Vorgehensweise eines RA mit einem Gutachten

23. September 2012 Thema abonnieren
 Von 
Bone123
Status:
Beginner
(96 Beiträge, 21x hilfreich)
Vorgehensweise eines RA mit einem Gutachten

Hallo,
ein Bekannter ist wegen fehlender Streupflicht gestürzt im vorangegangenem Jahr.

Die private Unfallversicherung hat den Vorgang anerkannt, will aber nicht zahlen.
Man hat einen Arzt mit einem Gutachten beauftragt.
Diese Gutachter schrieb u.a..sinngemäß:

Unfallabhängige Diagnose:
Zustand nach Prellung (Kontusion) des rechten Schultergelenkes.

Invalidität nach Gliedertaxe:
Eine Funktionsstörung des re. Armes nach Gleidertaxe besteht nicht.

Mündlich sagte man Herrn X, die private Unfallversicherung tritt nur bei Brüchen und Sehnenverletzungen ein, was ja totaler Unsinn meiner Meinung nach ist.

Herr X hat einen RA eingeschaltet,der in 8 Wochen folgendes getan hat:
Einholung der Deckungszusge und ein Email an Herrn X mit folgender Bitte:
Es wäre wünschenswert, wenn sich Ihr Orthopäde Ihnen gegenüber erklärt, ob er sich dem Standpunkt des Gutachter anschließt oder ob er anderer Meinung ist.
Bitte beachten Sie, dass, wenn ich Ihren Orthopäden um Übersendung einer Stellungnahme ersuche, Kosten anfallen werden. Ob die RechtsschutzVersicherung diese zu übernehmen bereit ist, erscheint mir fraglich



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"MfG
Bone123"

-- Editiert Bone123 am 23.09.2012 07:52

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2593 Beiträge, 1201x hilfreich)

Hat Herr X seinen Arzt gefrage, ob er mit der Diagnose des Gutachters über ein stimmt - und was der Arzt geantwortet?


VG
Roland


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"Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt."

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#2
 Von 
Ebenezer
Status:
Lehrling
(1235 Beiträge, 630x hilfreich)


Dazu müsste man erst mal wissen worüber denn überhaupt gestritten wird.

Schmerzensgeld? Invaliditätsrente? Reha-Kosten?

Danach richtet sich natürlich ob ein Gutachten eine sinnvolle Maßnahme ist. Der Name und die Versicherungsbedingungen der Versicherung wären auch hilfreich...

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"Wenn Ihnen mein Beitrag geholfen hat, freue ich mich sehr über eine positive Bewertung (3-5 Sterne)!"

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12316.11.2012 16:34:06
Status:
Schüler
(339 Beiträge, 181x hilfreich)


Hallo Bone123!


Ergänzend zu Roland-S und Ebenezer:

Was möchten Sie wissen?

- Geht es um das Prüfungsverfahren für Leistungen aus einer Unfallversicherung?

- Geht es um die Arbeitsweise des RA?

- Geht es um die Rechtsschutzversicherung?

- ...?

Guten Morgen :)


-----------------
"
Ein guter Rat ist nur ein guter Rat für den, der ihn braucht.

(Bill Cosby)"

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#4
 Von 
Bone123
Status:
Beginner
(96 Beiträge, 21x hilfreich)

quote:
Dazu müsste man erst mal wissen worüber denn überhaupt gestritten wird.
Schmerzensgeld? Invaliditätsrente? Reha-Kosten?
Danach richtet sich natürlich ob ein Gutachten eine sinnvolle Maßnahme ist. Der Name und die Versicherungsbedingungen der Versicherung wären auch hilfreich...

Leistungen der privaten Unfallversicherung nach Gliedertaxe

quote:
Was möchten Sie wissen?

Ich habe immer gehört, wenn der RA das Mandat erhalten hat, hat der Versicherer sich heraus zu halten.

Wenn der VN mit dem GA nicht einverstanden ist und einen RA einschaltet, muß der der RA prüfen, ob das GA passt, ob die AVB eingehalten wurden und warum es einen Widerspruch zu einem vorangegangenem ärztlichen Zeugnis gibt.
Der Schlüssel liegt hier:
Auszug der Arthrose Info, Auflage 2011, Gesamtband 1, Nr. 34 vor, indem es heißt:
• Wichtig zu wissen: Arthrosen, die vor dem Unfall weder zu Schmerz oder Funktionseinschränkungen noch zu ärztlichen Behandlungen geführt haben, können zwar als Mitwirkungsfaktor gelten; sie dürfen von der Versicherung aber nicht als Vorschaden bzw. Vorinvalidität abgezogen werden.
Ein Spezialist sagte hierzu: „Auch manche Ärzte wissen das oft nicht."

