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Sonderkündigung O2 Umzug ins Ausland

 Von 
bs5033
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Sonderkündigung O2 Umzug ins Ausland

Hallo allerseits,

ich habe ein Problem mit meiner Sonderkündigung meines O2 my Home Vertrages und stecke ein wenig in einer Sackgasse.

Ich habe im Januar 2019 einen Vertrag bei O2 abgeschlossen (über 24 Monate), im Sommer jedoch einen Studienplatz im Ausland erhalten. Dieser Aufenthalt wird minimum 2 Jahre dauern. Aus diesem Grund habe ich zuersteinmal bei O2 angerufen und angefragt welche Unterlagen sie für eine Sonderkündigung benötigen und man sagte mir ich bräuchte eine Abmeldebestätigung aus DE.
Ich wusste bereits zu diesem Zeitpunkt, dass ich diese nicht bekommen werde, da der Aufwand für eine Abmeldung aus DE für mich zu viele negative folgen hätte was KV etc. anbelangt und ich mich daher auf die Adresse meiner Eltern ummelden wollte.
O2 bat mich am Telefon statt der Abmeldebestätigung dann einfach meine Immatrikulationsbescheinigung der ausländischen Uni mitzusenden und das würde dann schon reichen.
Gesagt getan. Zum 1.9.2019 habe ich meine Immatrikulationsbescheinigung erhalten und diese direkt zusammen mit der Sonderkündigung an O2 gesendet (Kündigung zum 31.12.). Und darauf hörte ich von O2 erstmal überhaupt nichts mehr.

Im November habe ich mich dann aus dem Ausland über den Whatsapp Service an O2 gewandt wo mir ein Mitarbeiter dann nur sagte, dass ich noch eine Abmeldebescheinigung einsenden müsste. Wieder habe ich meine Situation erklärt und der Mitarbeiter sagte mir dann ich solle einfach nur den Nachweis meines aktuellen Wohnortes an O2 senden und dann müsste das eigentlich alles reichen. Nachweis nachgesendet und wieder kam keine Antwort von O2.

Heute konnte ich bei O2 dann auch mal anrufen, da ich mich in DE aufhalte, und man erklärte mir, dass alles was die anderen Mitarbeiter mir mitgeteilt haben nicht richtig ist und ich meinen Vertrag nicht kündigen kann da ich ja an der Adresse meiner Eltern theoretisch O2 empfangen könnte und das Sonderkündigungsrecht daher nicht greift. Selbst mein Mietvertrag meiner Wohnung im Ausland wird nicht akzeptiert als Nachweis das ich nicht in Deutschland wohne.
Habe ich irgendeine Möglichkeit aus dem Vertrag dennoch rauszukommen? Ich sehe nämlich nicht ein 30€ im Monat für einen Anschluss zu bezahlen den es ja faktisch nur auf dem Papier gibt.

Danke für Tipps und Anregungen und schöne Weihnachtstage.

bs5033

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Vertrag Sonderkündigung O2


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74430 Beiträge, 32897x hilfreich)

Zitat (von bs5033):
Habe ich irgendeine Möglichkeit aus dem Vertrag dennoch rauszukommen?

Nein. Zumindest nicht vor Ende der Mindestlaufzeit.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8154 Beiträge, 3347x hilfreich)

Typisch Sturheit und "steht so in unseren Unterlagen" bei o2. Da denkt kaum einer über die Sinnhaftigkeit nach. Das TKG verweist eben nicht auf die Meldeadresse, sondern auf den Wohnsitz! Harry hat hier auch vermutlich nicht erkannt, das es um einen DSL-Anschluß geht, der wirklich nutzlos wäre.
TKG §46, Auszug:

Zitat:
(8) 1Der Anbieter von öffentlich zugänglichen Telekommunikationsdiensten, der mit einem Verbraucher einen Vertrag über öffentlich zugängliche Telekommunikationsdienste geschlossen hat, ist verpflichtet, wenn der Verbraucher seinen Wohnsitz wechselt, die vertraglich geschuldete Leistung an dem neuen Wohnsitz des Verbrauchers ohne Änderung der vereinbarten Vertragslaufzeit und der sonstigen Vertragsinhalte zu erbringen, soweit diese dort angeboten wird.
Bei Lage der Dinge ist der Wohnsitz eben nicht mehr die Adresse der Eltern. Zur Frage Adresse und Aufenthalt siehe auch Definition Wohnort: http://www.rechtslexikon.net/d/wohnsitz/wohnsitz.htm
Wie kommt man jetzt an dem bornierten und sturen o2-Kundenservice vorbei? Dazu sehe ich 2 Möglichkeiten:
1. Harte Methode: Lastschrifteinzug untersagen, Sachverhalt zu Meldeadresse und Wohnort darlegen und auf Vertragsauflösung bestehen. Vielleicht geht das auch ans Inkasso, wird aber bei Widerspruch nie zu einer Klage kommen, da man dann vorher doch die Erfolgsaussichten prüft.
2. Schmusemethode Social Media: Zuerst eine Frage mit freundlich-sachlicher Darstellung der Lage im O2-Kundenforum. Dort geht man eher mit Verstand an die Fälle und weiss besser wie man die internen Hürden überwindet. Wenn es nicht klappt -> 1.

