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Rechnung aushändigen vor oder nach Auftragserfüllung

9.8.2021 Thema abonnieren
 Von 
Sidrey
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Rechnung aushändigen vor oder nach Auftragserfüllung

Hallo,

ich bin Gewerbetreibender und normalerweise stelle ich eine Rechnung erst aus, nachdem bei mir die Zahlung eingegangen ist und der Auftrag meinerseits ausgeführt ist. Das erspart mir die mögliche Buchungen von Gutschriften.

Neulich hat mir ein Kunde geschrieben, dass meine Vorgehensweise unzulässig ist und die Rechnung vorher ausgehändigt werden muss.

Hat der Kunde recht?

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18 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bostonxl
Status:
Lehrling
(1690 Beiträge, 242x hilfreich)

Es spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, dass eine Rechnung auch nach der Zahlung ausgestellt wird. Du musst natürlich den Leistungszeitraum korrekt angeben. Außerdem sollte die Rechnung den Vermerk "Bereits bezahlt" tragen. Allerdings machst Du es der Buchhaltung des Kunden und Deiner eigenen unnötig schwer. Denn es gilt immer noch: Keine Buchung ohne Beleg.Und bei der Zahlung fehlt dann vereinfacht gesagt die Grundlage.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Laerton
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 5x hilfreich)

Zitat (von Sidrey ):
Hallo,

ich bin Gewerbetreibender [...]


Dann sollte dir das UStG bekannt sein. Schau dir bitte den Paragraphen 14 an.
---
Bei Zahlung auf Rechnung sollte dem Kunden eine Rechnung vorliegen - irgendwie ersichtlich :)

Eine Rechnung ist zudem deine Informationspflicht. Der Kunde muss wissen, wie hoch die Forderung des Gläubigers ist und für welche Leistungen er bezahlen muss.

Solange du deine Kunden über den Betrag informierst und sich niemand beschwert, sehe ich hier keine Probleme.

Besteht ein Kunde zuerst auf eine Rechnung - also auf sein Recht -, musst du diese vor der Zahlung ausstellen.
Buchungstechnisch hast du Forderungen, die später beglichen werden.

Bei deinem aktuellen 'Verfahren' hast du keine Forderungen... Oder wie soll man das verstehen?

-- Editiert von 23z am 09.08.2021 18:58

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Laerton
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 5x hilfreich)

Zitat (von bostonxl):
Denn es gilt immer noch: Keine Buchung ohne Beleg.Und bei der Zahlung fehlt dann vereinfacht gesagt die Grundlage.


Ohne Einwände :)

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4593x hilfreich)

Zitat (von Sidrey ):
normalerweise stelle ich eine Rechnung erst aus, nachdem bei mir die Zahlung eingegangen ist
Das verwundert mich.
Was zahlt denn der Kunde, wenn der Auftrag/Leistung zwar erbracht ist, aber keine prüfbare Rechnung vorliegt.
Zahlt der gem. Angebot?

Zitat (von Sidrey ):
Hat der Kunde recht?
Ich meine JA. Zumindest hat er Anspruch auf eine Rechnung, bevor er bezahlt.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100034 Beiträge, 37011x hilfreich)

Zitat (von Sidrey ):
und normalerweise stelle ich eine Rechnung erst aus, nachdem bei mir die Zahlung eingegangen ist

Das ist weder normal noch zulässig.



Zitat (von Sidrey ):
Das erspart mir die mögliche Buchungen von Gutschriften.

Aber nicht den Ärger mit dem Finanzamt, weil die ganzen Buchhaltung unzulässig ist.



Zitat (von Sidrey ):
Neulich hat mir ein Kunde geschrieben, dass meine Vorgehensweise unzulässig ist und die Rechnung vorher ausgehändigt werden muss.

Richtig.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
bostonxl
Status:
Lehrling
(1690 Beiträge, 242x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das ist weder normal noch zulässig.
Zitat (von Harry van Sell):
Aber nicht den Ärger mit dem Finanzamt, weil die ganzen Buchhaltung unzulässig ist.
Was daran soll unzulässig sein? Zeig doch mal irgendeine gesetzliche Grundlage.

Zitat (von 23z):
Dann sollte dir das UStG bekannt sein. Schau dir bitte den Paragraphen 14 an.
Wo ist dort definiert, dass eine Rechnung vor einer Zahlung vorzuliegen hat?

