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Küchenerweiterung - Leistung wird nicht erbracht bzw. entstehen nachträgliche Kosten

22.3.2021 Thema abonnieren
 Von 
MS84
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Küchenerweiterung - Leistung wird nicht erbracht bzw. entstehen nachträgliche Kosten

Schönen guten Tag in die fachkundige Runde

gerne möchte ich kurz den Sachverhalt darstellen.

Wir haben 2018 unser neues Eigenheim bezogen und hierfür bei unserem Küchenstudio vor Ort eine Küche planen lassen, bzw. diese letztendlich auch dort erworben.
Wir wollten im vergangenen Jahr wollten wir nun diese Küche von einer L-Küche auf eine U-Küche erweitern und haben uns hier erneut mit dem Küchenstudio für eine Planung zusammengesetzt.

Ein Erweiterungsangebot haben wir dann am 12. Dezember 2020 per Mail, schriftlich bestätigt.
Am 19. Januar 2021 erhielten wir dann die Information, dass anscheinend der Zulieferer des Herstellers sich in der Insolvenz befindet und die bisherigen Küchenfronten nicht mehr beziehbar sind.

Seither ist man an einer Lösung - und es hat sich herausgestellt, dass die Farbe aus dem Sortiment genommen wurde.

Es stehen aktuell nun 2 mögliche Varianten im Raum:

- Das Küchenstudio versucht die Fronten eigenständig herzustellen und so gut es geht den Farbton wiederzugeben

- Es werden sämtliche Küchenfronten neu in einem anderen noch verfügbaren weiss Ton bestellt

Beide Varianten werden zu deutlichen Mehrkosten führen, so das Küchenstudio.

Folgende Fragestellungen bestehen nun von meiner Seite aus:

1. Können wir hier zeitlichen Druck aufbauen für eine Umsetzung ? Das ganze zieht sich ja nun bereits über drei Monate
2. Müssen wir Mehrkosten akzeptieren bzw. selbst tragen ?

Wir werden hier immer wieder vertröstet und es ist sehr ärgerlich, dass zum Einen nichts vorangeht und wir zum Anderen dazu noch mit deutlich höheren Kosten rechnen müssen.

Da wir die Erweiterung unbedingt machen wollen, ist auch ein Rücktritt vom Vertrag nicht zielführend. Ziel ist es nun so schnell als möglich die Erweiterung durchführen zu können ohne dabei Mehrkosten zu haben.

Ich freue mich über Unterstützung und eine Rückantwort.
Mit besten Grüssen

Marco

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13367 Beiträge, 8375x hilfreich)

Schwierig, denn Unmögliches kann man nicht verlangen.
Wenn die ursprünglich bestellte Ware wegen Insolvenz des Herstellers nicht lieferbar ist (auch bei anderen Küchenstudios nicht), dann steht man als Kunde schlecht da.
Denn auf eine andere Ware (eines anderen Herstellers) zum gleichen Preis hat man keinen Anspruch. Dass Küchenstudio muss alles unternehmen, die bestellte Ware irgendwo aufzutreiben. Aber wenn es die bestellte Ware nirgendwo mehr gibt (was bei Insolvenz des Herstellers nahe liegt), liegt ein Fall der Unmöglichkeit vor.

Zitat:
1. Können wir hier zeitlichen Druck aufbauen für eine Umsetzung ? Das ganze zieht sich ja nun bereits über drei Monate

Naja, wenn erst bei dem ersten Lieferanten bestellt wurde (der zum Zeitpunkt der Bestellung ja noch nicht insolvent war), dann die Insolvenz eintrat, dann der Insolvenzverwalter entscheiden muss, ob die Bestellung trotz Insolvenz ausgeführt wird, dann die Rückmeldung an das Küchenstudio erfolgt und dann erst bei einem anderen Lieferanten bestellt werden kann und der natürlich auch noch Produktionszeit benötigt - dann sind 3 Monate keine lange Zeit.

Zitat:
2. Müssen wir Mehrkosten akzeptieren bzw. selbst tragen ?

Wenn jetzt andere Fronten bestellt wurden als beim (jetzt insolventen) ersten Anbieter, dann besteht keine Anspruch auf den gleichen Preis wie beim (jetzt insolventen) ersten Anbieter.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
MS84
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo DRKABO

vielen Dank für die rasche Antwort.
Mit der Insolvenz ist für mich auch absolut nachvollziehbar und da kann ja auch dann niemand etwas dafür.

Was aber wenn es keine Insolvenz gab sondern lediglich die Farbe aus dem Sortiment genommen wurde, sprich es können alle Fronten zwar bestellt werden ( und auch beim gleichen Hersteller/Lieferanten ), jedoch nicht in der ursprünglichen Farbgebung. ( so stellt sich dies nämlich gerade auf Nachfrage beim Hersteller dar )

Und wir möchten alles einheitlich haben in der Küche ist dies dann einfach unser Problem ? Wenn eine Front der bestehenden Küche kaputt gehen würde, dass hätten wir ja auch Anspruch auf Ersatz und dann könnte dieser auch nicht mehr in dieser Farbe geliefert werden.

Beste Grüsse

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100245 Beiträge, 37052x hilfreich)

Zitat (von MS84):
Was aber wenn es keine Insolvenz gab sondern lediglich die Farbe aus dem Sortiment genommen wurde,

Auch dann läge wohl Unmöglichkeit vor ...



Zitat (von MS84):
Wenn eine Front der bestehenden Küche kaputt gehen würde, dass hätten wir ja auch Anspruch auf Ersatz

Nicht mal im Ansatz.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
MS84
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Aber wir liegen ja noch in der Gewährleistung, somit würde ja dann auch die Wiederherstellung garantiert sein.
Somit haben wir als Kunde/Verbraucher absolut keinerlei Möglichkeit und müssen warten... warten.. warten und dann noch höhere Kosten im 4 stelligen Bereich akzeptieren ?

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100245 Beiträge, 37052x hilfreich)

Zitat (von MS84):
Aber wir liegen ja noch in der Gewährleistung,

Zum einen: Gewährleistung wurde vor seher langer Zeit abgeschafft, die ging übrigens nur 6 Monate. Der Nachfolger, die gesetzliche Mängelhaftung geht immerhin bis zu 2 Jahre

Zum anderen: Die Beweislast leigt hier voll und ganz beim Käufer. Bedeutet man müsste erst mal beweisen, das ein Fall der gesetzlichen Mängelhaftung vorliegt, einfach auf Zuruf geht das in der Regel nämlich nicht.



Zitat (von MS84):
Somit haben wir als Kunde/Verbraucher absolut keinerlei Möglichkeit und müssen warten... warten.. warten und dann noch höhere Kosten im 4 stelligen Bereich akzeptieren ?

Naja, es scheint ja keine "Ikea-Modul" Küche zu sein, daher dürfte auf dem freien Markt vermutlich nichts neues in dem Design zu finden sein.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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