Auf welcher Forderung bleibt die WEG sitzen?

10. März 2020 Thema abonnieren
 Von 
investmentclub
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 39x hilfreich)
Auf welcher Forderung bleibt die WEG sitzen?

Angenommen der Wert einer Wohnung beträgt 100.000€ und die Belastung durch eine Grundschuld ebenfalls 100.000€ plus 3% Zinsen. Das zu zahlende Hausgeld soll monatlich 333€ betragen. Nun stirbt der vermögenslose Wohnungseigentümer ohne einen Erben zu haben.
Mit welchen Ablauf ist zu rechnen.

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18 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cruncc1
Status:
Schlichter
(7973 Beiträge, 4489x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
Angenommen der Wert einer Wohnung beträgt 100.000€ und die Belastung durch eine Grundschuld ebenfalls 100.000€ plus 3% Zinsen.

Die Höhe der eingetragenen Grundschuld sagt nichs über die Höhe der Schulden aus.
Zitat:
Das zu zahlende Hausgeld soll monatlich 333€ betragen.

Ja und?
Zitat:
Nun stirbt der vermögenslose Wohnungseigentümer ohne einen Erben zu haben.

Es gibt immer einen Erben.
Zitat:
Mit welchen Ablauf ist zu rechnen.

In Bezug auf was?

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#2
 Von 
investmentclub
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 39x hilfreich)

Mit der Belastung ist die aktuelle Forderung des Grundschuldgläubiger gemeint.
Ich gehe mal davon aus, dass der WEG-Verwalter nichts unternimmt die auflaufende Hausgeldforderung bei zu treiben.

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#3
 Von 
hiphappy
Status:
Junior-Partner
(5522 Beiträge, 2494x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
Ich gehe mal davon aus, dass der WEG-Verwalter nichts unternimmt die auflaufende Hausgeldforderung bei zu treiben.


Dann muss die WEG halt beschließen, wo das fehlende Geld her kommen soll.

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#4
 Von 
guest-12321.10.2020 15:11:31
Status:
Lehrling
(1531 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
Ich gehe mal davon aus, dass der WEG-Verwalter nichts unternimmt die auflaufende Hausgeldforderung bei zu treiben.

Solange der Verwalter nicht durch BESCHLUSS hierzu beauftragt wurde gibt es für ihn auch keinen Grund und keine Legitimation irgendetwas zu tun.

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#5
 Von 
investmentclub
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 39x hilfreich)

Zitat (von hiphappy):
Zitat (von investmentclub):
Ich gehe mal davon aus, dass der WEG-Verwalter nichts unternimmt die auflaufende Hausgeldforderung bei zu treiben.


Dann muss die WEG halt beschließen, wo das fehlende Geld her kommen soll.

Zitat (von hiphappy):
Zitat (von investmentclub):
Ich gehe mal davon aus, dass der WEG-Verwalter nichts unternimmt die auflaufende Hausgeldforderung bei zu treiben.


Dann muss die WEG halt beschließen, wo das fehlende Geld her kommen soll.
Zitat (von Tobias F):
Solange der Verwalter nicht durch BESCHLUSS hierzu beauftragt wurde gibt es für ihn auch keinen Grund und keine Legitimation irgendetwas zu tun.


Hat der WEG-Verwalter keine gesetzlichen Pflichten die in solcher Situation zu erfüllen sind?

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Gruß Investmentclub

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#6
 Von 
guest-12321.10.2020 15:11:31
Status:
Lehrling
(1531 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):

Hat der WEG-Verwalter keine gesetzlichen Pflichten die in solcher Situation zu erfüllen sind?

Nur auf der nächsten Versammlung darüber zu informieren.
Er kann dann versuchen einen entsprechenden Beschluss herbeizuführen, was aber letztlich eine Entscheidung der WEG ist.

