Handwerker-Termin durch Verwaltung am Gemeinschaftseigentum: Wer organisiert Zutritt?

13. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
jger1
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 4x hilfreich)
Handwerker-Termin durch Verwaltung am Gemeinschaftseigentum: Wer organisiert Zutritt?

Ich habe eine konkrete Frage, auf die ich leider keine Antwort gefunden habe:

Das Haus ist als Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) organisiert. Der (professionelle) Hausverwalter hat einen (Heizungsinstallateur mit der Wartung der Zentralheizung beauftragt. Diese Heizung befindet sich in einem Raum im Keller, ist also Gemeinschaftseigentum.
Nun die Frage: Wer ist für die Terminvereinbarung, das Aufschließen der Räume und ggf. die Aufsicht der Handwerker beim Gemeinschaftseigentum zuständig? Ich hätte erwartet, dass sich der Verwalter darum kümmern muss, auch wenn der Verwalter einige Kilometer vom Haus entfernt sein Büro hat. Oder inwiefern besteht hier für die Eigentümer (oder gar die Mieter) vor Ort eine Mitwirkungspflicht?

Danke für eure Hilfe!

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Malphow
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von jger1):
Wer ist für die Terminvereinbarung, das Aufschließen der Räume und ggf. die Aufsicht der Handwerker beim Gemeinschaftseigentum zuständig?

Wer hat denn den Schlüssel vom Heizungskeller? Hat jeder Eigentümer Zugang zum Heizungskeller?

Zitat (von jger1):
(oder gar die Mieter)

Der Mieter hat damit nichts zutun. Er hat es nur zu dulden wenn Reparaturen anstehen. Es ist nicht seine Pflicht sondern die des Vermieters sich darum zu kümmern.

Zitat (von jger1):
Ich hätte erwartet, dass sich der Verwalter darum kümmern muss

Der Verwalter ist Auftraggeber. Also sollte er sich schon darum kümmern und Termine zwecks aufschließen machen mit Absprache der Eigentümer.

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#2
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3875 Beiträge, 2379x hilfreich)

Zitat (von jger1):
Ich hätte erwartet, dass sich der Verwalter darum kümmern muss, auch wenn der Verwalter einige Kilometer vom Haus entfernt sein Büro hat. Oder inwiefern besteht hier für die Eigentümer (oder gar die Mieter) vor Ort eine Mitwirkungspflicht?
Sorry, ist das ein Kindergarten oder eine WEG?

Ein Verwalter wird i.d.R. nicht persönlich vor Ort kommen, dem Handwerker aufschließen, hinter dem Heizungsbauer stehen und diesen beaufsichtigen und dann nach Abschluss der Arbeiten wieder abschließen. Die Hauptaufgabe ist die Beauftragung des Handwerkers und die Prüfung und Bezahlung der Rechnung. Wenn notwendig, die Herstellung des Kontaktes zu derjenigen Person, die aufschließen kann und soll.

Alles andere ist eine Frage, wie Ihr als Eigentümer euch organisiert habt. Gibt es einen Hausmeister/Hauswart (Dienstleister oder Person vor Ort)? Dann der. Verwaltungsbeirat? Dann Absprache mit diesem, ob sich jemand bereit erklärt, beauftragten Handwerkern die Tür zu öffnen. Sonstige vertrauenswürdige Personen vor Ort? Die Aufgabe muss ja nicht unentgeltlich sein.
Einige Gemeinschaften stellen bestimmten Handwerkern auch Schlüssel zur Verfügung, damit diese in Notfällen jederzeit Zutritt haben ohne auf die Anwesenheit bestimmter Personen angewiesen zu sein. Heizung/Sanitär gehört regelmäßig dazu.

