Hilfe... Bin auf Firstgold hereingefallen

18. Juli 2014 Thema abonnieren
 Von 
PopeBenedikt
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 16x hilfreich)
Hilfe... Bin auf Firstgold hereingefallen

Hallo,
ich brauche ganz dringend Rat.
Da ich derzeit Schulden habe, bin ich in einem Ansturm von Verzweiflung in meinem Email Postfach auf ein Angebot von
Firstgold.eu gestoßen.
Dort bot man mir eine Kreditkarte an mit einem Kreditrahmen von 5000 Euro. Ich habe also meine Daten eingegeben und damit gerechnet das ich ein Vertragsangebot zugesendet bekomme.
Allerding hat mich ein Freund darauf hingewiesen dass es sich hier um Abzocker handelt. Ich wollte sofort widerrufen, aber die Seite in der man seinen Widerruf mitteilen kann läd einfach nicht wenn man auf versenden klickt.
Stattdessen folgt nach einigen Sekunden einfach ein weißer Bildschirm. Ich kann also keinen Widerruf an die senden.
Das ganze habe ich erst gestern gemacht. Und heute stand schon der Postbote hier mit einem Brief in der Hand und wollte per Nachnahme 49 Euro von mir. Dabei kann es sich nur um diese dubiose Karte handeln.

Ich brauche Hilfe denn ich weiß nicht wie ich da aus komme. Ich möchte nicht mit einem Inkossounternehmen zu tun bekommen.
Wie gesagt, das ganze ist jetzt erst 24 Stunden alt.
Nur wie soll ich denen einen Widerruf schicken wenn die Seite die sie dafür bereitstellen nicht geht

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18 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16177x hilfreich)

Ich hoffe doch, dass du die Annahme verweigert hast? Dann hast du zunächst alles richtig gemacht. Mit der Annahmeverweigerung machst du von deinem Widerrufsrecht Gebrauch. Bloß nichts beim Postboten unterschreiben.

Einen extra Widerruf zusenden braucht man dann normalerweise nicht. Davon abgesehen braucht man solchen "findigen Geschäftsleuten" auch so etwas gar nicht schicken. Die wissen, dass sie auf schwachen Beinen stehen und klagen das eigentlich nicht ein.

> Ich möchte nicht mit einem Inkossounternehmen zu tun bekommen.

Das wird sich nicht umgehen lassen, denn die wollen Geld für quasi nichts. Die werden relativ sicher ein Inkassounternehmen beauftragen. Dem begegnet man mit einem kühlen Dreizeiler. Ich würde denen beispielsweise schreiben "Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Einem Mahnbescheid werde ich widersprechen. ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Bei weiterer Belästigung werde ich gegen Sie vorgehen (negative Feststellungsklage, Beschwerde beim Aufsichtsgericht...)"

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

9x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
PopeBenedikt
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 16x hilfreich)

Danke für die schnelle Antwort.
Nein, angenommen habe ich nichts. Ich habe nur eine Meldung im Briefkasten gehabt, dass versucht wurde mir einen Brief per Nachnahme für 49 Euro zuzustellen und dass ich diesen nun an der Poststelle abholen könnte.
Muss ich da anrufen und sagen das ich die Annahme verweiger?
Nicht das die schreiben ich wäre selbst Schuld wenn ich das nicht annehme oder so was.

Zu dem Thema Inkassounternehmen:
Ich habe mich danach natürlich im Inet schlau gemacht. Und ich habe auch von Fällen gelesen wo die schreiben sie hätten eine Lohnpfändung und alles bekommen im Nachhinein

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2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Tinnitus
Status:
Lehrling
(1417 Beiträge, 649x hilfreich)

quote:
Einen extra Widerruf zusenden braucht man dann normalerweise nicht.
Das entspricht nicht der aktuellen Rechtslage! Widerrufe müssen ausdrücklich erklärt werden seit Juni oder so.
Ein Widerruf per Web ist unsinnig, da nicht beweisbar. Dafür opfert man doch lieber einen Einschreibbrief und eine Adresse wird die Firma doch angeben müssen.
Was steht eigentlich in der Widerrufsbelehrung und in der AGB dazu?

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"Die Qualität einer Antwort verhält sich proportional zu einer Fragestellung."

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3142 Beiträge, 3488x hilfreich)

quote:
Einen extra Widerruf zusenden braucht man dann normalerweise nicht.



Seit 13.06.2014 gelten neue Regelungen im Fernabsatzrecht!

Tinnitus hat dies bereits erwähnt.

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0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
PopeBenedikt
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 16x hilfreich)

Hier ist der Auszug aus den AGB bezüglich der Widerrufbelehrung.
Heisst das jetzt ich MUSS diese Karte bezahlen weil sie schon gedruckt wurde?

