Verzicht auf ein Widerrufsrecht

10. Februar 2020 Thema abonnieren
 Von 
Centralin
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Verzicht auf ein Widerrufsrecht

Hallo liebe Forengemeinde,
ich hoffe hier eine erste Einschätzung von Euch zu erhalten. Folgendes ist leider meinem 18 jährigen Sohn am letzten Samstag passiert.
Mein Sohn hat eine Einladung zu einem Modell Casting bekommen. Er hatte sich vor einiger Zeit angemeldet und prompt eine Einladung bekommen. Das Ganze wurde in eigens angemieteten Räumen eines Hotels abgehalten. Nur mit der Einladung war es Ihm möglich die Räumlichkeiten zu betreten. Er berichtete, dass ungefähr 20 Talentscouts sich im Raum befanden und entsprechend viele Bewerber. Als er nun an der Reihe war, ging alles sehr schnell. Es wurden Fotos von Ihm gemacht und Ihm wurde der Vertrag in Windeseile vorgelesen. Die Firma soll mit bis zu 80 Firmen zusammen arbeiten. Nun zum eigentlichen Problem. Mein Sohn hat den Vertrag unterschrieben. So weit so gut. Nur muss er binnen 10 Tagen die Summe in Höhe von 670€ bezahlen. Dafür werden die erstellten Fotos auf die Internet Seite der Vermittlungsfirma gestellt und er erhielt seine Fotos in digitaler Form. Bei der Vertragserläuterung, die rasend schnell verlaufen soll wurde Ihm gesagt, dass die 670 € er nicht wirklich zahlen müsse, oder diese auch in Raten gezahlt werden können. So der Scout. Nur steht es so nicht im Vertrag. Binnen 10 Tagen muss die Summe bezahlt werden. Mein Sohn ist da leider blauäugig rangegangen und da er noch Schüler ist, hat er auch nicht die Finanzielle Mittel diese Summe aufzubringen. Auch wir als Eltern können leider diese Summe nicht bezahlen. Ich weiß, man sollte sich einen Vertrag gut durchlesen bevor man diesen unterschreibt. Aber wie das so ist mit den halberwachsnen Kindern. Es ist jetzt in den Brunnen gefallen.
Der Vertrag wurde so formuliert, dass er als Selbstständiger und ohne Recht auf Widerrufsrecht geregelt wird.
Zwei Punkte würde ich gerne wissen! Der Vertrag ist so aufgebaut, dass das Widerrufsrecht, mit der Unterschrift, stillschweigend gegeben wurde. Sprich, er konnte nicht ankreuzen/frei wählen. Im Gewerbe weiß ich, dass diese Art des Verzichts zulässig ist. Wie sieht es in diesem Fall aus.
Kann die Vermittler Firma in einfach als Gewerbetreibenden darstellen. Auch wenn er gar kein Gewerbe angemeldet hat?
Ich denke, wenn er sich gar nicht als Selbstständiger vermarkten lassen kann, weil er sich nirgends als Selbstständiger angemeldet hat, kann diese Firma ihn auch nicht so deklarieren. Oder? Wenn nun das bürgerliche Recht zählt, hätte er doch frei wählen müssen, ob er auf sein Widerrufsrecht verzichtet. Da der Vertrag dieses aber stillschweigend besagt, wäre der Vertrag nicht rechtens. Die Frage ist jetzt, kann mein Sohn sich als Selbstständiger betiteln, oder nicht? Ich hoffe Ihr habt eine Lösung für unser Problem. Denn wir wissen nicht wie wir es finanzieren können.
Falls ich noch irgendwelche wichtigen Punkte vergessen habe oder es noch fragen gibt zum eigentlichen Vertrag werde ich selbstverständlich sofort diese Information liefern.
Vielen Dank schon mal für Eure Einschätzung. Wir sind Euch sehr verbunden und hoffen sehr, dass es eine Lösung gibt, aus diesem Vertrag zu kommen. Viele liebe Grüße aus dem Norden.

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21 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107618 Beiträge, 38049x hilfreich)

Zitat (von Centralin):
Er hatte sich vor einiger Zeit angemeldet und prompt eine Einladung bekommen.

Jeder bekommt die Einladung von den Abzockern ... selbst Quasimodo



Zitat (von Centralin):
Der Vertrag ist so aufgebaut, dass das Widerrufsrecht, mit der Unterschrift, stillschweigend gegeben wurde.

