DSL-Anschluss gültig obwohl nicht freigeschaltet?

21. Dezember 2012 Thema abonnieren
 Von 
lauraconny
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
DSL-Anschluss gültig obwohl nicht freigeschaltet?

Hallo!
Ich bin im Oktober nach Münster gezogen um dort zu studieren. Da ich schon länger bei Vodafone als Handy-Kunde bin habe ich dort auch meinen DSL/Festnetz-Vertrag abgeschlossen. Ich habe aber sehr schnell gemerkt, dass ich mit dem Studium nicht klarkomme. Ich wollte dann so schnell wie möglich kündigen und habe mich mit der Vodafone-Hotline in Verbindung gesetzt. Der Mann da hat mir gesagt, dass das alles kein Problem sei und ich nur schriftlich zu kündigen brauche und den festgelegten Anschalttermin verfallen lassen soll. Nach vier Wochen kam die Kündigungsbestätigung aber erst zum 24.11.2014.
Ich habe sofort wieder bei Vodafone angerufen und da haben sie mir gesagt, dass ich den Vertrag hätte "widerrufen" müssen anstatt zu kündigen.
Ich wohne nun für drei Monate bei meinen Eltern, bevor ich zu meinem Freund in eine andere Stadt ziehe. Sowohl meine Eltern, als auch mein Freund haben DSL-Anschlüsse von der Telekom.
Vodafone hat bis jetzt noch nichts abgebucht, da ja der Anschluss noch nicht freigeschaltet wurde. Auch bei "My-Vodafone" existiert der Anschluss noch nicht.
Ich weiß jetzt leider nicht was ich mit dem Vodafone-Anschluss machen soll, da ich ihn ja erst zum 24.11.2014 kündigen konnte.
Vielleicht kann mir ja jemand helfen, danke im vorraus :)

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-- Editiert lauraconny am 21.12.2012 01:40

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16176x hilfreich)

Hast du bereits einen Anschalttermin bekommen mit Widerrufsbelehrung oder steht genau das noch aus? Wenn ja, kannst du sowieso nach wie vor den Vertrag widerrufen, denn die 14 Tage Widerrufsfrist haben noch nicht begonnen. Die beginnen erst mit Zusenden der Widerrufsbelehrung.

Ansonsten zwei Dinge:
1. Kann einem Anbieter zugemutet werden, dass ein Kunde sich nicht immer perfekt ausdrückt, dass er also ablesen muss, dass mit der Kündigung eigentlich ein Widerruf gemeint sein kann.
2. Ein klärendes Schreiben an Vodafone inkl. Beschwerde und Darstellen der Sachlage hilft evtl. bereits.


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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 21.12.2012 05:44

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#2
 Von 
lauraconny
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe einen Tag vor dem Anschaltetermin sowohl telefonisch als auch schriftlich den Vertrag "gekündigt" und nicht widerrufen, da der Mann an der Hotline mir gesagt hat ich müsse den Vertrag einfach nur kündigen und nach Eingang der Bestätigung die Geräte zurückschicken. Der hat mir auch geraten den Anschalttermin einfach verfallen zu lassen. Und genau dass habe ich dann auch gemacht. Habe dann halt erst wieder gut vier Wochen später den Kündigungsbescheid bekommen der aber wie oben schon erwähnt erst am 24.11.2014 in Kraft tritt.
Aber eine Widerrufsbelehrung gab es bislang noch nicht.

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-- Editiert lauraconny am 21.12.2012 07:27

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16176x hilfreich)

Solange es keine Widerrufsbelehrung gibt, kannst du den Vertrag immer noch widerrufen. Die 14 Tage gelten ab dem zeitpunkt als dir die Widerrufsbelehrung zugeht.

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#4
 Von 
lauraconny
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Und die Widerrufsbelehrung kommt dann normalerweise per Post oder wie kann ich mir das vorstellen? :D

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16176x hilfreich)

Zum Beispiel. Das sind auch nur ein paar Sätze, in denen drin steht, dass du den Vetrag innerhalb 14 Tagen widerrufen kannst. Wann das bei Vodafone kommt, weiss ich nicht. Dass aber auch noch nichts abgebucht wurde, deutet darauf hin, dass irgendwas ncoh nicht passt.

Wenn der Anschluss sowieso so rein gar nicht existiert, käme auch eine fristlose Kündigung wegen Nicht-Erfüllung in betracht.

