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Anrecht auf anonyme Hochschulprüfung?

30.9.2019 Thema abonnieren
 Von 
DragonHunter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 1x hilfreich)
Anrecht auf anonyme Hochschulprüfung?

Liebe 123recht-Forenuser,

ich studiere an einer Fachhochschule in Nordrhein-Westfalen.
In Prüfungen, die geschrieben werden, gibt es Dozenten, die die Prüfungsbögen
mit Matrikelnummer UND Name vorausgefüllt austeilen oder das Ausfüllen BEIDER Felder verlangen.

Vor dem Hinblick von Chancengleichheit (Nicht-Deutsch klingende Namen oder eindeutig weiblich klingende Namen) frage ich mich, ob es nicht im Sinne eben jener eine Rechtsvorschrift gibt, die es den Dozenten verbietet, den Namen auf einem Prüfungsbogen zu verlangen oder diesen gar vorauszufüllen.

Als Identifikationsmerkmal ist die Matrikelnummer ja völlig ausreichend, weswegen das Verlangen auch aus datenschutzrechtlichen Gründen in meinen Augen bedenklich ist.

Kann mir da jemand weiter helfen?

Viele Grüße
DragonHunter

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20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
galabaer
Status:
Praktikant
(690 Beiträge, 447x hilfreich)

- bei "angemeldeten" Prüfungen wird der Professor/Prüfer sowieso eine Liste mit Namen, Matrikelnummern etc bekommen...
- wäre ohne Namen eine Identitätsprüfung per Ausweis schwer möglich...

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#2
 Von 
DragonHunter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von galabaer):
- bei "angemeldeten" Prüfungen wird der Professor/Prüfer sowieso eine Liste mit Namen, Matrikelnummern etc bekommen...

Wäre nicht auch das im Sinne der Chancengleichheit fragwürdig?
Ich mein, der Effekt, dass "Kevin" schlechtere Noten schreibt, ist kein Neuer.

Zitat (von galabaer):
- wäre ohne Namen eine Identitätsprüfung per Ausweis schwer möglich...

Das könnte die Aufsicht, die nicht der Prüfer ist, übernehmen. Das ist in diesem Sinne kein Argument, finde ich.


-- Editiert von DragonHunter am 30.09.2019 17:50

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#3
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14222 Beiträge, 2157x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Vor dem Hinblick von Chancengleichheit
Meinst du evtl. das Allg. Gleichbehandlungsgesetz?
https://www.gesetze-im-internet.de/agg/
Aber ein Anrecht auf *namenlose* Prüfungsbögen sehe ich nicht.

Abgesehen von deiner Hochschule und dieser Prüfung.
Studierender bist du auch mit deinem Namen geworden, oder? Denk mal an deine Bewerbung um einen ersten oder weiteren Job? Ohne Namen, ohne Foto?
Bewerbung ohne Foto---diese Kampagne ist auch schon vor vielen Jahren in der Versenkung verschwunden.

Zitat (von DragonHunter):
Ich mein, der Effekt, dass "Kevin" schlechtere Noten schreibt, ist kein Neuer.
Aber Kevin ist doch wohl längst kein fremder Name mehr.
Und etliche Luis und Abdallahs oder Janinen und Sophien schreiben viel bessere Noten.

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81337 Beiträge, 33961x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Anrecht auf anonyme Hochschulprüfung?

Nein, geht ja gar nicht, man muss das ja dem Prüfling zuordnen können.

Aber Anrecht auf eine anonymisierte Prüfung könnte man durchaus diskutieren.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#5
 Von 
cirius32832
Status:
Student
(2530 Beiträge, 809x hilfreich)

Zitat:
Als Identifikationsmerkmal ist die Matrikelnummer ja völlig ausreichend, weswegen das Verlangen auch aus datenschutzrechtlichen Gründen in meinen Augen bedenklich ist.

Eine Prüfung findet in einem nicht öffentlich zugänglichen Raum statt. Ich sehe da keine datenschutzrechtlichen Probleme.

Demnächst bekommt man dann beim Aufruf beim Arzt auch eine anonyme Nummer *kopfschüttel*

Signatur:https://www.antispam-ev.de
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#6
 Von 
DragonHunter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von DragonHunter):
Anrecht auf anonyme Hochschulprüfung?

Nein, geht ja gar nicht, man muss das ja dem Prüfling zuordnen können.

Die Frage ist nur: Muss das der Prüfer selbst können oder reicht es nicht, dass er nur korrigiert und dem Prüfungsamt mitteilt, dass Prüfungsnummer oder Matrikelnummer xy diese und jene Note hat und die tragen das dem Studierenden ein?