Stellt man die Zahlungen ein, zahlt man im schlimmsten Fall auch nur 20-50% der Monatskosten, während o2 versucht bei fehlendem Widerstand 100% der Monatskosten ohne Gegenleistung zu kassieren. :augenroll:
Da von den 30€/Monat bereits 15€ an die Telekom als Vorlieferant gehen, zeigt ganz klar, das man hier nicht nur den Schadensersatz kassieren will, sondern den Kunden unseriös abzocken will.

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(74430 Beiträge, 32897x hilfreich)

Zitat (von Mr.Cool):
Harry hat hier auch vermutlich nicht erkannt, das es um einen DSL-Anschluß geht,

Stimmt, ich bin von einem Mobilfunkanschluss ausgegangen ...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
bs5033
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die ausführliche Antwort. Leider komme ich damit momentan nur bedingt weiter. Von Seiten von O2 wird sich auf folgendes Bezogen:

Durch einen nur vorübergehenden Aufenthalt wird kein Wohnsitz begründet (zum Beispiel bei auswärtigem Schul- oder Universitätsbesuch, ...)

Ich weiß nicht wie vorübergehend in diesem Falle ausgelegt wird, da ich ja nicht nur für 1/2 oder ganzes Jahr im Ausland studiere sondern für volle 6 Jahre.

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#5
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8154 Beiträge, 3347x hilfreich)

Die Argumentation von O2 ist dämlich und widersprüchlich!
Wo steht der Zeitraum im TKG? Selbst wenn Du einen weit untergeordneten Wohnsitz in Deutschland hast, ist Dein primärer Wohnsitz im Ausland. Vergl. auch https://dejure.org/gesetze/BGB/7.html . Du kannst an 5 Orten "Wohnsitze" unterhalten und o2 kann sich dann eben nicht aussuchen welchen Wohnsitz man gerne beliefern möchte. Argumentiere also logisch mit >90% im Ausland für >1 Jahr als Deinen Lebensmittelpunkt. Widersprüchlich ist es bei o2, da man bis 12 Monate Auslandsstudium "Stilllegungen" bei Mobilfunk anbietet um Kündigungen zu vermeiden. :augenroll:
Daher mein Tipp: SEPA entziehen "wegen Kontoauflösung des deutschen Kontos" ;) , auf Papierrechnung umstellen, Korrespondenz und Rechnung nur an ausländische Adresse verlangen und abwarten.
Zeitlich passt es - Du musst nach Umzug(Auszug an der DSL-Adresse) noch 3 Monate+angefangenen Monat bezahlen. Bitte Deine Eltern an der deutschen Adresse auf Mahnbescheide zu achten und hinterlasse eine Vollmacht für einen Anwalt (ggf. unterschrieben und digitalisiert bereithalten für Email-Versand). Selbst im Falle einer anwaltlichen Vertretung halte ich die Erfolgsaussichten für hoch und den Anwalt zahlt dann o2. :grins:
Es kommt erfahrungsgemäß allenfalls via Inkasso bis zum gerichtlichen Mahnbescheid dann kommen nur noch lächerliche Bettelbriefe für Dumme. Jedenfalls ist hier die harte Linie preiswerter als sich veräppeln zu lassen. Bei Vertragsbruch durch Nichtzahlungen wird eben nur der Schadensersatz für entgangenen Gewinn fällig - also vielleicht 5-10€/Monat.

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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#6
 Von 
bs5033
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Begründet wurde es tatsächlich mit http://www.rechtslexikon.net/d/wohnsitz/wohnsitz.htm mit dem Absatz direkt am Anfang.

Zitat:
Durch einen nur vorübergehenden Aufenthalt wird kein Wohnsitz begründet (zum Beispiel bei auswärtigem Schul- oder Universitätsbesuch, während des Wehrdienstes, einer Freiheitsstrafe oder bei vorübergehendem Einsatz von Arbeitnehmern an anderen Orten).

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#7
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8154 Beiträge, 3347x hilfreich)

Dann soll sich o2 die Rechtsprechnung zum Wohnsitz anschauen. Ich hatte extra die griffige Bezeichnung Lebensmittelpunkt im Zusammenhang mit Wohnsitz gebracht. Ich nehme mal an, das der Aufenthalt im Ausland nicht jeweils für ein langes Wochenende bei den Eltern unterbrochen wird? Dann gibt es genau die Diskussion Arbeitsort vs. Lebensmittelpunkt.
Selbst wenn o2 im Recht wäre - es spart mind. 50% sich querzustellen. Billiger ist doch besser :grins:

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