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Sachmangel an Wohnlandschaft erfolglos reklamiert - Verkäufer reagiert nicht auf Rücktritt

8.9.2020 Thema abonnieren
 Von 
Agent-Smith
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 2x hilfreich)
Sachmangel an Wohnlandschaft erfolglos reklamiert - Verkäufer reagiert nicht auf Rücktritt

Hallo liebe Community,

folgender Sachverhalt liegt zu Grunde:
Gekauft wurde eine Wohnlandschaft. Jeder Standfuß wird mit zwei Schrauben befestigt. Dazu werden zwei Schrauben in die Muttern (die in der Couch nicht einsehbar fixiert sind) verschraubt und befestigt. Ein Standfuß ließ sich nicht korrekt anschrauben, da eine Mutter verkantet war. Somit konnte dieser Fuß nur mittels einer Schraube fixiert werden. Wir sitzen zwar drauf (also die Wohnlandschaft erfüllt schon ihren Zweck), aber müssen natürlich jederzeit befürchten, dass der Standfuß, der nur durch eine Schraube fixiert werden konnte, der Belastung nicht standhält und komplett wegbricht.

Historie der Bestellung und Reklamation:
18.05.2020
Wohnlandschaft bestellt
22.05.2020
Wohnlandschaft bezahlt
21.07.2020
Abholung Wohnlandschaft im Abhollager
23.07.2020
Erste Kontaktaufnahme bezüglich Reklamation. Ich bitte um Nachbesserung. Kontaktaufnahme über E-Mail (Procedere gem. Auskunft Hotline). Dazu ein PDF Dokument mit Fehlerbeschreibung und Bildmaterial des Defektes. Ich bekomme per E-Mail eine Bestätigung des E-Maileinganges inkl. einer Ticket-Nr. In einem Standarttext bittet man wegen Corona um Verständnis für verlängerte Bearbeitungszeiten
09.08.2020
Keine Reaktion, keine Kontaktaufnahme seitens des Möbelhauses. Deswegen zweite Kontaktaufnahme bezüglich Reklamation. Ich bitte abermals um Nachbesserung mit Fristsetzung bis zum 24.08.2020. Wieder per E-Mail, wieder bekomme ich eine Bestätigung des E-Maileinganges inkl. einer (neuen) Ticket-Nr.
24.08.2020
Abermals keine Reaktion, keine Kontaktaufnahme seitens des Möbelhauses. Das Möbelhaus hat die Frist verstreichen lassen. Ich erkläre deswegen den Rücktritt vom Vertrag, Aufforderung den gezahlten Preis bis zum 07.09.2020 zurückzuerstatten und mit mir Kontakt aufzunehmen, um den Termin für die Rückholung der Wohnlandschaft abzusprechen. Wieder per E-Mail, wieder bekomme ich eine Bestätigung des E-Maileinganges inkl. einer (weiteren) Ticket-Nr.
25.08.2020
Um sicher zu gehen, dass der Rücktritt angekommen ist und die Abholung in die Wege geleitet wird, greife ich zum Telefon und rufe das Möbelhaus an, obwohl das Reklamationsprocedere dies nicht vorsieht. Dort ist der Vorgang bekannt. Man entschuldigt das Ausbleiben jeglicher Reaktion, die Auszubildende hätte versäumt, mich per Postbrief zu kontaktieren. Man verspricht mir darüber hinaus, dass sich ein Reparaturdienst darum kümmern wird
26.08.2020
Das Möbelhaus ruft zurück und erklärt, dass sich POS (vermutlich die Reparaturfirma) in Kürze Zwecks Termin Reparatur meldet
07.09.2020
Abermals keine Reaktion, keine Kontaktaufnahme seitens des Möbelhauses. Ich kontaktiere per E-Mail abermals. Verwiese darauf, dass ich grundsätzlich weiterhin auf den Rücktritt beststehe, würde aber zum letzten Mal mein Entgegenkommen und Güte signalisieren und wäre auch bereit, die Couch gegen eine andere zu tauschen, wenn wir eine im gleichen Preissegment finden und uns preislich einigen würden. Um aber nicht wieder wochenlang hingehalten zu werden, bestünde ich darauf, dass zuerst der gezahlte Preis für die defekte Wohnlandschaft erstattet würde. Wieder bekomme ich nur eine Bestätigung des E-Maileinganges inkl. einer (weiteren) Ticket-Nr.
08.09.2020
Bis heute natürlich keine weitere Kontaktaufnahme seitens des Möbelhauses oder des Reparaturdienstes. Ebenso Kein Zahlungseingang. Keine Absprache zwecks Abholtermin der defekten Wohnlandschaft

Leider habe ich eine Rechtsschutzversicherung und nur die schlichte Beratung könnte bis zu 190,- EUR kosten. Wie ist meine Rechtslage? Was kann ich jetzt tun?