Und genau das hat der GA und Versicherer gemacht.






-----------------
"MfG
Bone123"

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#5
 Von 
guest-12316.11.2012 16:34:06
Status:
Schüler
(339 Beiträge, 181x hilfreich)



Hallo Bone123!

Es mag am Sonntag liegen, aber:
Ich verstehe immer noch nicht so richtig, was Sie wissen möchten bzw. worauf Sie hinaus wollen.


Daher erst mal nur ein "Antwortversuch":

quote:
Bone123 schreibt:
Ich habe immer gehört, wenn der RA das Mandat erhalten hat, hat der Versicherer sich heraus zu halten.


Sorry! Bitte nochmal neu formulieren. Diese Aussage ist so (für mich) nicht nachvollziehbar.


quote:
Bone123 schreibt:
Wenn der VN mit dem GA nicht einverstanden ist und einen RA einschaltet, muß der der RA prüfen, ob das GA passt, ob die AVB eingehalten wurden und warum es einen Widerspruch zu einem vorangegangenem ärztlichen Zeugnis gibt.


Ja, sollte man meinen, insbesondere wenn das mit dem RA so vereinbart wurde ;)


Mahlzeit!

PS: Zum Thema Vorerkrankungen/Vorinvaliditäten und deren Mitwirkung auf die Unfallinvalidität und die Bewertung von Restfunktionen:
Fälle wie dieser sind wohl fast immer mit Schwierigkeiten verbunden. Leider haben Versicherer eine enorme Ausdauer, bei "Gutachtenschlachten".




-----------------
"
Ein guter Rat ist nur ein guter Rat für den, der ihn braucht.

(Bill Cosby)"

-- Editiert in.sure.ace am 23.09.2012 12:55

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#6
 Von 
Bone123
Status:
Beginner
(96 Beiträge, 21x hilfreich)

quote:
Bone123 schreibt:
Ich habe immer gehört, wenn der RA das Mandat erhalten hat, hat der Versicherer sich heraus zu halten.
-----------------------------------------------------------
Sorry! Bitte nochmal neu formulieren. Diese Aussage ist so (für mich) nicht nachvollziehbar.



Hilft das, wenn als Versicherer ich (Mandat)stehe,als VN?

quote:
Ja, sollte man meinen, insbesondere wenn das mit dem RA so vereinbart wurde

Denke ich auch und das ist mein Problem.

-----------------
"MfG
Bone123"

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#7
 Von 
guest-12316.11.2012 16:34:06
Status:
Schüler
(339 Beiträge, 181x hilfreich)


Hallo Bone123!

Sie schreiben:

quote:
Hilft das, wenn als Versicherer ich (Mandat)stehe,als VN?


Hey! Sie wollen mich verwirren, oder? ;)

Also:
Ich versuche es mal mit Fragen:

1. Von wem wurde der RA beauftragt?
1.1. Versicherungsnehmer (VN)
1.2. Versicherte Person (VP)?
1.3. Versicherer (VR) bzw. Versicherungsgesellschaft (VU)?

2. Ist die versicherte Person = Versicherungsnehmer, oder handelt es sich hier um verschiedene Personen?

3. Nur wenn Sie es sagen möchten: Welche Rolle haben Sie in diesem Fall? (VP?, VN? VR/VU? RA? ...?)
Das würde helfen, Ihre Sichtweise auf den Fall besser zu verstehen.


Nun zum Kern Ihrer eigentlichen Frage:
Ich vermute mal, dass es hier um ein "Problem" zwischen RA und Mandant geht.
Ist das so?
Wenn ja: können Sie das noch etwas deutlicher machen?
Wenn nein: ...?


Freundliche Grüße!




-----------------
"
Ein guter Rat ist nur ein guter Rat für den, der ihn braucht.

(Bill Cosby)"

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#8
 Von 
Bone123
Status:
Beginner
(96 Beiträge, 21x hilfreich)

zu 1: Von wem wurde der RA beauftragt? Von mir als VN der private Unfallversicherung und VP.

Zu 2. Ist die versicherte Person = Versicherungsnehmer, oder handelt es sich hier um verschiedene Personen?
VN und VP

Zu 3. Welche Rolle haben Sie in diesem Fall? VP und VN

quote:

Nun zum Kern Ihrer eigentlichen Frage:
Ich vermute mal, dass es hier um ein "Problem" zwischen RA und Mandant geht.
Ist das so?

