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Vorgehen wegen fristloser Kündigung

21.10.2021 Thema abonnieren
 Von 
josepadilla
Status:
Beginner
(81 Beiträge, 12x hilfreich)
Vorgehen wegen fristloser Kündigung

Hallo,

meine Frau hat vor einigen Jahren als Solo-Selbständige eine Gesangs-Schule eröffnet und sich im Zuge dessen leider von der falschen Firma deren Dienste hinsichtlich Erstellung und Pflege ihrer Homepage andrehen lassen.

Bereits der Vertragsabschluss war leider nicht so wie er sein sollte, da sie auf die Schnelle eine Homepage haben wollte und der Anbieter auf den ersten Blick auch günstig war. Nach einem langen persönlichen Gespräch mit einem der Firmen-Mitarbeiter hat sie den Vertrag sofort unterschrieben, ohne sich diesen näher anzusehen, in der Annahme, das dort nur das schriftlich widergegeben wird, was bereits mündlich erfolgte. Sie hat sich eine Vertragsdauer von 2 Jahren ans Bein gebunden und die Homepage wurde zunächst von 1-2 Webdesignern zunächst auch einigermaßen nach Wunsch erstellt und auch gepflegt.

Sie wollte den Vertrag vor Ablauf der 2 Jahre kündigen, hat aber hier übersehen, daß eine 3-monatige Kündigungsfrist gilt, wodurch es bereits zu spät zu dem Zeitpunkt war. Der Ärger ging dann auch irgendwann los, indem die für sie ursprünglich zuständigen Mitarbeiter nicht mehr erreichbar waren, vermutlich durch Ausscheidung aus dem Unternehmen und sie hatte ständig damit zu kämpfen, überhaupt jemanden zu erreichen und die Website auf einem aktuellen Stand zu halten, was dann zwar immer wieder mehr schlecht als recht erfolgte, aber selten mit zufriedenstellendem Ergebnis. Es war vor allem in der letzten Zeit immer öfter das Problem, daß niemand erreichbar war und sie auch auf Mails, AB-Nachrichten selten eine Reaktion bekommen hatte. Dadurch war es nicht möglich, lt. Vertrag regelmäßige monatliche Updates der Homepage durchführen zu lassen.

Die nächsten 2 Jahre Vertragslaufzeit enden gerade in diesen Tagen und aufgrund mehrerer unglücklicher Umstände ist es trotz sehr frühzeitiger schriftlicher Kündigung im Frühjahr per Einschreiben dazu gekommen, daß der Vertrag erneut weiterlaufen wird. Dies wurde nach einer Erstberatung von 2 Anwälten bereits signalisiert. Die Details hierzu würde ich mir ersparen, da man dies ohnehin nicht mehr ändern kann.

Aufgrund des ganzen Ärgers in der letzten Zeit, wäre meine Frau damit zufrieden gewesen, wenn die Kündigung nun gegriffen hätte und das ganze ein Ende gehabt hätte. Da dies nicht der Fall ist, würde jetzt nur noch der Versuch bleiben, den Vertrag fristlos zu kündigen, da die Gegenseite aufgrund der ausgebliebenen monatlichen Aktualisierungen in den letzten 1-2 Jahren ihren Teil des Vertrags nicht vollständig erfüllt hat und allenfalls sporadisch nach einigem Ärger ein Update erfolgte.

Die Frage ist, ob es sich lohnen würde, hierfür einen Anwalt einzusetzen oder zunächst versuchen sollte, das ganze selbst in die Hand zu nehmen um zu vermeiden, einen Großteil des schlechten Geldes in Form von gutem Geld nochmal hinterherzuwerfen.

Da meine Frau bei Vertragsabschluss vereinbart hatte, statt einer größeren Gesamtsumme für die Erstellung der Website eine monatliche Gebühr von ca. 80 Euro zu zahlen, läuft diese Gebühr auch heute noch nach wie vor weiter, ca. 2000 Euro in zwei Jahren für völlig unzureichende Vertragsleistung.

Die Beträge wurden bis zum Frühjahr 2021 durch Lastschriftverfahren eingezogen, danach nicht mehr aus unbekanntem Grund. Sie hat vor einigen Tagen nun eine Rechnung für die Monate bis August erhalten mit der Bitte um Überweisung. Warum dies nicht per Lastschrift erfolgt, ist ebenfalls unklar. Es wäre evtl. günstiger, wenn eingezogen würde, um so die Möglichkeit zu haben, im besten Fall innerhalb der möglichen 6-Wochen-Frist etwas zurückzuholen, was bei Überweisung nicht mehr möglich wäre.

Alles in allem die Frage, wie man hier nun weiter am besten vorgeht?

Danke im Voraus für Eure Rückmeldungen.



-- Editiert von josepadilla am 21.10.2021 22:53

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2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100218 Beiträge, 37042x hilfreich)

Zitat (von josepadilla):
Die Frage ist, ob es sich lohnen würde, hierfür einen Anwalt einzusetzen

Für den Anwalt lohnt sich da immer.



Zitat (von josepadilla):
den Vertrag fristlos zu kündigen, da die Gegenseite aufgrund der ausgebliebenen monatlichen Aktualisierungen in den letzten 1-2 Jahren ihren Teil des Vertrags nicht vollständig erfüllt hat

Halte ich für aussichtslos, denn fristlose Kündigung bedeutet ja das eine absolute Unzumutbarkeit bezüglich der Fortsetzung eingetreten ist. Das ist hier aber nicht der Fall.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
de Bakel
Status:
Praktikant
(959 Beiträge, 173x hilfreich)

Zitat (von josepadilla):
aufgrund mehrerer unglücklicher Umstände ist es trotz sehr frühzeitiger schriftlicher Kündigung im Frühjahr per Einschreiben dazu gekommen, daß der Vertrag erneut weiterlaufen wird.

Anscheinend seit Ihr nicht einmal in der Lage ordentlich zu kündigen. Wie wollt Ihr dann eine fristlose Kündigung erfolgreich durchsetzen?

P.S.: Ich grübel gerade, was es mit den mehreren unglüchlichen Umständen aufsich haben kkönnte.

0x Hilfreiche Antwort

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