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ebay Kleinanzeigen - Interessent verlangt Fahrtkosten

8.4.2019 Thema abonnieren
 Von 
fietob
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
ebay Kleinanzeigen - Interessent verlangt Fahrtkosten

Guten Tag an Euch,
dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum.

Am Wochenende habe ich auf eBay Kleinanzeigen eine Verkaufsanzeige geschaltet. Ein gebrauchtes Fahrrad. Es haben sich in kürzester Zeit sehr viele Interessenten gemeldet. Der Preis war wohl zu günstig / attraktiv. Hier die Übersicht zu behalten war gar nicht einfach.

Zwei Nutzern habe ich meine Adresse gegeben. Der eine war sofort da (binnen 30 Minuten) und kaufte das Rad. Der andere kam 3 Stunden nach dem ersten Interessenten. Das Rad war schon verkauft und er verlangt nun die Erstattung seiner Fahrtkosten.

Ich habe die Anzeige sofort nach dem Verkauf aus eBay genommen; dem zweiten Interessenten allerdings nicht via Nachricht oder Telefon abgesagt, da sich alles recht "unverbindlich" anhörte und er mir auch nicht sagte, dass er nun final kommt. Die Konversation via eBay Kleinanzeigen App war:
Interessent: Ist das Fahrrad noch da?
Ich: Ja, das ist es. Haben Sie den Text genau gelesen?
Ich: (Angabe meiner Adresse)

Daraufhin folgte nichts mehr schriftlich, allerdings ein Telefonat zwischen mir und dem Interessenten. An den Inhalt erinnere ich mich aufgrund der Vielzahl an Gesprächen nicht mehr im Detail. Sicher etwas wie "kommen Sie vorbei und wir sehen weiter".

Der Interessent fordert nun die Rückerstattung seiner Fahrtkosten (€22). Ich bin mir unsicher, wie hier die rechtliche Lage ist. Es gab keinen mündlichen Kaufvertrag, jedoch die Vereinbarung eines Termins (zu dem das Fahrrad nicht mehr da war).

Könnt ihr mir helfen bzw. einen Tipp geben?

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8384 Beiträge, 3409x hilfreich)

Ohne beweisbare Zusicherungen (Kauf, Reservierung bis zur Besichtigung usw.) keine Verpflichtung zur Zahlung. Da scheinen es manche Leute mit miesen Tricks zu probieren, wenn es nicht sogar ein Kumpel des Käufers ist.

Signatur:Vernunft ist wichtiger als Paragraphen
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#2
 Von 
fietob
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

@Mr. Cool: Vielen Dank für Deine Einschätzung. Vom rechtlichen Gefühl sehe ich das auch so. Jedoch gibt es ja auch noch "culpa in contrahendo". Also bei der Vertragsanbahnung sich schuldhaft zu verhalten.

Reserviert war nichts, zugesagt auch nichts, ein mündlicher Kaufvertrag existierte nicht. Wie gesagt, alles recht lose, wie die Kommunikation (die ich belegen kann) ja auch zeigt.

Interessent: "Hallo, ist das Mountainbike noch zu haben? Würden es uns gerne anschauen und gegebenenfalls kaufen. Bitte um Rückruf oder Rückantwort. Besichtigung gerne heute oder auch morgen. MfG .... "
Ich: "Hallo Herr *****, Sie sind der Schnellste / Erste bisher."
Ich: "Gerne können Sie das Fahrrad begutachten": Sie haben den Text gelesen dazu?"
Ich: "Angabe meiner Adresse"

Das wars nun in ausführlicher Form.
Würde es als unglaublich ansehen, wenn jemand daraufhin Fahrtkosten geltend machen kann. Auch wenn es ein Telefonat mit identischem Inhalt gegeben haben soll.

Aber wie es eben so ist; wenn mans durchkämpft bleibt man am Ende auf 50% der Anwalts- und Gerichtskosten sitzen, da es sehr dünnes Eis ist. Oder man will seine Ruhe und zahltdie geforderte Summe.

Es ist ein Dilemma.

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#3
 Von 
Mr.Cool
Status:
Richter
(8384 Beiträge, 3409x hilfreich)

Der Kläger muß bei einer Klage in Vorkasse treten und der überlegt sich das genauso. Vielleicht liegt die Forderung bewusst im Bagatellbereich, denn die wird dann eher bezahlt als Bahnkosten 1.kl. München-Hamburg.

-- Editiert von Mr.Cool am 08.04.2019 15:02

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