Händler gibt PC (Reparaturfall) nicht mehr raus

19. November 2014 Thema abonnieren
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)
Händler gibt PC (Reparaturfall) nicht mehr raus

Hallo zusammen,

ich weiß in einer Sache einfach nicht mehr, was ich noch tun soll. Vielleicht hat ja hier noch jemand einen Tipp? Ich bin für jede Anregung dankbar. Und da ich auch nicht genau wusste, in welche Kategorie ich das einordnen soll, öffne ich jetzt mal einfach hier. Im Zweifelsfalle einfach verschieben.

Also, ich habe folgendes Problem:

Ich erwarb im Februar 2013 ein Laptop ***** bei einem mir gut bekannten örtlichen Händler. Bereits von Anfang an hatte ich mit dem Gerät Probleme, so dass es gleich in der ersten Woche zur Reparatur zu ***** geschickt wurde (defekter Prozessor und defekte zweite Festplatte). Danach lief das Gerät relativ stabil bis zum 04.04.2014. Als ich es nach dem letzten Gebrauch wieder starten wollte, hing das System in einer Automatic-Repair-Endlosschleife fest. Alles, was ich selber versuchte, schlug fehl. Eine bootfähige Windows 8-CD stand mir nicht zur Verfügung, so dass ich schließlich meinen Händler per Email kontaktierte. Mit diesem machte ich dann telefonisch aus, dass ich das Notebook zu ihm schicken sollte und er sich das Gerät anschaut. Ich schickte das Notebook samt Notebooktasche wie verabredet am 11.04.2014 ein und bat ihn noch, eine Sicherungskopie von meiner zweiten Festplatte zu erstellen, da mir dieses nicht mehr möglich gewesen war.

Seitens des Händlers bekam ich zunächst keine weiteren Auskünfte weder bezüglich der Ankunft meines Notebooks noch zum aktuellen Status der Prüfung. Meine schriftlichen Anfragen per Email am 17.04.2014 und 19.04.2014 an verschiedene mir bekannte Email-Adressen blieben unbeantwortet. Zahlreiche Versuche, telefonisch Kontakt aufzunehmen, schlugen zunächst fehl. Erfolgreich war ich diesbezüglich erst am 29.04.2014. Mir wurde mitgeteilt, dass seitens des Händlers ebenfalls keinen Softwarefehler ausfindig gemacht werden konnte. Er hatte den Rechner nun komplett auseinandergebaut und prüfe die Komponenten einzeln. Fände er keinen Fehler, so würde er den Rechner zu ***** schicken. Er wollte sich jedoch zuvor noch einmal bei mir melden. Was wiederum nicht geschah, war eine Rückmeldung über den aktuellen Stand der Reparatur.

Wieder versuchte ich, den Händler zu erreichen. Dies gelang mir schließlich erst wieder telefonisch am 13.05.2014. Mir wurde mitgeteilt, das Notebook befände sich noch bei ***** und es lägen noch keine weiteren Informationen vor. Der Händler wollte sich bei mir melden, sobald er etwas erfahre. Wieder bekam ich keine Rückmeldung. Versuche der Kontaktaufnahme per Email, Telefon und schließlich über Facebook – dort konnte ich sehen, dass er online war – waren über Wochen hinweg meistens erfolglos. Bekam ich ihn doch einmal ans Telefon, so erhielt ich die übliche Antwort, dass es nichts Neues gebe.

Irgendwann war es dann so weit. Mir wurde mitgeteilt, der Status bei ***** stünde nun auf „ready for shipment". Der Rechner sollte von ***** direkt an mich gesandt werden.
Wieder wartete ich vergeblich. Wieder versuchte ich den Händler zu erreichen. Dies gelang mir erst wieder am 27.06.2014. Mir wurde mitgeteilt, dass das Notebook doch wieder an ihn zurück geschickt worden ist. Er hätte den Rechner nun schon drei Tage im Belastungstest. Dieser verliefe bislang störungsfrei. Ausgetauscht worden wären die Hauptplatine und eine SATA-Schnittstelle. Ich bat ihn, mir das Notebook zuzuschicken, was er am darauf folgenden Montag tun wollte.
Wieder wartete ich vergeblich. Es kam kein Paket bei mir an, ich bekam keine weiteren Nachrichten und die üblichen Versuche, den Händler über die bekannten Kanäle zu erreichen, schlugen wie immer fehl. Erst am 08.07.2014 bekam ich ihn wieder ans Telefon. Laut Aussage kam genau in diesem Moment der Postbote rein und brachte das Paket völlig demoliert zurück. Er wolle nun Fotos zuerst von dem Paket und anschließend von dem Inhalt machen, das Notebook prüfen und sich dann bei mir melden. Da ich mir schon dachte, dass er sich nicht meldet, erfragte ich, wann ich ihn erreichen könne, wenn er nicht zurückruft.

Wie erwartet, kam keine Rückmeldung seitens des Händlers. Zu den verabredeten Uhrzeiten bekam ich ihn nicht ans Telefon. Schließlich schrieb ich ihn am 09.07.2014 morgens erneut über facebook an, dass ich nun endlich wissen wolle, was denn mit dem Notebook los wäre. Wiederum bekam ich keine Antwort, obwohl ich ihn online sah. Ich wartete weiter ab und schaute ab und zu nach, ob nicht doch eine Nachricht eingetroffen war. Am 10.07.2014 gegen 22:00 Uhr war sein Account plötzlich deaktiviert.
So langsam kam sogar mir das alles doch sehr merkwürdig vor, so dass ich Kontakt mit ***** aufnahm, weil ich den Reparaturbericht einsehen wollte. Ich bekam die Auskunft, dass mein Notebook gar nicht bei ihnen zur Reparatur gewesen war. Der einzige Reparaturbericht, der ihnen vorliegt, ist der vom Februar 2013.
Daraufhin schrieb ich den Händler per Briefpost an und setze ihm eine Frist zum 16.07.2014, in dem ich ihn aufforderte, bis zu diesem Zeitpunkt mir entweder mein repariertes Notebook zu schicken oder aber eine entsprechende Summe auf mein Konto zu überweisen.
Die Frist ließ der Händler reaktionslos verstreichen. Am 18.07.2014 erstattete ich schließlich Anzeige.