"§ 6 Rückgabe / Widerrufsrecht
Sie können Ihren Auftrag innerhalb von zwei Wochen ohne Angabe von Gründen in Schriftform (z. B. Brief, Fax) widerrufen. Die Frist beginnt mit Erhalt dieser Belehrung in Textform. Zur Wahrung der Widerrufsfrist genügt die rechtzeitige Absendung des Widerrufs. Kontaktmöglichkeiten zum Widerruf finden Sie unter Kontakt
Widerrufsfolgen
Im Falle eines wirksamen Widerrufs sind die beiderseits empfangenen Leistungen zurückzugewähren und ggf. gezogene Nutzungen (z. B. Zinsen) herauszugeben. Können Sie uns die empfangene Leistung ganz oder teilweise nicht oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, müssen Sie uns insoweit ggf. Wertersatz leisten. Dies kann dazu führen, dass Sie die vertraglichen Zahlungsverpflichtungen für den Zeitraum bis zum Widerruf gleichwohl erfüllen müssen. Die MasterCard wird auf Ihre Bestellung hin extra für Sie angefertigt. Wir behalten uns vor, die bis zum Widerruf tatsächlich angefallenen Kosten für die MasterCard Bestellung in Rechnung zu stellen, so dass eine Rückerstattung der Ausgabegebühr im Falle eines Widerrufs nicht möglich sein kann sofern wir die Ausgabegebühr bereits an den Kartenemittenten abgeführt haben und dieser bereits die Prägung der Mastercard veranlasst hat."

Wie ich das mit dem Einwurfschreiben machen soll weiß ich nicht. Die haben ihren Sitz in UK.

So wie ich das jetzt verstehe muss ich denen das Geld zahlen oder?

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0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3142 Beiträge, 3488x hilfreich)

quote:
Wie ich das mit dem Einwurfschreiben machen soll weiß ich nicht. Die haben ihren Sitz in UK.



Einschreiben können Sie auch nach UK senden.


quote:
So wie ich das jetzt verstehe muss ich denen das Geld zahlen oder?


Ich würde nicht bezahlen!



Außerdem:
Es handelt sich um eine Prepaid-Kreditkarte.

Die 5.000 € (Kreditrahmen) sind nur ein Köder, der vermutlich sowieso nicht eingeräumt wird.

Wer bei seiner Hausbank keinen Kredit erhält, der wird auch i.d.R. sonst keinen Kredit erhalten!!!

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0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16177x hilfreich)

Hmmm. Danke für die Berichtigung. Ich hatte das bisher nur wegen der Postkosten im Blick. Dass die auch bei der Widerrufsbelehrung etwas gedreht haben, wusste ich nicht. Tja, wir hatten halt EU-weit ein Verbraucherparadies.

quote:
Heisst das jetzt ich MUSS diese Karte bezahlen weil sie schon gedruckt wurde?

Nein. Das ist ein lustiger Versuch, sich aus dem Widerrufsrecht herauszuwinden. Im Zweifel funktioniert das so nicht, weil die Karte als solche keinen Mehrwert darstellt. Dieser Passus ist beispielsweise für eine Skulptur, die bereits angefertigt wurde nach Kundenwunsch und sich kein zweites mal verkaufen lässt. Meinetwegen kann man den materialwert der Karte (wenige Cents???) begleichen oder ähnliches.

Zurück zum Widerrufsrecht: Zur Post gehen und nachfragen, von wem der Brief stand. Dann ausdrücklich die Annahme verweigern. Und, wie hier erklärt wurde, einen zusätzlichen Widerruf per Einschreiben nach UK schicken.

Wie gesagt kommt normalerweise trotzdem ein Inkasso an und fordert fleißig Geld. Das ist letztlich deren Masche.

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0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
PopeBenedikt
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 16x hilfreich)

So ich möchte mich hier noch mal ganz herzlich für alle Antworten bedanken.
Ich habe nach 2 Tagen in denen ich immer wieder die Kontakt Seite neu geladen habe, es endlich geschafft denen ein Ticket zu senden. Darauf wurde auch von der anderen Seite geantwortet.
Jetzt wollte ich hier nur noch mal nachfragen ob das so reicht oder ob ich noch was machen sollte



Damit müsste es sich doch jetzt eigentlich erledigt haben oder?
Weil sonst muss ich Montag noch ein Einschreiben fertig machen

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-- Editiert PopeBenedikt am 19.07.2014 13:49

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16177x hilfreich)

Das Einschreiben hat sich damit erledigt. Aber drucke dir das aus und hebe dir das gut auf. Wer weiß, ob du es noch einmal brauchst...

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0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Nervin
Status:
Schüler
(287 Beiträge, 178x hilfreich)

Guten Abend,

nein, bitte nicht!

Einen derartigen Ausdruck als "Beweis" auszudrucken provoziert nur Diskussionen, unnötige und überflüssige E-Mails und Inkasso-Briefe.

