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Coaching gekauft / Gewerbe+Widerruf

 Von 
chrisssis
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Coaching gekauft / Gewerbe+Widerruf

Guten Tag,
ich habe folgende Situation:

Am 30.09.19 hatte ich ein Telefonat mit einer Person, welche ein Coach für den Bereich Network Marketing ist. Bevor dieses Gespräch angefangen hat, wusste ich noch nicht, dass die Person ein Coach ist und mir zum Schluss des Gesprächs versuchen wird ein Coaching zu verkaufen.

Ich war nicht auf der Suche nach einem Coaching, jedoch hat mir die Person so viele Argumente gegeben, wieso ich das haben muss und hat mir im Endeffekt einen so starken Druck gemacht zu kaufen. Das Coaching kostet 3000€ Netto, ich habe öfters gesagt ich habe dieses Geld nicht und weiß auch nicht wie ich das jetzt auf einmal zahlen soll, da hat er immer wieder Lösungen geboten wie eine Anzahlung von 2000€ den Rest auf Raten oder 1000€ Rest auf Raten oder 500€ monatlich.
Diese Situation hat mich unter Druck gesetzt wodurch ich nicht klar entscheiden konnte. Zum Schluss willigte ich bei 250€ monatlich ein, bereute es direkt wieder da ich wusste ich werde starke Schwierigkeiten haben dieses Geld zu investieren, da ich auch lediglich vom Harz 4 lebe.
Wir haben zum Abschluss dann einen mündlichen Vertrag gehabt, sprich er hat das Telefonat dann aufgezeichnet wo ich einwilligte.

Nachdem wir den Vertrag gemacht haben, sagte er mir noch ich muss ein Gewerbe machen, weil er nur Unternehmer coacht, dieses Gewerbe habe ich dann innerhalb von 2 Tagen auch angemeldet.
Am 29.10.19 habe ich die erste Überweisung mit 500€ gemacht, so gesehen die ersten 2 Raten, da er mich schon aufmerksam gemacht hat, dass noch kein Geld da ist. Wir haben an diesem Tag über WhatsApp telefoniert, weil er mir noch etwas sagen musste. Er wollte dann nochmal den Vertrag neu aufnehmen, da sich laut seiner Aussage eine Klausel geändert hat und ich sonst doppelt zahlen müsste wenn wir den Vertrag jetzt nicht nochmal neu aufnehmen würden.

Am 06.11.19 habe ich eine E-Mail an die Person gesendet wo ich diesen Vertrag gerne widerrufen wollte. Als Antwort habe ich eine Ablehnung bekommen, da ich ja jetzt Unternehmer sei und kein Recht auf Widerruf habe im Anschluss wurde mir gesagt er würde das Geld auch einklagen wenn ich mich nicht innerhalb von einer Woche wieder bei ihm melde.

Der Grund für den verspäteten Widerruf E-Mail (wortwörtlich, wie abgeschickt):
Leider haben Sie mich beim Vertragsabschluss über eine Möglichkeit des Widerrufs nicht belehrt. Nachdem ich Ihrem Druck am Telefon nachgegeben und dem Abschluss zugestimmt habe, habe ich das bereits am selben Tag bereut. Nun dachte ich, dass ich das jetzt nicht mehr rückgängig machen kann und Ihre Leistung zumindest in Anspruch nehmen muss, damit mein Geld nicht ganz sinnlos verschwindet. Bis ich darüber gestern zufällig mit einer fachkündigen Person gesprochen habe. Erst diese hat mich auf mein Widerrufsrecht aufmerksam gemacht, den ich auch sofort ausübe.

Meine Frage:
ist mein Widerruf rechtens und wenn nicht, wie kann ich sonst aus dem Vertrag raus?

-- Editiert von chrisssis am 08.11.2019 11:01

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Vertrag Widerruf Geld Klausel


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 183x hilfreich)

Solche Verkaufsskripte sind gang und gebe in der Coaching Branche.
Wie genau war denn der Wortlaut der Aufzeichnung (1. + 2.)?

Ein schwieriger Fall, weil die Grenzen hier ziemlich verschwimnmen.

Signatur:Keine Rechtsberatung.
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#2
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1348 Beiträge, 276x hilfreich)

Widerruf zwischen Gewerbetreibenden? Wohl nicht.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71228 Beiträge, 32399x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Widerruf zwischen Gewerbetreibenden?

Nein, Verbraucher & Gewerbetreibender.


Die Frage ist, ob der "Coach" bereit wäre seine Geschäftsmethoden vor Gericht einer Prüfung zu unterziehen.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
chrisssis
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von The Mentalist):
Solche Verkaufsskripte sind gang und gebe in der Coaching Branche.
Wie genau war denn der Wortlaut der Aufzeichnung (1. + 2.)?