Tatsächlich kam als Reaktion am 05.08.2014 eine Email. Diese begann mit den Worten:
„Hallo! Warum fehlt in Deinem Notebook die Festplatte? ...". Weiterhin schreibt er, er hätte an einer juristischen Auseinandersetzung natürlich kein Interesse. Ich möchte mich doch bitte bei ihm melden. Ich wusste wirklich nicht, wie ich noch auf so eine dämliche Email reagieren sollte und meldete mich gar nicht. Ich meine, woher soll ich denn wissen, wo die Festplatten (das Notebook hatte zwei davon) sind? Ich habe die ganz sicher nicht ausgebaut. Jedenfalls antwortete ich auf diese Email nicht.
Außerdem, wie kann ihm denn das vorher nicht aufgefallen sein, wenn er das Gerät selber schon angeblich mehrfach geprüft hat und es sogar seiner Auskunft nach beim Hersteller war???

Für den 20.08.2014 wurde ich zur Vernehmung bezüglich der Anzeige vorgeladen. Dort machte ich meine Aussage zu dem Fall. Als ich jedoch nach Hause kam, lag da bereits der Brief von der Staatsanwaltschaft, dass die Ermittlungen eingestellt wurden. Der Händler wurde nicht einmal vernommen!

Ich habe dann irgendwie versucht, das einfach als dumm gelaufen abzutun, aber das leider nicht geschafft. Ich ging dann Ende September zu einem Anwalt, um die Angelegenheit in professionelle Hände zu geben. Meine Hoffnung war irgendwie immer noch, dass der Händler einfach ein Chaot ist, und auf offizielle Aufforderungen besser reagiert als auf private. Die ungefähr anfallenden 200 € war ich auch bereit, noch einmal auf mich zu nehmen.
Mein Anwalt setzte eine erneute Frist zur Herausgabe des PCs oder einer entsprechenden Schadensersatzleistung zum 10.10.2014. Auch diese Frist ließ der Händler verstreichen. Mein Anwalt meinte, ich könne jetzt lediglich noch gerichtlich klagen. Das kann ich mir jedoch finanziell nicht leisten und übersteigt dann auch so langsam den Wert des PCs.
Erst am 25.10.2014 ging dann bei meinem Anwalt ein Einschreiben ein, in dem der Händler noch einmal auf seine Email vom 05.08. verwies, in der er nach der fehlenden Festplatte fragte. Er schlug vor, dass ich ihm die Festplatten zukommen lasse (haha…) und er das Gerät dann zum Hersteller schickt (noch mehr haha…). Gleichzeitig wies er darauf hin, dass sein Geschäft zahlungsunfähig sei und in die Insolvenz geführt werden müsse.

Ich bat meinen Anwalt, den Händler aufzufordern, mir einfach mein Notebook so zurückzuschicken, wie ich es ihm zugesandt hatte. Also einfach kaputt und am besten mit den Festplatten. Ich dachte, ich sende es dann selber zum Hersteller ein. Das war vor etwa drei Wochen (30.10.2014)…
Die Garantie läuft Anfang Februar ab. Mal ganz davon abgesehen, dass der Händler Mein Notebook jetzt seit Mitte April hat!

Und verstehen kann ich das erst recht nicht. Der hat doch ´nen Laden. Selbst wenn er meinen PC geschrottet hat, dann kann er mir doch einfach einen Neuen schicken oder eben ein entsprechend gutes Angebot für einen Neuen machen? Oder ist man da nicht eigentlich versichert?
Außerdem hat er auch bisher auch noch keine Insolvenz angemeldet, wie er behauptet hat. Lediglich seine Homepage ist aktuell offline mit dem Hinweis, dass sein Geschäft gerade „konzeptionell Umgestaltet" wird. So langsam halte ich eigentlich auch das wieder nur für eine weitere Lüge.

Ich weiß einfach nicht, was ich noch machen soll. Das kann doch nicht sein, dass der Typ einfach so damit durch kommt und ich auf dem Schaden sitzen bleibe? Bekommen denn in Deutschland nur die ihr Recht, die Geld haben, und sich entsprechende Verfahren leisten können? Ich bin inzwischen auch umgezogen, so dass der Händler persönlich leider außer Reichweite ist.
Hat hier jemand noch einen Rat, was ich unternehmen kann? Kann ich eigentlich eine Anzeige wiederholen?

Liebe Grüße, Luja.


-- Editiert von Moderator am 19.11.2014 19:01

-- Thema wurde verschoben am 19.11.2014 19:01

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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Methadir
Status:
Praktikant
(794 Beiträge, 406x hilfreich)

Du kannst so viele Anzeigen wiederholen, wie Du willst (Oder auch nicht, keine Ahnung, ehrlich gesagt. Irgendwann wird man Dir groben Unfug unterstellen.), aber das löst Dein zivilrechtliches Problem nicht.
Merke: Anzeigen bringen DIR in der Regel materiell und direkt erstmal gar nichts.