Danke für Eure Unterstützung!!!

-- Editiert von Agent-Smith am 08.09.2020 12:21

-- Editiert von Agent-Smith am 08.09.2020 12:23

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(99865 Beiträge, 36981x hilfreich)

Zitat (von Agent-Smith):
Somit konnte dieser Fuß nur mittels einer Schraube fixiert werden.

Es fehlt eine belastbare Rechtsgrundlage für den Rücktritt. Durch die eigenmächtige und unsachgemäße Selbstvornahme ist der Verkäufer raus. Bei weiteren Schäden die dadurch entstehen ist er ebenfalls nicht haftbar.



Zitat (von Agent-Smith):
Man verspricht mir darüber hinaus, dass sich ein Reparaturdienst darum kümmern wird

Das ist dann eine Handlung auf Kulanzbasis ... sollte man eventuell annehmen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Agent-Smith
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Es fehlt eine belastbare Rechtsgrundlage für den Rücktritt. Durch die eigenmächtige und unsachgemäße Selbstvornahme ist der Verkäufer raus. Bei weiteren Schäden die dadurch entstehen ist er ebenfalls nicht haftbar.


Verstehe ich nicht so ganz. Wieso fehlt eine belastbare Rechtsgundlage und wieso war das Anschrauben der Füße eigenmächtig und unsachgemäß? Wie ich beschrieb, wurde die Wohnlandschaft nicht geliefert und aufgebaut, sondern ich musste die ab Abhollager selbst abholen und gem. Aufbauanleitung aufbauen. Wenn dann in der Anleitung steht, ich soll die Füße mittels der mitgelieferten Schrauben und den im innern der Couch verankerten Muttern fixieren und das funktioniert nicht, weil entweder das Gewinde der Muttern defekt ist oder die Muttern verkantet sind, dann ist das doch wohl ein Mangel an der Sache selbst, oder nicht ?

Zitat (von Harry van Sell):
Das ist dann eine Handlung auf Kulanzbasis ... sollte man eventuell annehmen ...


Ich bin ja wirklich dankbar, dass sich überhaupt jemand auf meinen Beitrag gemeldet hat, aber so wirklich gut durchgelesen scheinst du dir den auch nicht zu haben. Sorry, wenn ich das so direkt anmerke, aber erstens habe ich an keiner Stelle geschrieben, dass ich den Reperaturdienst nicht angenommen hätte, es ist nur so, dass sich dieser bisher nicht wie angekündigt gemeldet hat. Das du dies als Kulanzbasis ansiehst, entschuldige ich mal damit, dass du mit erstem Zitat davon ausgehst, ich hätte eigenmächtig und unsachgemäß gehandelt. Da dem m. M. nicht so ist, kann man allenfalls davon sprechen, dass dies im Rahmen der Sachmangelhaftung der erste Versuch der Mangelbeseitigung (Nachbesserung) ist. Leider aber erst vier Wochen nach der ersten Reklamation, leider erst einen Tag nach verstreichen der gesetzten Frist und leider ist es auch nur bei der Ankündigung geblieben, denn seitdem sind ja inzwischen auch wieder zwei Wochen her (das Möbelhaus hatte ja bereits am 26.08.20 angekündigt, dass sich ein Reparaturdienst bei mir melden wird).

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(99865 Beiträge, 36981x hilfreich)

Zitat (von Agent-Smith):
das funktioniert nicht, weil entweder das Gewinde der Muttern defekt ist oder die Muttern verkantet sind, dann ist das doch wohl ein Mangel an der Sache selbst, oder nicht ?

Stimmt, das ist unzweifelhaft der Fall.

Und ab dem Zeitpunkt hätte man dann die Arbeit einstellen müssen und den Mangel melden sollen.
Stattdessen hat man dann irgendwie mit einer (anderen?) Schraube versucht den Fuß zu fixieren bzw. den Fuß doch noch fixiert.



Zitat (von Agent-Smith):
Das du dies als Kulanzbasis ansiehst, entschuldige ich mal damit, dass du mit erstem Zitat davon ausgehst, ich hätte eigenmächtig und unsachgemäß gehandelt.

