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Unfallversicherung: Unfall durch "Verhungern, Verdursten ..."

20. Oktober 2021 Thema abonnieren
 Von 
guest-12307.11.2021 15:19:12
Status:
Schüler
(202 Beiträge, 43x hilfreich)
Unfallversicherung: Unfall durch "Verhungern, Verdursten ..."

Hallo,
ich bin auf der Suche nach einer Versicherung, die Such- und Bergungskosten abdeckt, wenn man irgendwo in der "Wildnis" nicht nur eine körperliche Verletzung erleidet (dann dürfte die Kranken- oder Unfallversicherung aufkommen), sondern wenn man sich einfach z. B. verirrt hat, der Weg blockiert ist, also man aus irgendwelchen sonstigen, nicht verletzungsbedingten Gründen nicht zurück in die "Zivilisation" findet.

Also solche Versicherungen gibt es, findet man beim googlen, ich brauche dafür keine Tipps.

Aber ich frage mich, ob die "AUB" meiner vorhandenen Unfallversicherung das nicht abdecken. Ich habe hingemailt, und die Versicherung hat zurückgemailt: nein, sie decken das nicht ab.

Allerdings steht in den AUB folgender Passus:

"Ertrinken, Ersticken, Verhungern und Verdursten
Als Unfall gilt auch, wenn die versicherte Person unfreiwillig ertrinkt,
erstickt, verhungert oder verdurstet"

Deckt dieser Passus nicht doch exakt den Fall ab, dass man sich irgendwo in der Wildnis beim Wandern oder Bergsteigen verirrt, nicht mehr zurückfindet, und dann irgendjemand "112" ruft und eine Suche und Bergung gestartet wird? "Unfreiwilliges" Verhungern/Verdursten ist ja genau die Konsequenz, wenn man irgendwo "in der Pampa" sitzt und nicht weiß, wie man wegkommt?!

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104177 Beiträge, 37608x hilfreich)

Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
Allerdings steht in den AUB folgender Passus:

Es bringt nichts, nur Fragmente zu posten. Da muss man den Wortlaut der ganzen Klausel kennen.



Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
Deckt dieser Passus nicht doch exakt den Fall ab,

Eigentlich kann einem das doch egal sein, das ist dann das Problem der Erben ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(43619 Beiträge, 15541x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Eigentlich kann einem das doch egal sein, das ist dann das Problem der Erben ...


Richtig, Unterernährung oder Flüssigkeitsmangel sind durch die Klausel nicht abgedeckt.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12307.11.2021 15:19:12
Status:
Schüler
(202 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Es bringt nichts, nur Fragmente zu posten. Da muss man den Wortlaut der ganzen Klausel kennen.

Die ganze Klausel ist natürlich ewig lang, ich fürchte, damit würde ich die Hilfsbereitschaft des Foren-Publikums überfordern.
Unter 2.1 definieren diese AUB den Begriff des Unfalls.
Unter 2.2 definieren sie verschiedene Punkte, die einem Unfall gleichgestellt sind, Z. B. Sonnenbrand, Verrenken, Erfrierung usw. In dieser Liste taucht dann der Punkt mit dem Verhungern auf.

Zitat (von hh):
Richtig, Unterernährung oder Flüssigkeitsmangel sind durch die Klausel nicht abgedeckt.

Zitat (von Harry van Sell):
Eigentlich kann einem das doch egal sein, das ist dann das Problem der Erben ...


Der Einwand ist richtig, allerdings gibts es unter Punkt 4, der die "weiteren Leistungen" der Versicherung beschreibt, folgende Klausel zu Such- und Bergungskosten:

"Diese Kosten ersetzen wir auch dann, wenn der Unfall unmittelbar
drohte. Das Gleiche gilt, wenn ein Unfall nach den konkreten Umständen
zu vermuten war."

