Falsche Erstberatung durch Anwalt

9. Oktober 2020 Thema abonnieren
 Von 
go560061-21
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Falsche Erstberatung durch Anwalt

Hallo,
muss ich die Rechnung für die Erstberatung eines Anwalts zahlen wenn dieser falsch bzw. lückenhaft beraten hat?
Ich habe einen Anwalt bezüglich einer Beratung für eine Berufungsverhandlung aufgesucht. Aus dem Urteil der 1. Instanz
geht eindeutig hervor dass der gesamte Tatbestand falsch ist (ich hatte die Unrichtigkeiten auf der Kopie des Urteils rot markiert und dran geschrieben was genau falsch ist) der Anwalt hat mich nicht darauf hingewiesen dass der komplett falsche Tatbestand unbedingt berichtigt werden muss da dieser ansonsten bindend für das Berufungsgericht (OLG) wird.

Erst ein danach beauftragter Anwalt wies mich darauf hin da war die 2 Wochenfrist für die Tatbestandskorrektur schon fast abgelaufen.

Kann ich unter diesen Umständen nun die Zahlung der Rechnung verweigern bzw. mit den Beratungskosten für Anwalt Nr. 2 aufrechnen?

Vielen Dank und Grüße.

-- Editiert von go560061-21 am 09.10.2020 11:57

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118304 Beiträge, 39551x hilfreich)

Hatte man denn danach gefragt?
Was konkret war denn der Auftrag?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
go560061-21
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo und vielen Dank für Ihre Antwort.

Ja, also vorweg ich bin Laie und wusste natürlich nicht dass ein riesen Problem durch den falschen Tatbestand entstehen kann.

Ich habe dem Anwalt gesagt dass auf meine Anwältin kein Verlass ist (sie hat gerichtliche Fristen verstreichen lassen) und er sich doch bitte kurz zum besseren Verständnis des Falls die Zusammenfassung (Tatbestand) auf der Kopie (mit den roten Anmerkungen von mir!) ansehen soll.

Das hat er auch getan aber nichts dazu gesagt dass dieser dringend berichtigt werden muss.

Ich hatte ihn aufgesucht weil ich einen Anwalt für die Berufung und Einschätzung derselben suche.

Da ich ein komisches Bauchgefühl hatte bin ich dann doch noch zu einem anderen Anwalt.

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9326 Beiträge, 2996x hilfreich)

Zitat (von go560061-21):
Kann ich unter diesen Umständen nun die Zahlung der Rechnung verweigern bzw. mit den Beratungskosten für Anwalt Nr. 2 aufrechnen?

Weder noch.
Der Anwalt hat die geschuldete Beratung (wie auch immer) erbracht und hat Anspruch auf sein Honorar.

Bei einem Werkvertrag würde eine unzureichende Auftragserfüllung (Schlechtleistung) das Recht zum Einbehalt auslösen. Vergleichbares gibt es bei einem Dienstleistungsvertrag so nicht. Hier könnten allenfalls Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden.

Aber: Dein Text
Zitat (von go560061-21):
Aus dem Urteil der 1. Instanz
geht eindeutig hervor dass der gesamte Tatbestand falsch ist
ist nicht so jedenfalls nicht schlüssig.
Im Urteilstext wird wiedergegeben, wie das Gericht den Sachvortrag erfasst hat, ggf. bei sich widersprechendem Vortrag, zu welcher Beurteilung es gekommen ist.
Ein Berichtigungsantrag ist nur bei offensichtlichen Schreibfehlern und nicht widersprochener Darstellung sinnvoll.

Zitat (von go560061-21):
da dieser ansonsten bindend für das Berufungsgericht (OLG)

Das ist so ebenfalls nicht richtig. Mit der Berufung greift man ja gerade eine selbst erkannte Fehleinschätzung ds Gerichts im Urteil an, soweit diese Fehleinschätzung entscheidungsrelevant ist.
Dabei gilt wie auch im Berichtigungsantrag die Präklusion zu beachten.

Berry

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#4
 Von 
go560061-21
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo, naja, es waren wirklich offensichtliche Fehler des Gerichts.
Also u.a. Schreibfehler aber auch inhaltliche Verständnisfehler zu (unbestrittenen) Tatsachen.
Also wirklich so als ob das Gericht die Schriftsätze gar nicht gelesen sondern nur überflogen hätte!

Ich finde darauf sollte ein Anwalt schon hinweisen.

Wenn jetzt also die 2 Wochenfrist verstrichen wäre dann müsste er haften und so muss ich für seine lückenhafte Beratung zahlen obwohl ich deswegen noch einmal einen anderen Anwalt aufsuchen musste?

Es stimmt also nicht dass der Tatbestand bindend ist für das Berufungsgericht?

Sind Sie sich dahingehend sicher?

Da habe nämlich schon ein paar anders lautende Urteile gelesen.

Liebe Grüße.



-- Editiert von go560061-21 am 09.10.2020 18:25

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#5
 Von 
go560061-21
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zum Beispiel:
http://www.zpoblog.de/klassische-haftungsfalle-der-vergessene-tatbestandsberichtigungsantrag/

LG

0x Hilfreiche Antwort

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