Habe ich überlesen, warum Du mit einem örtlichen Händler Pakete hin- und herschickst?

-- Editiert Methadir am 19.11.2014 16:07

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Methadir,

ich weiß, dass mir das erst einmal nichts bringt. Vor allem wollte ich den Händler mal ein wenig wachrütteln. Hat ja immerhin für genau eine (ziemlich dämliche) Email gereicht... Ansonsten möchte ich inzwischen wenigstens, dass er Ärger am Hals hat, wenn er meinen PC einfach so behält.

Und Pakete schicken wir hin und her, weil ich (wie ich im drittletzten Satz erwähnte), umgezogen bin. Und da er ja eh nicht mit mir redet, will ich ganz sicher nicht 6 Stunden durch die Gegend fahren, um dann vor verschlossener Tür zu stehen.

LG Luja

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118304 Beiträge, 39551x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Hat hier jemand noch einen Rat, was ich unternehmen kann? <hr size=1 noshade>

Den Rat des Fachmannes befolgen
Die Sache abhaken
Hinfahren (mit Zeugen) und Herausgabe verlangen



quote:<hr size=1 noshade>Bekommen denn in Deutschland nur die ihr Recht, die Geld haben, und sich entsprechende Verfahren leisten können? <hr size=1 noshade>

Nein, für die anderen gibt es Prozesskostenhilfe.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Eidechse
Status:
Senior-Partner
(6996 Beiträge, 3914x hilfreich)

Wenn Sie nicht selbst vorbeifahren wollen, um mal mit dem Händler persönlich zu reden und ihn dann zur Herausgabe des Notebooks zu bewegen, bleibt nur der Gerichtsweg. Kann man sich einen Prozess nicht leisten, kann man es mit PKH versuchen.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

Nun mal wegen der Entfernung einfach gedacht, dem Händler eine Frist setzen, auf Herausgabe bzw. Ersatzweise die Erstattung des Kaufpreises, 14 Tage sollten reichen.
Das ganze per Einschreiben, oder Zustellung durch GV.
Es dürfte abzusehen sein, der Händler lässt die Frist verstreichen, also darauf hin den Mahnbescheid über Gericht mit dem Schreiben, welches als Forderung gilt erlassen.
Danach hat der Händler 14 Tage Zeit dem zu widersprechen (aber es gibt eben die Spezies, wo das nicht macht, selbst dieses Jahr erlebt), widerspricht er, sieht man sich vor Gericht wieder.
Kommt kein Widerspruch reicht man Antrag auf Erlass eines Vollstreckungsbeischeides ein, danach die Vollstreckung.
Hier mal ein Link dazu:
http://www.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/verfahrensrecht/gerichtliche_mahnung/index.html

Ich sehe den Mahnbescheid immer als erste Wahl nach erfolglos gestellter Forderung, meist reagieren egal ob Privat oder Firma die gar nicht auf den Mahnbescheid.
Entscheidend jedoch ist ein vernünftiges Schreiben, auf Erfüllung / Herausgabe ersatzweise Erstattung des Kaufpreises.
PS: Da hier vom Streitwert her auf jeden Fall das eine Sache des Amtsgerichtes ist, sollte man vor solchen Maßnahmen nicht zurück schrecken, am AG ist wenn man halbwegs im Recht ist, mit guten Chancen ohne Anwalt.
Jedoch sollte man eben ein wenig das BGB im Falle des Falles doch halbwegs im Kopf haben.

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0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nochmal,

erst einmal vielen Dank für den Link. Auf dieser Seite bin ich auch schon einmal gelandet, habe mich aber davon abhalten lassen, dass da stand, ein Mahnverfahren ginge nur bei Geldforderungen. Und ursprünglich wollte ich ja nur meinen Computer wiederhaben.
So ein Schreiben mit Fristsetzung hatte ich ja schon zweinmal erstellt. Einmal selbst im Juli und einmal über meinen Anwalt Ende Oktober. Eigentlich hatte ich ja auch mit meinem Anwalt ausgemacht, dass der bei einer Fristverstreichung dann das Mahnverfahren anstößt. Daher war ich ja so verwundert, als er meinte, man könne jetzt nur noch klagen. Da dachte ich, das läge evtl. an der Insolvenzandrohung seitens des Händlers.
Aber da ich von so was keine Ahnung habe und mich auch noch nie streiten musste, kenne ich die Möglichkeiten und Vorgehensweisen leider nicht. Und das BGB habe ich auch nicht im Hinterkopf...
Nun gut, da der Händler offensichtlich auch den kaputten PC nicht wieder rausrücken will, werde ich bezüglich eines Mahnverfahrens nochmal meinen Anwalt fragen.
Kann ich eigentlich die leider notwendig gewordenen Anwaltskosten und ggf. das Mahnverfahren dem Händler auch in Rechnung stellen? Oder bleibe ich darauf jetzt eh sitzen?

Liebe Grüße, Luja.

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

quote:
Auf dieser Seite bin ich auch schon einmal gelandet, habe mich aber davon abhalten lassen, dass da stand, ein Mahnverfahren ginge nur bei Geldforderungen. Und ursprünglich wollte ich ja nur meinen Computer wiederhaben.

Aus dem Grund wird ja im Schreiben die Herausgeben, Alternativ die Summe in höhe des Kaufpreise gestellt.
quote:
Eigentlich hatte ich ja auch mit meinem Anwalt ausgemacht, dass der bei einer Fristverstreichung dann das Mahnverfahren anstößt. Daher war ich ja so verwundert, als er meinte, man könne jetzt nur noch klagen. Da dachte ich, das läge evtl. an der Insolvenzandrohung seitens des Händlers.

