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Kann Ex Freundin Unterschrift zur Kündigung der Baufinanzierung erzwingen?

25.10.2019 Thema abonnieren
 Von 
Paddy007
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 2x hilfreich)
Kann Ex Freundin Unterschrift zur Kündigung der Baufinanzierung erzwingen?

Hallo Forum,

ich habe vor 2 Jahren ein Haus mit meiner Ex Freundin gebaut. Wir stehen beide zu gleichen Teilen im Grundbuch und haben den Kreditvertrag beide unterschrieben. Meine Ex ist Aufstockerin, also bezieht zur Arbeit zusätzlich Leistungen vom Amt.
Nun ist es, wie es das Schicksal so will, zur Trennung gekommen und meine Ex Partnerin ist mit ihrem Sohn ausgezogen. Viel ist in dieser Zeit ja noch nicht abgezahlt worden.
Ich trage seit 2 Monaten die Raten alleine, was ich auch hinbekomme. Meine Ex Partnerin möchte jetzt aus dem Kreditvertrag heraus. Ein Verkauf des Hauses wird kaum etwas bringen, da wir noch über ein Nachrangdarlehen finanziert haben und die Tilglungsfreie Zeit bei der KfW nächstes Jahr endet und der Verkauf des Hauses nicht den aktuellen Schuldwert einbringen wird. Außerdem wird in den nächsten 2 Jahren ein Windpark mit 20 Anlagen in 1000m Sichtweite errichtet, welcher den Hauswert noch einmal drastisch senken wird. Die Restschulden müssten finanziert werden und die Raten können von ihr sowieso nicht getragen werden.
Ich möchte mich in den nächsten Jahren selbständig machen (bin gerade beim Meister bei) , weswegen ein Verkauf des Hauses (außer wir gehen ohne Schulden heraus) nicht in Frage kommt, da ich die Restschulden ja noch tragen müsste. Eine Kündigung würde ja eine Vorfälligkeitsentschädigung nach sich ziehen, bei der ich am Montag erfahre wie hoch diese ist. Sie wird die Vorfälligkeitsentschädigung und alle anderen Kosten nicht tragen können und ich müsste sie neu finanzieren. Nun frage ich mich im Hintergrund dieser Vorfälligkeitsentschädigung, die ich dann ja evtl. in eine neue Baufinanzierung mit einbringen müsste, ob ich den Vertrag den wir jetzt haben auch weiterlaufen lassen könnten, bis wir ihn ordentlich kündigen können. Klar, das Risiko ist da, dass ihr Bengel im Sterbefall einen Anrecht auf seinen Pflichtteil hat. Oder kann sich mich hier zur Unterschrift für eine Kündigung des jetzigen Vertrages zwingen bzw. diesen einklagen?
Für mich würde ein neuer Vertrag ja wieder eine Tilgung von Anfang an bedeuten und außerdem müssten die Kosten neu mitfinanziert werden, wo ich nicht weiß, ob ich dann die Rate stemmen kann und im schlimmsten Fall auch in eine Privatinsolvenz müsste und meine selbstständigkeit somit dahin wäre.

Vielen Dank für jede konstruktive Antwort.

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Sunrabbit
Status:
Praktikant
(559 Beiträge, 99x hilfreich)

Wie waren denn die finanziellen Verhältnisse deiner Ex als sie den Kreditvertrag unterschrieben hat? War sie da auch schon aufstocker? Das könnte durchaus dazu führen, das deine Ex den Kreditvertrag sogar anfechten kann, wenn sie sowohl damals als auch heute gar nicht in der Lage wäre zumindest die Zinsen zu bezahlen und davon würde ich bei einem Aufstocker ausgehen. So wurde es mir mal von einem Anwalt erklärt.

Aus meiner Sicht sieht die Sache für dich nicht gut aus. Sie könnte auch die Teilungsversteigerung anstossen, dann würde das Haus verkauft, die Verbindlichkeiten so gut es geht mit dem Verkaufserlös gedeckt und für den Rest steht ihr dann beide weiter gerade. Wobei bei ihr wohl nichts zu holen ist als Aufstocker.

Ich kann deine Ex ein wenig verstehen: einen so großen Kredit an der Backe zu haben (für den sie ja voll haftbar ist) ist eine große Belastung. Der hat auch Auswirkungen auf ihr weiteres Leben, so kann sie z.B. Probleme bei eigenen Krediten dafür bekommen. Sie wird kein weiteres Haus finanzieren können solange sie in deinem Vertrag drin steht. Des Weiteren kann sich sowas auch in die Länge ziehen, auch wenn z.B. eigentlich eine Laufzeit vereinbart wurde bedeutet das noch lange nicht, das sie nach der Laufzeit und einer Fälligkeit (sprich: Anschlussfinanzierung) aus der Sache raus kommt. Das kann zu einer never ending story werden.

Ich seh gerade die andere Seite der Medallie: Meine Frau steht leider auch in der Finanzierung der Immobilie ihres Exmannes drin, das endfällige Darlehen ist zwar inzwischen ausgelaufen, aber da der Exmann nicht Kreditwürdig ist, läuft der Kredit mit meiner Frau einfach weiter. Das kleingedruckte in den AGBs der Bank wovon natürlich niemand redet wenn man den Darlehensvertrag unterschreibt. Dieses Verhalten des Exmann hat meine Frau bereits mehrere tausend Euro gekostet. Und sie kann nicht machen, da sie leider nicht im Grundbuch steht.

An deiner Stelle würde ich mal mit einem unabhängigen Finanzmakler reden. Manchmal gibts Möglichkeiten die einem bei der örtlichen Bank nicht erzählt werden. Aber Ziel sollte schon sein, das du Finanzierung selbst übernehmen kannst. Mit einer geplanten Selbstständigkeit ist das natürlich schwer, weil das auch Auswirkungen auf die Kreditwürdigkeit hat.

Hast du vielleicht einen anderen solventen Menschen, der in die Finanzierung des Hauses anstelle deiner Ex einsteigen könnte? Eltern, Geschwister, ...
Da könnte sich die Bank drauf einlassen... ich glaube die tauschen ganz gerne einen Aufstocker gegen jemand, der im Zweifel in der Lage ist auch die Zinsen und Tilgung zu bezahlen.

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