Was denn nun, wurde es gegeben oder nicht gewährt?



Zitat (von Centralin):
Kann die Vermittler Firma in einfach als Gewerbetreibenden darstellen. Auch wenn er gar kein Gewerbe angemeldet hat?

Mir ist der Sinn der Frage nicht ganz klar. Sie macht das doch bereits ...



Zitat (von Centralin):
Ich denke, wenn er sich gar nicht als Selbstständiger vermarkten lassen kann, weil er sich nirgends als Selbstständiger angemeldet hat,

Dann müsste er das nachholen oder wäre selber schuld wenn er deswegen nicht vermittelt werden kann.


Unter welcher Firmierung treten die Abzocker denn auf?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
fm89
Status:
Lehrling
(1988 Beiträge, 744x hilfreich)

Ich würde dem Vertragspartner schriftlich folgendes erklären:

1. Anfechtung des Vertrages wegen arglistiger Täuschung
2. Hilfsweise Widerruf des Vertrages

Nichts zahlen und auch nicht einschüchtern lassen durch Inkassobüros oder Anwälte. Einem Mahnbescheid widersprechen

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Centralin
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank erstmal für Eure Antwort :)
Also es gab keine Möglichkeit nicht auf auf das Widerrufsrecht nicht zu verzichten.

Es gab keine Wahl! Mittels ankreuzen oder zusätzliche Unterschrift

Mein Sohn möchte mit der Agentur nicht arbeiten. Alleine schon weil er diese 670 € bezahlen muss.

So wie er es beschrieben hat, hatte er keine Möglichkeit zu überlegen. Sie haben Ihn praktisch überrumpelt. Und mit 18 Jahren war es wohl keine große Herausforderung für diese Abzocket.

Da er ja nun kein selbständiges Gewerbe hat, können Sie Ihn doch nicht einfach als Gewerbetreibenden einstufen?!

Also wäre der Vertrag nicht rechtens, da er nicht die freie Wahl hatte auf das Widerrufsrecht nicht zu verzichten. Oder?

Das Unternehmen heißt Lorraine Media GmbH aus Berlin

-- Editiert von Centralin am 10.02.2020 22:16

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#4
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7427 Beiträge, 3065x hilfreich)

Zitat (von Centralin):
Da er ja nun kein selbständiges Gewerbe hat, können Sie Ihn doch nicht einfach als Gewerbetreibenden einstufen?!
Nun ja, ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht. Ich könnte mir vorstellen - diese Leute sind sehr clever -, dass Ihrem Sohn gesagt wurde, er können nur als Selbstständiger diesen Job ausüben und Ihr Sohn wiederum willfährig bestätigt hat, dass er natürlich umgehend ein Gewerbe anmelden wird... Und schon könnte man die ganze Angelegenheit als gewerbliches Handeln auslegen bzw auf eine zukünftige Gewerblichkeit ausgerichtet. "Ihd Sohn hat bestätigt, daß er ein Gewerbe hat bzw anmelden wird".

Zum Glück sind diese Abzockmethoden recht bekannt und außer ein paar Briefen vom inkasse, siehe fm89, wird wahrscheinlich nichts kommen. Wenn ein Mahnbescheid kommt, diesem umgehend widersprechen.

Signatur:

"Valar Morghulis"

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
guest-12330.04.2020 12:15:00
Status:
Student
(2415 Beiträge, 568x hilfreich)

Ich sehe das anders als meine Vorschreiber.

a) Der Sohn ist 18 Jahre, damit erwachsen und voll geschäftsfähig.
b) Bei der "Anmeldung" (meist online) werden bei den mir bekannten "Vermittlungsagenturen" AGB angezeigt, in denen z.B. die notwendige selbstständige gewerbliche Tätigkeit aufgeführt wird.
c) Der Sohn sollte aber auch selbst wissen, dass es sich nicht um ein Anstellungsverhältnis handelt. Durch das Erstellen der Sedcard (auch in digitaler Form / online) ist von einer ständigen Gewinnabsicht auszugehen, damit handelt es sich um eine selbstständige gewerbliche Tätigkeit.
d) Es ist nicht Aufgabe der Vermittlungsagentur, die Models auf den Umstand der Selbstständigkeit hinzuweisen.
e) Dies führt dazu, dass sich der Sohn nicht auf den Verbraucherschutz berufen und zudem auch ein Widerrufsrecht ausgeschlossen werden kann.
f) Der Sohn hat einen Vertrag unterschrieben, zudem auch schon Leistungen (Erstellen der Fotos) in Anspruch genommen. Und Verträge sind einzuhalten. (Dazu gehört auch die vereinbarte Zahlung einer Rechnung.)

