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"Makler" hintergeht potentiellen Käufer

15. Februar 2021 Thema abonnieren
 Von 
Steph1967
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
"Makler" hintergeht potentiellen Käufer

Wir haben uns vergangene Woche eine Immobilie angeschaut. Gefunden auf Immobilienscount24.de. Kontakt haben wir über den inserierenden Makler aufgenommen. Zum Termin waren auch der Verkäufer da. Der Makler kam 2 Min später und nahm die Besichtigung direkt an sich. Er macht tatsächlich den Eindruck das er der beauftragte Makler sei. In der Anzeige stand "für Käufer provisionsfrei". Wir gingen davon aus, das in diesem Falle die Provision komplett vom Verkäufer gezahlt wird. Wir hatten direkt danach einen Termin mit unserer Bank. Die Finanzierung stand soweit, nur einige Unterlagen fehlten noch. Der Makler fühlte sich wohl unter Druck gesetzt, da ich um Unterlagen bat. Er schien die Ruhe weg zu haben. Auf die Frage ob ich mir die Unterlagen direkt beim Verkäufer holen könne, erklärte er mir, das alles über ihn laufen müsse. Er würde sich darum kümmern. 3 Tage später war dann eine erneute Besichtigung mit einem Immobiliensachverständigen geplant. Kurz vor diesem Termin, bekam ich eine Email, das die Immobilie für einen weit aus höheren Preis verkauft sei.
Ich soll den Termin mit dem Sachverständigen canceln.
Am nächsten Tag fuhr ich zum Verkäufer, und da staunte ich nicht schlecht. Ich erfuhr das dieser Makler garkeinen Auftrag von dem Verkäufer hatte. Er hat sich auf dessen privater Anzeige bei ihm gemeldet, und fragte an ob er auch einen Käufer suchen könne.
Nun haben wir das Problem, das dieses Haus nun vermutlich jemand anderes kauft, da der Makler dem Verkäufer nicht mitgeteilt hat das wir grosses Interesse haben. Hätten die es gewusst, hätten wir schon längst den Zuschlag bekommen.
Kann man den Makler nun irgendwie zur Rechenschaft ziehen? Er mag zwar Makler sein, aber er hat sich in unserem Falle ja als Makler ausgegeben was er garnicht war.
Sollten wir das Haus nun nicht bekommen, platzt echt ein Traum...ich könnte diesen Makler....
Also gibt es da eine Möglichkeit?

gruss Stephanie

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14090 Beiträge, 8559x hilfreich)

Zitat:
Kann man den Makler nun irgendwie zur Rechenschaft ziehen?

Ich wüsste nicht weswegen.

Zitat:
Also gibt es da eine Möglichkeit?

So lange noch kein Vertrag unterschrieben ist, könnte der Verkäufer ja auch an Euch verkaufen. Der Verkäufer ist nicht gezwungen, an den Interessenten zu verkaufen, den der "Makler" aufgetrieben hat. (Falls der andere Interessent natürlich mehr zahlt, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Sinneswandel beim Verkäufer wohl nicht so hoch.)

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105610 Beiträge, 37796x hilfreich)

Zitat (von Steph1967):
Er macht tatsächlich den Eindruck das er der beauftragte Makler sei.

War er ja auch.



Zitat (von Steph1967):
Er mag zwar Makler sein, aber er hat sich in unserem Falle ja als Makler ausgegeben was er garnicht war.

Seltsame Logik. Natürlich war er auch in dem Falle der Makler.



Zitat (von Steph1967):
Hätten die es gewusst, hätten wir schon längst den Zuschlag bekommen.

Die Wahrscheinlichkeit das sich jemand für euch und gegen Tausende von EUR mehr entscheidet betrachte ich eher als marginal.



Zitat (von Steph1967):
Also gibt es da eine Möglichkeit?

