Privater Autokauf - natürlicher Mangel an der Hinterachse festgestellt

25. Oktober 2020 Thema abonnieren
 Von 
kingsvn
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Privater Autokauf - natürlicher Mangel an der Hinterachse festgestellt

Hallo 123Recht.de Team,

ich habe ein Anliegen und eine Frage bezüglich eines privaten Autokaufes.

Folgende Situation:
Vor einem Monat kaufte ich (unter Zeugin mit meiner Freundin, welche bei der Polizei arbeitet) mir einen BMW Baujahr 1999 von Privat für geschätzte Summe 3500€ mit frischem TÜV 08/22. KFZ war bei Besichtigung abgemeldet und eine richtige Probefahrt auf öffentlicher Straße so nicht möglich.
Meine erste Frage vor Verkauf war, ob die mit der Hinterachse alles in Ordnung ist, da dies bei den Fahrzeugen ein bekanntes und durch eine schlechte Verarbeitung seitens BMW bekannt ist. Dieses betonte der Verkäufer mit "Mit der Hinterachse ist alles in Ordnung". (Leider nicht schriftlich).
TÜV Bericht : Achmanschette defekt / Getriebe Ölfeucht.
Im Vertrag ist ausgeschlossen der Sachmangel und vermerkt dass es einen "Aufprallunfall" gab und zeigte mir eine leicht eingedellte Motorhaube, was für mich so kein Problem war.
Nach Kauf steckte ich nochmal 1000€ in das Fahrzeug um alle wichtigen Flüssigkeiten sowie Verschleißteile etc zu erneuern.

ca. 1 Monat nach Kauf wollte ich in die Werkstatt um ein Lager am Differential auszutauschen.
Der Fachmann schaute sich mein Auto vorab sehr genau an um eventuelle Mängel die anstehen zu beheben.

Folgende Dinge wurden festgestellt:
- Das Fahrzeug scheint ein Unfallwagen zu sein, denn es sind nach lackiert : Motorhaube, komplette Fahrerseite, Motorinnenraum (zu sehen an einer Dichtung welche eigentlich schwarz ist), hinten Rechts Kotflügel.
- Die Hinterachse wurde schon mal geschweißt und ist an den anderen 2 von 4 Stellen am ausbrechen / rausreißen (aktuell).

Der Schaden wir auf ca. 2000€ geschätzt.

Fragen:
(1) Gehört sowas noch zum Sachmangel ?
(2) Welche Chancen bestehen, da eine nachträgliche Preisminderung zu erzielen ?
(3) Machen rechtliche Schritte Sinn auf das Augenmerk, dass Kosten für Gutachter sowie evtl. Anwalt hinzukommen?

Vielen Dank fürs Helfen & bei Fragen stehe sehr gerne zur Verfügung
Sven Bursian

-- Editiert von kingsvn am 25.10.2020 21:33

-- Editiert von kingsvn am 25.10.2020 21:50

-- Editiert von kingsvn am 25.10.2020 21:52

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118401 Beiträge, 39569x hilfreich)

Zitat (von kingsvn):
(1) Gehört sowas noch zum Sachmangel ?

Ja.



Zitat (von kingsvn):
(2) Welche Chancen bestehen, da eine nachträgliche Preisminderung zu erzielen ?

Irgendwas zwischen 0-100%, je nach Sachlage.



Zitat (von kingsvn):
(3) Machen rechtliche Schritte Sinn auf das Augenmerk, dass Kosten für Gutachter sowie evtl. Anwalt hinzukommen?

Derzeit nicht.



Ich würde jetzt erst mal Beweissicherung und Sichtung betreiben und dann je nach Ergebnis entscheiden.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
kingsvn
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal für die Antwort.

Also kann man im Prinzip fast sagen, ich habe "Pech" gehabt was das angeht obwohl der Käufer auch wenn es wusste gesagt hatte dass mit der Hinterachse alles in Ordnung ist.

Die Kosten für Gutachter & Anwalt würden wahrscheinlich die Reparatur übersteigen, so, dass es keinen Sinn macht weiter vorzugehen, falls ich das richtig lese und interpretiere.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
radfahrer999
Status:
Unparteiischer
(9031 Beiträge, 4876x hilfreich)

Zitat (von kingsvn):
BMW Baujahr 1999
BMW-Fahrer müssen immer erwähnen dass sie einen BMW fahren. Ähnliches Verhalten kennt man von Menschen die Crossfit betreiben, sich vegan oder vegetarisch ernähren oder dampfen...

Zitat (von kingsvn):
unter Zeugin mit meiner Freundin, welche bei der Polizei arbeitet
Hättest du mal lieber einen Zeugen mitgenommen der was von Autos versteht. Der hätte dich warnen können. Das Mädel von der Ordnungsmacht kann dir da nicht helfen.Die steht nur rum und ist im besten Fall dekorativ.

