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DSL - Anbieter ignoriert Vereinbarungen

14. Juli 2009 Thema abonnieren
 Von 
stellabella
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
DSL - Anbieter ignoriert Vereinbarungen

Guten Tag,

also ich warne schon einmal vorab, dieser Beitrag wird etwas länger werden.

Was ich brauche, ist ein Rat wie ich jetzt weiter verfahren soll. Aufgeben? Weitermachen? Anwalt einschalten?

Über jegliche Hilfe würde ich mich sehr freuen.

Darum geht es;

Im April 2008 schloss ich einen DSL-Vertrag mit dem Anbieter 1&1 ab.

Im April 2009 musste ich in eine andere Wohnung ziehen. Zunächst wurde mir versichert, dass ich wegen des Umzuges aus dem Vertrag könnte. Nachdem ich 1&1 noch einmal angeschrieben habe, hieß es plötzlich, dass es nun doch nicht mehr ging. Ich hätte 70€ zahlen müssen, einen bestehen DSL-Vertrag für die neue Wohnung schicken müssen und noch die Ummeldebescheinigung vom Ortsamt. War mir zu teuer und zu viel arbeit, deswegen beschloss ich, 1&1 mit in die neue Wohnung zu nehmen.
Ich fand es in Ordnung, dass sie auf ihre 24Monate Mindestvertragslaufzeit bestanden. Schließlich hätte ich mich darüber vorher erkundigen sollen. Die Umzugsgebühr von ca 40€ fand ich zwar auch ziemlich teuer, aber ich habs bezahlt.

Danach rief mich eine Kundenberaterin an, um mir mitzuteilen, dass bei einem Umzug ein neuer Vertrag aufgesetzt werden müsse und ich zudem meine Nummer auch nicht behalten könne (was nachher ein anderer Kundenberater dementierte, aber da war es schon zu spät). Ich war zwar etwas verwundert, willigte aber ein. Da ich inzwischen schon mehr als unzufrieden mit 1&1 geworden war, sagte ich ihr, dass ich nur einem neuen Vertrag zustimme, sofern er nicht erneut eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten (wie üblich) hätte, sondern nur so lange läuft, wie der Alte auch gelaufen wäre. Also bis April 2010. Die Frau versicherte mir, dass dies kein Problem sei, ich solle mich nur noch einmal schriftlich melden, sobald der Techniker da war und der neue Anschluss komplett wäre. (Das mit der verkürzten Vertragslaufzeit ist laut der AGB´s von 1&1 nach Absprache möglich)

Am Ende April sendete mir 1&1 eine Kündigungsbestätigung für den alten Vertrag zum 29.04.2009.

Der Anschluss wurde freigeschaltet und mir wurde eine Techniker Gebühr von etwa 19€ berechnet (wozu habe ich denn die Umzugsgebühr gezahlt?). Da hätte ich mich auch gleich freikaufen können!

Am 22.05.2009 sendete ich ein Schreiben an 1&1, indem ich den neuen DSL Vertrag zu April 2010 kündigte. Ich wiederholte noch einmal, was mit der Kundenberaterin abgesprochen war und gab meine Kundennummer und die neue Adresse an, auf die der Vertrag momentan läuft.

(Da ich ständig bei 1&1 anrufen musste, erhielt ich eine Handyrechnung von 91€! Ziemlich viel für eine Auszubildende ohne Einkommen. Danach beschloss ich, alles nur noch über den Schriftverkehr zu regeln)

Am 26.05.2009 sendete 1&1 mir ein Schreiben, indem es hieß, dass mein neuer Vertrag zum 21.05.2011 (!!!) gekündigt sei. Natürlich war ich ziemlich sauer. Wozu mache ich mir die Mühe, ein Schreiben aufzusetzen, investiere Zeit und Geld in diese blöde Hotline, wenn es am Ende sowieso niemanden interessiert, was in meinen Briefen steht und ich nur diese blöden Standartbriefe als Antwort bekomme?