Nein.
Problem 1 ist der Versicherer und Gutachterarzt
Problem 2 ist der RA wegen meiner Meinung nach ungenügenden Tätigkeit bzw. der Forderung, dass ich meinen behandelnden Arzt ausquetschen soll, was er vom GA hält. Das ist meiner meinung nach Sache des RA, den das mündliche Wort ist auch kein Beweis.
Ich hoffe, weitere Unklarheiten ausgeräumt zu haben.

-----------------
"MfG
Bone123"

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
guest-12316.11.2012 16:34:06
Status:
Schüler
(339 Beiträge, 181x hilfreich)


Guten Morgen!


zu Problem 1:

Ich hatte dazu bereits etwas angemerkt:

quote:
PS: Zum Thema Vorerkrankungen/Vorinvaliditäten und deren Mitwirkung auf die Unfallinvalidität und die Bewertung von Restfunktionen:
Fälle wie dieser sind wohl fast immer mit Schwierigkeiten verbunden. Leider haben Versicherer eine enorme Ausdauer, bei "Gutachtenschlachten".


Um Ihren geltend gemachten Leistungsanspruch voranzubringen, kann Ihnen also vermutlich nur eine medizinisch-fundierte Begründung Ihres Arztes oder ein weiteres unabhängiges Gutachten helfen.
Die Vorgehensweise sollten Sie imho -aufgrund der Individualität- mit Ihrem Arzt und Ihrem Rechtsanwalt besprechen.


zu Problem 2:

Wie Sie anfangs geschrieben haben, teilte der RA mit, dass eventuell zusätzliche Kosten anfallen, wenn er eine Stellungsnahme des Orthopäden anfordert.
Diese Kosten fallen insbesondere beim Orthopäden an, der seine Stellungsnahme nach GOÄ abrechnen kann, und Ihnen in Rechnung stellen würde. Sowas kostet meist zwischen rd. 20 EUR und 150 EUR.

Der RA kann daher nicht ohne Weiteres so eine Stellungsnahme direkt in Auftrag geben. Hierzu muss der RA von Ihnen beauftragt werden, und es muss dafür von Ihnen -falls noch nicht geschehen- noch eine Schweigepflichtsentbindung (Arzt / RA) erteilt werden.

Falls der RA sich "weigert", würde ich nach seinen Gründen fragen.

IMHO kann es allerdings nicht schaden, wenn Sie sich -wie der RA es vorschlägt- mit Ihrem Arzt unterhalten. So erfahren Sie sehr schnell, was Sie wissen möchten bzw. müssen. Das Schriftliche kann dann bei Bedarf folgen.


Alles Gute!



-----------------
"
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(Bill Cosby)"

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#10
 Von 
Bone123
Status:
Beginner
(96 Beiträge, 21x hilfreich)

Danke für die nette Antwort.
Warum zahlt das die Rechtsschutzversicherung nicht.
Übergebe heute das Gutachten dem Arzt mit persönlichem Anschreiben.
Am Donnerstag bin ich dann zur Wiedervorstzellung bestellt.
Zur Info: Ein RA schrieb mir auf Anfrage:
Der Versicherer kann sich nicht so ohne weiteres auf Degeneration oder Abnutzung des Schultergelenkes etc. berufen.Versichert ist nämlich die Person, so wie sie sich darstellt.
Das Versicherungsunternehmen nimmt eine ältere Person in seine Versicherung auf, dann muss es auch damit rechnen, dass eine ältere Person einen Unfall erleidet. Dann ist vom Standpunkt dieser älteren Person aus der Gesundheitsschaden zu beurteilen. Sprich, auf Abnutzung kann sich der Versicherer nicht so ohne weiteres berufen. Diese kann mitgewirkt haben bei der Entstehung des Schadens (was hier wohl eher auszuschließen ist) oder es kann eine Vorschädigung (was wohl anzunehmen ist) bestehen.
Gleichwohl ist der Invaliditätsgrad zu bestimmen und davon ist dann möglicherweise Vorschädigung abzuziehen.
Das ist aber nicht mein beauftragter RA


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"MfG
Bone123"



-- Editiert Bone123 am 24.09.2012 10:16

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#11
 Von 
guest-12316.11.2012 16:34:06
Status:
Schüler
(339 Beiträge, 181x hilfreich)



Hallo Bone123,


quote:
Bone123 schreibt:
Warum zahlt das die Rechtsschutzversicherung nicht.


Ob und ggf. inwieweit Ihre Rechtsschutzversicherung die Kosten für Stellungsnahmen, Gutachten u.ä. übernimmt, sollten Sie direkt beim Versicherer erfragen. In den Versicherungsbedinungen steht das natürlich auch, i.d.R. unter "Versicherte Kosten" o.ä.



Alles Gute!

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(Bill Cosby)"

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