Ärger mit dem Stromversorger

25. Juli 2005 Thema abonnieren
 Von 
Katrinkr
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)
Ärger mit dem Stromversorger

Ich bin im Dezember umgezogen. Die schriftliche Anmeldung mit Angabe des Zählerstandes schickte ich am 15.12.04 an meinen Stromanbieter. Es kam kein Stromliefervertrag. Im Februar 2005 erschien ein Mitarbeiter zur Ablesung. Er fragte mich noch nach den gewünschten Abschlagszahlungen, welche ich mit 70 Euro angab. Im März erhielt ich eine Abrechnung meines Stromverbrauchs bis 1.3.05 und eine Abschlagsforderung von *monatlich* 70Euro.Bisher war mir nur eine zweimonatige Abschlagszahlung bekannt. Mit Schreiben vom 15.03.05 bat ich um eine Änderung der Abschlagszahlung auf 40Euro monatlich und Zusendung der Vertragsunterlagen incl. AGB. Eine Antwort blieb aber aus. Ein weiterer Brief, diesmal als Einschreiben, wurde ebenfalls nicht beantwortet. Trotz monatlicher Zahlungen von 40Euro Abschlag kamen nur Mahnungen. Nun will man mir am 01.08.05 den Strom abstellen, wenn ich nicht die 70 Euro monatlichen Abschlag bezahle. Natürlich plus saftige Mahngebühren. Ich sehe das schon als Erpressung an!. Bekommt man keinen Vertrag und AGB mehr?. Ist eine Abrechnung schon ein Vertrag?. Was soll ich tun, da der Stromanbieter noch nicht einmal auf Einschreiben reagiert. Telefonische Anfragen mit einer teuren Abzocknummer tätige ich nicht mehr, da dort nur die Antwort kommt: "zahlen sie ihre Rechnungen und dann haben sie Ruhe". Was nun tun, wenn der Anbieter Alles ignoriert und nur mit Erpressung und Kosten reagiert, ohne einen Bezug auf meine Schreiben zu nehmen. Einen Rechtsanwalt kann ich mir leider nicht leisten.
Kann mir jemand helfen?.
Mit freundlichen Gruss
Katrin

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5 Antworten
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#1
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13067 Beiträge, 4448x hilfreich)

Ein Vertrag kommt schon allein dadurch zustande, dass das Versorgungunternehmen den Strom zur Verfügung stellt und Du diesen abnimst. Selbstverständlich hast Du Anspruch auf Aushändigung der AGB's, bzw. der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden (AVBEltV). Die meisten Versorgungsunternehmen dürfen nämlich wohl gar keine AGB's haben und das Vertragsverhältnis richtet sich eben nach dieser Verordnung.
Die Festlegung der Höhe der Abschlagszahlungen obliegt dem Versorgungsunternehmen (§ 25 AVBEltV) und ist so zu bemessen, dass der durchschnittliche Verbrauch vergleichbarer Kunden damit gedeckt ist. In § 25 ist aber auch geregelt, dass es angemessen zu berücksichtigen ist, wenn Du glaubhaft machen kannst, dass Dein Verbrauch deutlich niedriger ist, als der vergleichbarer Kunden.
Die Festsetzung des Abschlagsbetrages ist vermutlich korrekt. Seltsam ist allerdings schon, dass auf Deine Schreiben gar nicht reagiert wurde. Allerdings berechtigt Dich das leider auch nicht, die Abschlagszahlungen einfach zu kürzen. Gemäß § 33 AVBEltV ist das Versorgungsunternehmen zur Einstellung der Energieversorgung berechtigt, wenn der Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht, oder nicht in vollem Umfang, nachkommt. Dieses darf frühestens zwei Wochen nach entsprechender Androhung geschehen.
Rein rechtlich gesehen ist das Versorgungsunternehmen vermutlich im Recht. Was für einen Tipp soll ich Dir nun geben? Ich denke ich würde abwarten, bis der Mitarbeiter des Unternehmens zu Dir kommt, um den Strom abzustellen und diesem dann den Sachverhalt erläutern. Wenn Du dem die Kopien Deiner Schreiben an das Versorgungsunternehmen zeigen kannst (mach am besten Kopien, die Du ihm mitgeben kannst), dann wird er sich vielleicht darauf einlassen, vorerst den Strom nicht abzustellen und die Angelegenheit zu klären versuchen. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht und Du solltest Dich sicherheitshalber darauf einstellen, die rückständigen Beträge bei dieser Gelegenheit in bar zu bezahlen, um die Einstellung zu vermeiden. Vergiß dann aber nicht, Dir eine Quittung geben zu lassen. Die Bezahlung der Mahngebühren würde ich zunächst mal verweigern, unter Verweis auf die nicht erfolgte Reaktion auf Deine Schreiben. Die Mahngebühren berechtigen im Übrigen auch nicht zur Einstellung der Energieversorgung. Wenn du etwas bezahlst, lass Dir also bestätigen, dass diese Zahlung ausschließlich zur Verrechnung mit der Hauptforderung verwendet werden darf.

