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Abfrage nach Krankheiten Lehrkraft

10.8.2019 Thema abonnieren
 Von 
Norden3214
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Abfrage nach Krankheiten Lehrkraft

Hallo,
ich habe nun lange im Internet gesucht, aber leider nichts zu meinen zwei Fragen gefunden.
Es geht um das Schul- bzw. Beamtenrecht in Schleswig-Holstein.

Frage 1:
In unserer Schule soll jede Lehrkraft einen Notfall-Pass bei der Schulleitung abgeben. In diesem sollen Allergien, chronische Krankheiten und die Einnahme regelmäßige Medikamente angegeben werden.
Dies ist sinnvoll, wenn ein Krankenwagen im Notfall für einen selbst gerufen wird und die Sanitäter sofort über alles Bescheid wissen. Anderseits finde ich es fragwürdig einen Teil meiner Krankenakte der Schulleitung offen zu legen. Der Notfall-Pass wird nicht digitalisiert / Daten im PC eingegeben, sondern lediglich im Ordner abgeheftet.
Ist so etwas rechtlich "machbar/vertretbar"? Was würdet ihr machen?

Dazu Frage 2:
Ich habe ehrlich gesagt die Befürchtung, dass ich keine Verbeamtung (bin noch im Angestelltenverhältnis) bekommen werden, wenn ich offenlege, dass ich Asthma und Allergien habe. Im Internet habe ich etwas über u.a. Asthma in Bezug auf eine Verbeamtung gefunden, aber nicht wie die Regelungen direkt in Schleswig-Holstein sind.
Hat jemand Erfahrungen gemacht oder kann mir rechtlich weiterhelfen?

Vielen lieben Dank!
Ich würde mich so sehr freuen, wenn jemand mehr weiß!

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(68848 Beiträge, 31949x hilfreich)

Zitat (von Norden3214):
Ist so etwas rechtlich "machbar/vertretbar"?

Wenn Du das so erlaubst; ja



Zitat (von Norden3214):
Was würdet ihr machen?

Das Ansinnen mag ja nett gemeint sein, in der Regel laufen die Retter aber nicht zum Sekretariat, sondern zum Hilfebedürftigen.
Ich würde daher antworten, das man diesen Notfallpass da hat wo er am wirksamsten / hilfreichtsten ist, nämlich bei sich "am Mann".


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28208 Beiträge, 11711x hilfreich)

Bei uns gibt es sowas in der Tat, allerdings im verschlossenen Umschlag. Da sind auch Daten hinterlegt, wer im Notfall benachrichtigt werden soll. Hat sich bewährt, gerade, wenn eine Medi-Allergie vorliegt. Es sollte ja eigentlich ein Personalrat da sein, der sich um diese Angelegenheit kümmern müsste.

wirdwerden

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#3
 Von 
Arcturus
Status:
Praktikant
(858 Beiträge, 317x hilfreich)

Da tun sich ja gleich mehrere Fragen auf:
Wo ist das Datenschutzkonzept dafür?
Wie werden die Daten aufbewahrt, wie sind die Absicherungen gegen Missbrauch/ Zugang?
Wie kommst Du an Deine Daten um etwas zu berichtigen oder zu aktualisieren?

Ist die Freiwilligkeit der Datenangaben gewährleistet?
Also richtig freiwillig, nicht nach dem Motto: Alle haben das gemacht, nur Sie fehlen noch.

Kleiner Tipp:
Gib einen verschlossenen Umschlag ab, darin kannst Du auch gerne eine Notfallnummer angeben (kann ja Deine Festnetznummer sein, oder aus Versehen ein Vertipper drin sein),
zu den Medikamenten schreibst Du "habe ich immer in der Jackentasche" oder so.
Alles andere lässt Du einfach weg. Wenn Du tatsächlich irgendwelche kritischen Allergien hast, kannst
Du sie ja reinschreiben.
Z.B. Überempfindlichkeit gegen ....

In einem Jahr lässt Du Dir den Umschlag geben, um es zu "aktualisieren" und vergisst die Rückgabe.

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28208 Beiträge, 11711x hilfreich)

Geh mal davon aus, dass die Daten gesichert aufbewahrt werden. Und dass sie in einigen Fällen zumindest lebensrettend waren. Vorher einmal nicht, und man konnte nicht mal jemanden benachrichtigen. Ach ja, die Umschläge sind gesiegelt, also mal aufmachen, reingucken, das geht auch nicht. So etwas kann man schon sauber und im Interesse aller regeln.

wirdwerden

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#5
 Von 
eh1960
Status:
Lehrling
(1993 Beiträge, 709x hilfreich)

Zitat (von Norden3214):

Ist so etwas rechtlich "machbar/vertretbar"?

Die Lehrkräfte können sowas freiwillig machen. Dazu zwingen kann sie niemand, und auch die Aufforderung finde ich schon grenzwertig. Man sollte mal das Kultusministerium fragen, was das davon hält.
Zitat:
Dazu Frage 2:
Ich habe ehrlich gesagt die Befürchtung, dass ich keine Verbeamtung (bin noch im Angestelltenverhältnis) bekommen werden, wenn ich offenlege, dass ich Asthma und Allergien habe.

Vor jeder Verbeamtung steht eine gründliche amtsärztliche Untersuchung, in deren Verlauf auch die behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht entbunden werden müssen, damit sie Anfragen des Amtsarztes beantworten dürfen.
Insofern würden Asthma und Allergien so oder so aktenkundig werden.
Beides ist nicht per se ein Grund gegen eine Verbeamtung. Davon abgesehen gibt es gesundheitliche Probleme, die generell einer Verbeamtung im Weg stehen, und solche, die nur bestimmten Tätigkeiten (Polizei, Feuerwehr, Bundeswehr, Zoll u.a.) im Weg stehen.

Am besten spricht man als erstes mal mit dem behandelnden Arzt. Der hat sich damit nämlich höchtswahrscheinlich schon öfter einmal beschäftigt.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#6
 Von 
Arcturus
Status:
Praktikant
(858 Beiträge, 317x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Geh mal davon aus, dass die Daten gesichert aufbewahrt werden. Und dass sie in einigen Fällen zumindest lebensrettend waren. Vorher einmal nicht, und man konnte nicht mal jemanden benachrichtigen. Ach ja, die Umschläge sind gesiegelt, also mal aufmachen, reingucken, das geht auch nicht. So etwas kann man schon sauber und im Interesse aller regeln.

wirdwerden

Also in die eigenen Unterlagen darf ich immer reingucken und sie berichtigen.
Deshalb müssen Sie mir auch ausgehändigt werden. Wer sollte denn sonst neue Allergien reinschreiben oder evtl. Medikamente aus der Liste streichen, weil sie nicht mehr verordnet werden?

Signatur:Lukas 7,23
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