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Arglistige Täuschung??

 Von 
guest-12328.09.2010 15:29:59
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 10x hilfreich)
Arglistige Täuschung??

Hallo,
wir haben vor ca. 4 Jahren ein Haus gekauft. Ein Kellerraum ist zu einem Wohnraum ausgebaut und wurde vorher auch dazu benutzt. Für meinen Sohn war er optimal, nur merkten wir nach einiger Zeit, daß der Raum feucht war und muffig roch. Da dachten wir noch, daß mein Sohn nicht anständig gelüftet hat. Als er auszog, und die Möbel weg waren, sahen wir das Dilemma. Wir haben alles renoviert, doch das nützte nichts, die Feuchtigkeit kam immer wieder durch. Dann haben wir erfahren, daß während der Bauphase die Kellerwand eingestürzt war und alles nur per Hand und Bagger gerichtet wurde (die Wand ist nach allen Seiten schief). Wir erfuhren auch, daß die Vorbesitzer damals einen feuchten Keller hatten und dies auch beim Bauherrn reklamiert wurde. Daraufhin sind wir zum Anwalt gegangen und vor einiger Zeit war auch der Gutachter hier. Er gab zu verstehen, daß der Schaden mit Sicherheit schon lälter als 4 Jahre ist. Gutachten folgt. Die Voreigentümer streiten ab, daß der Keller bei Übergabe feucht war, und weisen auf den Gewährleistungsausschluß hin. Wie können wir arglistige Täuschung nachweisen, oder war der Vorbesitzer sogar verpflichtet uns so einen erheblichen Schaden zu nennen?
Beim Autoverkauf muss man ja auch ungefragt Auskunft über Unfallschäden geben. Kennt jemand vielleicht ein Az.?

Ich freuen mich auf Antworten
Brenda

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Anwalt Haus Täuschung


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Drakon
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

OLG Düsseldorf
2001-02-12
9 U 219/00
Rechtsbereich/Normen: § 823 BGB ; § 398 BGB ; § 263 StGB
Einstellung in die Datenbank: 2002-11-06
Bearbeitet von: Julia Hinkelmann
Quelle: Anwalt-Suchservice

Jahrhundertregen muss bei Hausverkauf nicht angegeben werden

Wer sein Haus verkaufen will, der muss eine Keller - Überflutung durch einen "Jahrhundertregen" während der Verkaufsverhandlungen nicht angeben.

Ein Ehepaar hatte sich beim Verkäufer eines Hauses ausdrücklich danach erkundigt, ob der Keller einmal unter Wasser gestanden habe. Der Verkäufer verneinte dies, obwohl 4 Jahre zuvor bei einem heftigen Gewitter Wasser in den Keller gelangt war. Das Unwetter war vom Deutschen Wetterdienst als "Jahrhundertregen" bezeichnet worden. Einige Monate nachdem das Ehepaar das Haus bezogen hatte, traten Feuchtigkeitsschäden im Keller auf, die darauf zurückzuführen waren, dass der Keller nicht besonders gegen eintretendes Grundwasser gesichert war. Nun fochten sie den Kaufvertrag wegen arglistiger Täuschung an. Die Richter entschieden, dass der Kaufvertrag wirksam sei. Feuchtigkeitsschäden durch Grundwasser seien vor dem Verkauf nicht aufgetreten. Die Tatsache, dass der Voreigentümer die Schäden durch das Unwetter verschwieg begründe keinen Anfechtungsgrund. Wer sich nach Wassereintritt erkundige wolle üblicherweise nicht wissen, ob einmal aufgrund eines ungewöhnlichen Unwetters Wasser im Haus war, sondern ob Keller und Wände des Hauses trocken seien. Der Verkäufer sei nicht verpflichtet gewesen, den Käufer über die Überschwemmung zu informieren

Gleicher Fall oder?

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#2
 Von 
guest-12328.09.2010 15:29:59
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 10x hilfreich)

Hallo Drakon,

ich denke, dein beschriebener Fall liegt etwas anders.
Der Gutachter hat festgestellet, daß die Feuchtigkeit durch Baumängel hervorgerufen wird. Also schon immer da gewesen war und dem Verkäufer auch bekannt gewesen. Auf keinen Fall kann es sein, daß der Keller beim Kauf des Hauses (1990) feucht war (durch die Vorbesitzer bestätigt), dann Jahre trocken (weil der Keller angeblich nachgebessert wurde), und dann plötzlich wieder feucht, als wir das Haus gekauft haben.
Die Frage ist jetzt, muß der Vorbesitzer diese Mängel bekannt geben, von denen er wusste?
Ein Az. wäre da sehr hilfreich.

Trotzdem vielen Dank für die Antwort

Brenda

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