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Fitnessvetrag Sonderkündigungsrecht aus gesundheitlichen Gründen

18.3.2019 Thema abonnieren
 Von 
sunodra
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Fitnessvetrag Sonderkündigungsrecht aus gesundheitlichen Gründen

Liebe Community,

Ich möchte hiermit euren Ratschlag und eure Expertise in folgender Sache ersuchen:

Ich habe Im Januar 2017 einen Fitness Vertrag für 2 Jahre unterschrieben, lief vom 1.Januar-2017-1.Januar 2019.
Zahlbar direkt ein Gesamtpreis für die vollen 2 Jahre Laufzeit bei Beginn ( war günstiger so ).
Im Vertrag steht natürlich das Übliche: Automatische Verlängerung um die Laufzeit, es sei denn es wird mindestens 3 Monate vor Ablauf gekündigt.
Ich bin kein Jurist, aber habe ein bisschen Kenntnis und Erfahrung mit Verträgen und es schien mir schon damals etwas merkwürdig, da meines Wissens nach, seit einiger zeit nur noch eine automatische Verlängerung von maximal 1 Jahr bei dieser von Vertrag erlaubt ist, und nicht direkt wieder 2 Jahre. Aber ich kann mich da auch irren.

Nun habe ich leider eine seltene, nicht heilbare Krankheit aus der Gruppe der leukämischen Erkrankungen seit 2011.
Ich konnte bis zum Herbst 2018 dennoch einigermaßen sportlich aktiv sein, doch eine Verschlechterung, sowie eine zwingende Umstellung meiner Medikamente machen mir seitdem jegliche sportliche Aktivität unmöglich.

Ich habe es bis zuletzt probiert, unter Aufsicht meines Hausarztes, doch ich musste einsehen, es wird wohl mittelfristig (1-2 Jahre), vielleicht auch langfristig nichts mehr mit Sport und körperlicher Anstrengung.

Mein Fehler war nun rückblickend, dass ich nicht direkt gekündigt habe, als die Probleme anfingen, sondern erst im Dezember 2018, als ganz klar war, es geht nicht mehr.

Ich habe dem Besitzer ein Kündigungsschreiben mit der oben aufgeführten Begründung zukommen lassen, beigefügt ein Attest meines Arztes über meine Verfassung und die Unfähigkeit weiter Sport zu treiben / sich körperlich anzustrengen.

Nun, der Eigentümer ist aber derart geldgeil, dass ihm selbst so ein persönlichen Schicksal wie meines völlig egal ist. Ich erhielt ein Schreiben mit der Aufforderung zu zahlen ( direkt wieder für 2 Jahre die volle Summe ) und dem Hinweis, dass aus seiner Sicht kein ausreichender Grund für eine Sonderkündigung vorliegt und die Frist für eine reguläre Kündigung ja seit September abgelaufen sei.

Dabei könnte es deutlich nicht sein, ich war seit November nicht mehr dort, kann es einfach auch körperlich gar nicht mehr und dennoch habe ich inzwischen 3 Briefe erhalten mit Zahlungsaufforderungen und der Drohung das ganze bei Nichtzahlung dem Anwalt zu übergeben. Der Kerl würde auch Tote abkassieren wenn er könnte...

Ich habe natürlich keine Rechtsschutzversicherung, sonst hätte ich mich dahin gewandt.

Zudem bin ich in 3 Wochen für ein Semester im Ausland, das ist schon lange geplant und das schaffe ich zum Glück trotz meiner Krankheit auch, wird zwar eine Herausforderung, aber ich bekomme Hilfe und Unterstützung wo ich selbst etwas nicht schaffe.

Ich kann also gar nicht mehr auf was auch immer reagieren, wenn ich erstmal weg bin. Das macht mir natürlich nun schon Sorgen und Bauchschmerzen. Ich würde mich gerne auf diese einmalige Zeit und Gelegenheit freuen, aber das fällt so etwas schwer.

Meine Fragen sind nun:

Wie beurteilt ihr das Ganze ? Mein Hausarzt ist natürlich auch kein Jurist, aber findet das Ganze sehr unverschämt und da er mich und meinen Zustand kennt, findet er das auch sehr absurd, denn ich kann einfach nicht mehr ins Fitness Studio gehen, soll aber dennoch zahlen wenn es nach dem Besitzer geht...

Worauf sollte ich mich einstellen ?

Was kann ich vorbereitend tun damit ich keine Probleme bekomme, wenn jemand was von mir will, während ich im Ausland bin ?

Bin ich rechtlich abgesichert (damit meine ich, dass ich dann keine Schuld trage wegen angelaufener Fristen ), wenn ich darauf hinweise, dass ich von April-September aufgrund eines Auslandsaufenthaltes nicht erreichbar bin ?

Danke erstmal und für Rückfragen stehe ich natürlich zur Verfügung.
Grüße

Fragen zu einem Vertrag oder Klauseln?

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23375 Beiträge, 4593x hilfreich)

Zitat (von sunodra):
und dem Hinweis, dass aus seiner Sicht kein ausreichender Grund für eine Sonderkündigung vorliegt und die Frist für eine reguläre Kündigung ja seit September abgelaufen sei.
Gibt es in dem Vertrag keinen Passus zum Sonderkündigungsrecht aus wichtigem Grund?
Der Betreiber wird nicht in der Lage sein, erfolgreich gegen ein ärztliches Verbot anzugehen. Ich würde mir dieses Verbot nochmal vom Arzt attestieren lassen und dem Betreiber zukommen lassen..
Zitat (von sunodra):
habe ich inzwischen 3 Briefe erhalten mit Zahlungsaufforderungen und der Drohung das ganze bei Nichtzahlung dem Anwalt zu übergeben.
Gedroht wird oft, damit die Kunden zz...zittern und zahlen.

Ich kenne einen ähnlich aggressiven *Geschäfts-Sportler*, ziemlich ---clever---, aber mit entspr. ärztlichen Attesten kann man dort sonderkündigen.
Versucht wird auch das *Ruhen* des Vertrages bis zu 6 Monaten zu verkaufen.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100137 Beiträge, 37031x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Ich würde mir dieses Verbot nochmal vom Arzt attestieren lassen und dem Betreiber zukommen lassen.

Warum noch mal das selbe was schon ignoriert wurde zusenden?



Zitat (von sunodra):
Worauf sollte ich mich einstellen ?

Das er darauf besteht das Geld zubekommen, notfalls auch mit Inkasso, Anwalt und Gericht.



Zitat (von sunodra):
Was kann ich vorbereitend tun damit ich keine Probleme bekomme, wenn jemand was von mir will, während ich im Ausland bin ?

Jemanden beauftragen, der die Post entgegennimmt und notfalls weiterleitet.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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