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Hermes-Bote verweigert kontaktlose Unterschrift

29. Mai 2020 Thema abonnieren
 Von 
Jens D.
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 24x hilfreich)
Hermes-Bote verweigert kontaktlose Unterschrift

Hermes Paketbote drückt dem Empfänger an der Tür ein Paket in die Hand.
Danach möchte er, dass der Empfänger per Finger auf seinem verschmierten Gerät unterschreibt.
Der Empfänger bittet um kontaktlose Unterschrift, wie es auf der Hermes-Webseite beschrieben ist.
Darauf schnappt sich der Paketbote das Paket mit der Aussage "Dann nicht!" und fährt wieder weg.

Die Hermes-Hotline (bei der sogar per Bandansage in der Warteschleife auf die kontaktlose Übergabe hingewiesen wird), möchte lediglich eine Beschwerte aufnehmen, aber nichts dran ändern, dass das Paket an den Absender zurückgeht, weil vom Paketboten so eingestellt.

Der Händler-Hotline sind diese Probleme mit Hermes bekannt, trotzdem können auch die nichts machen. Wenn das Paket bei denen ankommt wird das Geld erstattet und die Bestellung storniert.

Nun die Fragen:
Ist es dem Paketboten überhaupt erlaubt, dem Empfänger das ausgehändigte Paket wieder wegzunehmen, selbst wenn dieser die Unterschrift komplett verweigern würde?
Geht es nicht in dem Augenblick der Aushändigung in seinen Besitz über, da es ja genau an ihn adressiert ist?

Gibt es in der "aktuellen Zeit" (mit Corona) gesetzliche Vorgaben, die Paketunternehmen sogar zur kontaktlosen Übergabe verpflichten?

Wenn die Ware in einer Rabattaktion gekauft wurde, und die Rabattaktion nun zu Ende ist, ist dem Empfänger aus meiner Sicht ein Schaden entstanden (da die Ware nun nur teurer gekauft werden kann). Wer leistet Schadenersatz dafür?

Viele Grüße,
Jens

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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5202 Beiträge, 1761x hilfreich)

Zitat (von Jens D.):
Ist es dem Paketboten überhaupt erlaubt, dem Empfänger das ausgehändigte Paket wieder wegzunehmen, selbst wenn dieser die Unterschrift komplett verweigern würde?


Nein.

Zitat (von Jens D.):
Geht es nicht in dem Augenblick der Aushändigung in seinen Besitz über, da es ja genau an ihn adressiert ist?


Besitz, und noch viel wichtiger, Eigentum. Selbst wenn dem Versender eine Rückgabe bei Verweigerung der Unterschrift zustehen würden (was nicht der Fall ist), wäre eine solche Wegnahme verbotene Eigenmacht.

Zitat (von Jens D.):
Wer leistet Schadenersatz dafür?


Theoretisch Hermes. In der Praxis ist es aber so, daß der K weiterhin Anspruch gegen den VK auf Lieferung der Ware (zum ursprünglichen Preis) hat, sodaß rechtlich gesehen damit kein Schaden entstanden ist, den Hermes ersetzen müßte. Anders, wenn Hermes etwa wahrheitswidrig "Annahme verweigert" behauptet hat und daher der VK irrig der Ansicht ist, es läge eine dem Widerruf gleichkommende Annahmeverweigerung vor.
Dann dürfte man auch Hermes in Anspruch nehmen und müßte das nicht mit dem VK ausfechten. (Wobei letzteres vermutlich doch einfacher ist, da man dort wohl aus Kulanz zugunsten des K handeln kann, wenn man erklärt, was Hermes für Volldeppen sind.)

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8326 Beiträge, 4014x hilfreich)

Hallo

Zitat:
Ist es dem Paketboten überhaupt erlaubt, dem Empfänger das ausgehändigte Paket wieder wegzunehmen, selbst wenn dieser die Unterschrift komplett verweigern würde?
Ich sehe das anders als mein Verschreiber, dass paket wurde noch nicht abschliessend übergeben. Zum einen ist das sicherlich irgendwo in den AGB geregelt, dass eine Unterschrift nötig ist (klar kann momentan darauf verzichtet werden) zum anderen hat sich der Empfänger nicht in irgendeiner Weise legetimiert. Woher soll der Bote überhaupt wissen, dass es der korrekte Empfänger ist?