Mahnbescheid ist eine einfache Sache, kann man sogar online beantragen, bringt natürlich weniger Kohle für den RA als gleich eine Klage vor Gericht.
quote:
Kann ich eigentlich die leider notwendig gewordenen Anwaltskosten und ggf. das Mahnverfahren dem Händler auch in Rechnung stellen? Oder bleibe ich darauf jetzt eh sitzen?


Kann passieren, denn es war ja jetzt kein Erfolg vorhanden.
Mein Ratschlag versuche es über den Mahnbescheid, nach Zustellung hat der Händler 14 Tage Zeit um dem zu widersprechen.
Kommt nichts ist es easy.


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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nochmal,

ich habe jetzt noch einmal meinen Anwalt kontaktiert, weil ich ja selber dachte, dass es ein Mahnverfahren geben würde. Ich bekam die Antwort, dass in meinem Fall nur der Anspruch auf Rückgabe des Notebooks besteht. Und auf Rückgabe müsse geklagt werden.
Eine Umstellung von Rückgabe auf Schadenersatz sei nur möglich, wenn feststeht, dass der Händler die Herausgabe nicht mehr leisten kann oder endgültig ablehnte, Herausgabe zu leisten. Und wenn ich das jetzt umstelle, und der Händler Widerspruch einlegt, dann müsse ich erklären, warum ich aus einem Herausgabeanspruch einen Zahlungsanspruch mache. Und dass dürfte laut meinem Anwalt Schwierigkeiten machen.
Was ich aber auch nicht ganz verstehe, selbst wenn ich jetzt klage, warum muss ich dann überhaupt die Kosten tragen? Ich gehe ja schon davon aus, dass ich zum größten Teil Recht bekomme. Das Einzige, was ich vielleicht versäumt habe, ist die Antwort auf diese eine blöde Mail im August. Ansonsten habe ich auf jegliche Weise versucht, das Problem anders zu lösen. Also würde ich jetzt erwarten, dass entsprechend der Händler dann auch die Kosten aufgebrummt bekommt... Oder verstehe ich mal wieder gar nichts?

Liebe Grüße, Luja.

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0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16155x hilfreich)

Du musst die Kosten nur vorschießen. Das Problem ist aber: Wenn das stimmt und der Händler Insolvenz anmeldet, kann er auch den Prozess womöglich nicht mehr zahlen und dann? Bleibst du auf deinen Kosten womöglich sitzen.

Ich würde hier nochmals bei der Staatsanwaltschaft nachhaken. Mit Verweis darauf, dass er Insolvenz anmelden könnte hier zum einen ein starkes Indiz dafür existieren, dass hier Insolvenzverschleppung vorliegt. Dass er deinen Laptop von April ausgeschlachtet hat und in seiner Zahlungsnot die Festplatten versetzt hat. Frage hierzu: Welche Rechtsform hat der Händler? Einzelunternehmen? GmbH? Wenn man es irgendwie schafft, die Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen zu bewegen, kann folgendes passieren: Deine Forderung auf Herausgabe oder Schadensersatz könnte als unerlaubte Handlung ausgelegt werden und es könnte sogar so weit gehen, dass der Geschäftsführer mit seinem Privatvermögen haftet.

Aber das alles steht unter dem Stern, dass es auch gut sein kann, dass du ne wieder etwas wieder siehst von deinem Geld.

Im übrigen: Die Argumentation auf Schadensersatz ist im Übrigen nicht schwierig. Da offensichtlich die Festplatten verschwunden sind, ist es dem Händler bereits unmöglich, die Sache so herauszugeben, wie sie überlassen wurde.
EMails sind keine starken Beweise, können angegriffen werden. Aber der Händler muss erst mal erklären, wie de Festplatte anfangs noch da ist (er könne keinen Softwarefehler feststellen, du hast um Sicherheitskopie gebeten) und später sei sie plötzlich verschwunden.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Ich bekam die Antwort, dass in meinem Fall nur der Anspruch auf Rückgabe des Notebooks besteht. Und auf Rückgabe müsse geklagt werden.
<hr size=1 noshade>

Es geht doch wenn ich es richtig gelesen habe um Gewährleistung nach §437 BGB ?


quote:<hr size=1 noshade>Erst am 08.07.2014 bekam ich ihn wieder ans Telefon. Laut Aussage kam genau in diesem Moment der Postbote rein und brachte das Paket völlig demoliert zurück. Er wolle nun Fotos zuerst von dem Paket und anschließend von dem Inhalt machen, das Notebook prüfen und sich dann bei mir melden. <hr size=1 noshade>


Eine solche Aussage des Händler lassen darauf schließen, das es vermutlich nicht zu reparieren wäre.
Aus dem Grund sollte man einmal die Herausgabe, die Gewährleistung in Verbindung betrachten, somit kann man sehr wohl eine Forderung in Höhe des Kaufpreises stellen.

Also ich verstehe den Anwalt nicht, es hängt ja in Verbindung mit einem Gewährleistungsanspruch zusammen.

quote:<hr size=1 noshade>Ich bat meinen Anwalt, den Händler aufzufordern, mir einfach mein Notebook so zurückzuschicken, wie ich es ihm zugesandt hatte. Also einfach kaputt und am besten mit den Festplatten. Ich dachte, ich sende es dann selber zum Hersteller ein. Das war vor etwa drei Wochen (30.10.2014)…
Die Garantie läuft Anfang Februar ab. Mal ganz davon abgesehen, dass der Händler Mein Notebook jetzt seit Mitte April hat! <hr size=1 noshade>


Was hat jetzt der Anwalt erreicht?
Gar nichts, er will auf Herausgabe klagen, es geht doch auch darum ein funktionierendes Notebook zu erhalten.