Zitat (von kingsvn):
ca. 1 Monat nach Kauf wollte ich in die Werkstatt

Am allerbesten ist natürlich den Wagen vor Kauf in eine Werkstatt zur Durchsicht zu bringen - nicht danach

Zitat (von kingsvn):
ich habe "Pech" gehabt was das angeht
Jupp. Gegenfrage, was hat man von einem über 20 Jahre alten Fahrzeug erwartet? Schrott gekauft, Schrott bekommen... Glückwunsch zum neuen Auto...

Signatur:

Wenn dir die Antwort nicht gefällt, solltest du die Frage nicht stellen... ;-)

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
kingsvn
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

1. Ist es nicht relevant welches KFZ sondern einfach um die Situation zu schildern
2. Hast du in vielen Punkten mit Sicherheit recht, was einen Werkstatt besuch vor Kauf etc angeht.

Der Wagen wurde ja wie erwähnt unter Zeugen gekauft und somit auch die Frage und die Antwort zur Hinterachse gestellt und vor 2 Personen bestätigt, dass diese in Ordnung sei.

Das alter hat nichts mit dem Zustand eines KFZ's zutun um die Frage mal zu beantworten, dass man keinen Neuwagen erwarten darf ist völlig klar. Hier geht es darum, die Frage zu klären, ob in irgendeinerweise eine Chance nachträglich auf Preisminderung oder ähnliches möglich ist.

Deine Argumente "Schrott gekauft, Schrott bekommen" ist für mich einfach keine fachliche Antwort, die mich als "Leihen" weiterbringt oder gegeben falls beruhigt.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118401 Beiträge, 39569x hilfreich)

Zitat (von radfahrer999):
Das Mädel von der Ordnungsmacht kann dir da nicht helfen.Die steht nur rum und ist im besten Fall dekorativ.

Es kommt halt auf die Glaubwürdigkeit der Zeugen an und was genau die gehört haben.
Die wenigsten machen unmittelbar danach ein Gedächtnisprotokoll, fragt man die dann vor Gericht ob er A gesagt habe oder B - oder es doch C gewesen sein könnte ... da wackeln die meisten wie Schilf im Wind und die Glaubwürdigkeit ist dahin.
Die Polizisten kann man doch noch argumentieren, das die besonders geschult sind sich Aussagen zu merken.



Zitat (von kingsvn):
und vor 2 Personen bestätigt, dass diese in Ordnung sei.

Da hat man ein Problem, da man müsste gerichtsfest beweisen, das der aktuelle Zustand "ausbrechen / rausreißen" bereits zum Zeitpunkt des Kaufes bestanden hat.
Ob ein Gutachter das anhand der Korrasionsspuren feststellen könnte, müsste man diesen fragen.


Dann hat man ein weiteres Problem, denn wenn die Sachmängelhaftung korrekt ausgeschlossen wurde, müsste man auch noch beweisen, das der Verkäufer davon wusste und die Mängel arglistig verschwiegen hat.



Zitat (von kingsvn):
- Das Fahrzeug scheint ein Unfallwagen zu sein,

Ganz sicher sogar, es steht ja sogar im Vertrag:
Zitat (von kingsvn):
und vermerkt dass es einen "Aufprallunfall" gab



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Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
kingsvn
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Es kommt halt auf die Glaubwürdigkeit der Zeugen an und was genau die gehört haben.
Die wenigsten machen unmittelbar danach ein Gedächtnisprotokoll, fragt man die dann vor Gericht ob er A gesagt habe oder B - oder es doch C gewesen sein könnte ... da wackeln die meisten wie Schilf im Wind und die Glaubwürdigkeit ist dahin.
Die Polizisten kann man doch noch argumentieren, das die besonders geschult sind sich Aussagen zu merken.


Das ist tatsächlich so, dass diese sogar Jahre danach natürlich Anhand Dokumentationen solche Aussagen vor Gericht treffen müssen.


Zitat (von kingsvn):
und vor 2 Personen bestätigt, dass diese in Ordnung sei.

Da hat man ein Problem, da man müsste gerichtsfest beweisen, das der aktuelle Zustand "ausbrechen / rausreißen" bereits zum Zeitpunkt des Kaufes bestanden hat. Ob ein Gutachter das anhand der Korrasionsspuren feststellen könnte, müsste man diesen fragen.

Dieser Bestand zu 100% vorher, da an einer Stelle schon geschweißt wurde und an einer ausgebrochenen Stelle Korrision vorhanden ist. Mit einem Gutachter aufjedenfall zu bestätigen, dass dies nicht innherhalb eines Monats passiert sein kann.


Zitat (von kingsvn):
Dann hat man ein weiteres Problem, denn wenn die Sachmängelhaftung korrekt ausgeschlossen wurde, müsste man auch noch beweisen, das der Verkäufer davon wusste und die Mängel arglistig verschwiegen hat.


