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Maklerprovision bei Kauf durch ANDEREN Makler fällig??

8. Juni 2005 Thema abonnieren
 Von 
Frau_Recht
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 22x hilfreich)
Maklerprovision bei Kauf durch ANDEREN Makler fällig??

Hallo,

ich habe eine Frage, die denke ich, zur Sparte "Vertragsrecht" gehört.

Wir liebäugelten schon die ganze Zeit mit einem Reihenmittelhaus, welches wir jetzt gerne kaufen möchten.

Wir wurden vor ca. 2 Monaten, durch eine Maklerin eines bekannten Baufinanzierungs-Unternehmens, auf das RMH aufmerksam. Also machten wir einen Besichtigungstermin mit ihr aus. Das RHM gefiel uns super, jedoch konnte uns die Maklerin leider sehr wenig zu dem Haus sagen. Sie war sehr unvorbereitet und wusste über Modernisierungen nur wage bescheid....
Auch Gutachterunterlagen, die sie uns "versprach" waren nicht im Büro vorhanden. Jeder 2. Satz von ihr hieß: "Dass kann ich Ihnen nicht sagen, das weiss ich nicht!"

Leider unterschrieben wir VOR der Besichtigung einen Objektnachweis. D.h. ein Nachweis, woraus hervorgeht, dass wir das Objekt besichtigt hätten... dass das Objekt für uns vorher unbekannt war.....usw.

Ein Punkt dieses Vertrages ist auch:

ERFOLGT EIN VERTRAGSABSCHLUSS, WERDE ICH (..... Ihr FinanzPartner) SOFORT UNTERRICHTEN UND BEI ABSCHLUSS DES NACHGEWIESENEN VERTRAGES EINE PROVISION IN HÖHE VON 3,48% VOM NOTARIELL BEURKUNDETEN KAUFPREIS UNBESCHADET EINER PRIVISION VON DER GEGENSEITE - ZAHLEN.

So... nun ca. 2 Monate nach der Besichtigung, las ich, dass eine andere Firma (Bausparkasse) das SELBE Objekt zum Verkauf ausschrieben.

Da wir ja eigentlich sehr angetan von dem RMH waren. Machte ich mit dem 2. Makler der anderen Firma einen Besichtigungstermin aus. Er konnte uns genau erzählen, und anhand von Kopien beweisen, welche Modernisierungen in welcher Zeit durchgeführt wurden. Ebenso wusste er auf alle unsere Fragen bezüglich des Häuschens Antworten.

Wir haben bei dieser Firma keinen solchen Vertrag unterschrieben wie bei der 1. Maklerin.

Jetzt sind wir total von dem Objekt überzeugt und möchten es gerne kaufen.

Hier kommt meine eigentliche Frage:

Müssen wir, bei Abschluss eines Kaufvertrages nun die Provision der 1. Maklerin zahlen? Auch wenn der Kauf letztendlich durch einen anderen Makler, einer anderen Firma zu Stande kam?

Was heissen würde, dass wir 2 Maklercourtagen zahlen müssten, was wir nicht machen würden!

Kann uns jemand helfen???

Liebe Grüsse
Fr. Recht

Dann legten wir den Kauf des RMH "zur Seite" und

Fragen zu einem Vertrag oder Klauseln?

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest123-204
Status:
Praktikant
(656 Beiträge, 111x hilfreich)

Hallo Frau _Recht

Vertrag ist Vertrag, bevor ich einer 2. Makler suche, bende ich erst den Vertrag mit dem 1. in dem ich die 1. Maklerin Fristsetzt um alle Notwendige Informationen an mir zustellen, machte sie das nicht, erst dann kann ich die Vertrag fristlos kündigen und so bin ich frei und darf ich eine 2. Makler suchen.

MfG







-- Editiert von Audio am 08.06.2005 16:48:19

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#2
 Von 
ikarus02
Status:
Master
(4412 Beiträge, 1067x hilfreich)

So sehe ich es auch. Die Ansprüche des 1. Maklers dürften berechtigt sein.
Gruß

-----------------
"behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest."

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Frau_Recht
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 22x hilfreich)

Danke erstmal für Eure Antworten!

Aber wie kann ich den Vertrag denn kündigen??

Überhaupt -habe ich vorher gar nicht gewusst, dass ein Verkaufsobjekt von mehreren Maklern angeboten werden kann...

Und als ich mich das 2. Mal für dieses Objekt interessierte, hatte ich keine Ahnung, dass es sich um DASSELBE Objekt handelt, welches ich bereits besichtigt hatte. Dies erfuhr ich erst im Laufe des Telefonates mit dem 2. Makler.

Gruss

Fr. Recht

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
guest123-204
Status:
Praktikant
(656 Beiträge, 111x hilfreich)

[Aber wie kann ich den Vertrag denn kündigen??]

Jeden Vertrag lasst sich außerordentliche kündigen, in deinem Fall, du hattest die Maklerin erst ein Fristsetzen können um den Vertrag zu erfüllen wie vereinbart, durch 2 Monate Stillpause ist den vertrag nicht verwirkt.