Genau deshalb gehe ich von Kulanz aus.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Agent-Smith
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 2x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Und ab dem Zeitpunkt hätte man dann die Arbeit einstellen müssen und den Mangel melden sollen. Stattdessen hat man dann irgendwie mit einer (anderen?) Schraube versucht den Fuß zu fixieren bzw. den Fuß doch noch fixiert.


Also, hier haben wir völlig unterschiedliche Auffassungen. Zur Feststellung des ursprünglichen Mangels ist es doch völlig belanglos, ob ich beim ersten Wiederstand mit dem Einschrauben aufhöre, die Schraube leicht eingedreht und verkantet in der Mutter verbleibt, oder ob ich in der Hoffnung, dass sich die Schraube ihr eigenes Gewinde zieht, die Schraube weiter verschraube. So war es nämlich bei der ersten Schraube an diesem Fuß auch. Wer regelmäßig Schrauben verschraubt, weiß wovon ich spreche. Jedenfalls ist das völlig uninteressant, denn festzustellen bleibt doch am Ende eindeutig, dass nicht der weitere Versuch der Verschraubung den Mangel verursacht hat, sondern dass es bei Lieferung einer mangelfreien Sache erst gar nicht zu dem Problem gekommen wäre. Infolge liegt die Ursache des Problems also bei dem Mangel, dass die Mutter im Fertigungsprozess der Couch nicht korrekt verbaut wurde oder die Mutter selbst defekt ist. Wie man daraus den Vorwurf generieren kann, dass hier seitens des Käufers eine eigenmächtige und unsachgemäße Selbstvornahme vorliegt, ist mir schleierhaft. Im Übrigen habe ich auch keine andere Schraube verwendet. Ich verstehe gar nicht, wieso Du ständig Sachverhalte hier ins Blaue hinein mutmaßt, von denen nicht die Rede sein kann, nur um deine Interpretation der Selbstvornahme rechzufertigen. Zuerst war es das Verschrauben selbst und jetzt soll ich womöglich fremde Schrauben verwendet haben. Orientiere Dich doch einfach an dem von mir geschilderten Fakten - das ist ja schließlich nicht Deine sondern meine Geschichte. Vielleicht ist es besser, wenn Du dich nicht weiter zu dem Thema äußerst, weil dies nicht zielführend ist. Mir geht´s weniger um die Frage, ob hier überhaupt mangelbehaftet geliefert wurde oder nicht, sondern mehr um die Frage, wie ich mein vermeidliches Recht auf Rückabwicklung durchsetze, wenn der Verkäufer nicht auf meinen Rücktritt reagiert.

Zitat (von Harry van Sell):
Genau deshalb gehe ich von Kulanz aus.

Das möchte ich jetzt nicht weiter kommmentieren.

Wie dem auch sei, ich habe heute selber mit der Reparaturfirma telefoniert und die sagten mir, dass der Auftrag erst gestern bei denen eingegangen ist. Die kommen jett am Samstag und reparieren die Couch. Ich nehme das jetzt mal (aus meiner Kulanz) an, weil ich wie gesagt nicht rechtschutzversichert bin und keine Lust habe, auf einen Teil der Kosten sitzen zu bleiben. Ich werde aber in jedem Fall weitere 8,- EUR im Monat investieren und meine Verkehrs- und Arbeitsrechtschutzversicherung um den Vertragsrechtschutz erweitern, damit ich mich mit sowas nicht merh herumärgern muss.

Ungeachtet dessen, könnnen wir für andere in der selben Situation aber gern weiter die Frage erörtern, wie man sein vermeidliches Recht auf Rückabwicklung durchsetzt, wenn der Verkäufer nicht auf einen Rücktritt reagiert.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
user08154711
Status:
Lehrling
(1899 Beiträge, 269x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Stattdessen hat man dann irgendwie mit einer (anderen?) Schraube versucht den Fuß zu fixieren bzw. den Fuß doch noch fixiert.
Glaskugel? Davon hat der TE doch gar nichts geschrieben. Er hat statt zwei Schrauben halt nur eine verwendet.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(99865 Beiträge, 36981x hilfreich)

Zitat (von Agent-Smith):
sondern mehr um die Frage, wie ich mein vermeidliches Recht auf Rückabwicklung durchsetze, wenn der Verkäufer nicht auf meinen Rücktritt reagiert.

Wie immer: dann muss man halt vor Gericht klagen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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