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Zusatzoptionen des Telekommunikations-Anbieters

3.12.2021 Thema abonnieren
 Von 
Steve34
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 28x hilfreich)
Zusatzoptionen des Telekommunikations-Anbieters

Hallo zusammen,

nach einer Mail meines Mobilfunkanbieters, was ich mit meinen tollen neuen Audio- und Videoportalen alles machen kann, wurde ich aufmerksam darauf, dass man für mich wohl zwei kostenpflichtige Zusatzoptionen abgeschlossen hat.

Vorgeschichte: Vor einigen Monaten erhielt ich einen Anruf, in dem die o.g. Optionen mit Vehemenz beworben wurden. Ich habe im Telefonat mehrfach gesagt, dass ich die Optionen nicht buchen möchte. Vor dem Telefonat habe ich einer Aufzeichnung zugestimmt.

Nun habe ich im Portal meines Mobilfunkanbieters die Verträge gecheckt. Tatsächlich findet sich hier ein zweiter Vertrag mit den Optionen. Auch wurden bereits Rechnungsbeträge von meinem Bankkonto abgebucht. Das ist mir leider erst jetzt aufgefallen. Ein fristgerechter Widerruf wäre aber schon nach der ersten Abbuchung wohl unmöglich gewesen, da für den ersten Monat kein Betrag in Rechnung gestellt wurde.

Was kann ich jetzt tun? Ich hatte vor einigen Jahren einen ähnlichen Fall mit einem Kabelnetzbetreiber, der - nach etlichen Schreiben und Telefonaten - auch tatsächlich in meinem Sinne aufgeklärt werden konnte.

Analog zum damaligen Thema müsste ich so vorgehen: Da ich ja weiterhin Rechnungen für meinen Mobilfunkvertrag zahle, entziehe ich dem Anbieter die Einzugsermächtigung und zahle in den nächsten zwei Monaten einen (um die zuviel gezahlten Rechnungsbeträge) verringerten Betrag. Zuvor werde ich dem Mobilfunkanbieter schriftlich darlegen, warum ich dies mache.

Gibt es hier ein Risiko? Ich verhandle gerade ein Immobiliendarlehen, das wäre ein denkbar schlechter Zeitpunkt für einen Schufa-Eintrag... Eine Rechtsschutz-Versicherung wäre für den Ernstfall vorhanden.

Einige Fragen hierzu:

- Bestehen realistische Erfolgsaussichten, dass das Thema zurückgedreht wird, wenn der Mobilfunkanbieter das aufgezeichnete Telefonat abhört?

- Fällt der Sachverhalt nicht eigentlich sogar unter das Thema "faire Verbraucherverträge" - darf man (ungeachtet einer Zustimmung des Kunden) so überhaupt noch vorgehen?

- Kann ich "nachträglich" widerrufen und/ oder hilfsweise fristgerecht kündigen? Oder gestehe ich damit die Absicht eines Vertragsschlusses ein? (Logik: Da ich aus meiner Sicht keinen Vertrag geschlossen habe, muss ich nicht kündigen).

- Ich hätte die Chance, den letzten Bankeinzug noch zurückzubuchen. Dies wäre vermutlich aber unzulässig, weil hierdurch unnötige Kosten entstehen, korrekt? Würde sich daran etwas ändern, wenn ich dies vorher ankündige?

Danke vorab für Ideen hierzu!

Viele Grüße

Steve

PS: Es mag unsachlich klingen, aber ich frage mich ernsthaft, warum derlei Themen gehäuft Telekommunikations-Anbieter betreffen. So zumindest mein Eindruck auf Basis eigener Erfahrungen, Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis und aktueller Internet-Recherche zum Thema.

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
vundaal76
Status:
Master
(4639 Beiträge, 1866x hilfreich)

Schriftlich und nachweisbar dem Vertragsabschluss jetzt widersprechen!

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100040 Beiträge, 37016x hilfreich)

Zitat (von Steve34):
ich frage mich ernsthaft, warum derlei Themen gehäuft Telekommunikations-Anbieter betreffen.

Vermutlich weil die Kundenstruktur dem Ideal "die es mit sich machen lassen" entspricht. Ist ja nicht jeder wie Du.



Zitat (von Steve34):
Ein fristgerechter Widerruf wäre aber schon nach der ersten Abbuchung wohl unmöglich gewesen,

Der wäre auch vor der ersten Abbuchung unmöglich gewesen, genau wie eine Kündigung. Schlicht weil man gar keinen Vertrag hatte den man hätte kündigen können.

Das macht man immer nur "höchst hilfsweise" in der Reihenfolge "Widerruf", "Kündigung".



Zitat (von Steve34):
Fällt der Sachverhalt nicht eigentlich sogar unter das Thema "faire Verbraucherverträge" - darf man (ungeachtet einer Zustimmung des Kunden) so überhaupt noch vorgehen?

Einfach Verträge unterschieben, das durfte man in der Form noch nie.



Zitat (von vundaal76):
Schriftlich und nachweisbar dem Vertragsabschluss jetzt widersprechen!

Sollte man auf gar keinen Fall machen.



Zitat (von Steve34):
Was kann ich jetzt tun?

Gerichtsfest mitteilen, das man die ungerechtfertigten Abbuchungen erstatten soll.
Das man die untergeschobenen Verträgen nicht akzeptiert und das man "höchst hilfsweise" "Widerruf" und "Kündigung" erklärt.

