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Vertragsverlängerung Handyvertrag: Widerrufsrecht erloschen?

 Von 
MFox
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Vertragsverlängerung Handyvertrag: Widerrufsrecht erloschen?

Hallo zusammen,

ich bin etwas ratlos. Und zwar habe ich gestern meinen Handyvertrag der eigentlich erst im April 2017 ausläuft bei einem großen Anbieter mit V beginnend vorzeitig telefonisch verlängert.

Ich habe einen Vertrag gewählt, der 24 Laufzeit hat und ein Smartphone enthält. Diese Verlängerung habe ich telefonisch durchgeführt, mir wurden meine Rechte vorgelesen - unteranderem brabbelte der Herr (während der Tonbandaufnahme) in etwa folgenden Satz: "Selbstverständlich haben sie ein 14 tätiges Widerrufsrech [...] Sie erkennen sich damit einverstanden, dass wir diesen Vertrag bereits heute vor Ende des Widerrufrechtes aktivieren".

Daraufhin fragte ich ihn, ob ich nicht dadurch mein Widerrufsrecht gefährde, da ich erstmal schauen möchte ob der Vertrag tatsächlich so abgebucht wird wie besprochen und nicht sicher bin ob mir das gewählte Handy zusagt. Daraufhin entstand eine kurze Diskussion, die damit endete, dass nun sein "Audiotool" abgestürzt sei dadurch nichts aufgenommen wurde und er mich nochmal neu anrufen müsste.

(Es handelte sich um die 1212 Rufnummer, betreut durch VF selber, der Anruf erfolgte von mir selbst, also kein windiges Callcenter)

Er rief mich neu an, bat mich um Entschuldigung - er müsse nun nochmal alles aufsagen, betonte aber ich könnte mein Wunsch nach dem Widerrufsrecht am Ende nocheinmal betonen. Wieder spulte er seinen Text herunter, wieder bis zur Stelle das er bereits heute (also gestern) den neuen Vertrag bereits vor Ende der Widerrufsfrist aktivieren würde. Ich betonte das mir das Widerrufsrecht wichtig sei und ich gern die Möglichkeit hätte vom Vertrag zurückzutreten. Er belehrte mich, dass das Gerät dann aber im Einwandfreien Zustand (ist ja logisch) zurückgegeben werden müsse. Ich willigte somit ein. Er sagte mir nach Ende der Aufzeichnung, ich würde unmittelbar nach Vertragsabschluss wenige Minuten später alle Unterlagen per eMail bekommen. Dem war leider nicht so, das einzige was ich bekomme habe war eine SMS in der kurz und knapp Stand das mein Vertrag auf meinen Wunsch absofort umgestellt wäre.

Die Unterlagen habe ich (inkl. schriftlicher Widerrufsbelehrung) nicht per eMail bekommen. Auch das Handy wurde offensichtlich wie gestern versprochen nicht sofort versendet (und auch heute nicht) da ich keine Versandbestätigung/Paketverfolgung (wie beim Anbieter üblich) bekommen habe. Auf der VF Seite gibt es die Möglichkeit einen Bestellstatus abzufragen, versuche ich dies, sagt mir das System das auf mich keine Bestellung erfolgt sei. Im Kundenbereich ist der Vertrag bereits umgestellt, aber mit sehr widersprüchlichen Daten (Vertrag gültig ab 24.11.2018 bis 10.04.2020). Also meine gewollte Vertragslaufzeit zwei Jahre später.

Kurz gegoogelt bestätigte sich was ich bereits gestern erahnt hatte, durch meine erzwungene Zustimmung den Vertrag bereits gestern umzustellen - habe ich unter Umständen nun mein Widerrufsrecht eingeschränkt? Die Online abrufbare Widerrufserklärung von Vodafone sagt folgendes:

Zitat:
Haben Sie verlangt, dass die Dienstleistungen während der Widerrufsfrist
beginnen sollen, so haben Sie uns einen angemessenen Betrag zu zahlen,
der dem Anteil der bis zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie uns von der Ausübung
des Widerrufsrechts hinsichtlich dieses Vertrags unterrichten, bereits erbrachten
Dienstleistungen im Vergleich zum Gesamtumfang der im Vertrag
vorgesehenen Dienstleistungen entspricht.

Nun habe ich wie bereits erwähnt bis auf die SMS keinerlei Unterlagen über diese Vertragsverlängerung und auch eine schriftliche Widerrufsbelehrung habe ich nicht erhalten - bis jetzt.

Und offen gestanden kriege ich nun etwas kalte Füße und fühle mich um mein Recht betrogen. Der Mitarbeiter hat mich am Telefon nicht belehrt, das mit sofortigem Vertragsbeginn mein Widerrufsrecht erlischt? Ist dem tatsächlich so, dass ich nun ggf. keinerlei Möglichkeit mehr habe, zu Widerrufen? Und ist mein Widerrufsrecht bereits komplett erloschen oder komme ich vielleicht gegen Zahlung des "angemessenes Betrages" (44,99€/Monat; angemessener Betrag = 44,99€/30 Tage x Anzahl der genutzten Tage?) da doch wieder raus? Oder muss ich gar den angemessenen Betrag nicht zahlen, da ich noch keine Widerrufsbelehrung erhalten hab?

Da ich aktuell weder Unterlagen, noch Widerrufsbelehrung noch das Handy in kurzer Zeit erhalten werde (dieses ist nach meiner Recherche derzeit schwer auf dem Markt zu bekommen) macht es Sinn den Vertrag per Formular unmittelbar so schnell wie möglich vor Erhalt der Widerrufsbelehrung und des Handys zu Widerrufen? Ich habe den Verdacht man will hier auf Zeit spielen, was die Auslieferung des Handys angeht. Ich habe die Vertragsverlängerung extra telefonisch gemacht um ein Widerrufsrecht zu erhalten.

Vielen Dank & Gute Nacht zusammen!



-- Editier von MFox am 25.11.2016 23:45

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Telefon Widerrufsrecht Vertrag Monat


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Mr.Cool
Status:
Schlichter
(7969 Beiträge, 3303x hilfreich)

Vodafone - so windig, das es einem den Atem verschlägt ...
Der Verbraucher muß die Widerrufsbelehrung nebst Vertragstext erst mal in Textform haben. Wie soll er sonst in aller Ruhe den Inhalt prüfen? Wenn das Widerrufsrecht nach der Schilderung vorzeitig enden soll, dann hat man das BGB vollends ignoriert:

Auszug aus §355 BGB
Bei einem außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Vertrag muss die Zustimmung des Verbrauchers auf einem dauerhaften Datenträger übermittelt werden.

Also nicht täuschen lassen - widerrufen.

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