Google auf die Schnelle:
https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/fuehren/rechnungen-schreiben/rechnungen-rueckwirkend/

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Sidrey
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat:
Das verwundert mich.
Was zahlt denn der Kunde, wenn der Auftrag/Leistung zwar erbracht ist, aber keine prüfbare Rechnung vorliegt.
Zahlt der gem. Angebot?


Die Preisliste für meine Dienste hängt aus. Ich nehme immer erst Vorkasse. Die Reihenfolge ist. Erst die Zahlung, dann die Leistung und zum Schluss wird die Rechnung ausgestellt.

Zitat:
Bei deinem aktuellen 'Verfahren' hast du keine Forderungen... Oder wie soll man das verstehen?

In der Regel habe ich buchhalterisch keine Forderungen.

Zitat:
Das ist weder normal noch zulässig.

Sollte meine Vorgehensweise nicht zulässig sein dann bitte ich die Begründung mit einer Quelle zu belegen.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
guest-12321.03.2022 17:40:03
Status:
Lehrling
(1312 Beiträge, 175x hilfreich)

Zitat (von Sidrey ):
Sollte meine Vorgehensweise nicht zulässig sein dann bitte ich die Begründung mit einer Quelle zu belegen.


Vorkasse zu Verlangen dürfe durchaus zulässig sein. Zumindest wüsste ich nicht was dagegen sprechen sollte.
Es wird ein Vertrag abgeschlossen (schriftlich oder mündlich) und vereinbart das der Preis vor der Leistungserbringung gezahlt werden wird. Dies bedarf dann aber einer vertraglichen Absprache.

Eine andere Frage ist wie viel Kunden sich auf eine derartiges Modell einlassen, das hängt wohl von der Branche und wird im Onlinehandel öfters akzeptiert werden als in stationären Handel, das ist aber, wie gesagt, nicht die Frage des TE's.


-- Editiert von Alter Sack am 10.08.2021 13:37

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100034 Beiträge, 37011x hilfreich)

Zitat (von bostonxl):
Was daran soll unzulässig sein? Zeig doch mal irgendeine gesetzliche Grundlage.

Das mit den Grundsätzen der Ordnungsgemäßen Buchführung erklärt dann spätestens das Finanzamt...

Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Sidrey
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)

Jeder widerspricht den Ausführungen von Harry van Sell.

Harry van Sell, wenn du es nicht schaffst eine Gesetzesgrundlage zu finden das deine Ausführungen belegt, dann unterlasse es bitte mich weiter zu verunsichern. Ich mache nichts unzulässiges und deine Drohungen mit Finanzamt lass einfach gut sein.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
bostonxl
Status:
Lehrling
(1690 Beiträge, 242x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das mit den Grundsätzen der Ordnungsgemäßen Buchführung erklärt dann spätestens das Finanzamt...
Die davon überhaupt nicht betroffen sind.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
guest-12321.03.2022 17:40:03
Status:
Lehrling
(1312 Beiträge, 175x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Das mit den Grundsätzen der Ordnungsgemäßen Buchführung erklärt dann spätestens das Finanzamt...


Soll das heißen das alle Internethändler die nur gegen Vorkasse liefern keine ordnungsgemäße Buchführung betreiben?

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4593x hilfreich)

Zitat (von Sidrey ):
Die Preisliste für meine Dienste hängt aus. Ich nehme immer erst Vorkasse.
Aha. Gute Info.
Dann dürfte das wohl auch zulässig sein.

Vermutlich ist so ähnlich wie bei der *DBahn. Erst bezahlen, was der Automat aushängt. Dann auf den Zug warten, der evtl. zu spät kommt. Dann nach X fahren. Dann mit der *DBahn* rumstreiten...

Finanzamt tangiert das nicht.

-- Editiert von Anami am 10.08.2021 16:10

Signatur:

ist nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100034 Beiträge, 37011x hilfreich)

Zitat (von Alter Sack):
Soll das heißen das alle Internethändler die nur gegen Vorkasse liefern keine ordnungsgemäße Buchführung betreiben?

Wie man auf so eine unsinnige Theorie kommt, ist mir unklar.



Zitat (von bostonxl):
Die davon überhaupt nicht betroffen sind.

Zitat (von Anami):
Finanzamt tangiert das nicht.