Persönlich würde ich per Einschreiben/Rückschein (s. mepeisen) an die angegebene Adresse in Aachen schicken (bitte präzise) und nach Erhalt der Eingangsbestätigung nichts mehr tun. Die Tatsache, dass als Telefonnummer eine 0900-er Nummer genannt wird, lässt bei mir alle Alarmglocken klingeln...

Viele Grüße

Bernd

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0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16177x hilfreich)

Bitte was, Nervin? Es geht doch nur darum, dass man etwas an der Hand hat, dass der Widerruf dort einging. Nichts weiter. Was für Diskussionen sollen denn nun noch folgen?

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0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

quote:
Was für Diskussionen sollen denn nun noch folgen?


Daß der Kunde den Ausdruck selbst hergestellt hat und in Wahrheit niemals ein Widerruf einging? Halbseidene Unternehmen arbeiten so.

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""

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
PopeBenedikt
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 16x hilfreich)

Nee, hab die Email von denen auch archiviert.
Da können die noch so oft sagen ich hätte das selbst ausgedruckt.
Ich kann die Email nachweisen

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0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Nervin
Status:
Schüler
(287 Beiträge, 178x hilfreich)

Guten Abend,

Wie wollen Sie eine E-Mail nachweisen? Enthält die E-Mail eine digitale Signatur?

Falls die Gegenseite bösartig ist, wird sie die Authentizität von E-Mails und Telefonaten bestreiten. Irgendwann werden Sie überlegen müssen, ob Sie bereit sind, Anwalts- und Gerichtskosten zu zahlen oder nachzugeben.

Eine Sendung per Einschreiben / Rückschein ist ziemlich sicher: Anschreiben unterschreiben und durch Kurzzeichen von einer 2. Person versehen lassen, dieses Kurzzeichen wird auch auf dem Umschlag nach Verschließen vermerkt, die 2. Person gibt das Einschreiben auf und steht notfalls als Zeuge zur Verfügung.

Das ist vielleicht übers Ziel hinausgeschossen, aber für ein paar Euro hat man dann Ruhe.

Viele Grüße

Nervin




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0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
reckoner
Status:
Wissender
(14027 Beiträge, 4406x hilfreich)

Hallo,

quote:
Falls die Gegenseite bösartig ist, wird sie die Authentizität von E-Mails und Telefonaten bestreiten.
Und dann gleich eine dicke Anzeige bekommen. Und wenn das System ist (=mehrere/viele Anzeigen), dann gehts in den Knast:-)
Man muss hier klar zwischen einer angeblich nicht bekommenen Email und dem hier zurückgeschickten Antwortschreiben unterscheiden.
Beim Ersten wird sich die Gegenseite recht einfach auf Spamordner etc. herausreden können, das Bestreiten der Antwortmail ist aber schon klarer Betrug.

quote:
Irgendwann werden Sie überlegen müssen, ob Sie bereit sind, Anwalts- und Gerichtskosten zu zahlen oder nachzugeben.
Unsinn, die Gegenseite muss klagen, und das wird sie sicher nicht tun.

Ich würde hier kein Geld mehr investieren, nicht mal die paar Euro für ein Einschreiben.

Stefan

2x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24959 Beiträge, 16177x hilfreich)

Wir reden hier nicht von einer eMail, sondern von einem Screenshot aus einem Ticketcenter, das der Anbieter selbst betreibt. Sogar noch mit Namen des Sachbearbeiters gespickt, sowie mit einer eindeutigen Tracking-ID und Ticket-Nummer.

Hier ernsthaft zu bestreiten, dass man den Widerruf erhalten habe, sobald der Screenshot im Spiel ist, würde ich ebenso wie reckoner direkt mit einer Strafanzeige wegen (versuchten) Betrugs beantworten.

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0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5398 Beiträge, 1814x hilfreich)

Kann man machen, aber mit unklarem Ausgang.

Wenn der Anbieter nicht behauptet, der komplette Screenshot sei gefälscht, sondern nur der Teil, der den Inhalt der Antwort darstellt, dann wird es schon schwieriger.
Wenn der Anbieter die Inhalte seiner eigenen Datenbank beliebig spurlos manipulieren kann, wird selbst eine Hausdurchsuchung und forensische Untersuchung des Systems (mal abgesehen davon, daß den Aufwand kein StA anleiert wegen Peanuts) nicht ergeben, daß seitens des Anbieters manipuliert wurde.

Und mal ganz allgemein gesagt, wenn sich halbseidene Unternehmen schon von Betrugsanzeigen einschüchtern ließen, gäbe es keine mehr. ;)

Also ist die Überlegung "wenn die lügen, dann zeigen wir die einfach an, dann ist die Sache erledigt" schon etwas naiv.

-- Editiert BigiBigiBigi am 22.07.2014 15:47

0x Hilfreiche Antwort



#20
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122562 Beiträge, 40151x hilfreich)

Zitat:
Also kann man das Widerrufsfrist schon längst abgelaufen.

Nö, die fängt erst an zu laufen, wenn die Karte eintrifft.



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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