Viel Erfolg

Axel

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#2
 Von 
Katrinkr
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank Axel für die erschöpfende Antwort auf meine Anfrage. Das ein Vertrag nur durch bloßes Licht einschalten entsteht ist mir neu. Aber dem Kunden müssen doch wohl die Vertragsbedingungen mitgeteilt werden. Denoch sehe ich es nicht ein, dem Stromlieferanten einen zinslosen Kredit zu geben.Mit der Forderung von 70Euro im Monat sind das 840 Euro im Jahr. Die letzten Jahresrechnungen beliefen sich immer um die 450 Euro. Auch die letzte Abrechnung für 3 Monate ergaben gerade mal 37,16 Euro Verbrauch im Monat. Wie sieht es eigentlich mit meinen Kosten für den Kampf mit dem Lieferanten aus?. Telefonkosten, Portokosten (Einschreiben ist ja nicht billig), Fahrtkosten zur Post (lebe auf dem Lande) und dem Zeitaufwand. Gibt es eine Chance da etwas zu bekommen? Der Anbieter kann doch nun nicht machen was er will und das ignorieren von Anschreiben ist doch frech und keinesfalls ein Einzelfall wie man im Internet nachlesen kann. In Foren findet man hunderte Artikel, wo eben dieser Stromanbieter sich einfach tot stellt und einfach nicht reagiert. Meist kommt zum Schluß der Satz "ich habe meinen Anbieter gewechsel". Das kann es aber nicht sein. mfg Katrin

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13067 Beiträge, 4448x hilfreich)

Wer ist denn der Anbieter? Ein Anbieterwechsel ist im Übrigen oftmals nicht die schlechteste Lösung. Vielleicht einfach mal im Internet die Preise vergleichen.

Was das zustande kommen des Vertrages betrifft, hier nehmen die Energieversorger schon eine gewisse Sonderstellung ein. Ohnen Strom kann man heutzutage schließlich kaum noch leben und letztendlich ist der regionale Versorger ja auch verpflichtet, die Bürger in seinem Versorgungsgebiet mit Strom zu versorgen.

Meine Erfahrung ist im Übrigen die, dass die Versorger die Abschlagszahlungen eher zu niedrig ansetzen, um später keine Rückzahlungen leisten zu müssen. Wenn das bei Dir anders ist, macht das die Ignoranz des Unternehmens eigentlich noch unverständlicher. Ändert aber letztendlich alles nichts daran, dass rechtlich gesehen die Höhe der Abschläge vom Versorger festgesetzt wird und vom Kunden zu bezahlen ist (erstmal). Tut mir zwar leid, ist aber so.

Deine Kosten wirst Du sicherlich ebenso wenig erstattet bekommen, wie Zinsen, wenn Du dann am Jahresende eine Rückzahlung erhälst.

Eine Möglichkeit wäre im Übrigen noch, ggf. gemeinsam mit dem Mitarbeiter des Stromlieferanten, jetzt mal den Zählerstand abzulesen. Dann kann mal schnell überprüft werden, ob Du mit Deiner Verbrauchseinschätzung richtig liegst, oder doch eher der Versorger.

Gruß,

Axel

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Katrinkr
Status:
Frischling
(19 Beiträge, 0x hilfreich)

genau das ist heute passiert! ein Mitarbeiter vom Zählerdienst hat beim Nachbar den Strom abgestellt. Ich habe ihn angesprochen und die Sache geschildert. Er hat den Verbrauch seit der letzten Abrechnung erfasst und meinte, dass 40 Euro Abschlag mehr als genug sind. Leider konnte mir der gute Mann nicht weiter helfen, da er nur eine beauftragte Firma ist. Den Versorger möchte ich hier nicht öffentlich beim Namen nennen. Jedenfalls ist er Marktbeherrschend in Brandenburg.
mfg Katrin

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#5
 Von 
AxelK
Status:
Philosoph
(13067 Beiträge, 4448x hilfreich)

Hast Du denn wenigstens den Namen dieses Mannes? Will der den Zählerstand dem Versorger mitteilen?
Ich würde jetzt das Versorgungsunternehmen nochmals anschrieben, sicherheitshalber wieder per Einschreiben, auch wenn's teuer ist, und mitteilen, dass heute von Herrn x von der Firma y der Zählerstand abgelesen wurde. Dieser Zählerstand beträgt..... Dann bittest Du um Überprüfung der bisher festgestzten Abschlagshöhe und um Mitteilung, ob an der bisherigen Forderung festgehalten wird. Auch dieses Schreiben kannst Du dann entsprechend vorlegen, wenn bei Dir jemand kommt, um den Strom abzustellen.

Wenn der Energieversorger bei Euch in der Region marktbeherschend ist, dann handelt es sich mit Sicherheit um den regionalen Energieversorger. Sehr häufig sind das nicht unbedingt die preiswertesten Anbieter. Darum nochmals der Tipp: Im Internet mal Preise vergleichen und vielleicht doch wechseln. Im Übrigen schau Dir mal diese Seite an: http://www.vzb.de/UNIQ112230953609203/link192504A.html

Gruß,

Axel

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