Ich bin der Meinung, dass es immer noch Ermessenssache des einzelnen Boten beim Kunden ist ob dieser aus SICHERHEITSGRÜNDEN doch eine Unterschrift verlangt oder nicht.

Für mich ist das eine Annahmeverweigerung und es ist korrekt, dass das Paket zurück geht.

Zitat:
Geht es nicht in dem Augenblick der Aushändigung in seinen Besitz über, da es ja genau an ihn adressiert ist?
Nein, denn wer da das Paket genommen hat war nicht der Kunde, sondern der Nachbar von drei Strassen weiter weg, der gerade zufällig mit im Haus war. Oder wie hat sich der Empfänger gegenüber dem Boten nachweislich legitimiert?

Ausserdem hat der Kunde das paket nie in den Händen gehabt, gegenteiliges sollte er erstmal bewesien können.

Zitat:
Wenn die Ware in einer Rabattaktion gekauft wurde, und die Rabattaktion nun zu Ende ist, ist dem Empfänger aus meiner Sicht ein Schaden entstanden (da die Ware nun nur teurer gekauft werden kann). Wer leistet Schadenersatz dafür?
Keiner Da Eigenverschulden des Käufers. Man muss auch daran denken, dass es die Schadensminderungspflicht gibt. Hier hätte auch ein Stift oder sonst irgendwas aus dem haushalt genommen werden können um damit zu unterschreiben.

Zitat:
Gibt es in der "aktuellen Zeit" (mit Corona) gesetzliche Vorgaben, die Paketunternehmen sogar zur kontaktlosen Übergabe verpflichten?
Nein...



1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(106019 Beiträge, 37852x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
(klar kann momentan darauf verzichtet werden)

Nein, es kann immer darauf verzichtet werden, nicht nur momentan. Allerdings wäre Hermes dann in der Haftung wenn die Zustellung nicht nachweisbar ist.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Jens D.
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 24x hilfreich)

Hallo,

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Eigenverschulden des Käufers. Man muss auch daran denken, dass es die Schadensminderungspflicht gibt. Hier hätte auch ein Stift oder sonst irgendwas aus dem haushalt genommen werden können um damit zu unterschreiben.

Für eine Unterschrift mit (eigenem) Kugelschreiber ist das Display des Gerätes nicht geeignet.

Der Paketbote hat nicht nach einer Legitimierung in irgendeiner Form gefragt (z.B. nach dem Personalausweis) - nicht einmal nach dem Namen. Der Nachbar von drei Häuser weiter, hätte also auch einfach ein "X" auf's Display machen können, und das Paket wäre an die falsche Person zugestellt wurden.

Sollte nun der Nachbar von drei Häuser weiter die Annahme verweigern, wie kann das Eigenverschulden des Käufers sein? Müsste nicht mindestens in dem Fall eine Legitimierung der Person die die Annahme verweigert erfolgen?

Viele Grüße,
Jens

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12325.11.2022 10:42:04
Status:
Praktikant
(698 Beiträge, 108x hilfreich)

Mit Harrys Aussage ist das Thema doch durch. Keine Annahme, kein Paket.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1392 Beiträge, 225x hilfreich)

Ich sehe das anders...
Das Paket wurde vom Paketboten übergeben und vom Empfänger angenommen. Die Übergabe ist damit erfolgt.

Was fehlt ist die Dokumentation der Übergabe (gewöhnlich bestätigt man die erfolgte Übergabe und nicht eine gleich erfolgende Übergabe).
Die Dokumentation dieser Übergabe (wie vom Logistikunternehmen vorgeschrieben(!)) wurde jedoch vom Mitarbeiter verweigert.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
-Laie-
Status:
Wissender
(15005 Beiträge, 5579x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Das Paket wurde vom Paketboten übergeben und vom Empfänger angenommen. Die Übergabe ist damit erfolgt.
Dem stimme ich nicht zu. Die Übergabe ist erst nach erfolgter Bestätigung erfolgt. Das ist hier nicht geschehen. Der Empfänger hat die Bestätigung und somit die Annahme verweigert. Folglicherweise geht das Paket zurück. Ich sehe die Handlung des Hermes Boten als genau richtig an.