[Überhaupt -habe ich vorher gar nicht gewusst, dass ein Verkaufsobjekt von mehreren Maklern angeboten werden kann... ]

Das ist zulässig, zulässig auch das du mehrere Maklerverträge gleichzeitig schlissen, es ist aber dein Aufgabe die Besichtigtete Objekte zu merken.
Angebote für einen Objekt die du bereits besichtigt hast, kannst du ablehnen spätestens an die Haustür.

MfG

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Frau_Recht
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 22x hilfreich)

Mein 2. Makler meinte, wenn die Kaufsumme (des Objektes) eine andere ist, als die bei der 1. Maklerin, dann sind die Gegebenheiten anders und ich müsste auf keinen Fall beide Makler bezahlen.

Schliesslich erhielt ich von dem 2. Makler ein um 5.000,- € billigeres Verkaufs-Angebot!!

Viele Grüsse

Frau Recht

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
guest123-204
Status:
Praktikant
(656 Beiträge, 111x hilfreich)

Wenn das ist richtig ist, dann gilt das nur bei Immobilen, i.d.R. günstiger Angebote entbinden nicht von bereits abgeschlossene Vereinbarungen.

MfG

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Frau_Recht
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 22x hilfreich)

Zitat:
Wenn das ist richtig ist, dann gilt das nur bei Immobilen, i.d.R. günstiger Angebote entbinden nicht von bereits abgeschlossene Vereinbarungen


Sorry, aber ich verstehe nicht richtig....

Es handelt sich hier um eine Immobilie!

Was wollen Sie mit dem o.g. Satz sagen????

MfG

Frau Recht

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest123-204
Status:
Praktikant
(656 Beiträge, 111x hilfreich)

[Es handelt sich hier um eine Immobilie! ]

Ich weiß Frau Recht dass es sich hier um eine Immobilie handelt, dass habe ich schon mitbekommen seit die 1.Posting.

Was es mir neu ist, was der 2. Makler sagt :

[Mein 2. Makler meinte, wenn die Kaufsumme (des Objektes) eine andere ist, als die bei der 1. Maklerin, dann sind die Gegebenheiten anders und ich müsste auf keinen Fall beide Makler bezahlen. ]

Also wenn das es richtig ist dann gilt das nur für Immos.

Normalerweise (beim Kauf- oder Dienstleitungsvertrage) bleiben teuerer, verbindliche Vereinbarung verbindlich auch wenn günstigere Angeboten tauchen.

Frag den 2. Makler ob er das schriftlich machen kann.

MfG

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Dany75
Status:
Beginner
(122 Beiträge, 28x hilfreich)

Hi

Nur mal so nebenbei, evtl hat die 1. Maklerin das Objekt gar nicht mehr in ihrem Bestand.

In der Regel gibt der Hausbesitzer dem Makler eine bestimmte Zeit die Möglichkiet ein Immobilie an den Mann zu bringen, zB 6 Monate. nach Ablauf der Zeit kann die Immobilie dann von einem anderen Makler angeboten werden, der Vertrag mit dem ersten Makler ist dann hinfällig. Jedenfalls nach meinem Kenntnissstand. Evtl da mal nachhacken.

beste Grüße

Dany

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Frau_Recht
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 22x hilfreich)

Danke für die Antworten.

Die Immobilie befindet sich noch im Bestand der 1. Maklerin.

Der 2. Makler hat die Immobilie nur im Bestand, weil er (so meinte er es), ein Kumpel des Eigentümers ist. Und er deshalb das Objekt AUCH anbietet.

Aber dass mit dem "schriftlich geben lassen" ist echt eine gute Sache, dass werde ich machen, dann gibts keine Missverständnisse!

Danke jedenfalls.

Viele Grüsse

Fr. Recht

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1692x hilfreich)

verbindliche Vereinbarung verbindlich auch wenn günstigere Angeboten tauchen

Das ist auch bei Immobilien so. :)

Hilfreicher Link:
http://bgb.jura.uni-hamburg.de/agl/agl-652.htm

Daraus:

'BGH 25.2.99 BB 1999, 814 (Az.: <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=III%20ZR%20191/98" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 25.02.1999 - III ZR 191/98: "wesentliche Maklerleistung"">III ZR 191/98</a>): Die Klägerin hatte der Beklagten eine Eigentumswohnung aufgrund einer Annonce für 420.000 DM nachgewiesen. Die Verhandlungen führten nicht zum Vertragsschluss. Aufgrund einer weiteren Annonce der Verkäuferin, in der die Wohnung für 395.000 DM angeboten wurde, kam der Kaufvertrag über 385.000 DM zustande. Die Beklagte ist der Meinung, dass nicht der Nachweis der Klägerin, sondern die eigenen Bemühungen der Verkäuferin zum Vertragsschluss geführt hätten.
BGH:
Der Nachweismaklervertrag ist unstreitig. Die Klägerin hat auch die Leistung erbracht. Ihr Nachweis war mitursächlich für den Vertragsschluss. Denn die Verringerung des Kaufpreises um 35.000 DM hat das Objekt nicht wesentlich verändert. War die Leistung wesentlich für den Vertrag? Das wurde bejaht.
'

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