Also wenn der Anwalt nichts taugt, wenn die Forderung noch nach Erfüllung der Gewährleistung und Herausgabe, Ersatzweise Erstattung des Kaufpreises noch nicht gestellt wurde, diese per Einschreiben mit Fristsetzung 14 Tage stellen. Vielleicht noch einen freundlichen Hinweis das man ohne weiteres Anschreiben danach entsprechende Schritte in die Wege leiten würde.
Nach verstreichen der Frist ohne Reaktion des Händler ist der Mahnbescheid die einfachste und schnellste Möglichkeit an seine Kohle zu kommen.
Als Anmerkung, was nützt das defekte Notebook, wenn dies unter Umständen beim Händler mechanisch beschädigt wurde?
Der Hersteller würde den Garantieanspruch dadurch ablehnen.


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#11
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,

an dieser Stelle zunächst einmal noch ein ganz herzliches Dankeschön für Euren Beistand. Ein tolles Gefühl, wenn man endlich mal Antworten auf seine Fragen bekommt...

quote:<hr size=1 noshade>Also ich verstehe den Anwalt nicht, es hängt ja in Verbindung mit einem Gewährleistungsanspruch zusammen. <hr size=1 noshade>

Ich verstehe meinen Anwalt ja auch nicht, um ehrlich zu sein. Insbesondere bekomme ich keine Antworten auf aus meiner Sicht klar gestellte Fragen. Ich meine, ich bezahle ihn doch... Da drängt sich schon ein wenig der Verdacht auf, dass ihm sein eigenes Anliegen wichtiger ist als meines. Ich will mich hier jetzt auch nicht unnötig beschweren oder jemandem was unterstellen, vielleicht langweilt ihn mein Fall auch einfach ;-) Aber irgendwie bin ich gerade recht hilflos, will aber trotzdem nicht zum nächsten Anwalt rennen. Gleichzeitig kann ich einfach nicht einsehen, dass es das so gewesen sein soll.

quote:<hr size=1 noshade>"Ich würde hier nochmals bei der Staatsanwaltschaft nachhaken."

"...Wenn man es irgendwie schafft, die Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen zu bewegen..." <hr size=1 noshade>

Und wie mache ich das am besten? Kann ich dann einfach noch einmal auf meine Anzeige hinweisen? Die Widerspruchsfrist habe ich an dieser Stelle ja verstreichen lassen. Da stand die Insolvenz ja auch noch nicht im Raum. Ich bin ja nur vom Chaotentum ausgegangen...

quote:<hr size=1 noshade>Welche Rechtsform hat der Händler? <hr size=1 noshade>

Das ist eine UG. Damals noch zusammen mit seiner Frau, die ist ihm aber auch schon davon gelaufen... Übrigens steht auch ihr Name offiziell auf der Rechnung. Sie ist aber mit "Austritt aus der Familie" auch aus der UG raus.

quote:<hr size=1 noshade>EMails sind keine starken Beweise, können angegriffen werden <hr size=1 noshade>

Das kann ich nur bestätigen. Den Ausdruck der Email, die er an meinen Anwalt geschickt hat, hatte er zu seinen Gunsten manipuliert. Ein paar meiner unbeantworteten Mails rausgelöscht und komplett die Datums und Uhrzeitangaben aus dem Verlauf genommen... In meinem Postfach sieht der etwas anders aus.

quote:<hr size=1 noshade>Aber der Händler muss erst mal erklären, wie de Festplatte anfangs noch da ist (er könne keinen Softwarefehler feststellen, du hast um Sicherheitskopie gebeten) und später sei sie plötzlich verschwunden.
<hr size=1 noshade>

Ja, der Teil ist mir auch schon aufgefallen. Nicht nur, dass er angeblich die Software getestet hat, die ja laut seiner Aussage fehlerfrei war, er hat das Gerät ja angeblich auseinandergebaut (was mir schon die Haare zu Berge stehen ließ, weil er ein Gerät, das ein Garantiefall ist, nicht auseinander zu bauen hat. Es war ausgemacht, dass er das Notebook zu ***** schickt), da hätte ihm dann auch auffallen können, dass da die Festplatte fehlt. Dann war das Teil ja angeblich bei *****. Aber auch denen fällt nicht aus, dass da die Festplatte fehlt? Dann tauschen die die SATA-Schnittstelle aus (das breite Kabel mitsamt Verbindungen zur FESTPLATTE) - ohne Festplatte? Und zuletzt hat der Händler das Notebook drei Tage im Belastungstest, der zur vollen Zufriedenheit verläuft. Und auch das völlig ohne Festplatte? Mal ganz davon abgesehen hatte mein Laptop sogar zwei physikalische Festplatten zu je 1 TB...

quote:<hr size=1 noshade>Es geht doch wenn ich es richtig gelesen habe um Gewährleistung nach §437 BGB ? <hr size=1 noshade>

Sofern ich den § richtig verstehe, würde ich diese Frage mit "JA" beantworten.

quote:<hr size=1 noshade>Aus dem Grund sollte man einmal die Herausgabe, die Gewährleistung in Verbindung betrachten, somit kann man sehr wohl eine Forderung in Höhe des Kaufpreises stellen. <hr size=1 noshade>