Am 28.05.2009 verfasste ich einen Brief, der nicht mehr ganz so freundlich war. Ich schilderte noch einmal den gesamten Sachverhalt (so wie ich den jetzt grade schildere). Ich gab alles an, alte Adresse, alte Vertragsnummer, alte Kundennummer und natürlich auch die neue Adresse. Die neue Vertragsnummer hatte ich da noch nicht, aber ich bin davon ausgegangen, dass die Angestellten von 1&1 ja wohl in der Lage seien, anhand meiner neuen Adresse den richtigen Vertrag zu finden. Zudem beschwerte ich mich massiv über die gesamte Situation und Arbeitsweise von 1&1. Ich verwies sogar auf ihre eigenen AGB´s! Das Schreiben war wirklich hieb und stichfest!! Am Ende fügte ich noch hinzu, dass ich über weitere rechtliche Schritte nachdenken werde, sollten sie meinen Forderungen (die mehr als rechtsmäßig sind) nicht nachkommen.

Am 04.06.2009 erhielt ich endlich die lang ersehnte und erkämpfte Kündigungsbestätigung zum April 2010. Ich heftete sie sofort in meinen Ordner, ohne sie noch einmal zu überprüfen. Wie naiv.

Einige Wochen später rief mich ein Mitarbeiter von 1&1 an, um sich über die Kundenzufriedenheit zu informieren. Ihr könnt euch vorstellen, dass die “Bewertung” nicht grade positiv ausfiel.
Nach einigem hin und her, behauptete er, ich hätte 2 Verträge am laufen. Ich sagte ihm, dass dies überhaupt nicht sein könne, da mein alter Vertrag inzwischen nicht mehr existierte und der neue bereits zum April 2010 gekündigt sei. Nach dem Telefonat holte ich sofort meine Unterlagen hervor und sah mir die Kündigungsbestätigung genauer an. Ich verglich die angegebene Vertragsnummer mit meiner aktuellen Vertragsnummer. Das hatte ich vorher natürlich nicht getan, da ich immer noch so dumm war zu glauben, dass jemand bei 1&1 sein Handwerk beherrscht!

Was war passiert;
Ich hatte zwar eine Kündigungsbestätigung zum April 2010 bekommen, allerdings nicht für meinen NEUEN, sonder für den ALTEN Vertrag (der aber schon seit April 2009 nicht mehr existiert!!!)

Also verfasste ich am 02.07.2009 ein erneutes Schreiben, indem ich SCHON WIEDER alles erklärte! Aber wirklich so, dass es JEDER versteht!! Natürlich habe ich mich wieder beschwert, irgendwie muss ich meinen Frust ja loswerden. Das Schreiben war sogar persönlich an den Herren gerichtet, der mir die falsche Kündigungsbestätigung geschickt hatte!! Ich sagte ihm, er solle sich mein letztes Schreiben noch einmal vor Augen führen. Genauer geht es doch schon gar nicht mehr!

Als Antwort bekam ich 2 Schreiben von 1&1. (natürlich nicht von dem Herren, an den das Schreiben gerichtet war)
Das 1. War eine Kündigungsbestätigung für den neuen Vertrag. Aber nicht so wie vereinbart, sondern schon wieder zum 21.05.2011!!
Das 2. War eine Kündigungsbestätigung zum 27.04.2010. Allerdings für meinen ALTEN VERTRAG!!! Der seit April 2009 gar nicht mehr existent ist!!

Bevor ich diese beiden Antwortschreiben erhielt, machte ich eine schockierende Entdeckung auf meinem Kontoauszug. 1&1 hatte mir für Juni 09 um die 54€ abgebucht. Ich konnte mir nicht erklären wie solch eine hohe Summe zustande kam. Die vereinbarte Grundgebühr beträgt schließlich nur 26€ und weder mein Freund noch ich telefonieren mit dem Telefon, da es nicht gleichzeitig mit dem neuen W-LAN router funktioniert. Ich suchte gleich im Internet nach der Telefonrechnung. Ich bekam einen regelrechten Anfall, als ich entdeckte was passiert war;
1&1 hatte doch tatsächlich meinen ALTEN VERTRAG erneut aktiviert (der schon im April 2009 beendet war) und zogen diese Gebühren zusammen mit den Gebühren des neuen Vertrages einfach von meinem Konto ab!