Zitat (von cirius32832):
Eine Prüfung findet in einem nicht öffentlich zugänglichen Raum statt. Ich sehe da keine datenschutzrechtlichen Probleme.

Das ist im Kern richtig, aber ist es für die Tätigkeit des Prüfers relevant den Namen des Prüflings zu kennen? Und wenn wir ehrlich sind: Nein. Er soll die Leistung des Prüflings anhand der geschriebenen Klausur bewerten. Der Name tut da gar nichts zur Sache.
Der Vergleich mit dem Arzt ist dabei unangenehm schlecht und hinkt gewaltig.

Zitat (von Anami):
Abgesehen von deiner Hochschule und dieser Prüfung.
Studierender bist du auch mit deinem Namen geworden, oder? Denk mal an deine Bewerbung um einen ersten oder weiteren Job? Ohne Namen, ohne Foto?
[...]Aber Kevin ist doch wohl längst kein fremder Name mehr.
Und etliche Luis und Abdallahs oder Janinen und Sophien schreiben viel bessere Noten.

Die Daten wir Namen, Geburtsdaten und Co. mögen für die Einschreibung wichtig sein, sind aber für die Leistungsfeststellung absolut irrelevant. Oder?

Stimmt, Kevin ist nicht fremd, dennoch gibt es diesen Effekt, der unter Pädagogen unbestritten ist... Im Englischen bezeichnet man ihn mit self fulfilling prophecy", in Deutschland nennt man ihn aus "Rosenthal-Effekt" oder allgemeiner "Versuchsleitererwartungseffekt".
Und gerade weil dieser Effekt allgemein anerkannt wird, sollte es doch möglich sein, ohne Namen eine Hochschulklausur zu schreiben.
Es gibt sogar Hochschulen die machen das.

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#7
 Von 
guest-12330.04.2020 12:15:00
Status:
Student
(2419 Beiträge, 506x hilfreich)

Relativ simpel: Es werden Matrikelnummer UND Name verlangt, um Fehler auszuschließen.

Beispiel: Student A mit Nr 4711, Student B mit Nr 4811. Beide tragen 4711 ein, sprich: Student B verschreibt sich. Ohne Name keine Zuordnung möglich. Höchst unwahrscheinlich dagegen ist, dass Student B nicht nur die Nummer falsch schreibt, sondern statt seines Namens (B) den von A einträgt.

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#8
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11617 Beiträge, 7826x hilfreich)

Zitat:
Demnächst bekommt man dann beim Aufruf beim Arzt auch eine anonyme Nummer *kopfschüttel*

Gibt es schon. Kein Kopfschütteln.

Zitat:
Bewerbung ohne Foto---diese Kampagne ist auch schon vor vielen Jahren in der Versenkung verschwunden.

Aber die Kampagne hat gewirkt. Wir hatten letztens eine Stelle ausgeschrieben und etwa 1/4 der eingegangenen Bewerbungen waren ohne Foto. (In der Stellenausschreibung wurde nicht erwähnt, ob ein Foto erwartet oder unerwünscht wäre - woraus man schließen kann dass ca. 1/4 der Berufsanfänger eine fotolose Bewerbung mittlerweile als normal ansieht.)

Trotzdem gibt es keine Vorschrift, aus der man einen Anspruch auf anonyme Hochschul-Prüfungen herleiten kann.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#9
 Von 
DragonHunter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von guyfromhamburg):
Relativ simpel: Es werden Matrikelnummer UND Name verlangt, um Fehler auszuschließen.

Beispiel: Student A mit Nr 4711, Student B mit Nr 4811. Beide tragen 4711 ein, sprich: Student B verschreibt sich. Ohne Name keine Zuordnung möglich. Höchst unwahrscheinlich dagegen ist, dass Student B nicht nur die Nummer falsch schreibt, sondern statt seines Namens (B) den von A einträgt.

Ist das nicht im Zweifel Pech für den Studierenden, der seine Matrikelnummer nicht korrekt einträgt?
Es geht auch nicht darum, wieso man das tut, sondern, ob man eine Handhabe dagegen hat.

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#10
 Von 
ratlose mama
Status:
Praktikant
(899 Beiträge, 379x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Ist das nicht im Zweifel Pech für den Studierenden, der seine Matrikelnummer nicht korrekt einträgt?

Nicht nur für den. Woher soll denn der Prüfer nun wissen welche der beiden Arbeiten tatsächlich vom Studenten mit der Nummer 4711 abgelegt wurde und welche die irrtümlich falsch beschriftete ist?