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#6
 Von 
nokitoki56
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Das gleiche ist heute meinem Sohn widerfahren. Die Einladung war von einer anderen Firma verschickt Actors Up. In AGB von Actors Up stand nicht von Kosten. Den Vertrag hat aber mein Sohn mit Lorraine GmbH unterschrieben. Anscheinend hatte Firma Lorraine die Einladungen unter falschen Namen verschickt. Ist der Vertrag unter diesen Umständen gültig?

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#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107618 Beiträge, 38049x hilfreich)

Zitat (von nokitoki56):
Anscheinend hatte Firma Lorraine die Einladungen unter falschen Namen verschickt.

Wieso?
Kann man das beweisen?



Zitat (von nokitoki56):
Ist der Vertrag unter diesen Umständen gültig?

Im Vertrag ist der Vertragspartner klar benannt?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
nokitoki56
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Wir haben ein Foto von der Einladung. Dort ist nichts von Firma Lorraine zu lesen.
Ja, im Vertrag steht Lorraine GmbH. Die Frage ist nur, wer hat Fotos gemacht? Lorraine GmbH oder Actors Up? Das wissen wir nicht. und wenn keiner von Actors Up dabei war, ist das nicht als Betrug zu bewerten?

-- Editiert von nokitoki56 am 30.08.2020 00:05

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107618 Beiträge, 38049x hilfreich)

Zitat (von nokitoki56):
Wir haben ein Goto von der Einladung.

Was ist ein Goto?



Zitat (von nokitoki56):
Die Frage ist nur, wer hat Fotos gemacht?

Das sollte sich aus den vertraglichen Vereinbarungen ergeben, im Zweifel ist der Vertragspartner der Ansprechpartner.



Zitat (von nokitoki56):
und wenn keiner von Actors Up dabei war, ist das nicht als Betrug zu bewerten?

Nö.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
nokitoki56
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich meinte Foto.
Das heißt, es ist kein Betrug die Leute unter falschen Namen einzuladen und dann kostenpflichtige Verträge anbieten?
Ich habe bereits Firma Actors Up angeschrieben um zu erfahren, ob so eine Einladung von der Firma verschickt wurde.

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#11
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9330 Beiträge, 2983x hilfreich)

Zitat (von nokitoki56):
Das heißt, es ist kein Betrug die Leute unter falschen Namen einzuladen und dann kostenpflichtige Verträge anbieten?


Nein, denn ein Angebot zu einem Vertragsabschluss beinhaltet ja trotzdem die Auswahlmöglichkeit den Vertrag zu unterzeichnen.
Außerdem: wieso unter falschem Namen?
Aus dem Text ergibt sich doch nur das der Einladende nur ein anderer ist als der, der letztlich den Vertragsabschluss anbietet.
So eine Zusammenstellung ergibt sich doch heutzutage fast alltäglich. Schau dir mal die Werbung von z.B. Amazon oder Real an. Auch da kommt der Vertrag - sollte sich einer zum Abschluss entscheiden - recht häufig mit anderen Unternehmen zu Stande.

Zitat (von nokitoki56):
Die Frage ist nur, wer hat Fotos gemacht?
Mag sein, dass das eine für Dich relevante Frage ist. Nur im Kontext ist sie unwichtig, denn die Fotos könnte sogar ein Dritter im Auftrag des Vertragspartners gemacht haben - was ebenfalls nicht ungewöhnlich wäre.

Zitat (von nokitoki56):
Ist der Vertrag unter diesen Umständen gültig?

Ich erkenne nichts, was gegen die Gültigkeit spricht.

Berry

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#12
 Von 
nokitoki56
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ist das dann ein Werkvertrag , der nach 649 BGB gekündigt werden kann?