Natürlich habe ich sofort ein Schreiben verfasst indem ich das Geld zurückfordere! Da ich inzwischen weiß, dass dort nur inkompetente Arbeiter beschäftigt sind, habe ich sogleich eine Kopie meiner Sammelrechnung hinzugefügt, auf der geschrieben steht, was da falsch gelaufen ist und noch einmal die Kündigungsbestätigung des alten Vertrages von April 2009 beigelegt.

Die Antwort darauf war, dass sie dies nun prüfen würden und ich das Geld zurückerhalte, sofern alles seine Richtigkeit hat. Hinzugefügt haben sie noch, dass sie die "Anfrage der Kündigung meines Erstvertrages" gerne weitergeleitet haben und ich bescheid bekomme. Wie bitte? Was für eine Anfrage? Der Vertrag existiert doch schon gar nicht mehr.

Ich bin wirklich mit meinem Latein am Ende. Ich habe alles versucht. Meine Briefe sind wirklich für dumme Menschen geschrieben. Das wichtigste, habe ich fett gemacht oder unterstrichen, damit sie selbst beim überfligen des Briefes das richtige verstehen.

Meine Schreiben werden einfach ignoriert. Es wird überhaupt nicht drauf eingegangen was der Inhalt ist. Als Antwort bekomme ich einfach nur diese Standartbriefe.Die halten sich ja noch nicht einmal an ihre eigene AGB´s. Das kann doch echt nicht sein. So viel zum Thema Kundenservice.

Ich möchte jetzt aber eigentlich auch nicht einfach aufgeben. Soll ich immer wieder hinschreiben bis ich die richtige Kündigungsbestätigung erhalte und zur not einfach ab April 2010 nicht mehr weiterzahlen, weil es so vereinbart wurde? Oder gleich zum Anwalt?

Ich würde mich über Ratschläge sehr freuen.
Vielen Dank für die Zeit.

Freundliche Grüße.









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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Pragmaticus
Status:
Lehrling
(1450 Beiträge, 502x hilfreich)
0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
stellabella
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

@ seufz

danke für den Tipp mit der Suchfunktion. Habe ich schon benutzt, aber nichts gefunden was mir meine Frage beantwortet.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hogwarts
Status:
Schüler
(221 Beiträge, 67x hilfreich)

Ein kleiner Tipp: Siehe mal auf der Homepage von der Verbraucherberatung nach. Da gibt es ach kurzen Suchen etwas über Umzüge und Vertragsdauer bei Telefonanbietern.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
stellabella
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

@ hogwarts
Danke, habe ich soeben gemacht. Leider nichts genaues gefunden.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8430 Beiträge, 3439x hilfreich)

Also etwas kürzer wäre besser gewesen :neck:

Für mich hört sich das nach dem alltäglichen Chaos bei 1&1 an. Ich würde in jedem Fall weiterkämpfen. Die Gerichte entscheiden inzwischen im Zweifelsfall sowieso schon gegen 1&1 :grins: (Scherz).

Wenn ich die Geschichte richtig verstanden habe, dann entstand der 2. Vertrag nur auf Grund eines Umzugsvorganges und nach Zusage den 1. Vertrag aufzulösen (abzulösen). In Anbetracht der Umstände sicher nachvollziehbar und die Willenserklärungen als Verbraucher nur unter Vorbehalt der korrekten Abwicklung seitens 1&1. Das Umzugsgebühren etc. anfallen ist zwar unschön - aber normal, wenn diese 1&1 auch entstanden sind und du schließlich den Anlaß gegeben hast. Auch die neue 24-Monate-Knebelung ist üblich.

Die Doppelabrechnung ist eine miese Abzocke, die seltsamerweise sehr häufig vorkommt. Mit Rechtschutzversicherung würde ich versuchen den Schriftverkehr mit den Montabaur-Räubern von diesem abwickeln zu lassen.


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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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