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Makler Provision Voller Anspruch?

 Von 
deetje
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Makler Provision Voller Anspruch?

Hallo,
bei meiner Frage, die ich anschließend stellen möchte (oder meinen Fragen), geht es um folgende Situation:

Zu Begin des Sommers (etwa Juni) schauten wir uns nach einer neuen Immobilie um. Derzeit haben wir ein Haus, jedoch zu wenig Kinderzimmer. Fündig wurden wir in einem Schaukasten eines Immobiliendienstes. Wir nahmen Kontakt zu dem Makler auf und er sandte uns eine Email mit Exposee.
Wir riefen an, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren, und bekamen auch einen Termin.
Zu diesem Termin erschien der Makler alllerdings nicht. Nach zwanzig Minuten übernahm der Eigentümer die Besichtigung. Der Makler hatte sich weder abgemeldet, noch Ersatz geschickt, noch meldete sich diesbezüglich im Nachhinein um die Gründe zu nennen oder sich zu entschuldigen.
Es verging einige Zeit, in der wir Käufer für unser Haus suchten. Nchdem nun Interessenten da waren, erkundigten wir uns, ob das Haus auch noch zum Verkauf stünde (etwa September).
Die Eigentümer sagten uns, dass das Haus noch zum Verkauf stünde, allerdings nicht mehr über diesen Makler, sondern privat.
Bei der Kreditanfrage bei unserer Bank erfuhren wir aber, dass der alte Immobiliendienst durchaus trotzdem noch Ansprüche stellen kann.

Auf die Nachfrage bei dem Immobiliendienst, ob die uns dann nicht mit der Provision entgegenkämen, bot man uns 4% an, statt sonst 5% (zzgl Mehrwertsteuer).
Für uns ist das eine Frechheit und kein ernsthaftes Angebot.

Frage 1: Ist es richtig, dass die Zusendung des Exposees das Angebot darstellt, und die Vereinbarung der Besichtigung die Annahme? (Jedenfalls sehe ich das so, das schon ein Vertrag entstanden ist)

Frage 2: Wenn ein Vertrag entstanden ist, welche Pflichten ergeben sich daraus für beide Seiten? Vor allem für den Makler?

Frage 3: Wären 2% ein faires Angebot?

Wenn jemand so die entsprechenden Gesetze oder Paragraphen auf Lager hat, immer her damit ;-)

Gruß Deetje

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-- Editiert am 31.10.2010 11:04

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Vertrag Makler Vereinbarung Angebot


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1403x hilfreich)

Wurde denn ein Maklervertrag geschlossen? Oder hat der Makler zu verstehen gegeben, dass er im Falle eines erfolgreichen Abschlusses des Hauptgeschäfts eine Provision verlangt und hat er die Höhe festgelegt?

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#2
 Von 
deetje
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, die Käufercourtage ist im Exposee ausgewiesen.
Unterschrieben wurde nichts.
Ich bezweifle nicht, dass ein Provisionsanspruch besteht. Nur denke ich, sollte man da eine faire Lösung finden. Wenn der Makler noch nicht mal erscheint nund sich auch nicht meldet.

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#3
 Von 
bogus1
Status:
Master
(4223 Beiträge, 1403x hilfreich)

quote:
Ich bezweifle nicht, dass ein Provisionsanspruch besteht. Nur denke ich, sollte man da eine faire Lösung finden. Wenn der Makler noch nicht mal erscheint nund sich auch nicht meldet.


Ich befürchte, darauf braucht sich der Makler nicht einzulassen. Wenn jetzt nicht explizit in einem Maklervertrag aufgeführt ist, welche Leistungen der Makler zu erbringen hat, wird es so sein, dass er dadurch, dass er das Exposé sowie die Adresse des Verkäufers zugänglich gemacht hat, schon Anspruch auf die Provision haben dürfte, sollte es zu einem Kaufvertrag kommen.

Dass der Makler jetzt zum Termin unentschuldigt nicht erschienen ist, spricht nicht für ihn, wird ihn aber nicht am Anspruch hindern können. Der Verkäufer hat diese Aufgabe (freiwillig) übernommen, sonst hätte man sich auf einen neuen Termin einigen müssen.

Und die Tätigkeit des Maklers wäre auch ursächlich für das Hauptgeschäft, auch wenn es möglicherweise für den Interessenten als zu leicht verdientes Geld aussieht.

Der Maklervertrag wurde konkludent abgeschlossen, der Interessent hat Dienste des Maklers entgegengenommen, er hätte auch vorher erklären können, dass er keinesfalls bereit sei, eine Provision zu zahlen (dann hätte er aber weder das Exposé noch die Adresse des Objekts oder des Verkäufers bekommen).

http://www.ruge-mydlak.eu/Maklerprovision.pdf

http://www.brennecke-partner.de/71010/Der-Immobilienmakler--Eine-Einfuehrung-4.-Ursaechlichkeit-der-Maklertaetigkeit-

Wenn man nicht warten will (der Verkäufer könnte seine Verkaufsabsicht aufgeben und zu gegebener Zeit einen neuen Verkaufsentschluss fassen, der Zeitraum dazwischen sollte aber entsprechend lang sein) wird man pokern müssen.






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#4
 Von 
deetje
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich danke...
Da müssen wir wohl pokern!Wir bauen ein wenig drauf, dass wir die letzten Interessenten sind, die es über diese Makler kaufen würden. Also entweder nehmen die unser Geld noch mit, oder sie verdienen nichts an dem Objekt...
Naja, morgen wrden wirs ja erfahren.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(91885 Beiträge, 35768x hilfreich)

quote:
Es verging einige Zeit,

Wie lange war das genau?


quote:
Auf die Nachfrage bei dem Immobiliendienst, ob die uns dann nicht mit der Provision entgegenkämen,

DAS war taktisch ungeschickt ...

Habt ihr denn schon das erwähnte Gegenangebot (2%) gemacht?



quote:
Also entweder nehmen die unser Geld noch mit, oder sie

... verklagen euch ...




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Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#6
 Von 
deetje
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Also, etwa drei Monate. (was aber als zeitlicher Abstand nicht ausreicht)

Ja, das Angebot haben wir gemacht. Allerdings verzichtet die Sparkasse lieber auf das Geschäft, als unter 4% zu gehen.

Da wir nicht die Absicht hegen uns mit jemandem gerichtlich auseinanderzusetzen, haben wir keine Taktik. Wahrscheinlich sind wir auch zu sozial eingestellt um so richtig unseren Vorteil da rauszuschlagen...:-(

Da das Haus noch nicht gekauft ist, ist noch nichts mit verklagen! Nur müssen wir dann neu suchen, und die Käufer unseres Hauses sitzen uns im Nacken...
Dieses Haus wäre toll gewesen, aber nicht um jeden Preis...

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