Als Beweis legt sie einen vor Jahren abgelaufenen EDV-Ausdruck 2003 vor in welchem als Anlage steht, dass Y berechtigte Person der Schadensfreiheitsrabatte sei. Ansonsten teilt sie mit dass sie wegen BDSG (Datenschutzgesezt) keine Auskünfte erteilt.

Fragen:

1. Was sind Schadenfreiheitsrabatte? Sind das nicht Sonderrabatte zusätzlich zur SF-Klasse, was zur Folge hätte dass die SF-Klasse 30 (oder anteilig ½) als solche für A weiter nutzbar wäre, wenn der Vertrag nicht einseitig gekündigt worden wäre.

2. Als Sondernachfolger von X - ist es da nicht egal wer als Berechtigter der sfk-Rabatte benannt ist, der Sondernachfolger tritt im Erbfall als Berechtigter anteilig hinzu. – Der Vertrag sagt nicht dass Y unwiderruflich Begünstigter im Todesfall ist sondern lediglich zu Lebzeiten von A widerruflich Berechtigter ist.

3. Die Zeit drängt, da man innerhalb von 6 Monaten die SFK-Prozente übernehemen muss. sonst muss der Versicherungsnehmer A volle Prozente zahlen. Es ist jetzt noch 1 Monat Zeit.


Wie seht Ihr die Lage?

Besten dank im Voraus

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5 Antworten
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#1
 Von 
dank.e
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 5x hilfreich)

Ich habe folgendes gefunden

link: » Nicht jede Versicherung endet mit dem Tod » Versicherungen News

Andere Versicherungsverträge, die nicht an die Person des Verstorbenen gebunden sind, z.B. Kfz-Versicherung, gehen auf die Erben über, wenn das Risiko bestehen bleibt, also wenn diese (im Beispiel der Kfz-Versicherung) das Auto des Versicherungsnehmers weiter nutzen. In dem Fall werden jedoch die Prämien neu berechnet, da diese sich aus “harten” Merkmalen (z.B. Fahrzeugtyp) und “weichen” Merkmalen (z.B. Schadensfreiheitrabatt, jährliche Kilometerleistung) ergeben.

mein Kommentar:
Da das Auto zum Erbe gehört, hätte der Miterbe Y ohne Zustimmung des anderen Miterben A den Wagen nicht abmelden dürfen. Die SFK-Rabatte hat Y zu Lebzeiten des Versicherungsnehmers nicht beansprucht, somit fallen sie in das Erbe zum dazugehörigen Wagen. Die SFK-Rabatte hätten vor der Abmeldung des Wagens auf die Miterben anteilig nach Vereinbarung oder Gesetz per Formular umgeschrieben werden müssen. Danach wären sie zeitlebens Y und A zugestanden und hätten diese nützen können bei Bedarf.

Die Versicherung hat sich falsch verhalten.

Wie seht Ihr das?

2x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
dank.e
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 5x hilfreich)

habe noch etwas zum thema gefunden

2. Kfz-Haftpflichtversicherung

Hat der Erblasser ein Kfz, so hatte er zwangsläufig auch eine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung bezieht sich nicht auf eine bestimmte Person, sondern auf ein Kraftfahrzeug. Daher geht der Versicherungsvertrag im Erbfall automatisch auf die Erben über. Behalten diese das Kfz, besteht die Versicherung weiter. Unter Umständen ist die Versicherungsgesellschaft aber berechtigt, den Beitrag den neuen Gegebenheiten, sprich den neuen Versicherungsnehmern, anzupassen. Ein Sonderkündigungsrecht bezüglich der Kfz-Haftpflichtversicherung steht den Erben nicht zu, dies ist nur möglich bei einem Verkauf des Kfz´s an Dritte oder Umschreibung des Kfz´s persönlich auf einen Erben. In diesem Fall wird ein bereits gezahlter Versicherungsbeitrag anteilsmäßig zurückerstattet.

mein Kommentar:

Das Auto ist nicht verkauft worden, es ist auch nicht auf einen Erben umgeschrieben worden. Es ist immer noch ungeteilt Gesamteigentum der Erbenegemeinschaft.

Wenn der oben zitierte link stimmt, muss die Versicherung die Umschreibung der Rabatte auf Y wieder rückgängig machen.

Wie seht ihr das?

2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
nnahoj
Status:
Schüler
(330 Beiträge, 171x hilfreich)

Hallo und servus,
die Sache ist relativ einfach, wenn auch in diesem Falle wohl enttäuschend für A.
Zuerst mal ist festzustellen, um die in Frage gestellten Begriffe zu klären, dass ein Schadenfreiheitsrabatt kein Sonderrabatt zusätzlich zur Schadenfreiheitsklasse ist, sondern der Schadenfreiheitsrabatt ist die Schadenfreiheitsklasse (z.B. SF 25 = 30%). Ebenso muss mal klargestellt werden, dass eine Schadenfreiheitsklasse nicht auf 2 Personen (evtl. 1/2 : 1/2 wie Sie sich das vorstellen) aufgeteilt werden kann.
Der Schadenfreiheitsrabatt gehört normalerweise dem VN (= Versicherungsnehmer), der ja auch das Fahrzeug überwiegend gefahren hat.
Wenn aber Y in diesem Fall seit Jahren aus hier nicht bekannten Gründen zur SF-berechtigten Person gemacht wurde (mit Einverständnis des jetzt Verstorbenenen, anders geht es ja ohnehin nicht), dann ist jetzt eben Y die berechtigte Person.
Der Erbfall kann zwar die Eigentumsverhältnisse des Fahrzeugs beeinflussen, mit dem SF-Rabatt hat die Erberei aber nix zu tun.
Eine SF-Rabattübernahme ist nach den einschlägigen Bestimmungen ohnehin nur möglich, wenn der Erwerber des SF-Rabatts das Fahrzeug in der Vergangenheit überwiegend gefahren hat.-
Dazu muss er i.d.R. auch der Versicherung seinen Führerschein (Kopie) vorliegen, damit diese feststellen kann, ob das aufgrund des Führerscheinalters theoretisch überhaupt möglich war.
Hat jemand z.B. erst sei 8 Jahren den PKW-Führerschein, dann kann er nur 8 schadenfreie Jahre übernehmen und keinesfalls 12, 15 oder 25 Jahre, der Rest verfällt einfach.