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#6
 Von 
Scappler
Status:
Lehrling
(1176 Beiträge, 749x hilfreich)

Das schöne bei den Aussagen einer Hotline ist eben, dass man alles auch schriftlich zu Hause hat. :)

Ich gehe davon aus, dass du nur aus dem Vertrag herauskommst, wenn der Anbieter dir noch keine Widerrufsbelehrung hat zukommen lassen.


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-- Editiert Scappler am 21.12.2012 09:08

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#7
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3449x hilfreich)

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht:
Die Schlechte:
Widerrufsrecht nur bei Fernabschluß, also nicht im Shop. Das sieht man nicht anhand der Postings. Bitte gebe Infos zum Abschluß und ob Geräte bereits geliefert waren u.a.m.
Die Gute:
Unter den Umständen wird in der Tat (s.Mepeisens Post) der Ausdruck "Kündigung" von Gerichten als Willenserklärung für einen Widerruf gewertet. Das wird Vodoofone aber bestimmt nicht akzeptieren. Es gibt also Theater, das man aber durchaus aussitzen kann.

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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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#8
 Von 
lauraconny
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe den Vertrag leider im Shop abgeschlossen :/
Die Geräte wurden auch geliefert nur halt noch nicht angeschaltet.
Ich habe von einem Anwalt den Tipp bekommen einfach den Vertrag zu schriftlich widerrufen und dann auch reinzuschreiben, dass ich am Telefon falsch über die AGB's informiert wurde und ich somit auf den Widerruf bestehen soll. Was haltet ihr davon?

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#9
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3449x hilfreich)

Wenn das klappt lach ich mich schief! :bang:
Was soll das mit dem Vertragsabschluß im Shop zu tun haben? In einem Telefonat kann man ohnehin nicht richtig informiert werden. Genau dafür gibt es doch die Fernabsatz-§, die im Shop nicht gelten. Natürlich sollte man auch mal den Vertragstext im unterschriebenen Auftrag+AGB prüfen, ob da Ansatzpunkte drin sind.



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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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#10
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16176x hilfreich)

Tja... Ansonsten kann man sich mindestens auf das Sonderkündigungsrecht wegen Umzug berufen. Also wenn das nicht klappt. Damit hat man zumindest nur 3 Monate zu zahlen.

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#11
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3449x hilfreich)

Das wird nur heikel, wenn VF liefern kann, der Kunde aber nicht möchte. Geht oft gut wg. Rückmeldung "fehlender Leitung". VF ist da momentan sehr verbissen, da die (nicht nur) in der Rangfolge inzwischen zweitklassig sind. :grins:

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#12
 Von 
lauraconny
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Was könnte denn schlimmsten falls passieren wenn ich den Anschluss nicht freischalten lasse und es einfach bis zu meinem Kündigungstermin dabei belasse?
Ich habe dann ja eigentlich keine Leistungen von Vodafone in Anspruch genommen.

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#13
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8429 Beiträge, 3449x hilfreich)

worst case: 24 Monate zahlen für nix
angemessene Abwicklung: 99.-€ für Schaltkosten und evtl. noch 3 Monate Restzahlung für Umzug.

Praktisch wäre eine Vertragweitergabe innerhalb der Familie oder an Freunde. Oder eine Umwandlung in einen UMTS-Vertrag. Hier war es sicher unüberlegt einen Laufzeitvertrag über 24 Monate abzuschliessen.

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"Vernunft ist wichtiger als Paragraphen"

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#14
 Von 
guest-12316.06.2013 01:23:22
Status:
Schüler
(152 Beiträge, 113x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Was könnte denn schlimmsten falls passieren wenn ich den Anschluss nicht freischalten lasse und es einfach bis zu meinem Kündigungstermin dabei belasse?
Ich habe dann ja eigentlich keine Leistungen von Vodafone in Anspruch genommen. <hr size=1 noshade>


Im Ausgangspunkt richtig. Es gilt: keine Leistung ohne Gegenleistung. Also ohne nutzbaren DSL-Anschluss von Vodafone kein Geld von dir.

Wenn du die Annahme der Leistung von Vodafone verweigerst, befindest du dich aber eventuell im Gläubigerverzug. In Falle des Gläubigerverzugs müsstest du trotz Nicht-Schaltung des DSL-Anschlusses zahlen.