Der Vertrag ist für einen Jahr abgeschlossen und verlängert sich automatisch, wenn nicht gekündigt wird.
Kann man aus solchen Verträgen früher aussteigen? Und nicht die ganze Summe bezahlen. Wenn ich über die Firma lese, bringen die keine Leistungen bzw. nicht die Leistungen, die mündlich versprochen wurden.

Ich finde arglistige Täuschung ist doch das richtige Begriff für das was meinem Sohn widerfahren.
Ihre Beispiele mit Amazon und Real treffen nicht ganz. Beim Kauf kann ich im laufe von 14 Tagen den Vertrag immer widerrufen.
Und hier geht das anscheinend nicht.
Unbewusst ist man Unternehmer geworden, ohne Bedenkzeit. Und dabei wurde man unter täuschenden Umständen eingeladen.

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#13
 Von 
Eff123
Status:
Schüler
(292 Beiträge, 48x hilfreich)

Wer als Model, Schauspieler, etc. arbeitet, ist in den seltensten Fällen "Angestellter", sondern meisten selbständig.

Bevor man zu einem Casting geht, sollte man sich wenigstens ansatzweise mit dem angestrebten Beruf auseinandersetzen. Damit ist man mit 18 durchaus in der Lage.

Ob die vertraglich vereinbarten Leistu gen erbracht werden, wird man erst später beurteilen können.

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#14
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12757 Beiträge, 4186x hilfreich)

Hallo,

das Widerrufsrecht gem. §355 BGB dürfte hier ziemlich eindeutig vorliegen - und das kann nicht ausgeschlossen werden, weder individuell und erst recht nicht .

Damit das die Personen keine Verbraucher seien werden die Anbieter imho nicht überzeugen können.

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(107618 Beiträge, 38049x hilfreich)

Man könnte einfach mal bluffen und mitteilen, das man sein Widerrufsrecht ausübt und sollten die das nicht anerkennen man das gerne vor Gericht ausdiskutiert.


Die Neigung dieser Firmen so was tatsächlich vor Gericht zu bringen ist überaus gering.
Allerdings werden von denen, deren Inkasso bzw. Anwalt Droh- und Bettelbriefe kommen, da muss man dann halt Nerven behalten.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
nokitoki56
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Mittlerweile ist eine Woche vergangen. Widerruf wurde ausgeübt, per e Mail am gleichen Tag und dann per Post mit Zustellbestätigung. Ergebnis - Zahlungsaufforderung von der Firma.
Keine Reaktion auf den Widerruf .
Frage: kann man nach dem Widerruf auch den Vertrag anfechten? Oder geht es nur eins von beiden?


-- Editiert von nokitoki56 am 06.09.2020 05:39

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12757 Beiträge, 4186x hilfreich)

Hallo,

man kann hilfsweise beides tun - räumt dann aber indirekt ein, dass man sich auch nicht sicher ist.


Gerade noch aufgefallen, in meinem Post #14 fehlte etwas:

Zitat:
weder individuell und erst recht nicht .
Es sollte heißen: "weder individuell und erst recht nicht per AGB oder kleingedrucktem."

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Sir Berry
Status:
Unparteiischer
(9330 Beiträge, 2983x hilfreich)

Zitat (von nokitoki56):
Ihre Beispiele mit Amazon und Real treffen nicht ganz. Beim Kauf kann ich im laufe von 14 Tagen den Vertrag immer widerrufen.


Lesen und verstehen.

Bei den Beispielen ging es nicht um das Widerrufsrecht sondern um die Abweichung zwischen Werbeanbieter und bei Bestellung dann anderem Vertragspartner.

Zitat (von reckoner):
Damit das die Personen keine Verbraucher seien werden die Anbieter imho nicht überzeugen können.
Ich denke doch, denn
Zitat (von Eff123):
Wer als Model, Schauspieler, etc. arbeitet, ist in den seltensten Fällen "Angestellter"
sondern Freiberufler.

Zitat (von nokitoki56):
Ich finde arglistige Täuschung ist doch das richtige Begriff für das was meinem Sohn widerfahren.
Mag sein, aber von der Arglist müsste man in einem Rechtsstreit einen Richter auch überzeugen.
Ich bin nicht überzeugt, denke eher, dass sich Dein Sohn nicht im erforderlichen Maße mit den Vertragsbedingungen auseinandergesetzt hat bevor er den Vertrag einging.