Sepp aus Oberbayern






-- Editiert am 01.12.2009 22:27

-- Editiert am 01.12.2009 22:29

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
dank.e
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 5x hilfreich)

hallo Sepp aus Oberbayern

°°°Eine SF-Rabattübernahme ist nach den einschlägigen Bestimmungen ohnehin nur möglich, wenn der Erwerber des SF-Rabatts das Fahrzeug in der Vergangenheit überwiegend gefahren hat.-
Dazu muss er i.d.R. auch der Versicherung seinen Führerschein (Kopie) vorliegen, damit diese feststellen kann, ob das aufgrund des Führerscheinalters theoretisch überhaupt möglich war.
Hat jemand z.B. erst sei 8 Jahren den PKW-Führerschein, dann kann er nur 8 schadenfreie Jahre übernehmen und keinesfalls 12, 15 oder 25 Jahre, der Rest verfällt einfach.°°°

Also der momentane Erwerber der SF-Rabatte hier Y hat zu Lebzeiten des ehelichen Erblassers X einen eigenen PKW bei der selben Versicherung gefahren, somit kann er nicht in der Vergangenheit überwiegend das Fahrzeug von EB X gefahren haben, er kann ja nicht zwei ausschließlich privat genutzte Fahrzeuge gleichzeitig überwiegend fahren. Anscheinend hat Y die SF-Rabatte von X auf den bereits bestehenden KFZ-Vertrag umschreiben lassen. EB X war Halter und Versicherungsnehmer des PKW`s. A hat seinen Führerschein seit 26 Jahren und könnte so 26 SF-Rabatte übernehmen.

Muss eine SF-Rabattberechtigung in einem gesonderten Formular von EB X unterschrieben sein, oder kann der Ehemann Y mündlich als DF-Rabattberechtigter bei der Versicherung eintragen lassen?

Danke aus Oberpfalz für die Nachricht.

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""

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
nnahoj
Status:
Schüler
(330 Beiträge, 171x hilfreich)

Hallo und servus,
bitte um Entschuldigung, dass meine Antwort jetzt so lange gedauert hat. Aber die vorweihnachtliche "staade Zeit" (oberbayer.Ausdruck für "ruhige Zeit") mit unheimlich viel Hektik und Stress bricht langsam über mich herein. :sweat:

Aber nun zur Sache:
Also mündlich kann man sich gewiss bei keiner Versicherungsgesellschaft einen SFR eintragen bzw. umschreiben oder übertragen lassen. Da gibt es ein Formular, das nach den Tarifbestimmungen (TB 28) vorgeschrieben ist und das sowohl vom Rabattübergeber als auch vom -übernehmer zu unterzeichnen ist. Die Unterschrift vom Übergeber ist nur hinfällig, wenn der Übergeber verstorben ist und eben die Übertragung in den ersten 6 Monaten vom Übernehmer beantragt wird.
Übrigens, Sie sind noch einem Irrtum unterlegen bzw. haben das falsch aufgefasst:
Wenn jemand in dieser Erklärung (TB 28) zu bestätigen hat, dass er überwiegend dieses Fahrzeug gefahren hat, dann ist damit nicht die allgemeine Fahrtätigkeit des Übernehmers gemeint, sondern im Bezug auf dieses genau benannte Fahrzeug.
Man kann also 2 oder 5 Fahrzeuge "überwiegend nutzen" und dann den SFR sich übertragen lassen, wenn sonst alles passt. Mit anderen Worten: Wenn mit dem PKW Ford jährlich z.B. 6000 km gefahren werden und ich davon über 3000 km gefahren bin, mit dem VW von 10000 Jahreskilometern ich mindestens 5001 km gefahren habe und mit dem Fiat, der jährlich 7000 km auf den Tacho bekommt ich über 3500 km fahre, dann habe ich alle drei Fahrzeuge überwiegend gefahren. Alles klar? Wenn also Entsprechendes vom SFR-Abgeber sowie vom -Übernehmer erklärt wird und somit Einigkeit darüber besteht, ein direkter Nachweis ist nicht zu führen, dann wird i.d.R. der SFR problemlos übertragen.
Allerdings kann ein SFR grundsätzlich nur EINMAL übertragen werden und es ist i.d.R. nicht möglich, einen SFR ein weiteres mal (also wieder auf eine andere Person) zu übertragen. Auch eine Rückübertragung auf den Abgebenden ist nicht möglich.

Sepp aus Oberbayern

-- Editiert am 06.12.2009 14:35

-- Editiert am 06.12.2009 14:36

2x Hilfreiche Antwort

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