Vor Gericht müsste Vodafone im Zweifelsfall beweisen, dass du dich im Gläubigerverzug befunden hast. Vodafone müsste also grundsätzlich den Beweis erbringen, dass es seinerseits alles getan hat, um dir die Nutzung des DSL-Anschlusses zu ermöglichen (also: Übersendung der Hardware, ggf. Techniker vorbeischicken, dieser muss tatsächlich bei dir geklingelt haben und du hast nicht geöffnet). Wenn Vodafone dir die Hardware nicht zuschickt, dir aber trotzdem das Geld abknöpfen will, wird das nicht funktionieren.

Aber:
Gem. § 295 BGB reicht ein wörtliches Angebot, wenn der Gläubiger erklärt hat, dass er die Leistung nicht annimmt. Hier ist dann die Frage, ob deine Kündigungserklärung schon als Verweigerung der Annahme der Leistung auszulegen ist. Das würde ich perönlich verneinen, denn man kann ja versuchen zu kündigen und, wenn der Vertragspartner sich sperrt, sich dennoch zur Empfangnahme der Leistung entscheiden. Die Erklärung "Ich kündige." besagt noch nicht: "Selbst wenn der Vertrag entgegen meiner Meinung unkündbar ist, werde ich die Leistung in keinem Fall annehmen").

Dann ist die Frage, ob die zu ewartenden Mahnungen der Inkasso-Läden als wörtliches Leistungsangebot durch Vodafone im Sinne des § 295 BGB anzusehen sind (würde ich persönlich auch verneinen, da der Satz: "Ich will dein Geld" etwas anderes ist als: "Hiermit biete ich Ihnen letztmalig die Erbringung der von uns geschuldeten Leistung an").

Wenn Vodafone sich dumm anstellt, muss du mit ein bisschen Glück nichts zahlen. Sicher ist das aber nicht.

-- Editiert Heinz Dieter am 22.12.2012 13:46

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#15
 Von 
Knoxi
Status:
Beginner
(124 Beiträge, 75x hilfreich)

Da ich in der branche arbeite kann ich dir folgendes sagen:

Mit Widerruf kommst du nicht weiter weil der nicht rechtzeitig erfolgt ist

Zu Kündigen weil du am telefon über die AGBs falsch informiert wurdest wird genau so erfolglos sein weil du die AGBs ja bekommen hast und somit wissen solltest wie du vorzugehen hast aber versuchen kannst du es auf jeden fall, evtl. zeigt sich Vodafone ja kulant

Mit der Begründung, dass der Anschluß nicht geschaltet wurde kommst du definitiv nicht weiter weil du die Schaltung verhindert hast

Ich würde es an deiner Stelle mit Umzug probieren obwohl das auch eine einseitige Vertragsänderung darstellt aber die meisten Anbieter haben inzwischen einen kundenfreundlichen Ablauf entwickelt...

Schreib Vodafone an dass du zu deinen Eltern gezogen bist & Meldebestätigung. Gib an dass dort ein Anschluß besteht und füge noch einen Nachweis (bestätigung des bestehenden Anbieters über den Vertrag) hinzu.

Bin mir sicher dass du so rauskommst, es kann allerdings sein dass Vodafone dafür etwas Geld verlangt.

Viel erfolg

Knoxi

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-- Editiert Knoxi am 03.01.2013 14:05

1x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16176x hilfreich)

quote:
Ich würde es an deiner Stelle mit Umzug probieren obwohl das auch eine einseitige Vertragsänderung darstellt aber die meisten Anbieter haben inzwischen einen kundenfreundlichen Ablauf entwickelt...

Weil sie in vielen Fällen gesetzlich dazu verpflichtet worden sind. Seit Mitte 2012 gibt es da eine erste Gesetzesänderung. Sie tun das nicht, weil sie besonders kulant sind. Sie haben scih früher mehrfach durch die Instanzen geklagt um den vollen Vertragszeitraum als Schadensersatz einzufordern.
Das Gesetz schränkt das bisher auf die Fälle ein, wo der Anbieter keinen Anschluss bereitstellen kann. Wie weit das reicht, das weiss nch keiner, denn wir warend amit noch nicht vorm BGH. Die Anbieter tun evtl. gut daran, in der Praxis bei Umzügen nun kulant zu sein, sich also in diese 3-Monats-Regelung zu flüchten. Denn gesetzlich dürfen sie das und bestenfalls evrzichten sie dann auf weitergehende Asprüche, machen aber nichts verkehrt.

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-- Editiert mepeisen am 03.01.2013 16:03

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