Signatur:

Folgende Nutzer werden von mir blockiert und ich kann deren Beiträge nicht lesen: Xipolis; Jule28

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1392 Beiträge, 225x hilfreich)

Wie soll denn das sonst laufen?
Die Unterschrift dokumentiert prinzipbedingt die erfolgte Übergabe ("Sendung erhalten" steht da üblicherweise).
Oder soll ich etwa einen Empfang quittieren ohne dass er stattgefunden hat (Preisfrage: Haftet Hermes noch dafür, wenn der Bote nach geleisteter Unterschrift das Paket fallen lässt)?

Dazu kommt wohl noch, dass ich wohl durchaus einen Anspruch darauf haben dürfte den Nachweis über die erfolgte Übergabe so wie vom Unternehmen vorgesehen zu leisten (Hermes beschreibt diesen Prozess extrem detailiert...unter Anderem findet dort auch explizit die Übergabe vor der Dokumentation statt). Damit ist Hermes bezüglich des Dokumentationsvorgangs im Annahmeverzug.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14116 Beiträge, 8564x hilfreich)

Zitat:
Das Paket wurde vom Paketboten übergeben und vom Empfänger angenommen. Die Übergabe ist damit erfolgt.

Ist doch müßig.
So lange beide noch an der Tür stehen, hat der Empfänger noch kein eigenes / neues Gewahrsam am Paket begründet. Und der Bote hat sein Gewahrsam noch nicht endgültig aufgegeben. Von daher kann es nichts Verbotenes sein, wenn der Bote das Paket wieder an sich nimmt.

Im übrigen sehe ich auch so, dass der Bote die Verweigerung der Unterschrift mit einer Annahmeverweigerung gleichsetzen darf und die Rücksendung daher korrekt ist.

Muss halt der Absender einen vertrauenswürdigeren Paketdienst beauftragen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Jens D.
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 24x hilfreich)

Hallo,

Zitat (von drkabo):
übrigen sehe ich auch so, dass der Bote die Verweigerung der Unterschrift mit einer Annahmeverweigerung gleichsetzen darf und die Rücksendung daher korrekt ist.


Der Kunde hat nicht die Unterschrift verweigert. Der Kunde hat um eine kontaktlose Unterschrift auf dem Paket gebeten, so wie es Hermes sehr detailliert und prominent auf deren Webseite, als alternativlose Möglichkeit beschreibt. Der unter Zeitdruck stehende Paketbote, hat dies verweigert und ohne große Worte das Paket genommen und ist wieder gegangen. Das war ein Vorgang von Sekunden.

Viele Grüße,
Jens

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9330 Beiträge, 2982x hilfreich)

Zitat (von Jens D.):
Der Kunde .... hat gebeten
und seiner Bitte wurde nicht entsprochen.

Folglich ist damit Ende der Diskussion weil es eben keine Verpflichtung gibt der Bitte zu entsprechen.

Da hier kein Versuch unternommen wurde mit einem anderen Gegenstand zu unterschreiben (Kuli ohne Mine, Einwegfeuerzeug, andere Seite eines Bleistifts um einige zu nennen) sehe ich es auch als Annahmeverweigerung.

Berry

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(106019 Beiträge, 37852x hilfreich)

Zitat (von Kalanndok):
Die Dokumentation dieser Übergabe (wie vom Logistikunternehmen vorgeschrieben(!))

Das ist die große Frage mit der alles steht und fällt: wie verbindlich / verpflichtend ist diese Methode denn bei der Anwendung?



Unser Hermes Bote macht es übrigens ganz anders: der fährt vor, schmeißt die Pakete auf den Hof, springt wieder ins Auto und düst ab.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1392 Beiträge, 225x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Und der Bote hat sein Gewahrsam noch nicht endgültig aufgegeben.

Wenn er seinen Gewahrsam noch nicht endgültig aufgegeben hat und damit die Übergabe noch nicht stattgefunden hat, dann kann doch die erfolgte Übergabe nicht quittiert werden...

Also entweder hat die Übergabe noch nicht stattgefunden und der Bote hatte noch gar keinen Anspruch auf Quittierung oder die Übergabe war abgeschlossen und der Bote hat die Annahme der Quittung (in der Art wie Hermes aktuell Quittungen annimmt) verweigert.