Es mag durchaus unseriöse Agenturen geben, aber das sind nicht alle.

Berry

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12757 Beiträge, 4186x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Wer als Model, Schauspieler, etc. arbeitet, ist in den seltensten Fällen "Angestellter" ...
sondern Freiberufler.
Warum sollte "in den seltensten Fällen" reichen? Hat sich der Anbieter denn davon überzeugt, dass keiner der seltenen Fälle vorliegt?
Außerdem sind Modells mitnichten nur in seltenen Fällen angestellt (Superlativ schon gar nicht). Es ist nicht die Regel, mag sein, aber es kommt doch in nicht unbeachtlicher Zahl vor.

Dazu noch was: Über Scheinselbstständigkeit könnte man auch mal nachdenken.

Die Verbraucherrechte und insbesondere eben das Widerrufsrecht sind sehr starke Rechte, da kommt man imho nicht so einfach gegen an (und ich möchte dazu sogar "leider" sagen, denn es entmündigt die Verbraucher - aber wenn dann ist es eben grundsätzlich so, sprich: ein Verbraucher kann nicht auf sein Widerrufsrecht verzichten und er kann sich auch nicht mal eben selbstständig machen).

Ich möchte das mal mit einem Gebrauchtwagenhandel vergleichen, auch da bringt ein Vertrag unter Gewerbetreibenden absolut nichts solange der Käufer nicht wirklich gewerblich tätig ist ("ich sage jetzt einfach mal ich bin Künstler" reicht gerade nicht). Im Zweifel hat sich der Händler einen Nachweis zeigen lassen, oder er hat am Ende Pech gehabt (hatten wir doch schon zig mal hier im Forum).

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

0x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
user08154711
Status:
Lehrling
(1897 Beiträge, 274x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Es ist nicht die Regel, mag sein, aber es kommt doch in nicht unbeachtlicher Zahl vor.
Genau das Gegenteil.
Zitat (von reckoner):
Dazu noch was: Über Scheinselbstständigkeit könnte man auch mal nachdenken.
Auch falsch. Man lese und verstehe den "Modelberuf" zunächst mal.
Zitat (von reckoner):
Im Zweifel hat sich der Händler einen Nachweis zeigen lassen, oder er hat am Ende Pech gehabt (hatten wir doch schon zig mal hier im Forum).
Äpfel und Birnen! In dern Verträgen dieser Agenturen steht groß und fett, dass der Unterzeichnende auf eigene Rechnung und als selbstständiger Unternehmer agiert.

0x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12757 Beiträge, 4186x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Genau das Gegenteil.
Aha.
Ich hatte ja schon eingeräumt, dass angestellte Modells eher nicht die Regel sind. Wenn du meinst es wäre doch so, um so besser. :)

Aber egal, denn die Regel reicht nicht, es reicht imho noch nicht einmal wenn es so gut wie immer so ist.
Wenn man beispielsweise bei Amazon oder Ebay irgendetwas verkauft, das nur ein gewerbetreibender gebrauchen kann, dann löscht das bei einem Privatkäufer trotzdem das Widerrufsrecht nicht aus. Wenn man b2b verkaufen will dann muss man sich davon überzeugen, dass die Gegenseite auch b ist, und da reicht es nicht, dass dieser das behauptet (und schon gar nicht, wenn die Aussage gar nicht von ihm kam, sprich: im Kleingedruckten oder in den AGB stand).

Zitat:
Äpfel und Birnen! In dern Verträgen dieser Agenturen steht groß und fett, dass der Unterzeichnende auf eigene Rechnung und als selbstständiger Unternehmer agiert.
Warum sollte das reichen?
Bei dem Gebrauchtwagenkauf ist es mittlerweile gefestigte Rechtssprechung, wenn der Käufer nicht gewerblich tätig war kann sonst was im Vertrag stehen, es gelten trotzdem die gesetzlichen Regelungen (dort insbesondere die Sachmängelhaftung).
Kaffeefahrten sind ein weiteres Beispiel, auch dort wird immer wieder mal versucht durch dubiose Vertragsgestaltung die Rechte zu kappen, selten mit Erfolg (außer, dass viele Käufer den Rechtsweg scheuen, das ist natürlich auch ein Erfolg - aber da gibt es den Weg über Abmahnungen).

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

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