Ja klar, das Finanzamt interessiert sich nie für die ordnungsgemäße Buchführung...



Aber schön das man hier seine Wissenslücken so deutlich demonstriert.



Zitat (von Sidrey ):
Jeder widerspricht den Ausführungen von Harry van Sell.

Also 3 von 4 sind weniger als "jeder" ...



Zitat (von Sidrey ):
Harry van Sell, wenn du es nicht schaffst eine Gesetzesgrundlage zu finden das deine Ausführungen belegt,

Grundsatz der Richtigkeit und Willkürfreiheit: § 239 Abs. 2 HGB
Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit: § 238 Abs. 1 S. 2 HGB, § 243 Abs. 2 HGB
Grundsatz des Belegprinzip: Keine Buchung darf ohne Beleg ausgeführt werden: § 238 Abs. 1 und 2 HGB

Belege erst nachträglich zu erstellen um lästige Buchungssschritte wie z.B. Gutschriften zu unterschlagen und gar nicht erst aufzuzeichnen etc. widersprich jedem der Vorgenannten.



PS: Es bleibt ganz alleine Dir überlassen, welche Entscheidung Du für künftige Handlungen triffst.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
bostonxl
Status:
Lehrling
(1690 Beiträge, 242x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Grundsatz der Richtigkeit und Willkürfreiheit: § 239 Abs. 2 HGB
Grundsatz der Klarheit und Übersichtlichkeit: § 238 Abs. 1 S. 2 HGB, § 243 Abs. 2 HGB
Und auch hier keinerlei Nachweis für Deine Aussage, dass eine Rechnung nicht erst nach einer Zahlung ausgestellt werden darf.

Zitat (von Harry van Sell):
Grundsatz des Belegprinzip: Keine Buchung darf ohne Beleg ausgeführt werden: § 238 Abs. 1 und 2 HGB
Und wo steht, dass der Beleg grundsätzlich VOR der Buchung vorzuliegen hat?

Schon mal was von "unfertigen Leistungen" gehört, die verbucht werden müssen, bei denen aber noch kein buchhalterischer Beleg vorliegen kann?

Schon mal was von "fertigen Leistungen" gehört, die verbucht werden müssen, bei denen aber die zugehörige Rechnung erst später erstellt wird? Weil "zeitnahe Erstellung eine Rechnung" auch der nächste Monat sein kann?



0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Schalkefan
Status:
Praktikant
(807 Beiträge, 124x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Grundsatz des Belegprinzip: Keine Buchung darf ohne Beleg ausgeführt werden:

Stimmt.
Aber im Sachverhalt des TE gibt es doch überhaupt keine Buchung.

Der TE vereinnahmt eine Zahlung. Mehr nicht. Das ist weder nach GOB noch nach HGB an einen Beleg gebunden.
Erst wenn er die Zahlung buchhalterisch erfasst, braucht es einen Beleg. ( Dies muss nichtmal zwangsläufig eine Rechnung sein. Kann auch z.b. eine Quittung sein)

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Anami
Status:
Unsterblich
(23377 Beiträge, 4593x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ja klar, das Finanzamt interessiert sich nie für die ordnungsgemäße Buchführung...
Aber schön das man hier seine Wissenslücken so deutlich demonstriert.
Im Kontext zu meinem Beispiel D*Bahn ist es mE überflüssig, auch noch auf den finanzamtstechnischen Teil Bezug zu nehmen.
...aber Tatsache: Ich weiß nicht, wie das bei der D*Bahn geht und will es auch nicht wissen.
Mir reicht es schon, dass ich weiß, dass sie trotz Vorkasse ihre Leistung nicht pünktlich erbringt und/oder zeitweise gaaar nicht.

Signatur:

ist nur meine Meinung.

1x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100034 Beiträge, 37011x hilfreich)

Zitat (von Schalkefan):
Aber im Sachverhalt des TE gibt es doch überhaupt keine Buchung.

Das wäre ja noch schlimmer ...



Zitat (von Schalkefan):
Der TE vereinnahmt eine Zahlung. Mehr nicht. Das ist weder nach GOB noch nach HGB an einen Beleg gebunden.
Erst wenn er die Zahlung buchhalterisch erfasst, braucht es einen Beleg.

Da sollte sich jemand mal dringendst mit den Thema "Ordnungsgemäße Kassenführung" befassen ...


Signatur:

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