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#11
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14222 Beiträge, 2157x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Muss das der Prüfer selbst können oder reicht es nicht, dass er nur korrigiert und dem Prüfungsamt mitteilt, dass Prüfungsnummer oder Matrikelnummer xy diese und jene Note hat und die tragen das dem Studierenden ein?
Der Prüfer soll die Klausur prüfen. Der Prüfer soll sich *neutralisieren*.Der Studierende soll seine Matrikelnummer und seinen Namen eintragen. Damit hat der Prüfer doch nichts zu tun. Der Prüfer soll sich nicht beeinflussen lassen, Schließlich ist er Befähigter.Ist er doch leicht beeinflussbar, dann kann er den Bogen oben umknicken. Dann war der Prüfer schon immer nicht befähigt. Ich glaube kaum, dass ein Prüfer zB telefonisch oder gar per Boten dem Prüfungsamt etwas zur Prüfung mitteilt. Geht es in 2019 an den Hochschulen noch nicht mit Datenübermittlung? :???:
Zitat (von DragonHunter):
auch aus datenschutzrechtlichen Gründen
Seh ich nichts.
Zitat (von DragonHunter):
Der Name tut da gar nichts zur Sache.
Richtig. Der Prüfer korrigiert die Klausur.
Zitat (von DragonHunter):
Ist das nicht im Zweifel Pech für den Studierenden, der seine Matrikelnummer nicht korrekt einträgt?
Ja, natürlich. Selber schuld. Trägt er auch seinen Namen ein, kann man ihn mit seinem Namen der richtigen Matrikelnummer zuordnen.
Ohne Namen?-- Und falsche Nummer?-- Der Prüfer korrigiert vielleicht sogar noch---aber das Prüfungsamt?---weg damit. Egal, ob es Kevin oder Albert E. hätte gewesen sein können. Beide sind Studierende.

Zitat (von DragonHunter):
Stimmt, Kevin ist nicht fremd, dennoch gibt es diesen Effekt, der unter Pädagogen unbestritten ist..
Achso... die Pädagogen... :crazy:
Tja, die im Elfenbeinturm ... die haben doch nicht das Sagen.
Oder einfacher: Die Pädagogen, die dazu forschen, sollten einfach Prüfer werden. NICHT nur an Hochschulen, sondern schon in der Grundschule ginge es doch los.
Die kleine Sarah (aber Alhallamad) und der kleine Max (aber Schulze) . Gefährlichste Erwartungseffekte könnten schon Grundschüler *stempeln*. Zu Versagern --- nur aufgrund ihres Namens.
Und der kluge und clevere Kevin Schmidt (achso, der aus Neukölln, naja, dann..)

Lehrer, Pädagogen und Prüfer sollten Computer sein. :dance:
Dann lässt nicht nur George Orwell aus 1984 grüßen-------------

-ICH- würde dann erst nochmal zur Prüfung antreten, wenn alles digitalisiert ist, wenn alles so datenschutzrechtlich und gleichbehandelt und chancenverglichen perfekt ist. Erst mit Iris-Erkennung auch an U
Unis und Hochschulen.
Vorher? Never!

Zitat (von DragonHunter):
Versuchsleitererwartungseffekt".
Danke. Das hat mir (grade noch) gefehlt. :grins:
-------------------------------------------
Zitat (von drkabo):
Aber die Kampagne hat gewirkt
Echt? Dann war es eine Neuauflage... kommt ja eh alles wieder :grins:
Ob es nun eine aufgewärmte Kampagne ist oder ob sich das durchsetzt... wer weiß. Und wenn es keine Fotos mehr hat? Dann sind wir doch wieder beim ***Effekt?
ergo: Wer Alhallamad heißt, kann wohl nicht..., wer aber Schulze heißt, sollte doch...?
----------------------------------------
Antrag: Das ist das falsche Forum.
Verwaltungsrecht hat nichts mit Grübeleien von Pädagogen zu tun, die alles anonymisieren wollen. Und nichts mit Prüflingen, die sich dann nicht mal die 18stellige Matrikelnummer und den zugehörigen PINcode und die m-tan und die Uni-ID merken können. Schon VOR der Prüfung nicht. ;)

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#12
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5043 Beiträge, 1697x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Wäre nicht auch das im Sinne der Chancengleichheit fragwürdig?
Ich mein, der Effekt, dass "Kevin" schlechtere Noten schreibt, ist kein Neuer.

