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Kündigung & Schadensersatz von Kabel Deutschland

 Von 
Frikandel
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Kündigung & Schadensersatz von Kabel Deutschland

Guten Tag liebe 123recht.net Gemeinde,

ich bin hier um eine Einschätzung meines Falls zu bekommen, dabei versuche ich mich kurz zu halten.
Wir sind "Kunde" bei Kabel Deutschland, allerdings ist seit Mitte Dezember 2014 (!) KEINE Leistung mehr vorhanden, sprich: Kein Internet und kein Telefon, außerdem ist das Fernsehprogramm, insbesondere die privaten HD Sender gestört. Der Fehler liegt an einem Kabelbruch, unter der Erde außerhalb unseres Hauses, der, wie oben erwähnt, bis heute nicht behoben wurde.

Dennoch wurde mitunter immer wieder per Lastschrift abgebucht (~100 EUR). Selbstverständlich wurde immer wieder versprochen, die Leitung wieder instand zu setzen, aber nach nun fast einem halben Jahr, haben wir nun gekündigt und uns dabei auf den §323 BGB berufen. Mir wäre wichtig zu erfahren, wie die Erfolgsaussichten für einen angemessenen Schadensersatz sind?
Natürlich möchten wir das seit Dezember gezahlte Geld vollständig zurückerhalten, dies wurde auch bei der Fristsetzung nach §323 BGB beschrieben. Darüber hinaus mussten wir einen neuen Internetanbieter aufsuchen, der neben monatlichen Kosten, auch einmalige Kosten veranschlagt hatte. Durch die schlechteren Telefonleitungen, ist dadurch die Internetgeschwindigkeit deutlich niedriger als damals bei Kabel Deutschland. Dieser neue Anbieter Zur vorübergehenden Lösung für das Internet wurde außerdem extra eine Mobile Simkarte eingekauft, die in einem Wlan Hotspot eingesetzt wurde. Ggf. wäre es auch nötig im Bereich TV, von Kabel auf SAT umzusteigen, da wie auch oben erwähnt, das TV nicht störungsfrei läuft. Ferner ist noch zu erwähnen, das der Anschlussinhaber eine Schwerbehinderung hat und auch deshalb auf Telefon & Internet angewiesen ist&war.

Ich habe mich versucht kurz und emotionslos zu halten (sehr schwer, nach endlosen Warteminuten in der Schleife, leeren Versprechungen, unverschämten Kundenservice), gerne kann ich auch weitere Informationen bereitstellen.

Für eine erste Einschätzung bin ich sehr dankbar.

Grüße aus Rheinland-Pfalz

- Frikandel




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Internet Geld Kabel Schadensersatz


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23695 Beiträge, 15482x hilfreich)

Zitat:
Mir wäre wichtig zu erfahren, wie die Erfolgsaussichten für einen angemessenen Schadensersatz sind?

Das Wichtigste ist, dass ihr wiederholt die Situation reklamiert habt und wiederholt und vor allem nachweisbar auf den Mangel aufmerksam gemacht habt. Insbesondere wenn die üblichen 2 Nachbesserungsversuche der KD nicht erfolgreich waren, stehen die Chancen dann gut aus meiner Sicht (Auch Terminversprechen, die geplatzt sind, zählen zu Nachbesserungsversuchen).

Zitat:
Natürlich möchten wir das seit Dezember gezahlte Geld vollständig zurückerhalten

Mehr gibt es natürlich auch auf keinen Fall, denn das ist der maximal entstandene Schaden. Vielleicht gibt es noch weiteren Schaden (Briefporto, Anwaltskosten...)

Mit den einmaligen Anschlusskosten des neuen Providers, könnte sein, dass man die fordern kann. Ich würde das bejahen, bin mir da aber tatsächlich etwas unsicher.

Zitat:
Durch die schlechteren Telefonleitungen, ist dadurch die Internetgeschwindigkeit deutlich niedriger als damals bei Kabel Deutschland

Das lässt sich regelmäßig schlecht verargumentieren. Das lässt sich nicht so recht in Geld bemessen.

Zitat:
Dieser neue Anbieter Zur vorübergehenden Lösung für das Internet wurde außerdem extra eine Mobile Simkarte eingekauft, die in einem Wlan Hotspot eingesetzt wurde

Das Gerät verbleibt ja trotzdem in eurem Besitz. Daher entsteht hier erst mal kein Schaden. Du kannst nicht argumentieren "Der hat meinen alten 20 Jahre Opel zerbeult, deswegen musste ich mir einen Mercedes kaufen und deswegen muss der nun meinen Mercedes voll bezahlen."

