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Gastspielvertrag mit Unterschrift per Mail gültig?

15. September 2020 Thema abonnieren
 Von 
go557712-80
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Gastspielvertrag mit Unterschrift per Mail gültig?

Guten Tag,
bisher verfahren wir mit unseren Gastspielverträgen so, dass diese per Mail an die Veranstalter verschickt werden, diese diesen 2-Fach ausdrucken und beide Exemplare Unterschrieben per Post an uns zurück senden. Wir dann ein Exemplar Unterschreiben und ebenfalls per Post zurück an den Empfänger senden.
Diese Vorgehensweise ist natürlich sehr Zeitaufwändig und teuer auf Dauer.
Ist es rechtsgültig , wenn der Veranstalter sein Exemplar Unterschreibt, einscannt und uns diesen per Mail anstatt per Post zurück sendet? oder könnte es in einem Streitfall vor Gericht zu Problemen kommen.
Lieben Gruß, Steven

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12613 Beiträge, 4153x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Ist es rechtsgültig , wenn der Veranstalter sein Exemplar Unterschreibt, einscannt und uns diesen per Mail anstatt per Post zurück sendet?
Verträge können formfrei geschlossen werden, sogar mündlich wäre gültig.

Zitat:
oder könnte es in einem Streitfall vor Gericht zu Problemen kommen.
Natürlich. Probleme kann es immer geben, und die werden um so größer je weniger Beweismaterial man hat.
Beispielsweise kann man bei einer eingescannten Unterschrift beispielsweise nicht mehr nachweisen, dass sie original ist. Ein Sachverständiger wird allenfalls bestätigen können, dass es die Unterschrift der fraglichen Person ist, aber nicht ob sie auch wirklich auf den Vertrag geschrieben wurde (und nicht manipulativ hineinkopiert wurde, etwa von dir).
Richtig sicher kannst du dir aber eh nie sein, das fällt unter das unternehmerische Risiko. Für gewöhnlich laufen solche Buchungen ganz unkompliziert (Email, Telefon etc.), und erst wenn es mal Probleme gibt muss dieser(!) Kunde in Zukunft alles schriftlich machen; alternativ ist dieser Kunde keiner mehr.

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

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#2
 Von 
NaibaF123
Status:
Student
(2124 Beiträge, 316x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Beispielsweise kann man bei einer eingescannten Unterschrift beispielsweise nicht mehr nachweisen, dass sie original ist. Ein Sachverständiger wird allenfalls bestätigen können, dass es die Unterschrift der fraglichen Person ist, aber nicht ob sie auch wirklich auf den Vertrag geschrieben wurde (und nicht manipulativ hineinkopiert wurde, etwa von dir).
Das dürfte in der Realität etwas anders sein. Wenn man denn bereit ist, ein entsprechendes Gutachten aus der "IT-Forensik" in Auftrag zu geben, kann man da durchaus sehr gute Schlüsse ziehen. Fraglich ist halt, ob Kosten/Nutzen da in einem gesunden Verhältnis stehen ;)

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
JenAn
Status:
Student
(2523 Beiträge, 2546x hilfreich)

Zitat (von NaibaF123):
Wenn man denn bereit ist, ein entsprechendes Gutachten aus der "IT-Forensik" in Auftrag zu geben, kann man da durchaus sehr gute Schlüsse ziehen.


Wenn jemand sehr stupide copypastet, kann man über Fehleranalyse noch einiges machen.
Wenn jemand hingegen copypastet, ausdruckt und erneut einscannt, wird es schon sehr schwer.

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(106037 Beiträge, 37855x hilfreich)

Zitat (von JenAn):
Wenn jemand sehr stupide copypastet, kann man über Fehleranalyse noch einiges machen.
Wenn jemand hingegen copypastet, ausdruckt und erneut einscannt, wird es schon sehr schwer.

Noch probleamtischer wäre es, wenn jemand die Originaldatei von der Unterschrift hat.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
go557712-80
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für eure Antworten. Wie gesagt geht es in den meisten Fällen um einfache Verträge für ein Gastspiel (Band). Die Verträge schicken wir per Mail zum ausdrucken, unterzeichnen und zurück senden an uns. Viele drucken es aus, Unterschreiben es und schicken es per Mail zurück. Jetzt haben wir halt Angst, dass wenn es ,aus welchem Grund auch immer, zu einem Streitfall kommt, der Vertrag/ die Unterschrift angefochten werden kann.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14119 Beiträge, 8566x hilfreich)

Zitat:
Jetzt haben wir halt Angst, dass wenn es ,aus welchem Grund auch immer, zu einem Streitfall kommt, der Vertrag/ die Unterschrift angefochten werden kann.

Das ist schon klar, das verstehen alle.
Da für einen Gastspielvertrag überhaupt keine Unterschrift gesetzlich vorgeschrieben ist, kommt es nicht darauf an ob die Unterschrift auf Papier per Post oder elektronisch eingescannt übermittelt wird. Der Vertrag ist deshalb nicht weniger wert oder weniger gültig.
Das Problem fängt erst an, wenn der Auftraggeber behauptet "ich habe den Vertrag gar nicht unterschrieben - die Unterschrift hat jemand böswillig und ohne mein Wissen durch Manipulation am PC in die Mail eingefügt".
Bei einer Unterschrift auf Papier kann man die Echtheit relativ einfach prüfen. Bei einer Unterschrift in einem eingescannten Dokument kann man meist nicht mehr klären, ob die Unterschrift echt ist, oder ob sie mit Photoshop (o.ä.) nachträglich eingefügt wurde.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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