Ja, den anderen Käufer überbieten und einen weit aus höheren Preis offerieren - falls die noch keine vertragliche Vereinbarung haben.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#3
 Von 
Steph1967
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein, er war nicht der beauftragte Makler. Er hat sich zwar gegen 2% Provision als Makler angeboten, der Verkäufer wollte aber privat sich selbst um den Verkauf kümmern. Er hat sich aber drauf eingelassen, nur mündlich das der Makler privat nach einem Käufer sucht.
Also nicht beauftragt!
Da wir davon ausgegangen sind, das er der beauftragte Makler war, mussten wir doch auch davon ausgehen das er unser Kaufinteresse weiterleitet an den Verkäufer. Dies hat er nicht getan.
Und obwohl er keinen Auftrag hatte, sagte er zu uns, alles müsse über ihn laufen.
So ist uns vermutlich das Haus durch die Lappen gegangen.

Grenzt das nicht schon an Betrug? zu behaupten er sei der beauftragte Makler der Verkäufer, obwohl es nicht so ist?
Und wenn er dieser gewesen wäre, wäre er in der Pflicht gewesen unser Kaufinteresse weiterzuleiten...

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105610 Beiträge, 37796x hilfreich)

Zitat (von Steph1967):
Nein, er war nicht der beauftragte Makler.

Selbstverständlich habt ihr ihn beauftragt, wie sollte das
Zitat (von Steph1967):
Kontakt haben wir über den inserierenden Makler aufgenommen.

denn sonst zu verstehen sein?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Steph1967
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

ok....wenn man es so sieht...ok.
Er bot das Haus, wofür ihm kein Auftrag vom Verkäufer vorlag,provisionsfrei für den Käufer zum Verkauf an. Ja ich habe mich daraufhin gemeldet.
Aber, wenn er damit einen Auftrag von uns hatte...hätte er dann nicht auch unser Kaufinteresse weitergeben müssen?
Er ist doch dann in der Pflicht Informationen an den Verkäufer weiterzugeben.
Oder ist das für den potentiellen Käufer ein Glücksspiel?

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#6
 Von 
drkabo
Status:
Wissender
(14090 Beiträge, 8559x hilfreich)

Zitat:
Selbstverständlich habt ihr ihn beauftragt,

Sehe ich nicht so.
Durch das "Kontakt aufnehmen" kommt noch keine Beauftragung zustande.

Zitat:
Er ist doch dann in der Pflicht Informationen an den Verkäufer weiterzugeben.

Wenn Ihr den Makler beauftragt hättet - ja

Realistisch gesehen: Der "Makler" wusste bereits zum Zeitpunkt Ihrer Besichtigung, dass es ein höheres Angebot gibt, und der Preis, den Sie zahlen wollten, zu niedrig ist, um zum Zug zu kommen. Der "Makler" hat es deshalb weder für nötig befunden ihr (zu niedriges) Angebot weiterzuleiten noch sich um eine Beauftragung durch Sie zu kümmern. Wäre Ihr Angebot höher gewesen, hätte der "Makler" es auch sicher weitergeleitet - und Sie zu einer Unterschrift unter einen Maklervertrag gedrängt, in dem das "für Käufer provisionsfrei" bestimmt nicht mehr enthalten gewesen wäre.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105610 Beiträge, 37796x hilfreich)

Zitat (von Steph1967):
Oder ist das für den potentiellen Käufer ein Glücksspiel?

Bis der notarielle Kaufvertrag unterschrieben / beglaubigt ist, kann der Verkäufer immer noch abspringen. Insofern ist es auch immer ein wenig "Glücksspiel" im Vorlauf ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Steph1967
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Morgen,
irgendwie hab ich das Gefühl da sich hier mißverstanden werde.

Also 1. bekommt ein Makler von mir einen Auftrag (egal ob provisionsfrei oder nicht) nur wenn ich über ihn um eine Besichtigung bitte? Auch wenn er vom Verkäufer keinen Auftrag hat dieses Haus per Maklertätigkeit an den Mann zu bringen?
2. wenn es schon ein Auftrag meinerseits ist, nur das ich den Makler zwecks Besichtigung kontaktiere, warum ist er dann nicht in der Pflicht, bereits 2 Tage später den Verkäufer darüber zu informieren das unsere Finanzierung steht?
Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine anderen Interessenten.
3. wir wussten zu diesem Zeitpunkt nicht das der Makler vom Verkäufer nicht beauftragt ist, und das der Verkäufer das Haus auch privat inseriert hat.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
essey
Status:
Schüler
(270 Beiträge, 68x hilfreich)

Er wurde doch beauftragt vom VK nach einem Käufer zu suchen, schreibst du doch schon selber oben.
Auch ein mündlicher Auftrag ist ein Auftrag.