Ja, dachte ich ja eigentlich auch. Oder zumindest den Wiederbeschaffungswert des Gerätes. Ganz neu war es ja jetzt auch nicht mehr. Aber da ich damals eine ganze Weile für einen guten PC gespart hatte, liegt auch der noch bei knapp 1000€. Dann noch die an den Rechner gebundenen Softwarelizenzen (MS Office Enterprise), die ebenfalls damit futsch sind. Den Wert meiner Dateien bekomme ich ja eh schon nicht mehr ersetzt. Ich mache zwar hin und wieder Backups, aber ein gewisser Verlust besteht ja doch immer. Deshalb hat aus meiner Sicht der Händler auch diese Bitte einfach grob verpennt. Ich hatte alle meine Dateien brav auf der zweiten Festplatte abgelegt. Also eigentlich ein Einfaches, diese zu retten.

quote:<hr size=1 noshade>Eine solche Aussage des Händler lassen darauf schließen, das es vermutlich nicht zu reparieren wäre. <hr size=1 noshade>

Ja, auch das ist richtig. Ich hatte nur gehofft, dass es sich auch hier um eine Lüge handelt, um wieder Zeit zu schinden und mich erst einmal los zu werden. Denn wenn das wahr wäre, dann ist doch so ein Paket auch irgendwie versichert. Da hätte man doch auch wenigstens ein paar Ansprüche geltend machen können. Außerdem war der Anruf morgens um 8:30 Uhr. Ich habe selber in der Nähe gewohnt. Da kommt der Paketservice nicht vor 12:00 Uhr... Aber mit Sicherheit kann ich das natürlich nicht sagen. Jedenfalls hätte ich versucht, das Gerät einzusenden, sofern es nicht komplett zerstört wurde. Fehlende Festplatten hätte ich noch glaubwürdig machen können (Ich bin selber ITler, allerdings eher im Softwarebereich. Daher ist der PC ja auch noch Arbeitsgerät für mich. Und ich hatte tatsächlich eigene Programmierungen drauf. Dummerweise kommt aber immer eines zum anderen, und ich war Anfang des Jahres schwer erkrankt. Deshalb habe ich auch selber die letzten Datensicherungen verpennt... Ich war zum Zeitpunkt des Defektes auch selber noch im Krankenhaus. Daher hatte ich dort auch keine Möglichkeiten, viel selber zu unternehmen)und anschließend neue gekauft. Ist immer noch günstiger als ein komplett neues Gerät in der Preisklasse. Und wenn ich ja eh auf meinem Schaden sitzen bleibe, wäre das noch die beste Alternative gewesen. Aber da er das Notebook offensichtlich ja auch im Zustand April 2014 nicht mehr herausgibt/herausgeben kann, bleibt ja nur noch Schadneersatz, oder?


Gibt es eine Frist, die ich jetzt noch einmal abwarten muss nach der Aufforderung der Herausgabe des Gerätes im Zustand April 2014? Ab wann kann ich davon ausgehen, dass die Herausgabe abgelehnt wurde?

Noch einmal vielen lieben Dank, liebe Grüße Luja.




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-- Editiert Luja02 am 21.11.2014 12:07

-- Editiert Moderator am 22.11.2014 01:55

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16155x hilfreich)

quote:
Den Ausdruck der Email, die er an meinen Anwalt geschickt hat, hatte er zu seinen Gunsten manipuliert. Ein paar meiner unbeantworteten Mails rausgelöscht und komplett die Datums und Uhrzeitangaben aus dem Verlauf genommen...

Bist du dir sicher, dass er vor der Insolvenz steht? Solche Maschen kenne ich eigentlich nur in Zusammenhang mit dem bösen B-Wort (Betrug). Wer schon so etwas macht, der könnte auch noch bei anderen Dingen lügen. Zu dumm ist nur: Wenn er Mails manipuliert gibt er jedenfalls zu, irgendwelche Mails erhalten zu haben.

Wurde die Staatsanwaltschaft auf die manipulierten Mails hingewiesen? Da sollte doch jeder Staatsanwalt hellhörig werden. Da kommt zu viel Zufall zusammen. Unterschlagung oder Betrug drängt sich hier doch geradezu auf.

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0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

nein, ich bin mir da nicht sicher. Das steht in dem Anschreiben an meinen Anwalt. Er hat immerhin einmal reagiert zwei Wochen nach Fristablauf...
Er schrieb in einem nicht unterschriebenen Brief ohne Datumsangabe, dass er selber gerade erkrankt wäre und daher die Frist nicht einhalten konnte. Er verwies auf die als Ausdruck beiliegende (manipulierte) Email, dass er doch nach der Festplatte gefragt hätte, und er ja nichts unternehmen könne, wenn diese fehlt. Auch sagt er in diesem Brief aus, dass er seine Firma der Insolvenz zuführen müsse, weil diese zahlungsunfähig sei. Er bot an, das Notebook zum Hersteller zu schicken (was er doch angeblich schon gemacht hatte...), wenn ich ihm die Festplatte zukommen lassen würde. Aber die Festplatten habe ich ja gar nicht. Und ich werde ganz sicher nicht noch welche kaufen und diese ihm zur Verfügung stellen!
Das war Ende Oktober.
Daher war ja auch mein Gedanke, bevor mein PC, der ja vielleicht gar nicht so kaputt ist, wie mir hier weiß gemacht wird, in der Insolvenzmasse verschwindet, dass ich ihn einfach zurückbekomme. Denn wenn er da erst einmal drin verschwindet, ist die Garantie nämlich ganz sicher abgelaufen... Daher ließ ich ihn auffordern, einfach mein Notebook in dem Zustand herauszugeben, in dem ich es im April verschickt habe.

