Widerruf Mobilfunkvertrag

14. Dezember 2019 Thema abonnieren
 Von 
fritzebub
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Widerruf Mobilfunkvertrag

Hallo!

Ich habe vor einiger Zeit über einen Internethändler einen Mobilfunkvertrag inklusive Rufnummernmitnahme mit dem Provider Congstar abgeschlossen. Der Vertrag war an den Erwerb eines Handys geknüpft, welches ich benötigte, was aber nicht in der zugesicherten Zeit (3 - 5 Tage) geliefert wurde.

Da es zu der Zeit noch Angebote anderer Händler gab mit sofortiger Verfügbarkeit des gleichen Geräts, habe ich mich bei der Firma Congstar am Telefon beraten lassen, ob es möglich wäre den Vertrag zu stornieren und über einen anderen Händler einen neuen Vertrag abzuschliessen ohne dass die Rufnummer verloren geht.

Der Mitarbeiter bejahte das, und sagte dass ich den Vertrag bei Congstar widerrufen soll und gleichzeitig die Bestellbestätigung für den neuen Vertrag per e-Mail mitschicken soll. Der widerruf bei Congstar würde dann auch zum Händler propagieren. Weil mich das skeptisch machte, habe ich noch mehrmals nachgefrag, ob das wirklich so einfach geht. Es wurde immer wieder bejaht.

Ich habe also bei dem anderen Händler bestellt und einen Widerruf an Congstar geschickt, mit einem Hinweis über das was besprochen wurde. Da ich Widerrufsbelehrungen vom Händler und von Congstar erhalten habe, schickte ich sicherheitshalber auch einen Wideruf an den ersten Händler, der auch prompt bestätigt wurde. Von Congstar hörte ich allerdings einige Tage nichts.

Nach drei weiteren Tagen erkundigte ich mich nach dem Bearbeitungsstand und wurde vom Kundenberater brüsk abgebügelt. Die Aussage war 1.) Congstar nimmt, entgegen vorheriger Aussage, den Widerruf nicht an, und 2.) hätte ich ja im stationären Einzelhandel gekauft, weswegen mir kein Widerruf zustehen würde. Der Vertrag lief zu dem Zeitpunkt noch nicht, da die Rufnummer erst noch in 10 Tagen portiert werden sollte.

Ich habe dann versucht, das noch mit dem e-Mail Support zu besprechen, wo es jedoch auch kein Verständnis gab oder den Willen mein Problem zu lösen. Ich habe dann angeboten, die Widerufsbestätigung des Online-Händlers weiterzuleiten. Aber auch das wurde ignoriert, nebst der wiederholten Falschbehauptung ich hätte bei einem stationären Händler gekauft. Daher habe ich den zweiten Vertrag beim zweiten Händler ebenfalls storniert was problemlos und sofort möglich war.

Da Congstar nicht reagierte, habe ich mein SEPA Mandat widerrufen. Leider ist der Provider auch hier ignorant, es wurde 1x ignoriert, 1 x bestätigt, nochmal ignoriert und nochmal bestätigt, nach Androhung der Lastschriftrückgabe.

Ich bin inzwischen zu einem anderen Provider umgezogen und habe sofort nach Übergang der Rufnummer zu Congstar die Übernahme beim neuen Provider beauftragt. Auch hier gab es Verzögerungsversuche von Congstar, und die Freigabe klappte erst im dritten Anlauf. Meine Rufnummer war knapp 2 Wochen tot und der Congstar stellt natürlich trotzdem eine Rechnung für die Rufnummernmitnahme. Anders als sie sich selbst hilfreich verhalten, soll ich natürlich in 7 Tagen bezahlen.

Dazu meine Frage: kann ich die Zahlung dieser Rechnung verweigern oder muss ich sie definitiv bezahlen? Es ist zwar kein hoher Betrag, aber ich fühle mich so dermaßen ver*****t, dass ich das eigentlich nicht will. Congstar ist zu keinem Zeitpunkt auf mein Anliegen eingegangen weswegen ich die Portierung beauftragen musste, um meine Nummer doch noch zu behalten. Die zweite Frage, muss ich die monatliche Abrechnung bezahlen bis die Stornierung hoffentlich irgendwann vielleicht durch das System durch ist/ akzeptiert wird? Ich habe eine Simkarte erhalten, diese aber niemals eingelegt.

Vielen Dank schon Mal für eure Antworten!

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8432 Beiträge, 3443x hilfreich)

Noch wilder geht nimmer? :crazy: Was ein Durcheinander. ;)
Grundsätzlich ist nach einem Widerruf der Verbraucher so zu stellen als wenn es keinen Vertrag gegeben hätte. Dabei ist eine Portierung ein Sonderfall. Wird von Provider X auf Provider Y portiert, dann gibt es i.d.R. keine Rück-Portierungsmöglichkeit (zu X), egal ob kostenlos oder kostenpflichtig. Hast Du jetzt sogar weiterportiert zu Provider Z, dann fallen die Portierungskosten an. Eine Rückportierung zu X hätte aus meiner Sicht kostenlos erfolgen müssen, aber da gibt es keine geordneten Abläufe bei den Providern und der alte Vertrag ist meist nicht mehr existent.

Anders sieht es aus mit den Monatskosten, insbesondere wenn die Vertragsleistung nie genutzt wurde. Bisher habe ich von keinem Anbieter gehört, das dieser bei Widerruf noch wagte die Vertragskosten zu verlangen, da dieser Vertrag widerrufen wurde.

Was immer wieder vorkommt - wenn es außergewöhnliche Situationen gibt, die in den Ablaufbeschreibungen der Callcenter nicht beschrieben sind, dann werden Geschichten erfunden, die Grimms Märchen Konkurrenz machen. Notfalls eine schriftliche Beschwerde an die Geschäftsleitung richten. Dann wird das meist genauer geprüft und spätestens die Rechtsabt. wird dem ein Ende machen.

-- Editiert von Mr.Cool am 14.12.2019 12:55

Signatur:

Vernunft ist wichtiger als Paragraphen

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
fritzebub
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich finde das garnicht so wild :grins: . Das blöde ist ja, wenn der Kundenberater einfach gesagt hätte, dass das nicht üblich ist oder er keine Ahnung hat, dann hätte ich nichts unternommen und hätte einfach noch etwas länger gewartet und wäre nun brav zahlender, zufriedener Congstar Kunde.

Zu der Portierung zu Z sah ich mich genötigt, weil ich die Nummer unbedingt wieder haben wollte und der Vertrag bei Provider X ausgelaufen ist. Und was die Congstar-Spezies dann machen würden steht auch noch auf einem anderen Blatt, denn was der erste Hotline-Berater auch gesagt hat ist, dass die Nummer bei Rückportierung vermutlich weg sein wird und er empfiehlt das zu vermeiden. Was bleibt einem denn da anderes übrig?

Ich werde dann vermutlich die 25€ bezahlen, da ich keine Lust auf weitere Streitigkeiten mit den Leuten habe und auf deren alternative Fakten ;) .

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8432 Beiträge, 3443x hilfreich)

:crazy: war ja auch nur Spaß :grins:

Die 25€ sind vermutlich ohnehin kostenneutral wegen Gutschrift von Z - also kein Grund den Aufstand zu proben.
Notfalls hätte man diese Situation mit nur wenigen Monaten Geduld über die BNetzA klären können. :augenroll:

Signatur:

Vernunft ist wichtiger als Paragraphen

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