Zitat:

Er hat sich aber drauf eingelassen, nur mündlich das der Makler privat nach einem Käufer sucht.


Moralisch mag es evtl. verwerflich sein, eure Kaufabsicht nicht dem VK mitzuteilen.
Rechtlich jedoch nicht.

Rechtlich bindend ist erst der notariell beglaubigte Kaufvertrag.

-- Editiert von essey am 16.02.2021 12:36

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5725 Beiträge, 2227x hilfreich)

Zitat:
Zum Termin waren auch der Verkäufer da. Der Makler kam 2 Min später und nahm die Besichtigung direkt an sich. Er macht tatsächlich den Eindruck das er der beauftragte Makler sei.


Also dieser Makler soll bei den Erschienen einen falschen Eindruck erweckt haben und der Verkäufer hat dies hingenommen ??

Zitat:
Ich erfuhr das dieser Makler garkeinen Auftrag von dem Verkäufer hatte. Er hat sich auf dessen privater Anzeige bei ihm gemeldet, und fragte an ob er auch einen Käufer suchen könne.

Und die Anwort des Verkäufers steht wo ?

Wenn man beide Schilderungen zusammen wertet wird doch klar, dass der Makler zwar keinen alleinigen Auftrag hatte, aber der Verkäufer die Tätigkeit des Maklers auch nicht unterbunden hat.

Signatur:

Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(25813 Beiträge, 4862x hilfreich)

Zitat (von Steph1967):
Ja ich habe mich daraufhin gemeldet.
Du warst (nur) ein Interessent. Hast du irgendetwas unterschrieben, was zu dem Angebot auf der Immo-Website gehört?

Zitat (von Steph1967):
das die Immobilie für einen weit aus höheren Preis verkauft sei.
Sowas schreibt eigentlich kein seriöser Makler. Wenn weg, dann weg, egal, warum.
Wenn es gar keinen Vertrag zwischen Makler und Verkäufer gibt, kann der Makler (eigentlich) nicht wissen, dass das Haus schon verkauft sei.
Zitat (von Steph1967):
Also gibt es da eine Möglichkeit?
...den Makler zu... was?--->Nö. Vermutlich Pech gehabt.

Fragt doch den Verkäufer mal, ob der tatsächlich SELBST an andere verkauft hat.

zu 1. Nein. DU hast auf das Angebot des Maklers reagiert.
zu 2. Nein. Du hast den Makler nicht beauftragt.
zu 3. Ist egal.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(105610 Beiträge, 37796x hilfreich)

Zitat (von Steph1967):
Also 1. bekommt ein Makler von mir einen Auftrag (egal ob provisionsfrei oder nicht) nur wenn ich über ihn um eine Besichtigung bitte?

Schon die reine Anfrage zu dem Objekt ist schon einen Beauftragung.



Zitat (von Steph1967):
Auch wenn er vom Verkäufer keinen Auftrag hat dieses Haus per Maklertätigkeit an den Mann zu bringen?

Der Beschreibung nach hatte er den aber wohl.



Zitat (von Steph1967):
2. wenn es schon ein Auftrag meinerseits ist, nur das ich den Makler zwecks Besichtigung kontaktiere, warum ist er dann nicht in der Pflicht, bereits 2 Tage später den Verkäufer darüber zu informieren das unsere Finanzierung steht?

Eventuell weil man das so nicht beauftragt hat? Oder hat man ihm explizit mitgeteilt er möge den Verkäufer unverzüglich informieren?
War das "Finanzierung steht" durch ein offizielles Dokument belegt das man dem Makler auch übermittelt hat? Oder nur eine unbewiesene Behauptung?


Signatur:

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