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#7
 Von 
Roland-S
Status:
Student
(2591 Beiträge, 1199x hilfreich)

Zitat (von Tobias F):
Solange der Verwalter nicht durch BESCHLUSS hierzu beauftragt wurde gibt es für ihn auch keinen Grund und keine Legitimation irgendetwas zu tun.
Ganz so ist es aber nicht. Der Verwalter darf seine Pflichten nach §27/1 WEG nicht vernachlässigen.
Er darf auch nicht versäumen die bevorrechtigte Ansprüche der Eigentümergemeinschaft, im Falle einer Zwangsversteigerung anzumelden.

Zitat:

Folgende Ansprüche der Wohnungseigentümergemeinschaft sind bei der Zwangsversteigerung eines Wohnungseigentums vorrangig gegenüber den Ansprüchen anderer Gläubiger:

Nachforderungsbeträge aus der beschlossenen Jahresabrechnung
zu zahlende Hausgeldvorschüsse aufgrund eines beschlossenen Wirtschaftsplans
Beiträge zur Instandhaltungsrücklage
fällige Beiträge zu einer beschlossenen Sonderumlage

Der Vorrang ist auf die laufenden sowie die rückständigen Beiträge aus dem Jahr der Beschlagnahme und den letzten beiden Kalenderjahren begrenzt sowie der Höhe nach auf maximal 5 Prozent des für die Zwangsversteigerung festgesetzten Verkehrswerts des betroffenen Wohnung- oder Teileigentums.

Quelle



VG
Roland

Signatur:

Das Problem bei Gerichtsbeschlüssen ist, dass regelmäßig nur eine Partei IHR Recht bekommt.

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#8
 Von 
guest-12321.10.2020 15:11:31
Status:
Lehrling
(1531 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von Roland-S):
Der Verwalter darf seine Pflichten nach §27/1 WEG nicht vernachlässigen.
Er darf auch nicht versäumen die bevorrechtigte Ansprüche der Eigentümergemeinschaft, im Falle einer Zwangsversteigerung anzumelden.

Ähm, wo steht bitte (außer bei dir) etwas von einer Zwangsvollstreckung?

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#9
 Von 
investmentclub
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 39x hilfreich)

Zitat (von Roland-S):
Ganz so ist es aber nicht. Der Verwalter darf seine Pflichten nach §27/1 WEG nicht vernachlässigen.
Er darf auch nicht versäumen die bevorrechtigte Ansprüche der Eigentümergemeinschaft, im Falle einer Zwangsversteigerung anzumelden.


Im Interesse der Eigentümergemeinschaft ist der schnelle Eigentümerwechsel. Da sie bei diesen Annahmen nur ein Hausgeldausfall von 100.000*0,05/333 = 15 Monaten ausgeglichen bekommen. Weitere Forderungen können sie abschreiben.
Wie kann die WEG den Vorgang des Eigentümerwechsels beschleunigen?
Der Grundschuldgläubiger hat doch wohl kein großes Interesse an einer schnellen Durchführung der Maßnahmen?

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Gruß Investmentclub

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#10
 Von 
guest-12321.10.2020 15:11:31
Status:
Lehrling
(1531 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
Wie kann die WEG den Vorgang des Eigentümerwechsels beschleunigen?

Selbst kaufen!
Käufer suchen deren Angebot ein Erbe/die Bank nicht ausschlagen kann.

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#11
 Von 
investmentclub
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 39x hilfreich)

Zitat (von Tobias F):
Selbst kaufen!
Käufer suchen deren Angebot ein Erbe/die Bank nicht ausschlagen kann.

Muss das Nachlassgericht nicht erstmal feststellen, dass der Staat Erbe ist?

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Gruß Investmentclub

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#12
 Von 
guest-12321.10.2020 15:11:31
Status:
Lehrling
(1531 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
Muss das Nachlassgericht nicht erstmal feststellen, dass der Staat Erbe ist?

Wer sagt denn das der Staat der Erbe ist?
Es ist aber letztlich auch völlig gleichgültig für deine Frage. Die WEG hat weder einen Einfluss darauf wer erbt, noch darauf wie/wann/weshalb/an wen oder auch nicht oder gerade deshalb möglicherweise aber auch andersherum ........

