Gutschein zugesprochen aber nicht erhalten

29. Juli 2014 Thema abonnieren
 Von 
guest-12324.07.2020 10:55:57
Status:
Schüler
(239 Beiträge, 186x hilfreich)
Gutschein zugesprochen aber nicht erhalten

Guten Tag miteinander,

folgender fiktiver Fall:
K kauft bei einem Onlinehänder V eine Hose. Am darauf folgenden Tag ist diese Hose rund 20€ günstiger zu haben. K schreibt darauf hin den V an, ob es möglich ist, die Differenz für die Hose erstattet zu bekommen oder ob man von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen muss und die Hose zurückschicken soll um im Gegenzug die günstigere Hose zu erhalten.
V bietet K daraufhin schriftlich einen Gutschein über den Differenzbetrag an. K stimmt dem nach ein paar Tagen zu. Nun meldet V sich seit 3 Wochen nicht mehr, sprich reagiert nicht mehr auf E-Mails.
Meine Fragen: Musste K unverzüglich; sprich innerhalb von 3 Tagen zustimmen oder würde eine Zustimmung auch nach rund einer Woche noch reichen?
Ist das Gutscheinangebot des Händlers bindend?
Falls ja, wie kommt K zu seinem Recht? Schriftl. Fristsetzung per Einschreiben und ggfs. später Mahnbescheid?

Danke im Voraus.

Gruß, Fabian.

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16176x hilfreich)

Hat V denn die Hose mittlerweile geschickt?

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#2
 Von 
guest-12324.07.2020 10:55:57
Status:
Schüler
(239 Beiträge, 186x hilfreich)

Hallo,

ja, die Hose ist schon lange bei K.
V bietet dem K in einem E-Mailschreiben an, dass K die Hose behält und dafür einen Gutschein über den Differenzbetrag vom alten Preis (50€) zum neuen Preis (30€) erhält.
Ich hoffe es ist nun etwas verständlicher.

Gruß, Fabian.

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#3
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8525 Beiträge, 4064x hilfreich)

Hallo,

über küfer wie dich kann man sicherlich streiten, aber ich finde so Käufer wie dich braucht kein Händler!!!

quote:
K kauft bei einem Onlinehänder V eine Hose. Am darauf folgenden Tag ist diese Hose rund 20€ günstiger zu haben
Preise ändern sich nunmal! Der Preis warja am Vortag noch OK für dich, wieso dann jetzt nicht mehr?

quote:
ob man von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen muss und die Hose zurückschicken soll um im Gegenzug die günstigere Hose zu erhalten.
Natürlich hättest du vom Widerrufsrecht gebrauchmachen können, das steht dir ja zu.
ber der Satz "um im Gegenzug die günstigere Hose zu erhalten" der musskeineswegs mehr zutreffen, denn der Händler kann einen erneuten KV mit dir ohne weiteres verweigern, er ist nicht verpflichtet an dich zu verkaufen! Ich han seiner Stelle würde dan einen erneuten KV erst gar nicht eingehen!

Und nun zu deinen Fragen:

quote:
Ist das Gutscheinangebot des Händlers bindend?
Ja, ber wie willst du das beweisen? Mails dienen Als Beweis so gut wie überhaupt nicht, die lassen sich al. zu leicht fälschen!

quote:
Schriftl. Fristsetzung per Einschreiben und ggfs. später Mahnbescheid?
Kannst du ja versuchen, VK wird dann wohl dem Mahnbescheid widersprechen, dann hast du erneut das Beweisproblem, wie willst du das denn lösen?

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#4
 Von 
guest-12324.07.2020 10:55:57
Status:
Schüler
(239 Beiträge, 186x hilfreich)

Wieso unterstellst du mir hier irgendwelche Sachen?
Der Fall ist rein fiktiv und mir geht es rein um die rechtliche Betrachtung.

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#5
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8525 Beiträge, 4064x hilfreich)

Klar ist immer alles Fiktiv hier ;)

quote:
mir geht es rein um die rechtliche Betrachtung
Und diese verlangt nunmal Beweise, wie will dernn der K das beweisen, was er vom VK haben möchte?

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0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest-12324.07.2020 10:55:57
Status:
Schüler
(239 Beiträge, 186x hilfreich)

Da wirst du dich wohl mit abfinden müssen, dass so manch einer gerne eine rechtliche Meinung zu einem Thema einholt, was ihn nur rein rechtlich interessiert.

Zu den Beweisen: Das ist eben die Frage. E-Mail wurde ja als Beweis ausgeschlossen also hätte K wohl keine Möglichkeit ;)

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16176x hilfreich)

eMails sind als Beweis natürlich nicht ausgeschlossen. Sie sind lediglich leicht zu bestreiten. Manchmal kann man an eMail-Headern o.ä. etwas erkennen. Support-Systeme hinterlassen da oft eindeutige IDs, um bei Mail-Antworten die Mails wieder zusammenzubringen. So ganz utopisch, dass über die Mail hier der Beweis angetreten werden kann, ist das nicht.
Aber natürlich ist die Mail ein schwächerer Beweis als ein notariell beglaubigtes Schuldeingeständnis... Ich denke dabei sollte man die Diskussion an dieser Front belassen, denn wie so etwas ausgeht, kann man nie so genau wissen.

Rein rechtlich ist die Sache aus dem Vertragsrecht für mich eindeutig:
- V und K haben einen ersten Kaufvertrag abgeschlossen.
- K hat seinen Willen zum Widerruf ausgedrückt.
- V hat nun ein neues Angebot abgegeben, K hat dieses neue Angebot angenommen.
- V schuldet nun diesen Gutschein an K.

Egal wie man es dreht. Entweder wurde der erste Kaufvertrag nachverhandelt oder es wurde ein zweiter Vertrag über diesen Gutschein abgeschlossen. Entscheidend ist, dass es hinsichtlich des Gutscheins eine übereinstimmende Willenserklärung gibt und dass nun der V damit in der Schuld des K steht.

Auch wenn l-d-h eine sehr schlechte Meinung von K hat. So etwas passiert täglich zig tausendfach. Gerade beispielsweise bei Telekommunikationsanbietern u.ä. So etwas nennt sich dann beispielsweise Kundenrückgewinnung o.ä. Ich halte das für völlig legitim, was K macht. Es ist schließlich die freie Entscheidung von V, plötzlich massive Preissenkungen durchzuführen. Und schließlich ist das, was K macht, eine der Grundprinzipien der Marktwirtschaft. K hätte auch wortlos widerrufen können und sich die Hose ggf. bei einem anderen Händler für einen günstigeren preis holen können. V war nicht gezwungen, den Gutschein anzubieten, aber er hat es getan und nun muss er auch dazu stehen.



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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 29.07.2014 17:01

-- Editiert mepeisen am 29.07.2014 17:03

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#8
 Von 
guest-12324.07.2020 10:55:57
Status:
Schüler
(239 Beiträge, 186x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort.
K wird den Gutschein natürlich nicht einklagen; wäre unwirtschaftlich. Trotzdem hat mich das doch sehr interessiert.
Schönen Tag noch.

Gruß, Fabian.

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122493 Beiträge, 40146x hilfreich)

Ich sehe das auch so wie mepeisen



quote:<hr size=1 noshade>Musste K unverzüglich; sprich innerhalb von 3 Tagen zustimmen <hr size=1 noshade>

Inwiefern sollten 3 Tage das Kriterium "unverzüglich" erfüllen?





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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