Aber dröseln wir mal auf:
- Der Bote ist und war niemals Eigentümer des Pakets (fremde Sache).
- Das Paket ist eine bewegliche Sache.
- Der Bote hat dem Empfänger das Paket gemäß Sachverhaltsschilderung "in die Hand gedrückt" (Gewahrsam des Boten ist aufgegeben).
- Der Bote hat den Empfänger zur Bestätigung, dass die "Sendung erhalten" wurde aufgefordert (Indiz, dass die Übergabe abgeschlossen war).
- Der Bote hat dem Empfänger das Paket weggenommen.

Verbotene Eigenmacht? Ja. Fremde Sache; gegen den Willen des Empfängers (und aktuellen Besitzers)Raub? Nein. Keine Zueignungsabsicht des Boten
Diebstahl? Nein. Keine Zueignungsabsicht des Boten

Nun zur anderen Seite:
- Der Bote handelt als Vertreter von Hermes.
- Hermes hat einen Anspruch auf Quittierung des Vorgangs (§ 368 BGB).
- Hermes wünscht sich aktuell die kontaktlose Methode wie zuvor beschrieben.
- Hermes (vertreten durch den Boten) verweigert den Empfang der Quittung.

==> Annahmeverzug

-- Editiert von Kalanndok am 30.05.2020 00:12

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14116 Beiträge, 8564x hilfreich)

Sie sollten sich mit dem Begriff "Zug um Zug" beschäftigen.
Ich bin ja kein großer Freund von Wikipedia - aber der erste Absatz dazu erklärt es eigentlich ganz gut.
Dementsprechend: Keine Unterschrift = keine Übergabe = Bote darf Paket wieder mitnehmen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1392 Beiträge, 225x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Dementsprechend: Keine Unterschrift = keine Übergabe = Bote darf Paket wieder mitnehmen.

Ich bin ja kein großer Freund von Wikipedia - aber der erste Absatz dazu erklärt es eigentlich ganz gut.


Und hätte man auch den zweiten Absatz gelesen, könnte man erkennen, dass Zug-um-Zug hier nicht greift.
Zitat:
Eine Erfüllung Zug um Zug ist allerdings dann ausgeschlossen, wenn eine der Vertragsparteien nach den getroffenen Vereinbarungen vorleistungspflichtig ist.


Die Übergabe ist zwingende Vorleistung der Bestätigung die Sendung erhalten zu haben.

Im Übrigen brauchen wir an der Stelle nicht mehr über Zug-um-Zug zu streiten. Die Übergabe hat laut Sachverhalt bereits stattgefunden.

-- Editiert von Kalanndok am 30.05.2020 00:20

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Richter
(8326 Beiträge, 4014x hilfreich)

Zitat:
Die Übergabe ist zwingende Vorleistung der Bestätigung die Sendung erhalten zu haben.
Nur hat der Kunde das Paket aber nie in die Hände bekommen, wird der Bote sagen.

Da hier auch nicht der Bote Derjenige ist der etwas fordert, sondern der TE müsste er im Zweifelsfall, wenn das was du sagst stimmen würde erstmal beweisen das Paket schon bekommen zu haben...

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Jens D.
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 24x hilfreich)

Hallo,

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Da hier auch nicht der Bote Derjenige ist der etwas fordert, sondern der TE müsste er im Zweifelsfall, wenn das was du sagst stimmen würde erstmal beweisen das Paket schon bekommen zu haben...


Generell geht es mir mit der Frage auch darum wie sich ein Empfänger zukünftig in solch einer Situation verhalten kann. Dem Verlauf des Threads entnehme ich, dass es dazu doch recht unterschiedliche Meinungen geben kann. In dem Moment in dem der Hermes-Bote das Paket wieder an sich genommen hat, war der Kunde schon etwas perplex. Für die Zukunft könnte man ihm aber wohl raten, das Paket einfach nicht wieder rauszurücken. Korrekt?

Viele Grüße,
Jens

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14116 Beiträge, 8564x hilfreich)

Zitat:
Für die Zukunft könnte man ihm aber wohl raten, das Paket einfach nicht wieder rauszurücken.

Man müsste dem Boten vor allem raten, das Paket nicht zu übergeben, bevor die Unterschrift da ist.
Wird bei mir in der Gegend auch so gemacht.
Große Pakete werden auf dem Boden abgestellt (ggf. Fuß des Boten drauf), bei kleinen Pakten hat der Bote immer mindestens eine Hand noch so lange am Paket, bis die Unterschrift da ist.