Sofern der Anbieter partut auf die Schadensersatzbegehren nicht reagiert oder ablehnt, würde ich ihm eine letzte Frist stellen und ankündigen, einen Anwalt auf seine Kosten hinzu zu ziehen. Selbiges dann machen, wenn er immer noch stur ist.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#2
 Von 
Frikandel
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Hallo und Danke für die zügige Antwort.

In deinem post sind einige gute Aspekte enthalten. Du sagst das es in keinem Fall mehr gibt beim Schadensersatz, allerdings bin ich auf das BGH Urteil gestoßen Aktenzeichen: III ZR 98/12 , wonach das Internet zur Lebensgrundlage gehört und beim Ausfall der Provider haften muss (siehe auch: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/bgh-urteil-schadensersatz-bei-internet-ausfall-vom-provider-a-879481.html).


Zitat (von mepeisen):

Das Gerät verbleibt ja trotzdem in eurem Besitz. Daher entsteht hier erst mal kein Schaden. Du kannst nicht argumentieren "Der hat meinen alten 20 Jahre Opel zerbeult, deswegen musste ich mir einen Mercedes kaufen und deswegen muss der nun meinen Mercedes voll bezahlen."


Für mich hinkt der Vergleich etwas. Vielmehr ist in dieser Metapher mein Opel nicht verbeult sondern komplett Fahruntauglich. KD hat durch nicht Wartung das Auto zerstört. Wenn mir jemand reinfährt, habe ich auch Anspruch auf einen Mietwagen ;) Das Gerät ist auch kein "Mercedes", sondern die Herstellung des Zustands, der gewesen wäre, wenn dieser Schaden nicht entstanden wäre.

Das ist nur mein Gefühl, bin natürlich auch eher ein Laie (sonst wäre ich nicht hier), danke dir dennoch für deine Einschätzung.

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(23695 Beiträge, 15482x hilfreich)

Zitat:
allerdings bin ich auf das BGH Urteil gestoßen Aktenzeichen

Und inwiefern widerspricht das meiner Aussage?
Wenn du beispielsweise einen Surfstick in der Zeit zwischen Dezember2014 und deiner Kündigung hättest nutzen müssen, dann käme vielleicht dieser Schaden (nicht der Kaufpreis für die Hardware, sondern der monatliche Preis) als Schadensersatz in Frage.
Alles andere muss man erst mal gut begründen und da der BGH keine Grundsatzentscheidung fällte, wie hoch das nun ohne Nachweis sein soll, was man da fordern darf, tja....

Zitat:
habe ich auch Anspruch auf einen Mietwagen ;)

Ja, aber auch nicht für den Mietwagen in Form einer 5 Meter Limo mit Fahrer rund um die Uhr.

Und dann stellt sich automatisch die Frage, wo der Mehrpreis ist. Um das Beispiel mal auf eine andere Ebene zu verlagern: Du denkst, dass du nicht nur einen Anspruch auf Ersatz des Mietwagens hast, sondern auch noch auf Ersatz der Spritkosten. Sprich: Wenn du schon beim alten Anbieter auf 0 € minderst bzw. die Grundgebühr zurück willst, dann aber noch die Mehrkosten für einen Stick oben drauf, dann bekommst du am Ende ja sogar trotz Internetzugang fleißig Geld geschenkt. Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein.

Anders sieht es aus, wenn der neue Internetzugang oder der vorübergehende Internetzugang gravierend teurer ist wie der kaputte Anschluss.

Signatur:Mitglied im AK Inkassowatch. Anfragen per PM. Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Siche
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#4
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8327 Beiträge, 3392x hilfreich)

Der Schadensersatz ist meist den Aufwand nicht wert, da Privatleute meist keinen echten Schaden nachweisen können. Man muss auch die Ersparnis aus den Monatskosten einbeziehen. Von der Schadensminderungspflicht ganz zu schweigen. Und zuerst muss man den Provider zur Abhilfe auffordern. Das könnte auch eine LTE-Versorgung sein.
Jedenfalls hätte ich keine Monatsgebühren für Internet bezahlt wenn keine Leistung erfolgt.

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(78908 Beiträge, 33609x hilfreich)

Zitat:
Selbstverständlich wurde immer wieder versprochen, die Leitung wieder instand zu setzen,

Reklamationen, Versprechen, Störung sind gerichtsfest nachweisbar?



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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