An Schulen vielleicht noch. An Hochschulen ist für Vorurteils-Unfug keine Zeit. Während der Lehrer "seinen Kevin" kennt, sind das für den Professor/Assistenten/stud. Mitarbeiter alles gleich pseudonyme Leute. In der Regel guckt man nicht mal, welcher Name drauf steht, außer um zu vermeiden, daß ein stud. Mitarbeiter Leute aus seiner eigenen Übungsgruppe bewertet.

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#13
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81337 Beiträge, 33961x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Die Frage ist nur: Muss das der Prüfer selbst können

Schon mal überlegt was "anonym" bedeutet?


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#14
 Von 
Droitteur
Status:
Lehrling
(1481 Beiträge, 382x hilfreich)

Bei der Juristischen Staatsprüfung erfährt der Prüfer nicht einmal die Matrikelnummer. Auf dem Prüfungsbogen steht ausschließlich die Platznummer.

Überhaupt kein Problem.

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#15
 Von 
DragonHunter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Zitat (von DragonHunter):
Wäre nicht auch das im Sinne der Chancengleichheit fragwürdig?
Ich mein, der Effekt, dass "Kevin" schlechtere Noten schreibt, ist kein Neuer.

An Schulen vielleicht noch. An Hochschulen ist für Vorurteils-Unfug keine Zeit. Während der Lehrer "seinen Kevin" kennt, sind das für den Professor/Assistenten/stud. Mitarbeiter alles gleich pseudonyme Leute. In der Regel guckt man nicht mal, welcher Name drauf steht, außer um zu vermeiden, daß ein stud. Mitarbeiter Leute aus seiner eigenen Übungsgruppe bewertet.

Für große Unis mag das vielleicht alles zutreffen.
Meine Hochschule hat nur knapp über 6000 Studierende, der Campus an dem ich studiere nur rund 1600 Studierende. Da gibt es Kurse, die aus 10 Studierenden oder weniger bestehen. Da kann man, leider oder zum Glück, je nach Situation, nicht so einfach untertauchen.
Ich kenne zum Beispiel viele Profs mittlerweile, habe für einige als Tutor oder SHK gearbeitet und duze sie und pflege ein kollegiales Verhältnis.
Aus psychologischer Sicht kann ich nicht von einer 100% neutralen Bewertung ausgehen. Und ich weiß von Dozenten, die sich Namen merken, was bei so geringen Zahlen keine große Kunst ist, wenn wir mal ehrlich sind. Viele Klausuren werden auch noch von den Profs selbst korrigiert (weil das rechtlich eigentlich ne heikle Kiste ist, das nen WiMa machen zu lassen).

Aber all das spielt im Kern keine Rolle, da es mir nur um die Frage geht: Kann man darauf bestehen und worauf kann man sich berufen?

Dass es geht, anonymisiert Klausuren schreiben zu lassen, zeigt die Antwort von Droitteur. Und ich weiß selbst von Hochschulen, die mit einmaligen Prüfungsnummern arbeiten.

PS: Pauschales Sich-Lustigmachen über ganze Berufsgruppen oder Wissenschaftszweige ist auch nicht zuträglich und völlig unangebracht.

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#16
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3086 Beiträge, 915x hilfreich)

Zitat:
Vor dem Hinblick von Chancengleichheit (Nicht-Deutsch klingende Namen oder eindeutig weiblich klingende Namen) frage ich mich, ob es nicht im Sinne eben jener eine Rechtsvorschrift gibt, die es den Dozenten verbietet, den Namen auf einem Prüfungsbogen zu verlangen oder diesen gar vorauszufüllen.

Der Dozent kennt seine Studenten doch auch, wenn die nicht ihre Namen auf die Prüfungsbögen schreiben...

Davon abgesehen muss die Prüfung persönlich abgelegt werden, und dazu gehört selbstverständlich, daß eine Identitätskontrolle und Identitätsdokumentation erfolgt.

Das hat auch nichts mit dem AGG zu tun, denn das betrifft tatsächliche Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft usw. - nicht eine phantasievoll angenommene und spekulative "es könnte ja vielleicht diskriminiert werden" Idee.

Spätestens bei einer praktischen Prüfung wird die ganze Idee eh obsolet...

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#17
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3086 Beiträge, 915x hilfreich)

Zitat:
Bewerbung ohne Foto---diese Kampagne ist auch schon vor vielen Jahren in der Versenkung verschwunden.

Stellenbewerbungen ohne Fotos der Bewerber zu handhaben ist absolut sinnvoll, und zwar nicht wegen "Diskriminierung", sondern rein aus egoistischem Interesse des Arbeitgebers.

Fotos der Bewerber machen die Personalverantwortlichen ganz automatisch und letztlich unvermeidbar voreingenommen. Der Chef, der eine Sekretärin sucht, wird die hübschere automatisch vorziehen, das ist menschlich - obwohl die kleine pummelige Brillenschlange tatsächlich doppelt so gut qualifiziert ist und auch bessere Arbeit leisten wird.

Alle Menschen lassen sich bei der Beurteilung anderer Menschen und derer Fähigkeiten vom äußeren Aussehen beeinflussen. Und genau das ist kontraproduktiv, wenn es darum geht, Kompetenzen hinsichtlich des auszuübenden Jobs einzuschätzen.

Umgekehrt gibt's das übrigens auch - die bildschöne Blondine wird von nicht wenigen Leuten automatisch als "bildschön, aber nicht so viel im Kopf" eingestuft werden. Auch das kann kontraproduktiv sein.

Sofern man nicht gerade eine Barfrau sucht, sichtet man Stellenbewerbungen sinnvollerweise ohne Fotos, um sich gegen solche Voreingenommenheiten zu schützen.

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#18
 Von 
DragonHunter
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Der Dozent kennt seine Studenten doch auch, wenn die nicht ihre Namen auf die Prüfungsbögen schreiben...

Aber kennt er auch die Matrikelnummern? Warum sollte er sie kennen? Es ist doch ganz bewusst ein anonymisierendes Merkmal.

Zitat (von eh1960):
Davon abgesehen muss die Prüfung persönlich abgelegt werden, und dazu gehört selbstverständlich, daß eine Identitätskontrolle und Identitätsdokumentation erfolgt.

Ich habe es oben schon erwähnt: Wo ist das Problem, dass das eine andere Person als der Prüfer übernimmt? Schätzungsweise nichts?
Wie oben auch schon erwähnt, ist eine anonymisierte Prüfung beim juristischen Staatsexamen Standard!

Zitat (von eh1960):
Das hat auch nichts mit dem AGG zu tun, denn das betrifft tatsächliche Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft usw. - nicht eine phantasievoll angenommene und spekulative "es könnte ja vielleicht diskriminiert werden" Idee.

Das ist keine Idee, sondern ein belegbarer psychologischer Effekt. Danke für die Diskreditierung einer kompletten Wissenschaft. Ignoranter geht es echt nicht mehr.

Zitat (von eh1960):
Spätestens bei einer praktischen Prüfung wird die ganze Idee eh obsolet...

Habe ich nach praktischen Prüfungen gefragt?

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#19
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5043 Beiträge, 1697x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Aus psychologischer Sicht kann ich nicht von einer 100% neutralen Bewertung ausgehen.

Ich muß noch mal wieder meine Erfahrungen bemühen: hätte ich damals Studenten aus meiner eigenen Übungsgruppe bewerten dürfen, ich hätte sie schon an der Handschrift erkannt.

Was willst du dann fordern, das Recht, die Klausur auf einem Computer zu schreiben? ;)

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#20
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81337 Beiträge, 33961x hilfreich)

Zitat (von DragonHunter):
Das ist keine Idee, sondern ein belegbarer psychologischer Effekt. Danke für die Diskreditierung einer kompletten Wissenschaft. Ignoranter geht es echt nicht mehr.

Ach Gottchen - kleine Drama Queen oder was? Diskreditierung einer kompletten Wissenschaft - LOL



Zitat (von BigiBigiBigi):
Was willst du dann fordern, das Recht, die Klausur auf einem Computer zu schreiben?

Nein, jeder Korrektor bekommt einen Vorleser gestellt ...



Zitat (von DragonHunter):
Kann man darauf bestehen

Klar.

Klar. Bestehen kann man, denn bestehen kann man ja auf fast alles.
Probleme gibt es meist erst beim „bekommen" bzw. „durchsetzen", insbesondere wenn die Gegenseite nicht kooperativ ist und sich sträubt die Forderung zu erfüllen.

Falls dann – so wie hier – keine Rechtsgrundlage für das fordern erkennbar ist, tendieren die Erfolgsaussichten gegen 0.



Zitat (von DragonHunter):
und worauf kann man sich berufen?

Nun. als erste sollte man sich mal die Rechtsgrundlagen der Prüfung anschauen. Also Prüfungsordnungen, Gesetze, etc. Eventuell lässt sich ja daraus was verwertbares basteln?

Wichtig wäre auch wie viele Arbeiten zu dem Thema gibt es, welches Renommee haben die Verfasser, Koryphäe gegen "Hinterhof-Uni".


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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