Dann abwarten, on die innerhalb der Frist reagieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
vundaal76
Status:
Master
(4639 Beiträge, 1866x hilfreich)

Zitat:
Sollte man auf gar keinen Fall machen.


Widerruf und Widerspruch sind zwei sehr verschiedene Dinge.
Der Kunde muss schon der Rechnung widersprechen, da der Anbieter sonst argumentieren könnte, dass der Kunde den Vertrag "toleriert" hat.

Widerruf sollte man natürlich nicht machen, da man mit einem Widerruf den Vertragsabschluss bestätigt.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100040 Beiträge, 37016x hilfreich)

Zitat (von vundaal76):
Widerruf und Widerspruch sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Richtig, so wie Vertragsabschluss und Rechnung ...

Im übrigen ist es egal ob ich dem Vertragsabschluss widerspreche oder ihn widerrufen will. Denn wenn ich einen Vertragsabschluss wider ... will, bedeutet das denknotwendigerweise das es bereits einen Vertragsabschluss gab.
Und schon hat man mehr Probleme als nötig.



Zitat (von vundaal76):
Der Kunde muss schon der Rechnung widersprechen,
Prinzipiell sollte man jeder falschen Rechnung widersprechen, richtig



Zitat (von vundaal76):
da der Anbieter sonst argumentieren könnte, dass der Kunde den Vertrag "toleriert" hat.

Konkludente Zustimmung beim Telekomanbieter ist vor Gericht schon recht problematisch durchzubekommen, gerade bei Telekommunikationsanbietern.
Aber ausgeschlossen ist es nicht ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
reckoner
Status:
Philosoph
(12074 Beiträge, 4051x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Schriftlich und nachweisbar dem Vertragsabschluss jetzt widersprechen!
Vielleicht sollte man es besser "bestreiten" nennen.

Und warum das immer nachweisbar erfolgen soll kann ich nicht nachvollziehen. Im ersten Schritt kann man sowas auch per Mail o.ä. machen, hier sind schließlich keine Fristen in Gefahr.

Stefan

Signatur:

Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100040 Beiträge, 37016x hilfreich)

Zitat (von reckoner):
Und warum das immer nachweisbar erfolgen soll kann ich nicht nachvollziehen.

Aus Gründen der Effizienz und aus Gründen der Sicherheit.
Nicht jeder hat Lust und die Zeit, da mehrfache Anläufe zu nehmen.
Und man weis nie, ob da nicht doch noch eine Frist ablaufen könnt. Und ganz abseits von alle Fristen, droht ja auch immer noch die Anerkenntnis durch Zeitablauf.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Steve34
Status:
Beginner
(59 Beiträge, 28x hilfreich)

Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für die umfangreichen Antworten zum Thema!

Ich habe dem Anbieter per Einschreiben eine Aufstellung der Beträge geschickt, welche ich erstattet bekommen möchte, da für die Abbuchung keine vertragliche Grundlage besteht. Zudem habe ich höchst hilfsweise gekündigt.

Nach 3 Wochen erhielt ich nun eine Kündigungsbestätigung sowie ein weiteres Schreiben mit Erläuterungen:

Man habe mich in besagtem Telefonat ausführlich über die Kosten und Laufzeit der Leistung informiert.

Hierzu kann ich bereits mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass das nicht passiert ist. Habe ich ein Recht darauf, dass man dieses Telefonat offenlegt? Wie gesagt, ich habe einer Aufzeichnung zugestimmt.

Ich hätte mit Zustimmung zu diesen Produkten deren Inhalt und die Kenntnisnahme des zugehörigen Flyers bestätigt.

Keine Ahnung, wie ich am Telefon Kenntnis von einem Flyer nehmen sollte.

Sollte es im Telefonat zu Missverständnissen gekommen sein, entschuldigt man sich.

Ein erster Schritt in die richtige Richtung, von dem ich mir aber nichts kaufen kann.

Man habe im Anschluss an das Telefonat die Vertragsunterlagen sowohl per SMS als auch als Duplikat per Mail an mich gesendet.

Eine solche SMS habe ich ganz sicher nicht erhalten. Die letzte SMS des Anbieters erhielt ich kurz nach dem initialen Abschluss des Mobilfunkvertrags. Auch unter unbekannten Nummern ist keine solche SMS abgelegt. Eine Mail habe ich ebenfalls nicht erhalten. Der unwahrscheinliche Fall wäre, dass der Spamfilter sie geschluckt hat. Dann hätte er aber die ganzen Werbemails, die ich in den Wochen zuvor von dem Anbieter erhalten habe, übersehen...

Aus den genannten Gründen lehnt man eine Erstattung der Beträge ab. Für weitere Fragen wird noch eine Telefonnummer genannt.

Wie könnte ich hier jetzt vorgehen? Soll ich es noch einmal mit meinem Schreiben mit den o.g. Argumenten (keine Aufklärung am Telefon, kein Versand besagter SMS/ Mail) versuchen, oder ist das in solchen Fällen eher aussichtslos? Alternativ könnte ich die genannte Telefonnummer anrufen.

Eine Rechtsschutz wäre vorhanden, sodass ich die Sache auch direkt zum Anwalt geben könnte.

Nochmals vielen Dank!

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(100040 Beiträge, 37016x hilfreich)

Zitat (von Steve34):
Wie könnte ich hier jetzt vorgehen?

Man könnte dem Unternehmen schreiben, das es die unsubstantiierten Behauptungen bitte durch geeignete Zustellnachweise belegen möge.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

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