Seitdem verfolge ich die Insolvenzeinträge auf der entsprechenden Webseite. Da ist bislang nichts aufgetaucht. Lediglich seine Homepage ist seit ein paar Tagen offline mit den Hinweis:
" UG befindet derzeit in einer konzeptionellen und organisatorischen Umstrukturierungsphase. Bis diese
abgeschlossen ist, bleibt auch die firmeneigene Homepage
offline.
Wir bitten vielmals um Verständnis und freuen uns, Ihnen bald wieder zur Verfügung zu stehen."

Das klingt für mich nicht nach Insolvenz. Vielleicht lügt der auch einfach hier wieder. Ich weiß es ja nicht.

Nein, die Staatsanwalt weiß von diesen ganzen Vorgängen nichts. Das kam jetzt alles noch später dazu. Mein eigenes Misstrauen und diese damals schon recht vielen "Zufälle" hatten denen ja nicht ausgereicht.
Meine Hoffnung damals war ja auch, dass ich vielleicht nicht die Einzige bin, die hier vera*** wird. Kämen genügend Anzeigen und Geschädigte zusammen, hätte der vielleicht einfach mal Ärger bekommen. Oder dass es ihn wenigstens mal wachrüttelt.

Liebe Grüße, Luja.



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0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Edit:
Ach ja, mir fällt gerade ein, dass die Staatsanwaltschaft ja auch von den anderen "Zufällen" nicht weiß. Die hatte ja gar nicht erst ermittelt sondern das Verfahren eingestellt, bevor ich überhaupt eine Aussage machen konnte...

Liebe Grüße, Luja.

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0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16155x hilfreich)

Ich würde hier nochmals die Staatsanwaltschaft kontaktieren, den gesamten eMail-Verlauf offen legen und deutlich einmal auf die Merkwürdigkeiten mit der angeblich verschwundenen Festplatten und den Diagnosen von vorher aufmerksam machen (passt nicht zusammen), auf die gefälschte Mail an den Anwalt, auf die Behauptung, er sei insolvent ohne dass es bis heute zu einer Insolvenz gekommen zu sein scheint und auf die Zufälle mit den ständig kaputten Paketen u.ä.

Die Staatsanwaltschaft fragen, warum sie nicht ermittelt bei den vielen Ausreden, bei der verschwundenen Festplatte, du bist doch sicher nicht der einzig Geschädigte. Und auch deutlich fragen, ob hier nicht Insolvenzverschleppung oder Betrug vorliegt, wenn er deinem Anwalt etwas vorlügt und es gar keine Insolvenz gibt.

Wie gesagt, mich würde wundern, wenn dort ein Staatsanwalt nicht drauf anspringt.

Der Punkt ist: Wenn er hier Unterschlagung beging oder Insolvenzverschleppung o.ä. ist womöglich der Weg für deinen Anwalt frei, ihn bei seinem Privatvermögen zu belangen (so da etwas von da ist). Dann kann er sich nicht hinter einer womöglich dann doch insolventen UG mehr verstecken.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

-- Editiert mepeisen am 21.11.2014 17:08

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#16
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ja, das klingt eigentlich logisch. Ich hatte das ja eigentlich schon vorher erwartet. Aber die waren wohl wenig motiviert, wenn die sich nicht einmal meine Aussage anhören wollten...

Ich denke, ich werde es auf jeden Fall noch einmal so versuchen. Der Teil kostet mich ja noch nichts. Ansonsten werde ich voraussichtlich noch einmal explizit einen Schadenersatzforderung an den Händler formulieren mit allen mir angefallenen Kosten, einschließlich der des Anwalts, der mir dann einfach seine Rechnung schicken soll. Ich denke, dass ich einen in Anspruch nehmen musste, kann ich begründen... Und das Mahnverfahren starten, sofern keine Zahlung erfolgt. Allerdings gehe ich wirklich davon aus, dass er den Widerspruch nicht einfach verpennen wird. Ich denke, der weiß ganz genau, was er da tut und wie weit er gehen kann. Mal sehen, wie es dann weiter geht.

Eine Klage kommt jedenfalls zur jetzigen Zeit einfach aus Kostengründen nicht für mich in Betracht. Selbst wenn der Prozesskosten übernehmen muss. Ist er wirklich zahlungsunfähig, muss ich immer noch eine recht hohe Summe an meinen Anwalt zahlen, die ich dann eigentlich besser in einen neuen PC investieren sollte... Wenn der Typ Recht bekommt - gar nicht auszumalen. Sollte jedoch wirklich sein Privatvermögen (keine Ahnung, ob eines vorliegt) mit einbezogen werden können, dann würde vielleicht auch eine Klage eher in Betracht kommen.

Klingt das vernünftig? Wenn ja, noch einmal wirklich einen recht herzlichen Dank für Eure Unterstützung! Ich melde mich, wenn es was Neues gibt... ;-)

Liebe Grüße, Luja.

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#17
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4953 Beiträge, 2375x hilfreich)

quote:
das Mahnverfahren starten, sofern keine Zahlung erfolgt. Allerdings gehe ich wirklich davon aus, dass er den Widerspruch nicht einfach verpennen wird. Ich denke, der weiß ganz genau, was er da tut und wie weit er gehen kann. Mal sehen, wie es dann weiter geht.