Ein schwieriger Fall, weil die Grenzen hier ziemlich verschwimnmen.


In der Aufzeichnung wurde mir gesagt was ich von ihm erhalte als Leistung, wo ich die AGB und Datenschutzerklärung auf seiner Website finde und ich sollte einwilligen, dass ich alles verstanden habe und einverstanden bin.

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#5
 Von 
chrisssis
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von guyfromhamburg):
Widerruf zwischen Gewerbetreibenden?

Nein, Verbraucher & Gewerbetreibender.


Die Frage ist, ob der "Coach" bereit wäre seine Geschäftsmethoden vor Gericht einer Prüfung zu unterziehen.


Guten Morgen, bleibe ich trotz Gewerbe auch Verbraucher? Wie kann ich das Begründen?

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#6
 Von 
The Mentalist
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 183x hilfreich)

Verlink doch hier mal die AGB.

Signatur:Keine Rechtsberatung.
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#7
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1348 Beiträge, 276x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nein, Verbraucher & Gewerbetreibender.
Laut Aussagen des TE ist er Gewerbetreibender. Und der Coach "coacht" nur Gewerbetreibende.

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#8
 Von 
chrisssis
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
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#9
 Von 
fb367463-2
Status:
Senior-Partner
(6637 Beiträge, 2739x hilfreich)

Hammer!

Zitat:
(8) Im Falle einer Ratenzahlung muss der Kunde weitere Einnahmen durch sein Network Marketing Geschäft dazu verwenden, um die Raten bei TT schneller zu begleichen. Das bedeutet, alle Einnahmen durch das Network Marketing Geschäft des Kunden gehen an TT, bis der vertraglich festgehaltene Betrag gedeckt ist.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#10
 Von 
großmädle
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 4x hilfreich)

Unfasslich

Bitte halten Sie uns auf dem Laufendem.

Denn das nächste dürfte sein wie dem JC die Gewerbeanmeldung erklärt werden wird.

Beinah hätte ich gefragt, wie naiv doch Menschen sein können, solche Verträge, scheinbar ohne nachzudenken unterschreiben.......

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71228 Beiträge, 32399x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Laut Aussagen des TE ist er Gewerbetreibender.

Bei Vertragsschluss war er aber Verbraucher, damit dürften ihm auch die Verbraucherschutzrechte zustehen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#12
 Von 
fb367463-2
Status:
Senior-Partner
(6637 Beiträge, 2739x hilfreich)

Zitat:
§ 5 Kündigung, Laufzeit
(1) Der Vertrag ist für die im jeweiligen Hauptvertrag vereinbarte Laufzeit fest geschlossen. Sollte der Hauptvertrag keine Laufzeit beinhalten, gilt eine feste dreimonatige Laufzeit als vereinbart.
(2) Die Vertragslaufzeit verlängert sich vorbehaltlich anders lautender Vereinbarung zwischen TT und dem Kunden jeweils um die Dauer der Erstlaufzeit, wenn nicht eine der Vertragsparteien den Vertrag spätestens 4 Wochen vor Ablauf der Erstlaufzeit oder der verlängerten Laufzeit (= Kündigungsfrist) gekündigt hat. Kündigungen bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Schriftform.
(3) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung bleibt stets unberührt.

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#13
 Von 
guyfromhamburg
Status:
Lehrling
(1348 Beiträge, 276x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Bei Vertragsschluss war er aber Verbraucher, damit dürften ihm auch die Verbraucherschutzrechte zustehen.
Nö ... aus den AGB:
Zitat:
TT schließt keine Verträge mit Verbrauchern im Sinne des § 13 BGB ab. Der Kunde versichert, bei Vertragsschluss mit TT als Unternehmer gemäß § 14 BGB beziehungsweise als Kaufmann nach HGB zu handeln.

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#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71228 Beiträge, 32399x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Nö ... aus den AGB:

Nicht alles was in AGB steht, überlebt auch eine Begegnung mit einem Gericht.
Insbesondere, wenn der Vertragspartner im vollen Bewusstsein das das Gegenüber die Bedingungen nicht erfüllt denn noch einen Vertrag schließt.

Aber selbst wenn die se Klausel Bestand hätte, wäre das noch besser. Denn dann gibt es ja gar keinen Vertrag, weil der TS kein Unternehmer gemäß § 14 BGB war und das dem Tim Trautwein bekannt war.


Die Frage ist auch, ob Tim Trautwein so unserös ist oder ob das nicht nur ein Missverständnis war?
Ob Tim Trautwein es nötig hat, mittellose ALG2-Empfänger abzuzocken? Glaube ich nicht, die Leute scheinen seine Dienste ja zahlreich zu beanspruchen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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