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widerrufene Kündigungsbestätigung

4. Februar 2015 Thema abonnieren
 Von 
RIvelvet
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)
widerrufene Kündigungsbestätigung

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage zur Rechtmäßigkeit einer Kündigungsbestätigung, welche dann widerrufen wurde. Nachfolgend die ganze Geschichte:

Ich habe eine Sachversicherung, welche ich bei einem Versicherungsmakler angeschlossen habe. Vor einiger Zeit ist ein Schaden entstanden, welcher ich dem Versicherungsmakler gemeldet hatte, nach einer kurzen Prüfung teile mir der Versicherungsmakler mit, dass die Regulierung leider nicht übernommen werden kann, weil der Schaden zu hoch ist und somit die Deckung überschreitet. (Warum dann nicht anteilsmäßig Reguliert wurde ist eine andere Geschichte) Auf meine Frage, ob mir denn jetzt wenigstens ein Sonderkündigungsrecht einräumt wird, wurde mit JA beantwortet.

Davon habe ich unverzüglich Gebrauch gemacht und eine Kündigungsbestätigung erhalten (vom Makler). Jetzt nach knapp 3 Monaten hat sich der Makler wieder gemeldet und mir mitgeteilt, dass die Versicherung das Sonderkündigungsrecht nicht akzeptiert und somit ist der Betrag für eine weite Laufzeit fällig – einen genauen Grund habe ich nicht erhalten.

In diesen 3 Monaten habe ich allerdings eine andere Sachversicherung abgeschlossen und somit zwei.

Nun zu meiner Frage: Kann die Versicherung die Sonderkündigung widerrufen auch wenn der Makler mir eine Bestätigung ausgehändigt hat? Und ist das auch noch nach fast 3 Monaten möglich oder gibt es dazu Fristen?

Danke und netter Gruß,
velvet


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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16049x hilfreich)

Die Kündigung ist ein einseitiges Rechtsgeschäft. Sie bedarf weder der Kündigungsbestätigung, noch macht es irgendeinen Sinn, die Kündigungsbestätigung zu widerrufen.

Ob man ein Sonderkündigungsrecht hatte: Keine Ahnung.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
RIvelvet
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

danke für die Antwort!

Wie soll ich mich in diesem Fall nun verhalten? Was mache ich mit der Forderung der Versicherung?

Danke und netter Gruss,
velvet



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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1506 Beiträge, 1225x hilfreich)

quote:
Ob man ein Sonderkündigungsrecht hatte: Keine Ahnung.


Doch. Es wurde doch ausweislich der Schilderung ausdrücklich eines eingeräumt.

Die Willenserklärung, dem TE ein solches einzuräumen, kann auch nicht "widerrufen" werden, allenfalls angefochten, das dürfte aber für eine Irrtumsanfechtung nicht mehr "unverzüglich" gewesen sein.

Problematisch kann, wie immer, in der Praxis der Nachweis sein, so eine Zusicherung erhalten zu haben. Ich gehe mal davon aus, die erste war mündlich.

quote:
und eine Kündigungsbestätigung erhalten (vom Makler)


Da kommt es dann wiederum auf die Formulierung an.

Im übrigen wird sich die VS die Aussagen ihres Erfüllungsgehilfen (Makler) zurechnen lassen müssen, und selbst wenn nicht, würde dann der Makler dem TE haften.

Ergo: Knackpunkt ist die Beweisbarkeit.

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1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
RIvelvet
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

ok, vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Hier mal ein die Kernaussage der Kündigungsbestätigung:

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Sehr geehrter Herr XXX,

vielen Dank für Ihre Nachricht, mit bedauern haben wir von Ihrem Kündigungswunsch
erfahren, bestätigen Ihnen aber gerne den Eingang Ihrer Kündigung,
ein entsprechender Aufhebungsnachtrag wird Ihnen rechtzeitig zum Vertragsablauf zugehen.

Vertragsaufhebung wegen Schadensfall zum xx.xx.2014.
---

Ich habe allerdings keinen Aufhebungsnachtrag erhalten, stattdessen drei Monate später die Forderung für ein weiteres Jahr.von der VS.

Vielen Dank und netter Gruss,
velvet

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1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16049x hilfreich)

quote:
Doch. Es wurde doch ausweislich der Schilderung ausdrücklich eines eingeräumt.

Was ein Makler so erzählt und was vertragliche Realität ist, kann zweierlei sein. Ist das ein freischaffender Makler? Oder ist er fest mit der Versicherung verbandelt? Müsste man nun von ihm Schadensersatz fordern oder muss die Versicherung sich anlasten lassen, was er so verspricht?
Fragen über Fragen...



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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Spezi-2
Status:
Junior-Partner
(5626 Beiträge, 2217x hilfreich)

quote:
vielen Dank für Ihre Nachricht, mit bedauern haben wir von Ihrem Kündigungswunsch
erfahren, bestätigen Ihnen aber gerne den Eingang Ihrer Kündigung ,


Das ist doch deutlich eine Bestätigung des Eingangs der Kündigung und keine Bestätigung dass die Kündigung rechts war. Auch dass ein "Sonderkündigungsrecht" besteht wird damit nicht bestätigt.

Wegen einer Beendigung steht da noch ausdrücklich:
quote:
ein entsprechender Aufhebungsnachtrag wird Ihnen rechtzeitig zum Vertragsablauf zugehen.

Einen Aufhebungsnachtrag hat es ja aber nicht gegeben.


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"Meine Beiträge sind keine juristischen Ratschläge, sondern sollen dem Erfahrungsaustausch dienen."

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
mepeisen
Status:
Unsterblich
(24966 Beiträge, 16049x hilfreich)

quote:
Einen Aufhebungsnachtrag hat es ja aber nicht gegeben.

Scheint nicht so zu sein. Wobei diese vom TE eingeschobene Frage durchaus auch seine Berechtigung hat:
quote:
Warum dann nicht anteilsmäßig Reguliert wurde ist eine andere Geschichte

Im Endeffekt ist eine Versicherung, die sich auch gegen eine anteilsmäßige Regulierung bis zur vereinbarten Versicherungsgrenze weigert, nicht unbedingt in einer guten Verhandlungsposition, wenn sie weitere Beiträge fordert.

Eventuell kann es hier zielführend sein, als Reaktion auf diese Ablehnung Schadensersatz von der Versicherung zu fordern (die Aufhebung in beiderseitigem Einvernehmen ist ja gescheitert) und anzukündigen, dass man bei Weigerung gerne einen Anwalt die Sachlage prüfen lässt.

Meine Glaskugel schätzt die Möglichkeit, dass die Versicherung sich dann plötzlich bewegt und den TE wie gewollt per Kündigungsdatum aus dem Vertrag entlässt, als relativ hoch ein.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
RIvelvet
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

... damit kann ich was anfangen!

Vielen Dank!



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1x Hilfreiche Antwort

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