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Leistung erbracht – Kunde will nicht zahlen

25.6.2021 Thema abonnieren
 Von 
123Rosaly
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Leistung erbracht – Kunde will nicht zahlen

Hallo,

Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen.
Für Ihre Mühe bedanke ich mich schon jetzt sehr herzlich.

Folgendes Problem:
Ich habe von einem Kunden einen Auftrag erhalten mit der Aussicht auf eine längerfristige Zusammenarbeit.
Ich sollte für diesen Geschäftsführer ein Logo gestalten, welches er umfangreich nutzen wollte.
Das habe ich gemacht und die fertigen Dateien in guter Druckqualität zur Ansicht zugeschickt. Somit konnte der Kunde
auch einen Probedruck machen. Am gleichen Tag verschickte ich an ihn ein formelles Angebot. Ein grobes Angebot hatte
der Kunde nach unserem ersten Gespräch bereits vorab erhalten.

Zwei Tage später schrieb mir der Kunde, er möchte, dass ich Ihm alle Rechte auf das Logo abtrete. Ich habe Ihm daraufhin Informationen zu den Nutzungsrechten (unteranderem: Sobald etwas "Künstlerisches" geschaffen wird, ist dieses Werk geschützt. Jedoch können Nutzungsrechte an Sie als Kunde vergeben werden. Entsprechend ist durch das Nutzungsrecht für Designer gesetzlich geregelt, dass der Designer an diesem wirtschaftlichen Erfolg angemessen beteiligt wird. usw. und gefragt welche Art der Nutzung er erwerben möchte.) sowie ein Angebot zugeschickt.
Dieser Kunde hatte von erster Anfrage bis jetzt wichtige Informationen von mir erhalten und davon profitiert.
Er kannte sich in vielen Sachen nicht aus. Diese Beratungen habe ich in meinem Angebot nicht berechnet.
Ich habe Ihn auch auf ein Fehler in Seiner Datei hingewiesen, welcher Ihm viele Probleme erspart hat.
Es gab nur ein: „Danke für die Information".
Nun schreibt er mir folgendes:"…Wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass wir Ihr Angebot nicht annehmen werden.
Wir dürfen Sie bitten, die von uns erhaltenen Dateien unverzüglich zu vernichten und uns die möglichen bisherigen Aufwände zur Angebotserstellung in Rechnung zu stellen." Wie soll ich darauf reagieren?
Er hat von dem allen profitiert, die Datei in guter Druckqualität hat er ja bereits erhalten. Die Corona-Krise hat uns alle schwer getroffen, das jetzt Studenten dafür ausgebeutet werden, ist nicht fair. Er hat von mir sehr gute Arbeit erhalten, will aber dafür nicht bezahlen. Eine Website hat er nicht, wie soll ich überprüfen, ob er das Logo nutzen wird, wir wohnen in unterschiedlichen Städten? Was soll ich darauf antworten? Danke für jede Hilfe!


-- Editiert von 123Rosaly am 25.06.2021 13:24

-- Editiert von Moderator topic am 25.06.2021 14:49

-- Thema wurde verschoben am 25.06.2021 14:49

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100137 Beiträge, 37031x hilfreich)

Zitat (von 123Rosaly):
das jetzt Studenten dafür ausgebeutet werden, ist nicht fair.

Da im ganzen Sachverhalt nichts von irgendeiner Ausbeutung eines Studenten zu lesen ist, wäre es gut den Teil mal zu schildern.



Zitat (von 123Rosaly):
Wie soll ich darauf reagieren?

Man kann wählen
A) verzichten
B) machen


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13363 Beiträge, 8374x hilfreich)

Zitat:
Er hat von mir sehr gute Arbeit erhalten, will aber dafür nicht bezahlen.

Das stimmt doch gar nicht. Er will doch den Aufwand für die Angebotserstellung bezahlen.
Dass Sie - in der Hoffnung auf längerfristige Zusammenarbeit - zusätzliche Leistungen erbracht haben, die gar nicht richtig beauftragt waren, ist natürlich blöd. Aber es ist eben typisches Geschäftsrisiko, dass sich Anstrungungen um einen tollen Auftrag nicht amortisieren, wenn man den Auftrag dann doch nicht bekommt.

Zitat:
Eine Website hat er nicht, wie soll ich überprüfen, ob er das Logo nutzen wird, wir wohnen in unterschiedlichen Städten?
Das ist Ihr Problem. Aber Sie können ja schon mal die Rückgabe der Dateien mit dem Logo fordern.

Zitat:
Was soll ich darauf antworten?

Schricken Sie eine Rechnung über den Aufwand den Sie bis "Somit konnte der Kunde
auch einen Probedruck machen. Am gleichen Tag verschickte ich an ihn ein formelles Angebot." hatten.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100137 Beiträge, 37031x hilfreich)

Da der Beitrag "Darf ein Mehraufwand in Rechnung gestellt werden?" nicht mehr aufrufbar ist, poste ich die Antworten mal hier.



Zitat (von 123Rosaly):
Darf ein Mehraufwand in Rechnung gestellt werden?

Ja.



Zitat (von 123Rosaly):
Darf ich ihm für den bisher geleisteten Aufwand etwas berechnen?

Klar.



Zitat (von 123Rosaly):
Wenn ja, wie berechnet man diesen bisher geleisteten Aufwand?

Echt jetzt? Wie lief denn die bisherige Preisfindung ab? Ausgewürfelt?

Ansonsten mal hier einlesen: https://www.akademie.de/de/wissen/kostenplanung-projekte/aufwandsermittlung-kostenschaetzung

Oder einfach schätzen ... ist auch erlaubt.



Zitat (von 123Rosaly):
Wenn er mir diese Kosten bezahlt, darf er danach diese Datei nutzen?

Kommt auf die vertraglichen Vereinbarungen an. Und darauf ob der Auftraggeber (Mit-)Urheber ist.



Zitat:
Die Datei ist ja schon fertiggestellt?

Keine Ahnung, woher sollen wir das wissen?



Zitat (von 123Rosaly):
Ist es vlt. besser, die Rückgabe der Dateien zu fordern

Nö, nicht wirklich.



Zitat (von 123Rosaly):
und zu schreiben, dass diese Dateien nicht weiterverwendet werden dürfen?

Wenn er Nutzungsrechte hätte, könnte eine solche Forderung problematisch werden. Er könnte dann Unterlassung fordern, das kostet Dich dann ...



Zitat (von 123Rosaly):
Wie viel darf ich für die Erstellung eines Angebotes verlangen?

So viel man mag.
Will man die durchsetzen, sollte man sich aber an realistischen Werten orientieren.



Zitat (von 123Rosaly):
Gibt es Kosten, die dem Kunden außerdem in Rechnung gestellt werden müssen?

Nein, denn es "muss" dem Kunden gar nichts in Rechnung gestellt werden. Das ist alles freiwillig.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(13363 Beiträge, 8374x hilfreich)

Na.
Realistisch in Rechnung stellen können Sie natürlich nur das, was beauftragt wurde. Und beauftragt war anscheinend nur "Erstellung eines Angebots".
Man kann auch mehr in Rechnung stellen, aber Sachen, die nicht beauftragt waren würde ich als Kunde nicht bezahlen.

Nutzungsrechte hat der Kunde nicht gekauft. Also darf er die Datei nicht nutzen, muss aber natürlich auch keine Nutzungsrechte bezahlen.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100137 Beiträge, 37031x hilfreich)
Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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