Also Verhungern ist einem Unfall gleichgestellt. Geleistet wird auch, wenn ein Unfall droht. Damit sollten doch dann Such- und Bergungskosten eine Versicherungsleistung sein, schon wenn das Verhungern droht, und nicht erst dann, wenn die Gänsegeier bereits am Versicherungsnehmer knabbern??

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104177 Beiträge, 37608x hilfreich)

Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
Die ganze Klausel ist natürlich ewig lang, ich fürchte, damit würde ich die Hilfsbereitschaft des Foren-Publikums überfordern.

Einfach versuchen, mit etwas Peach antwortet halt keiner oder man wird auf https://www.frag-einen-anwalt.de/ verwiesen.



Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
Also Verhungern ist einem Unfall gleichgestellt. Geleistet wird auch, wenn ein Unfall droht. Damit sollten doch dann Such- und Bergungskosten eine Versicherungsleistung sein, schon wenn das Verhungern droht, und nicht erst dann, wenn die Gänsegeier bereits am Versicherungsnehmer knabbern??

Aufgrund der bisherigen Informationen würde ich das so sehen, ja.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
guest-12307.11.2021 15:19:12
Status:
Schüler
(202 Beiträge, 43x hilfreich)
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#6
 Von 
Dirrly
Status:
Lehrling
(1602 Beiträge, 457x hilfreich)

Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
Damit sollten doch dann Such- und Bergungskosten eine Versicherungsleistung sein, schon wenn das Verhungern droht, ...??


Der Unterschied dürfte evt. "unmittelbar droht" sein. Wenn man sich verirrt, droht das Verhungern noch nicht "unmittelbar". Nur so als Gedanke.

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#7
 Von 
guest-12307.11.2021 15:19:12
Status:
Schüler
(202 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
Der Unterschied dürfte evt. "unmittelbar droht" sein. Wenn man sich verirrt, droht das Verhungern noch nicht "unmittelbar".

Klar, wenn man eine halbe Stunde herumirrt und den Weg nicht mehr findet, und dann den Hubschrauber der Bergwacht anfordert, werden die einem wohl den Vogel zeigen...

Ich habe jetzt nach langem hin und her eine klare Aussage der Versicherung ... wenn man sich verirrt, und deshalb zu verhungern droht, sind die genannten Serviceleistungen wie Rettung/Bergung inkludiert ... hartnäckiges nachfragen lohnt sich.

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(104177 Beiträge, 37608x hilfreich)

Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
und dann den Hubschrauber der Bergwacht anfordert, werden die einem wohl den Vogel zeigen...

Nein, erst mal werde die versuchen herauszufinden wo Du bist und Dich auf den oder zumindest einen korrekten Weg zu bringen.
Den Hubschrauber senden die dann auch wenn gewünscht - dann aber mit Rechnung.



Zitat (von Dirrly):
Der Unterschied dürfte evt. "unmittelbar droht" sein. Wenn man sich verirrt, droht das Verhungern noch nicht "unmittelbar". Nur so als Gedanke.

Richtig.
Das Problem ist der Zeitrahmen - der Mensch kann durchaus 21 Tage ohne zu essen überleben.
Bedeutet jetzt nicht, das einem erst am Tag 20 das verhungern droht oder an Tag 19. Aber halt auch nicht an Tag 1 oder an Tag 2.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#9
 Von 
guest-12307.11.2021 15:19:12
Status:
Schüler
(202 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Den Hubschrauber senden die dann auch wenn gewünscht - dann aber mit Rechnung.

Naja, die Bergwacht ist kein Luft-Taxi. Aber wie auch immer, die spannende Frage ist tatsächlich, was es bedeutet, dass das Verhungern "unmittelbar droht".

"Unmittelbar" kann man zwar umgangssprachlich auch im Sinne von "sofort" oder "direkt" verwenden, aber die eigentliche Bedeutung ist: nicht durch etwas Drittes vermittelt.

