Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
517.755
Registrierte
Nutzer

Versicherungsschutz durch Schulden für 10 Jahre geruht, nach Begleichung soll Vertrag fortgesetzt we

15.4.2019 Thema abonnieren
 Von 
pierre28987
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Versicherungsschutz durch Schulden für 10 Jahre geruht, nach Begleichung soll Vertrag fortgesetzt we

Guten Tag, es liegt folgende Situation vor:
Vor ca. 10 Jahren habe ich bei einem Versicherungsunternehmen verschiedene Versicherungen abgeschlossen. Kurz darauf konnte ich diese nicht mehr zahlen und geriet damit in Schulden.
Der Versicherungsschutz wurde natürlich eingestellt. Nun habe ich die Forderungen über einen Gerichtsvollzieher beglichen.
Ich erhielt nun verschiedene Schreiben von der Versicherung, dass ich nun wieder Versicherungsschutz hätte inkl. mehrerer Forderungen.

Es wurde bereits telefonisch mit dem Versicherer Kontakt aufgenommen aber dieser sagte nur, dass ich Pech hätte und jetzt wieder zahlen müsse bis ich gekündigt habe. Leider habe ich auch keinerlei Unterlagen mehr von den Versicherungen da ich mehrmals umgezogen bin und auch der Meinung bin, dass die Versicherungen gekündigt wurden sind seitens der Versicherung. Nur habe ich leider keine Unterlagen mehr darüber

Dürfen Versicherungen so lange ruhen? Da die Versicherungen vergleichsweise sehr teuer sind, habe ich keinerlei Interesse mehr bei diesem Versicherer Kunde zu sein.

Mit freundlichen Grüßen

Verstoß melden



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6553 Beiträge, 2398x hilfreich)

Zitat (von pierre28987):
Dürfen Versicherungen so lange ruhen?

Natürlich, insoweit herrscht Vertragsfreiheit.

Aber ich kann aus Deinem Text nicht erkennen, dass einer der Verträge geruht hätte.

Zitat (von pierre28987):
Leider habe ich auch keinerlei Unterlagen mehr von den Versicherungen da ich mehrmals umgezogen bin und auch der Meinung bin, dass die Versicherungen gekündigt wurden sind seitens der Versicherung.
Keine Unterlagen zu haben verändert die Beweissituation sehr drastisch zu Deinen Ungunsten.

Aber warum sollte das Unternehmen die Verträge gekündigt haben?

Berry

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
pierre28987
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort,
die Verträge haben für knapp 10 Jahre, also den Zeitraum der versäumten Zahlungen, geruht. In der Zeit bestand kein Versicherungsschutz und es wurden auch keine neuen Beiträge gefordert. Jetzt, mit der Tilgung der Schulden, erhielt ich mehrere Schreiben, dass der Versicherungsschutz nun wieder vorhanden wäre. Nach wie erwähnt ca. 10 Jahren.

Zum Thema Kündigung seitens des Unternehmens:
In so ziemlich allen AGB/AVB räumt das Unternehmen sich ja das Recht ein, den Vertrag zu kündigen wenn die Zahlungen nicht ordnungsgemäß erbracht werden. Daher bin ich auch der Meinung, dass das Unternehmen die Verträge gekündigt hat, beweisen kann ich es leider nicht.
Ich werde jetzt Versuchen über das Unternehmen die Vertragsunterlagen zu bekommen.

Danke nochmals für die Antwort.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67344 Beiträge, 31650x hilfreich)

Zitat (von pierre28987):
In so ziemlich allen AGB/AVB räumt das Unternehmen sich ja das Recht ein, den Vertrag zu kündigen wenn die Zahlungen nicht ordnungsgemäß erbracht werden.

Ja, abe rman muss nicht jedes Recht ausüben.



Zitat (von pierre28987):
Ich werde jetzt Versuchen über das Unternehmen die Vertragsunterlagen zu bekommen.

Ich fürchte das das nicht besonders erfolgreich sein wird.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
Sir Berry
Status:
Senior-Partner
(6553 Beiträge, 2398x hilfreich)

Zitat (von pierre28987):
die Verträge haben für knapp 10 Jahre, also den Zeitraum der versäumten Zahlungen, geruht. In der Zeit bestand kein Versicherungsschutz und es wurden auch keine neuen Beiträge gefordert.

Hier scheint der Denkfehler zu liegen.
Der Versicherer wird nach § 38 V V G gemahnt haben. Nach Ablauf der Frist war er für danach eintretende Versicherungsfälle nicht mehr eintrittspflichtig; der Vertrag an sich blieb aber unverändert.
Das Ruhen der Verträge mit der Folge der Aussetzung oder Reduzierung der Beitragszahlung hätte unabhängig vom Mahnvorgang vereinbart werden müssen.

Etwas anders sieht es bei der substitutiven KV aus, da diese aber nicht besonders erwähnt wird, gehe ich auf die Sonderregelung nicht ein.


Zitat (von pierre28987):
In so ziemlich allen AGB/AVB räumt das Unternehmen sich ja das Recht ein, den Vertrag zu kündigen wenn die Zahlungen nicht ordnungsgemäß erbracht werden. Daher bin ich auch der Meinung, dass das Unternehmen die Verträge gekündigt hat, beweisen kann ich es leider nicht.
Auch das außerorentliche Kündigungsrecht ist im § 38 V V G und zwar im Absatz 3 geregelt.
Wie Harry völlig zu Recht anmerkte, kann der Versicherer kündigen, er muss es jedoch nicht.

Der VR wird, wenn er jetzt wieder Beiträge fordert, die Verträge nicht gekündigt haben. Du bist in einer denkbar schlechten Position, weil du unklugerweise alle Unterlagen vernichtet hast. Und selbst an den Zugang von Kündigungsschreiben kannst Du Dich nicht erinnern.
Spricht doch eigentlich alles dafür, dass es keine Kündigung gab.

Für das Gegenteil - also Kündigunhg (von Dir oder vom Versicherer) bist Du beweispflichtig.

Berry

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen