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[Hochschulrecht] Anerkennung des Nachteilsausgleichs

25.3.2019 Thema abonnieren
 Von 
Rothgas1991
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)
[Hochschulrecht] Anerkennung des Nachteilsausgleichs

Liebes 123recht Forum,

nachdem Ihr mir das letzte mal so gut geholfen habt, suche ich voller Hoffnung auf einen erneuten Erfolg euch auf.

Meine Situation ist momentan folgende, ich "leide" unter ADS und Epilepsie und weiterhin auch an LRS.

Die LRS und das ADS wurden vor etwa 20 Jahren in der Grundschule diagnostiziert und auch therapiert, das ADS jetzt noch und die LRS bis etwa 5 Jahre nach der Diagnose. Ob ich während meiner bisherigen Schullaufbahn einen Nachteilsausgleich bekommen habe weiß ich nicht genau, ich bezweifel es aber und habe auch selbst nichts angemeldet.

Danach habe ich erfolgreich eine Lehre abgeschlossen.

Jetzt habe ich im Winter angefangen zu studieren und habe das Prüfungsamt über die Epilepsie informiert, daneben habe ich noch einen Antrag auf einen Nachteilausgleich gestellt [der ausgleiche sollte in Form von einem seperaten Raum, einer zwischenpause (5min pro 45min) und einer Schreibzeitverlängerung (15min pro 45min) ].

Das Prüfungsamt, bestehend aus einer Person, wies mich darauf hin das es lediglich aufgrund der LRS einen Nachteilsausgleich gewähren könne. Die solle von einem Facharzt bescheinigt und getestet werden. Man wies mich darauf hin das es zwar Institute dafür gäbe das man aber Zweifel an deren Urteil hege da man "im selben Atemzug ja Therapien anbieten würden" sic. Man sagte mir weiterhin da ich Bittsteller sei müsste man mir nicht helfen einen Facharzt zu finden. Die Epilepsie abgelehnt weil es an der Uni mehrere Epileptiker gäbe und diese keinen Ausgleich forderten.Den Ausgleich forderte ich nicht wegen den Anfällen sondern aufgrund der medikamentation dieser, und der damit verbunden Unkonzentriertheit. Man gab mir zuerst ,mündlich, doch den Ratschlag die Medikamente doch einfach abzusetzen und teilte mir nun schriftlich mit das "andere seien aufgrund andere Dinge unaufmerksam, wenn wir ihnen aufgrund dessen einen ausgleich gewähren hätten Sie einen Vorteil der mit unserem gleichstellungsgedanken nicht übereingeht" sic. Den extra Raum wies man zuerst zurück, "wenn Sie einen Anfall haben dürfen die anderen einfach weiter schreiben das ist kein Problem" sic, dann sicherte man ihn mir zu, leider mündlich aber mit einer Zeugin, und verwehrte ihn jetzt schlussendlich da es organisatorisch nicht machbar sei und es auch einen Ausschluss aus der Gemeinschaft darstelle.

Nun zur LRS. Da, wie eingangs erwähnt, der Test schon lange zurücklag und dieser damit anscheinend hinfällig? ist. Bemühte ich mich um einen Facharzt, ich rief verschiedene Praxen an, diese jedoch immer nur Kinderarzt, rief verschiedene Hospitale und Zentren, mit der bitte nach der Auskunft nach einem Facharzt. Rief die Landesärztekammern und die Krankenkassenlichen Vereinigungen an.

Schlussendlich kam dabei raus es gibt keinen Arzt in Deutschland der diese Test an Erwachsenen (22+) existiert, dies teilte ich dem Prüfungsamt etwa 3 Wochen nach der Antragsstellung mit. Das Prüfungsamt unterstellte mir jedoch das ich mich nicht bemühe etc.pp. .

Die andere Idee war das ich es den Test an einem Institut, da die Tests genormt sind, und wollte beim Prüfungsamt in Erfahrung bringen welcher Test (es existieren 1500+) denn akzeptiert würde, unter dem Hinweis das kein Arzt existiere,"Dies müsse der Facharzt entscheiden" sic.

2 Tage vor Prüfungsbeginn, und nur durch Nachfragen, wurde mir die Ablehnung übergeben. Man würde auch nun die Institutstests akzeptieren würden da man dort auch keinen Arzt fand und ich ja anscheinend recht hätte das Ihre Forderung unmöglich seien.
_______________________________________________________________________________________________________

So ich hoffe das man die Situation nun etwas besser nachvollziehen kann, es gibt nur neben erwähnt gar keine Schwerbehindertenvertretung an der Hochschule.

Ich werde jetzt natürlich gegen diese Entscheidung Wiederspruch einlegen, weiterhin will ich jetzt den Namen des Facharztes wissen. -> Wie formuliere ich das am besten ?

Ich bin momentan noch in der Klausurenphase und kann bisher die Ergebnisse einsehen, ich habe aber festgestellt das ich oft Überlege (jetzt auch wieder) wie ein Wort geschrieben wird und das selbst bei einfachen und auch sehr oft die Aufgabe lesen muss um diese überhaupt zu verstehen.

Die Pause wäre sicherlich sehr hilfreich gewesen, den Raum habe ich zum Glück noch nicht benötigt.

Weiterhin sind meine nächsten Pläne juristischer Natur, falls ich also nicht bestehen sollte werde ich die nächsten Schritte einleiten, einen Hochschulrechtrechtler habe ich schon gefunden aber noch nicht kontaktiert.

Da das Prüfungsamt von einem "Volljuristen" , ich hoffe Ihr versteht was damit gemeint ist, besetzt ist würde ich gerne um eure Meinung/ Ideen für die nächsten Schritte bitten.

Mit freundlichen Grüßen

Rothgas



-- Editiert von Rothgas1991 am 25.03.2019 13:06

-- Editiert von Rothgas1991 am 25.03.2019 13:06

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16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28661 Beiträge, 11851x hilfreich)

Wenn ich das richtig verstanden habe, fehlt es bei Dir an den Nachweisen. Und die müssen zumindest an meiner Hochschule sehr aktuell sein. Weil man etwas nicht weiss, etwas zögert, dass kann alle möglichen Ursachen haben. Da haben wir ausländische Studis, die eben auch etwas länger brauchen, bis ihnen eine Vokabel einfiel, mir fiel vieles etwas langsamer ein, da von mäßigem Verstand.

Mir fehlt an dem, was Du hier schreibst, einfach die Verbindung zwischen einer Behinderung und einem Klausurergebnis. Denn, wieso soll ein Langsamdenker anders behandelt werden, als jemand, bei dem im Alter von 6 Jahren mal LRS festgestellt worden ist?

wirdwerden

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#2
 Von 
Rothgas1991
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo wirdwerden,

ich verstehe grade nicht was du meinst.

Also es geht mir um folgendes, ich soll einen Test für die LRS machen, bei einem Facharzt, den es aber nicht gibt. Da LRS behandelbar aber nicht heilbar ist, ist doch das Datum der Diagnose "egal".

Und was du jetzt mit dem Langsamdenker möchtest verstehe ich leider nicht.

Rothgas

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71501 Beiträge, 32437x hilfreich)

Zitat (von Rothgas1991):
Also es geht mir um folgendes, ich soll einen Test für die LRS machen

Da wird von den Amtern üblicherweise eine Diagnose nach ICD-10 verlangt?
Dazu werden wohl ein Intelligenztest, ein Rechtschreibtest und Lesetest gemacht, üblicherweise von Psychiatern.

Schon mal bei einer der LRS Hilfegruppen diesbezüglich angefragt?



Zitat (von Rothgas1991):
Da LRS behandelbar aber nicht heilbar ist, ist doch das Datum der Diagnose "egal".

Nö, denn es kann ja in den letzten 10 Jahren durchaus ein Behandlungserfolg eingesetzt haben.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
Rothgas1991
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ich fände es echt nett wenn du meinen Eingangspost liest, ich bin auch für konstruktive Kritik offen.

Also nochmal :Es gibt keinen Facharzt / Arzt / Psychologen in Deutschland dafür und genau das ist mein Problem.

Und wieso ist eine "Krankheit" die nicht heilbar ist dann x Jahren geheilt?

Gruß Rothgas

-- Editiert von Rothgas1991 am 25.03.2019 16:13

-- Editiert von Rothgas1991 am 25.03.2019 16:23

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71501 Beiträge, 32437x hilfreich)

Zitat (von Rothgas1991):
Es gibt keinen Facharzt / Arzt / Psychologen in Deutschland dafür

Irgenwie glaube ich nicht, das man bereits alle rund 13.500 Psychiater in Deutschland gefragt hat...

Psychiatrische Abteilungen von Kliniken sind dazu in der Lage genau wie niedergelassene Psychiater. Ist wohl halt nur mühsam einen zu finden. Deshalb auch der Vereis auf die LSR-Hilfeorganisationen.


Stoisches wiederholen falscher Aussagen ist nicht hilfreich. Wenns beim Amt genau so war, kann ich mir vorstellen das die irgendwann die Bemühungen eingestellt haben



Zitat (von Rothgas1991):
Und wieso ist eine "Krankheit" die nicht heilbar ist dann x Jahren geheilt?

Die Frage verstehe ich nicht.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#6
 Von 
Rothgas1991
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Naja. wie mein Lehrer immer sagte, glauben kann man in der Kirche.

Wie ich schon schrieb habe ich mich bei allen möglichen Instituten und Ärztekammern bemüht, natürlich habe ich nicht jeden einzelnen Psychiater angerufen wozu auch? .

Ich habe auch bei diversen Organisationen angerufen und mich informiert.

Es wäre durchaus angebracht auch den ersten Post von mir zu lesen, denn selbst das Prüfungsamt hat mittlerweile "eingesehen"/ bestätigt das es keinen Facharzt dazu gibt.

Wie kommst du darauf das eine LRS die nicht heilbar anzusehen ist also geheilt gilt nur weil eine bestimmte Anzahl an Jahren vorbei ist.

Könntest du mir dafür die entsprechenden Gesetze nennen.
Ich hatte jetzt den ganzen Ärger mit dem Prüfungsamt und wollte hier einfach nur um Hilfe bitten und mir nicht wieder Dinge unterstellen zu lassen die auf Vermutungen und Meinungen ruhen.

Gruß Rothgas

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#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28661 Beiträge, 11851x hilfreich)

Es geht doch dar nicht darum, ob etwas heilbar ist oder nicht. Es geht darum, ob dadurch ein Nachteil entsteht, der über normale Verzögerungen, die jeder mal hat, hinausgeht.

wirdwerden

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#8
 Von 
Rothgas1991
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja genau die LRS ist sobald diagnostiziert Nachteilsausgleichpflichtig.

Also Ihr macht den anschein das Ihr, leider, keine Ahnung von der Materie habt und mir versucht mir mit euren Meinungen oder Vermutungen Tipps zu geben.

Doch dannach habe ich weder gefragt noch geben und ich wüsste auch nicht wem das in irgendeiner Weise nützen sollte.

-- Editiert von Rothgas1991 am 25.03.2019 17:33

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71501 Beiträge, 32437x hilfreich)

Da man schon einen Hochschulrechtrechtler gefunden hat, sollte man sich vertrauensvoll an diesen wenden, falls man nicht bestehen sollte.



Zitat (von Rothgas1991):
natürlich habe ich nicht jeden einzelnen Psychiater angerufen wozu auch? .

Weil alleine das die Behauptung "es gibt in Deutschland keinen" stützen würde.
Aber egal, das "es gibt in Deutschland keinen" ist dann halt mal in Stein gemeißelt.

Ich frage mich dann nur ernsthaft wer diese Institute an denen die Tests durchgeführt werden leitet bzw. wer dann diese Test auswertet, ob das da wohl der Hausmeister macht wenn es gar keinen Fachmann dafür gibt...?



Zitat (von Rothgas1991):
Wie kommst du darauf das eine LRS die nicht heilbar anzusehen ist also geheilt gilt nur weil eine bestimmte Anzahl an Jahren vorbei ist.

Habe ich nie behauptet.



Zitat (von Rothgas1991):
mir versucht mir mit euren Meinungen oder Vermutungen Tipps zu geben.

Doch dannach habe ich weder gefragt

Und wie ist das
Zitat (von Rothgas1991):
würde ich gerne um eure Meinung/ Ideen für die nächsten Schritte bitten.

dann zu verstehen?

Im übrigen ist das hier ein Meinungsforum, da gibt es wie der Name schon sagt Meinungen.



Zitat (von Rothgas1991):
Ja genau die LRS ist sobald diagnostiziert Nachteilsausgleichpflichtig.

So pauschal falsch, da es LRS in unterschiedlichen Stärken gibt. Und der Nachteilsausgleich somit von 0-100 gehen kann.



Zitat (von Rothgas1991):
Also Ihr macht den anschein das Ihr, leider, keine Ahnung von der Materie habt

Wir sind keine Ärzte / Fachärzte / Psychologen.
Aber uns ist bekannt, das wenn man vor Gericht klagen will, man gute Argumente benötig und glaubwürdig sein muss. Und es dann halt ungünstig ist, wenn man ohne Beweise behauptet "es gibt keinen" bei einer Auswahl von rund 13500 Alternativen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#10
 Von 
Rothgas1991
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Nö, denn es kann ja in den letzten 10 Jahren durchaus ein Behandlungserfolg eingesetzt haben.


Ja und selbst wenn dem so wäre ist die Diagnose damit dann hinfällig ?



Ok evtl reden wir auch etwas aneinander vorbei. Die Tests können, so wie ich das verstanden habe, von jeden Ausgewertet werden da es zu jedem Test wohl so einen Lösungsbogen gibt. In den Instituten gibt es in dem Sinne keine Ärzte die Tests werden bestellt und dann auch ausgewertet.

Dann nenn mir doch bitte nur eine der 13500 Alternativen dann hätte sich die Sache für mich erledigt, denn ich kenne keine. Es ist ja wohl auch mehr als unzumutbar jeden einzelnen Psychologen kontaktieren zu müssen.
Mal davon abgesehen das die 13500 die komplette Anzahl in Deutschland ist, also kann jeder alles? Also ist jeder Jurist Fachmann für alles? Jeder Mediziner kann operieren und einfach alles ? Ist das echt ein Stichhaltiges Argument was vor Gericht standhält, ich hoffe doch nicht. Denn das würde ja meine ganzen Bemühungen ad absurdum führen.

Genau deswegen habe ich das alles ja eingangs geschrieben.

Nach wie vor stellt Frage ich mich dennoch wo der Nutzen darin liegt mir Dinge zu unterstellen, also wirklich warum sollte ich denn sonst so einen ellenlangen Text zu verfassen. Man hätte auch andere Fragen stellen können, ich erwarte nicht das jeder in allem Experte ist, aber mir noch so langer und intensiver Recherche zu unterstellen ich hätte mich nicht genug bemüht ist halt unhöflich.

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#11
 Von 
HeHe
Status:
Schlichter
(7402 Beiträge, 3250x hilfreich)

Ich habe mir jetzt alles nur grob durchgelesen, aber es geht hier vorrangig um das Finden eines Facharztes, der die LRS für den Nachteilsausgleich attestieren kann?

Vielleicht kommst du hier weiter:

Legasthenie-Erlasse der einzelnen Bundesländer, die auch den Nachteilsausgleichanspruch regeln:

https://www.iflw.de/blog/dyskalkulie-rechenschwaeche/nachteilsausgleich-und-notenschutz-bei-lrs-und-rechenschwaeche/

Auszug und Erklärung dazu:
(Quelle: IFLW)

Zitat:

Wie sind Nachteilsausgleich und Notenschutz geregelt?

Welche Formen des Nachteilsausgleichs bei LRS bzw. Rechenschwäche in Betracht kommen, steht in den sogenannten Legasthenie-Erlassen der einzelnen Bundesländer. Einige Erlasse (z.B. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen) schließen Rechenschwäche ein, andere nicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass in diesen Bundesländern ausgleichende Maßnahmen bei Rechenschwäche nicht möglich sind: Lehrer sind zur individuellen Förderung aller Schüler verpflichtet. Dies kann auch eine individuelle Leistungsbewertung erforderlich machen, denn man kann nicht Gleiches mit Ungleichem vergleichen. Lehrer wissen das und die meisten nutzen ihre pädagogischen Ermessensspielräume. Die in den Erlassen aufgelisteten Formen des Nachteilsausgleichs sind als Anregungen bzw. Empfehlungen zu verstehen. Es handelt sich um Kann-Formulierungen ohne Rechtsanspruch. An einem Nachteilsausgleich interessierte Eltern und Schüler sollten ihr Anliegen daher nicht als Forderung formulieren. Besser ist ein Dialog auf Augenhöhe.
Wege zum Nachteilsausgleich

Nicht jeder Schüler mit Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen kann und sollte einen Nachteilsausgleich in Form eines Zeitzuschlags bei zu erbringenden schriftlichen Leistungen, einer stärkeren Gewichtung mündlicher Leistungen, einer Bereitstellung von Hilfsmitteln oder gar eines Verzichts auf die Bewertung der Rechtschreibleistungen (Notenschutz) erhalten. Schwierigkeiten gehören zu allen Lernprozessen. Sie sind dafür da, überwunden zu werden. Kinder können an Hürden wachsen, wenn sie merken, dass sich aus Fleiß Leitern bauen lassen. Zu frühe und eigentlich nicht erforderliche Sonderbehandlungen schaden, weil sie Kinder demotivieren und ausbremsen. Warum viel Zeit in zusätzliche Lese-, Rechtschreib- oder Rechenübungen investieren, wenn es dank Sonderstatus einfacher geht?

Die Möglichkeit eines offiziellen Nachteilsausgleichs bleibt Schülern vorbehalten, bei denen ein Kinder- und Jugendpsychiater oder Psychotherapeut eine Lese-, Rechtschreib- oder Rechenstörung nach ICD-10 diagnostiziert hat. Im Vergleich zu einer Schwierigkeit oder Schwäche handelt es sich bei einer Störung um eine medizinische Diagnose, d.h. um einen Zustand mit Krankheitswert. Betroffene Schüler und Schülerinnen haben grundlegende, nicht mit bloßem Üben zu lösende Schwierigkeiten im jeweiligen Lernbereich. Insbesondere eine Lese-Rechtschreibstörung kann sich negativ auf die Psyche des Kindes oder Jugendlichen auswirken, weil sie zu Misserfolgserlebnissen in fast allen Schulfächern führt. Ein Schonraum in Form eines Nachteilsausgleichs und eine Aussetzung der Benotung kann bei diesen Schülern nicht nur sinnvoll, sondern dringend geboten sein.

Hat ein Kinder- und Jugendpsychiater oder Psychotherapeut eine Lese-, Rechtschreib- oder Rechenstörung festgestellt, erhält das Kind bzw. der Jugendliche auf Wunsch ein Attest bzw. Gutachten. Meist ist es die schulpsychologische Beratungsstelle, die auf Grundlage dieses Schriftstücks entscheidet, ob ein Nachteilsausgleich gewährt werden kann. Welche besonderen Formen der Leistungserfassung und -beurteilung für den betreffenden Schüler sinnvoll sind, entscheiden dann die zuständigen Lehrer. Die Abläufe und Zuständigkeiten können regional und von Schule zu Schule variieren.

Hier ist zwar von "Schule/Schüler", nicht von Student und Hochschule die Rede, aber entsprechend anwendbar, denke ich mal.

Zusätzlich: Diese beiden Adressen werden im Raum Köln genannt, wenn es um die Suche nach Fachärzten geht:

Arbeitskreis Hilfe für Legastheniker e.V.
Hansaring 45
50670 Köln
Tel.: 0221/9131003
info@legasthenie-koeln.de
www.legasthenie-koeln.de

Institut für Legastheniker-Therapie Köln
Von-Werth-Str.37
50670 Köln
Tel.: 0221/7200314
Fax.: 0221/9523428
www.legasthenie-therapie.de

Viel Erfolg!


-- Editiert von HeHe am 29.03.2019 14:06

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#12
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(28661 Beiträge, 11851x hilfreich)

Du, es geht nicht nur darum. Es geht darum, ob diese Einschränkung eben einen Nachteilsausgleich rechtfertigt. Denn ein wenig zögern, um ein Wort zu finden, das reicht halt nicht aus.

wirdwerden

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#13
 Von 
Kaktus123123
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ich bin durch drei Unis in zwei Bundesländern und habe in jeder meinen Nachteilsausgleich so gestalten können, wie es sinnvoll ist.

In jeder meiner Unis gab es einen Beauftragten für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Das war immer mein erster Ansprechpartner. Hier, und nur hier, habe ich auch meine Diagnosen offenbart. Die Prüfungsämter oder gar Lehrpersonen haben da nie Einblick nehmen können.

Das ist das erste, was mich wundert.

Dann schreibst du, dass deine medikamentöse Behandlung dazu führt, dass du Konzentrationsschwierigkeiten hast.
Das war bei mit punktuell genauso. Das ist nicht vergleichbar mit einer fremdsprachigen Prüfungsleistung oder den ganz normalen Stress, den man bei Prüfungssituationen eben hat. Wenn ich "nur" nach Wörtern gesucht hätte, hätte ich einen Nachteilsausgleich gar nicht benötigt.
Ich hatte aber auch noch weitere Einschränkungen. Zum Beispiel Sehfeldstörungen, Tremore (das ist so ein Zittern, was handschriftliches Schreiben nahezu unmöglich macht) und noch ein paar Kleinigkeiten. Die waren auch nicht immer konstant, aber in Stresssituationen musste ich mit solchen "Ausfallerscheinungen" rechnen.

Meine Nachteilsausgleiche liefen so ab:
Attest des Facharztes mit so wenig Infos wie möglich, in etwa so:
"Kaktus befindet seit ... in meiner kontinuierlichen Behandlung. Aufgrund der Erkrankung kann es zu [hier deine Beschwerden aufführen] kommen. Kaktus benötigt daher [hier deine Wünsche aufführen]. Damit Kaktus ihr Studium erfolgreich abschließen kann, wird die Gewährung eines Nachteilsausgleichs empfohlen."

Mit diesem Attest und noch weitere ärztliche Unterlagen, die fast jeder chronisch Kranke haben sollte, bin ich zum Beauftragten für behinderte oder chronisch erkrankte Studierende. Mit dem habe ich dann alles etwas genauer besprochen. Der hat am Ende eine Stellungnahme mit rechtlichen Grundlagen formuliert.

Dann habe ich noch ein kleines Anschreiben an die Prüfungsämter beigefügt, in etwa so:
"Sehr geehrte Damen und Herrren,
anbei erhalten Sie meinen Antrag zum Nachteilsausgleich aufgrund meiner Erkrankungen. Bitte entnehmen Sie alle Informationen den beiliegenden Schreiben. Falls Sie Rückfragen haben, [Kontaktdaten einfügen]. Ich freue mich und bin dankbar, trotz meiner Einschrankungen an der Universität XY studieren zu können. Tschüss."

Dann bekam ich immer ein Schreiben vom Prüfungsamt, wo alleine nur die Nachteilsausgleiche (Wünsche) festgesetzt wurden. Mit diesem Schreiben bin ich, wenn absehbar war, dass ich die regeläre Leistung nicht erreichen kann, zur jeweiligen Lehrperson gegangen und habe besprochen, was möglich wäre und was nicht.

Das war es. Mehr nicht. Ich kenne einige Studierende mit Nachteilsausgleich. Niemand hat sich je beschwert, dass etwas zu schwierig oder kompliziert war.

Deswegen verstehe ich deine Rennereien hier nicht. Wenn du wegen deiner Epilepsie Medikamente nehmen musst, dann wird dir das doch von einem Arzt verschrieben. Der kann dir doch so ein Attest ausstellen. Du musst dir nur vorher genau überlegen, was du weswegen ausgeglichen haben willst. Das steht ja auch schon in deinen Beiträge und sind für mich absolute Standardsachen.

Hier mal ein kleiner Auszug, was mir alles in den vielen Jahren bewilligt wurde:
Einzelner Raum bei Klausuren, Klausurverlängerung um bis zu 100 Prozent, Einzel- statt Gruppenarbeiten, Umwandlungen von Prüfungsformen (mündliche Prüfungen durch Hausarbeit ersetzt, Hausarbeit durch Referat ersetzt), eigene Termine bei Abgaben zur Entzerrung von Prüfungsleistungen...

Jetzt kann man natürlich vorwerfen, was für ein Dully-Studium ich hatte. ABER ich habe meine Nachteilsausgleiche niemals ausgenutzt. Ein Großteil der Prüfungsleistungen habe ich dennoch regelkonform geleistet. Ich habe immer differenziert: Will ich jetzt diese oder jene Erleichterung, weil es bequemer ist oder ist es meine Erkrankung, die anderes nicht möglich macht? Nur bei letzterem zog ich meinen Nachteilsausgleich.

Mir ist nicht ganz klar, weshalb das Prüfungsamt von deinen Diagnosen wissen muss. Das geht die doch gar nichts an.

Mein Rat an dich also:
- finde heraus, wer der Beauftragte für Studierenden mit Behinderungen/chronisch Erkrankte bei euch ist und lass den seinen Job machen
- gibt es bei euch ein Referat von Studierenden, die sich für Kranke einsetzen? Dann dort hin wenden. Ansonsten Asta und Fachschaft. Es ist deren Aufgabe, dich zu unterstützen!
- ganz, ganz dringend: Geh zu dem Arzt, der die deine Medikamente verschreibt und lass dir ein Attest wie oben zur Vorlage an das Prüfungsamt geben

Es ist nicht die Aufgabe des Prüfungsamtes dir den passenden Arzt rauszusuchen.
Kleiner Tipp: Nenne deine Diagnose nicht (außer beim Beauftragten. Der hat Schweigepflicht und braucht diese Informationen, gibt sie aber nicht weiter). Sag einfach, dass du krank bist, dadurch längerfristig eingeschränkt und Hilfe brauchst. Über die Art deiner Krankheit willst du im Moment nicht sprechen, aber sie ist nichts ansteckendes. Dann bist du Schublade ? und nicht Schublade Epilepsie, die sich auch immer individuell zeigen kann.

edit:
Du hast ja geschrieben, es gibt keinen Beauftragten. Das wäre ein sehr unglücklicher Zufall:

Zitat:

Fast alle Hochschulen, aber auch Studentenwerke, haben Beauftragte bzw. Berater und Beraterinnen für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. In vielen Bundesländern ist die Bestellung eines oder einer Behindertenbeauftragten für Studierende an Hochschulen gesetzlich verankert.Sie sind wichtige Ansprechpersonen für Studieninteres

aus: https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/37_handbuch_studium_und_behinderung_7_auflage.pdf

Ich würde an deiner Stelle unbedingt einen Blick in dieses Heft werfen. Daraus auch:

Zitat:
Gibt es keine Interessengemeinschaft Studierender mit und ohne Behinderung (s. o.) an der Hochschule, kann man sich mit Fragen an die Studierendenvertretung der Hochschule – AStA/StuRa/UStA – wenden. Bei einigen ASten etc. sind Behinder-tenreferate eingerichtet. (AStA, StuRa, UStA s. Stichwortverzeichnis)

Ich hoffe, du findest eine gute Lösung. Wenn du jetzt erst angefangen hast zu studieren, kommen ja noch viele Semester.

-- Editiert von Kaktus123123 am 30.03.2019 16:19

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#14
 Von 
fb367463-2
Status:
Senior-Partner
(6661 Beiträge, 2750x hilfreich)

Das genau ist die Frage, um die sich alles dreht!

Nur ein Wort in den Raum zu werfen oder Jahrzehnte alte Diagnosen bringt nichts. Ein Arzt wird feststellen müssen, wie stark die Beeinträchtigung zum aktuellen Zeitpunkt ist - und die Tests sind ja auch weitaus besser als früher. Da wurde mal schnell bei einem Kind mit Problemen ein bestimmter Stempel aufgedrückt.

Einen entsprechenden Arzt müssen Sie selbst finden - dafür ist die Uni nicht da. Jedenfalls werden Sie offenbar ohne die entsprechenden Unterlagen (gilt auch für die von Ihnen angegebenen Auswirkungen der Epilepsie-Medikamente) nicht weiter kommen. Haben Sie wenigstens einen Schwerbehindertenausweis?

Signatur:Wenn mein Beitrag hilfreich ist, freue ich mich über einen Klick auf "hilfreich" unten. Danke :)
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#15
 Von 
Rothgas1991
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)

Also nach wie vor stellt sich mir die Frage hier immer das gleiche runtergeleiert wird.

Ich habe wirkliche alle möglichen Stellen angeschrieben/ angerufen oder bin selbst hin, laut diesen und auch den diversen ärtzekammer als auch den krankenkasslichen Vereinigungen konnten mir nicht weiterhelfen.

Wie soll ich also einen Arzt finden ? Bitte sagt mir wo ich nachfragen soll und kommt mir bitte nicht mit irgendwelchen LRS Gruppen etc. .

Die Epilepsie wird auch mit Attesten nicht anerkannt da ja nicht die Krankheit sondern die Medikamente das Problem, zumindest für mich, darstellen.

Ein Schwerbehindertenausweis alleine bringt nach wie vor nichts.

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#16
 Von 
Kaktus123123
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 0x hilfreich)

Du hast ein Recht auf Bildung und Teilhabe. Da geht es nicht um Verständnis deines Prüfungsamtsvorsitzenden oder irgendeine Ermessensentscheidung. Das Prüfungsamt ist verpflichtet, dir einen angemessenen Nachteilsausgleich zu gewähren.
Das sollte auch in deiner PO verankert sein. Hast du schon mal ins Hochschulgesetz deines Bundeslandes geschaut?

Das einzige, was du brauchst, ist ein Attest aus dem hervor geht, dass und wie du wegen deiner Behandlung eingeschränkt bist. Natürlich sind die Medikamente dein Problem - das ist in etlichen Krankheitsbildern der Fall (war bei mir auch so). Du würdest die Medikamente ja nicht nehmen, wenn du nicht erkrankt wärst.

Aber anscheinend willst du ja unbedingt den komplizierteren Weg über die LRS Diagnose nehmen:

Zitat:
Wenn eine erwachsene Person die Bescheinigung einer LRS, bzw. Legasthenie braucht, um einen Nachteilsausgleich in einer Ausbildung oder Prüfung zu bekommen oder einer Behörde die Schwierigkeiten nachzuweisen (Sozialamt, Einwanderungsbehörde), dann wird üblicherweise eine Diagnose nach ICD-10 verlangt. Diese Diagnose ist den Psychiatern vorbehalten. Dazu werden ein Intelligenztest, ein Rechtschreibtest und Lesetest gemacht.

Im Erwachsenenbereich ist es schwierig, die entsprechenden Praxen zu finden. Im Allgemeinen sind die psychiatrischen Abteilungen von Kliniken dazu in der Lage, ebenso niedergelassene Psychiater oder Psychotherapeuten mit der Erlaubnis, diese Gutachten zu erstellen. Auch ein Weg über den Amtsarzt ist möglich. Die Kosten der Untersuchung übernimmt die Krankenkasse, das Gutachten selbst muss privat bezahlt werden.

https://www.legakids.net/eltern-lehrer/erwachsene-mit-lrs/lrs-feststellung-bei-erwachsenen/

Was ist denn dein Wunsch an das Forum?
Du sagst, wo du herkommst und einer von uns hängt sich ans Telefon und sucht dir einen passenden Facharzt raus?

Selbst wenn du einen findest, einen Termin in naher Zukunft bekommst, die Testungen machst, das Geld dafür zahlst... am Ende weißt du trotzdem nicht, wie du abschneidest. Immerhin hast du ja erfolgreich deine Ausbildung abgeschlossen und kannst lesbare Beiträge verfassen, wenn auch nicht sehr freundlich.

Für das letzte Wintersemester ist es eh gelaufen, aber für das Sommersemester würde ich mich an deiner Stelle an deinen Neurologen wenden oder an wen auch immer, der die deine Epilepsie-Medikamente verschreibt.

-- Editiert von Kaktus123123 am 05.04.2019 14:14

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