Das unterstelle ich niemandem ob das bewusst war oder halt nicht, ich persönliche gehe meist vom guten aus und hoffe, dass der Verkäufer natürlich wahrheitsgemäß verkauft.


Zitat (von kingsvn):
- Das Fahrzeug scheint ein Unfallwagen zu sein,
Ganz sicher sogar, es steht ja sogar im Vertrag:
Zitat (von kingsvn):
und vermerkt dass es einen "Aufprallunfall" gab


Aber ein Aufprallunfall bedarf doch keiner fast kompletten Lackierung die definitiv nachweisbar ist.


Ich persönlich gehe halt auch davon aus, dass das Kosten / Aufwand Verhältnis in diesem Falle zu meinen Kosten geht und ich die Reparatur selbst tragen muss. Ich hatte auch Rücksprache mit dem Vor- Vorbesitzer des Fahrzeugs, welcher meinte ihm wäre nichts bekannt von einer Lackierung oder Beschädigung der Hinterachse.
Denke, dass man mit dem Verkäufer nochmal vernünftig sprechen kann und andersfalls wird es wohl als Lehrgeld abgestempelt und beim nächsten mal ordentlicher geguckt.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118401 Beiträge, 39569x hilfreich)

Zitat (von kingsvn):
Aber ein Aufprallunfall bedarf doch keiner fast kompletten Lackierung die definitiv nachweisbar ist.

Hier mal eine kleine Auswahl an Aufprallunfällen wo mehr als Lack nötig war ...

https://media04.all-in.de/article/2015/10/21/4/351164_XL.jpg?1532801605

https://www.fnweb.de/cms_media/module_img/2891/1445817_1_nocroparticledetail_img_04198661.jpg

https://www.tvo.de/storage/thumbs/1000x320c/r:1520943806/311499.jpg


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
kingsvn
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
https://www.tvo.de/storage/thumbs/1000x320c/r:1520943806/311499.jpg


exakt wie deine Bilder definiere ich einen Aufprallunfall!

Aber wie erwähnt wurde bei mir da Auto fast rundum lackiert, was in meinen Augen KEIN Aufprallunfall darstellt, weil weshalb lackiert man denn Motorhaube + Motorinnenraum + komplette Fahrerseit (Kotflügel, Tür, hinteres Heck) + Beifahrerseite hinteres Heck.

Falls du verstehst was ich meine, dass ergibt für mich persönlich keinen Sinn.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118401 Beiträge, 39569x hilfreich)

Zitat (von kingsvn):
dass ergibt für mich persönlich keinen Sinn.

Es könnte sein, das Trümmerteile dort mehr oder weniger viele Kratzer hinterlassen haben.


Signatur:

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#10
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10561 Beiträge, 4181x hilfreich)

Grade wenn der Lack so alt wie das Fahrzeug ist, ist es irgendwann deutlich einfacher das gesamte Fahrzeug zu lackieren, als (mehrere) einzelne Teile.

Es ist schwierig und vermutlich auch jedem Lackierer zu wieder, in nachlackierte Teile 20 Jahre Gebrauch zu lackieren. ;)
Rat-look Lackierungen jetzt mal ausgenommen....

-- Editiert von spatenklopper am 26.10.2020 14:28

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#11
 Von 
Wurstsemmel
Status:
Schüler
(454 Beiträge, 73x hilfreich)

Die Problematik der ausreißenden Hinterachsbefestigungen am E46 sind doch nun wirklich derart bekannt, dass man diese Baureihe komplett meiden sollte. Das ist bei diesem Modell quasi "Serie".

Noch witziger als das komplette Ignorieren dieses Konstruktionsfehlers seitens BMW ist der vorgesehene Behelf: Bauschaum. Ein Armutszeugnis für einen Autobauer.

Die Reparatur ist jedoch kein Hexenwerk, es gibt Reparaturbleche für die Karosserie. Insgesamt sind 1000€ realistisch.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
kingsvn
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Wurstsemmel):
Die Problematik der ausreißenden Hinterachsbefestigungen am E46 sind doch nun wirklich derart bekannt, dass man diese Baureihe komplett meiden sollte. Das ist bei diesem Modell quasi "Serie".

Noch witziger als das komplette Ignorieren dieses Konstruktionsfehlers seitens BMW ist der vorgesehene Behelf: Bauschaum. Ein Armutszeugnis für einen Autobauer.

Die Reparatur ist jedoch kein Hexenwerk, es gibt Reparaturbleche für die Karosserie. Insgesamt sind 1000€ realistisch.


Absolut, dass war mir sogar bewusst und deshalb fragte ich ja den Verkäufer, war halt blauäugig und gutgläubig zu glauben, dass der Verkäufer die Wahrheit diesbezüglich sagt.

Habe mir schon Angebote eingeholt die über 1000€ liegen aber es wird wohl kein Weg dran vorbei gehen es machen zu lassen. Und ja das hat BMW sehr fahrlässig in die Produktion gebracht!

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