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
investmentclub
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 39x hilfreich)

Zitat (von Tobias F):
Zitat (von investmentclub):
Wie kann die WEG den Vorgang des Eigentümerwechsels beschleunigen?

Selbst kaufen!
Käufer suchen deren Angebot ein Erbe/die Bank nicht ausschlagen kann.

Solange man den Erben nicht kennt ist dies keine brauchbare Vorschlag.

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Gruß Investmentclub

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#14
 Von 
guest-12321.10.2020 15:11:31
Status:
Lehrling
(1531 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
Solange man den Erben nicht kennt ist dies keine brauchbare Vorschlag.

Hab ich auch nie behauptet. Aber du selbst gehst doch davon aus das DER STAAT alles erbt, also hast du doch Ansprechpartner. :cheers:

Vielleicht verstehst du aber einfach auch einmal das die WEG hier augenblicklich überhaupt nichts machen kann.


0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
investmentclub
Status:
Schüler
(306 Beiträge, 39x hilfreich)

Zitat (von Tobias F):
Hab ich auch nie behauptet. Aber du selbst gehst doch davon aus das DER STAAT alles erbt, also hast du doch Ansprechpartner.
Deshalt wäre es ja wichtig, eine Vorstellung zu haben wie lange es dauert, bis das Nachlassgericht den Fall abschlist und wie die WEG an diese Information kommt.

Zitat (von Tobias F):
Vielleicht verstehst du aber einfach auch einmal das die WEG hier augenblicklich überhaupt nichts machen kann.
Verstehe ich nicht und will es auch nicht glauben, was soll den die WEG daran hindern ihre Forderungen einzuklagen und z.B. die Zwangsverwaltung oder Zwangsversteigerung anzustreben?

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Gruß Investmentclub

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
guest-12321.10.2020 15:11:31
Status:
Lehrling
(1531 Beiträge, 916x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
Verstehe ich nicht und will es auch nicht glauben, was soll den die WEG daran hindern ihre Forderungen einzuklagen und z.B. die Zwangsverwaltung oder Zwangsversteigerung anzustreben?

Dazu muss, wie schon geschrieben, die WEG einen entsprechenden Beschluss fassen, sonst kann und darf der Verwalter z.B. nicht klagen (gehen wen auch immer).
Welche Forderungen hat die WEG denn überhaupt?

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47304 Beiträge, 16759x hilfreich)

Zitat:
Deshalt wäre es ja wichtig, eine Vorstellung zu haben wie lange es dauert, bis das Nachlassgericht den Fall abschlist und wie die WEG an diese Information kommt.


Monate oder z.T. auch Jahre. Und ohne dass irgendjemand die entsprechenden Anträge beim Nachlassgericht stellt, macht das erst einmal gar nichts.

Zitat:
Im Interesse der Eigentümergemeinschaft ist der schnelle Eigentümerwechsel. Da sie bei diesen Annahmen nur ein Hausgeldausfall von 100.000*0,05/333 = 15 Monaten ausgeglichen bekommen. Weitere Forderungen können sie abschreiben.


Warum sollte die WEG weitere Forderungen abschreiben müssen? Wie in Antwort#1 bereits richtig dargestellt, sagt die Höhe der eingetragenen Grundschuld nichts über die tatsächlichen Schulden aus. Im besten Fall kann das Darlehen schon komplett getilgt sein und dann können auch hohe Forderungen der WEG befriedigt werden.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39616x hilfreich)

Zitat (von investmentclub):
was soll den die WEG daran hindern ihre Forderungen einzuklagen und z.B. die Zwangsverwaltung oder Zwangsversteigerung anzustreben?

Nichts kann sie daran hindern.
Besonders klug ist das jedoch nicht, denn es fehlt die Gegenseite - Tote kann man halt nicht verklagen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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