Die spannende Frage ist, ob der Bote die Polizei rufen könnte (und die Polizei zugunsten des Boten eingreifen würde), wenn der Empfänger sich das Paket aneignet, dann aber die Unterschrift verweigert.
Ich tendiere zu einem Ja.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1392 Beiträge, 225x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Man müsste dem Boten vor allem raten, das Paket nicht zu übergeben, bevor die Unterschrift da ist.


Das klappt nicht. Ohne Übergabe kein Anspruch auf Unterschrift. Zumindest nicht in der Formulierung, wie es bei meinen Paketboten gängig ist.

Zitat (von drkabo):
Die spannende Frage ist, ob der Bote die Polizei rufen könnte (und die Polizei zugunsten des Boten eingreifen würde), wenn der Empfänger sich das Paket aneignet, dann aber die Unterschrift verweigert.

Wenn er das Paket bereits übergeben hat (wie im Sachverhalt), dann darf er sich die Quittung zivilrechtlich einklagen (gerne auch mit beziffertem Schadenersatz, viel Spaß dabei).
Wenn er das Paket noch nicht übergeben hat, sehe ich da die verbotene Eigenmacht genau andersherum, allerdings hat er dann auch noch keinen Anspruch auf eine Unterschrift.

Im Sachverhalt wurde ja aber auch nicht prinzipiell die Quittierung des Empfangs verweigert. Lediglich die vom Boten gewünschte unzumutbare (zumidnest in der aktuellen Lage) Form wurde verweigert und auf die vom Versender detailiert kommunizierte Form (vor meinem letzten Hermes-Empfang wurden sowohl vom Versender als auch von Hermes der Quittierungsvorgang detailiert geschildert) bestanden (Treu und Glauben).

Zitat (von drkabo):
Große Pakete werden auf dem Boden abgestellt (ggf. Fuß des Boten drauf), bei kleinen Pakten hat der Bote immer mindestens eine Hand noch so lange am Paket, bis die Unterschrift da ist.

Ich gehe natürlich auch nicht hin und sage dem Boten "erst Paket, dann Unterschrift"...
Aber gerade wenn dem Boten dann nach der Unterschrift beim Hantieren mit Stift, Scanner und Paket das Paket runterfällt, ist Hermes der erste, der sagt "Übergabe war schon erfolgt, guck, da stehts"

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
Kalanndok
Status:
Lehrling
(1392 Beiträge, 225x hilfreich)

Zitat (von lesen-denken-handeln):
Da hier auch nicht der Bote Derjenige ist der etwas fordert, sondern der TE müsste er im Zweifelsfall, wenn das was du sagst stimmen würde erstmal beweisen das Paket schon bekommen zu haben...


Sobald der Bote behauptet das Paket wieder mitzunehmen, weil die Unterschrift verweigert wurde, hat er sich ein Eigentor geschossen. Um Anspruch auf die Unterschrift, die "Sendung erhalten" bestätigt zu haben, muss er dem Unterzeichner die Sendung erstmal übergeben haben. Der Vorgang, dass zur Unterschrift auf dem Scanner aufgefordert wurde, sollte bei Hermes dokumentiert sein.

Wenn er behauptet mich nicht angetroffen zu haben und das Paket deshalb wieder mitgenommen zu haben, dann kann ich mit Datum, Uhrzeit, Kennzeichen des Fahrzeugs und Personenbeschreibung durchaus die Gegenbehauptung antreten.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25978 Beiträge, 4880x hilfreich)

Zitat (von Jens D.):
Gibt es in der "aktuellen Zeit" (mit Corona) gesetzliche Vorgaben, die Paketunternehmen sogar zur kontaktlosen Übergabe verpflichten?
Es gibt Vorschriften der jeweiligen Versandunternehmen.

Wenn derselbe Bote wieder kommt:
Bei Hermes muss der Empfänger das Paket ab spätestens dem 24.03.2020 nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so dass die Zustellung rechtssicher dokumentiert ist.

Das kannst du dir aufschreiben und ablesen oder ihm den Zettel hinhalten oder ihm den Zettel kontaktlos mitgeben.

Ich nehme an, es gibt auch bei Versandunternehmen solche und solche Boten.

Über Hermes gibts seit Jahren Beschwerden. Ganz beständig, warum sollte sich wegen Corona daran etwas ändern? zZt. ist die aktuelle Hermes/Corona-Seite gar nicht aufrufbar. :grins:

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