Und ich meine, man kann es hier nur in diesem Sinne verstehen, denn eine zeitliche Grenze macht eigentlich keinen Sinn: Wenn man sich in einer Situation befindet, in der man keinen Zugang mehr zu Nahrung hat, dann droht man eben zu verhungern, auch wenn man noch 20 Tage durchhalten würde, bevor die letzten körperlichen Reserven verbraucht sind. Also wenn ich jetzt zum Beispiel in eine Felsspalte gestürzt bin, zwar unverletzt geblieben bin (= also kein "Unfall" ) aber mich nicht mehr befreien kann. Dann spielt es keine Rolle, wie lange man theoretisch durchhalten kann - man droht einfach "unmittelbar" zu verhungern.

Bei bloßem Verirren im Gelände ist das natürlich weniger eindeutig, nur weil man sich auf das Abendessen in der Hütte gefreut hat, und nun im Dunkeln den Weg nicht mehr findet, droht man nicht gleich unmittelbar zu verhungern... Aber wenn man 2 Tage herumirrt und den Weg nicht findet, ist die Situation halt schnell genauso ausweglos, als wenn man in einer Felsspalte feststecken würde.

Und auch dann wird die Versicherung wohl nicht sagen, Moment, der hatte 10 Kilo Übergewicht, die Reserven sollten noch ein paar Tage reichen...


-- Editiert von Burkhard-Coesfeld am 03.11.2021 09:27

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#10
 Von 
Loni12
Status:
Student
(2295 Beiträge, 377x hilfreich)

Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
Ich habe jetzt nach langem hin und her eine klare Aussage der Versicherung ... wenn man sich verirrt, und deshalb zu verhungern droht, sind die genannten Serviceleistungen wie Rettung/Bergung inkludiert ... hartnäckiges nachfragen lohnt sich.


Wenn man in die Berge geht, kann immer etwas passieren, (verhungern eher nicht) wird man Mitglied beim Alpenverein dann ist die Bergung kostenlos.
Wird allerdings der Heli als Taxi verwendet, dann erfolgt eine Rechnung.

Und nicht jeder Verirrte, wird mit dem Heli geholt, da kommen die Bergwachtler zu Fuß zur Rettung und wenn keine Verletzung vorliegt, erfolgt der Abstieg unter Anleitung der Retter.



0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
guest-12307.11.2021 15:19:12
Status:
Schüler
(202 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
wird man Mitglied beim Alpenverein dann ist die Bergung kostenlos.
Wird allerdings der Heli als Taxi verwendet, dann erfolgt eine Rechnung.

Die Rechnung kommt immer, die Alpenvereine haben bloß Versicherungen für ihre Mitglieder abgeschlossen. Wobei sich die Versicherungsbedingungen der DAV Versicherung, wenn ich mich richtig erinnere, nicht wesentlich von einer normalen Unfallversicherung unterscheiden. Nur bei der österreichischen Bergwacht ist für (Förder-)mitglieder dagegen explizit Rettung aus Bergnot auch für Unverletzte versichert.

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#12
 Von 
Loni12
Status:
Student
(2295 Beiträge, 377x hilfreich)

Zitat (von Burkhard-Coesfeld):
Die Rechnung kommt immer, die Alpenvereine haben bloß Versicherungen für ihre Mitglieder abgeschlossen.

Das schrieb ich doch. Mitglieder bekommen keine Rechnung bei einer Rettung. Und Unverletzte, also Familienmitglieder/Begleitung wird dann mit ins Tal geflogen, die kann man nicht alleine am Berg lassen.
Außer, wer wäre nur eine kurze Strecke zum gehen.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
guest-12307.11.2021 15:19:12
Status:
Schüler
(202 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Und Unverletzte, also Familienmitglieder/Begleitung wird dann mit ins Tal geflogen, die kann man nicht alleine am Berg lassen.

Der mich hier interessierende Punkt war aber gerade die Rettung/Bergung von Unverletzten, die wegen Verirren, Blockierung, Selbstüberschätzung usw. nicht mehr zurück können...
Also was ist, wenn gerade KEIN Unfall vorliegt.

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