Lasse dich einfach überraschen. Manchmal macht man sich einfach zu viele Sorgen, erst mal spielt er auf Insolvenz.
Die Insolvenz ist also noch gar nicht angemeldet, ist ist dein Bier, stelle die Forderung und danach den Mahnbescheid.

quote:
Eine Klage kommt jedenfalls zur jetzigen Zeit einfach aus Kostengründen nicht für mich in Betracht. Selbst wenn der Prozesskosten übernehmen muss. Ist er wirklich zahlungsunfähig, muss ich immer noch eine recht hohe Summe an meinen Anwalt zahlen, die ich dann eigentlich besser in einen neuen PC investieren sollte...

Genau das ist es doch, was der Händler will, klein beigeben.
Der Streitwert ist unter 5000€ damit ist es das örtliche AG, es herrscht dort auch kein Anwaltszwang.
Wenn deine Schilderung hier stimmt, wird er Richter auf der Seite des Verbrauchers sein.
Ich persönlich habe für solche Firmen aus eigener Erfahrung ein null Toleranzgrenze, und auch keinen Skrupel mehr solchen den GV am Ende ins Haus zu schicken.



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#18
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Nee, Skrupel habe ich da auch echt gar keine mehr. Ich bin jetzt genug entgegengekommen... Nur leider nicht die entsprechende finanzielle Polsterung in der Hinterhand. Also ist die Frage, wann man besser doch klein beigibt.

Aber ich werde jetzt das Anschreiben erstellen und dann am Ende der Woche noch einmal meine "Endforderung". Dann hatte er vier Wochen Zeit, das Gerät zurückzuschicken. Selbst wenn er wirklich gerade krank ist, sollte diese Frist ausreichen, denke ich...

An dieser Stelle zunächst noch einmal recht herzlichen Dank, liebe Grüße Luja.

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#19
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nochmal,

also, ich habe es jetzt mit meinem Anschreiben geschafft, die Staatsanwaltschaft zu Ermittlungen wegen des bösen B-Wortes zu animieren. Immerhin. Ich bin ja mal gespannt.

Jetzt habe ich aber doch noch einmal eine Frage. Mir wurde hier ja auch noch angeraten, ein Mahnverfahren zu eröffnen. Dazu wollte ich eigentlich abwarten, was bei den Ermittlungen rauskommt (hier wurde ja angemerkt, dass der Händler dann gegebenenfalls mit seinem Privatvermögen haften muss). Dummerweise ist jetzt nur folgendes passiert: als ich meinen Anwalt bat, mir die Rechnung fertig zu machen (die Kosten wollte ich mit auf die Schadensersatzforderung setzen), hat dieser ohne Absprache mit mir (und obwohl ich ihm klipp und klar gesagt habe, dass ich das nicht möchte) selber noch einmal ein Anschreiben mit einer Schadenersatzforderung und einer Fristsetzung an den Händler geschickt. Fand ich jetzt nicht witzig, ist aber nicht mehr zu ändern.
Diese Frist ist am 09.12. wie erwartet ohne eine Rückmeldung seitens des Händlers verstrichen.
Nur, was mache ich jetzt? Kann ich selber das Mahnverfahren aufgrund des Anschreibens meines Anwaltes in Gang setzen oder kann das nur derjenige tun, der das Anschreiben aufgesetzt hat? Und gibt es eine Frist, innerhalb der ich das tun muss? Ich wollte ja eigentlich noch abwarten, was bei den Ermittlungen rauskommt.
Aber ich kann doch auch nicht dauernd alle vier Wochen Anschreiben mit irgendwelchen Forderungen und Fristen an den Händler schicken. Ich mache mich ja lächerlich...
Und nu?

Liebe Grüße, Luja.

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#20
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16155x hilfreich)

quote:
Fand ich jetzt nicht witzig, ist aber nicht mehr zu ändern.

Ist relativ wurscht. Extra abrechnen wird es der Anwalt dennoch nicht können. Dir entsteht also erst mal außer dass du es nicht witzig findest kein Nachteil.

quote:
Kann ich selber das Mahnverfahren aufgrund des Anschreibens meines Anwaltes in Gang setzen

Ja kannst du selber machen.

quote:
Und nu?

Mach den Mahnbescheid fertig und warte die Reaktion ab. Der Mahnbescheid ist nicht so arg teuer. Wenn er widerspricht, ist das erst mal eine Reaktion und du kannst die Ermittlungen abwarten. Wenn er nicht widerspricht, beantragst du einen VB und schickst dann einen GV los, die Tageseinnahmen zu pfänden oder ähnliches.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#21
 Von 
Luja02
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

vielen lieben Dank für die Auskunft!

Extra abgerechnet hat der Anwalt das auch nicht. Wär mir auch egal gewesen, ich hätte es auch bezahlt. Nur ist das für mich ein bisschen doof, da ich ja eigentlich die Anwaltskosten mit auf die Rechnung setzen wollte. Sowie meine Notebooktasche, in der ich das Gerät zur besseren Polsterung eingesandt habe, und die an das Laptop gebundenen Softwarelizenzen. Der Anwalt hat natürlich nur den PC in das Schreiben aufgenommen. Was soll´s. Ich kann ja überhaupt froh sein, wenn ich jemals davon was wiedersehe. Ich dachte nur, wenn, dann richtig ;-)
Und ich hatte befürchtet, dass ich den Mahnbescheid jetzt auch nur noch über den Anwalt machen kann. Und das wäre mir dann wirklich so langsam zu teuer geworden. Oder ich hätte eben schon wieder eine "Rechnung" an den Händler schicken müssen, was mir so langsam peinlich geworden wäre.

Also, dann mache ich mich da mal ran. Vielen Dank noch einmal!
Liebe Grüße, Luja

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