Signatur:

lg.
R.M.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118814 Beiträge, 39630x hilfreich)

Zitat (von jger1):
Ich hätte erwartet, dass sich der Verwalter darum kümmern muss

Um herauszufinden, ob sich diese Erwartungen erfüllen könnten, da hat es sich als überaus zweckmäßig erwiesen, wenn man die uns unbekannten vertraglichen Vereinbarungen / betreffenden Klauseln / Absprachen / Beschlüsse / Satzungen etc. liest, denn da pflegen solche Details zumeist drin zu stehen.

Kennt man diese, kann man sinnvoll weiterdiskutieren.

Bei Unklarheiten gerne wieder hier melden, den vollständigen Wortlaut der relevanten Stellen posten, dann können wir zielführend dazu diskutieren.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6227 Beiträge, 1491x hilfreich)

Zitat (von jger1):
Wer ist für die Terminvereinbarung, das Aufschließen der Räume und ggf. die Aufsicht der Handwerker beim Gemeinschaftseigentum zuständig?

Der Verwalter. Oder eine von ihm beauftragte Person.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118814 Beiträge, 39630x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Der Verwalter. Oder eine von ihm beauftragte Person.

Aber auch nur, wenn es eine dazu passende Rechtsgrundlage gäbe.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
jger1
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 4x hilfreich)

Danke erstmal für eure Antworten, finde ich super!

Praktisch läuft es leider so ab, dass Handwerker sich durch die Wohnungen klingeln bis jemand aufmacht. Von den Bewohnern ist offenbar niemand dafür beauftragt, bisher hat es wohl immer "irgendwie" geklappt. Ich sehe allerdings nicht ein, hier den Ersatzhausmeister zu spielen. Der Hausmeister selbst ist nur selten vor Ort, macht seine Arbeit und fährt wieder. Einen Berat gibt es nicht - die Anlage ist auch nicht so groß, ca. 10 Einheiten.

In den Unterlagen, Beschlüssen etc. ist zu dieser praktischen Frage auch nichts beschrieben (Höchstens, dass die Eigentümer Wartungen am Gemeinschaftseigentum zu dulden haben, aber das ist ja unstrittig.).
Wie ihr euch vielleicht denken könnt, ist der Verwalter auch wenig bis gar nicht erreichbar. Von daher hab ich nicht in Erfahrung bringen können, ob Schlüssel zum Keller organisiert werden - ich denke mal nicht...
Bevor der Rat kommt, den Verwalter zu wechseln: Der Mehrheit der Eigentümer ist das zu viel Aufwand und so muss man bis auf Weiteres mit dem klar kommen.

Aber ich nehme jedenfalls schonmal mit, dass es dazu keine gesetzliche Regelung oder ähnliches gibt, sondern von den Beteiligten organisiert werden müsste. Und es ist ja interessant zu erfahren, wie das sonst so geregelt ist.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118814 Beiträge, 39630x hilfreich)

Zitat (von jger1):
In den Unterlagen, Beschlüssen etc. ist zu dieser praktischen Frage auch nichts beschrieben

Eventuell nicht in Worten die sich Lauen erschließen.

Ich würde da den Ball schon beim Verwalter sehen, insbesondere wenn er die Handwerker beauftragt.



Zitat (von jger1):
Und es ist ja interessant zu erfahren, wie das sonst so geregelt ist.

Ich kenne Fälle, da
- macht das der Verwalter (gegen entsprechende Vergütung) weil sich das aus seinem Auftrag ergibt
- hat der Verwalter das an den Hausmeister delegiert
- wurstelt man sich so nach dem Motto "wird schon klappen' durch



Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#8
 Von 
Loni12
Status:
Bachelor
(3464 Beiträge, 551x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
hat der Verwalter das an den Hausmeister delegiert
- wurstelt man sich so nach dem Motto "wird schon klappen' durch

Der Verwalter erteilt dem Hausmeister den Auftrag die Türe am Termin aufzusperren.
Der Handwerker teilt dem Hausmeister mit, wann er fertig ist, damit der wieder zu sperren kann.
Eine Aufsicht ist doch nicht notwendig.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118814 Beiträge, 39630x hilfreich)

Zitat (von Loni12):
Eine Aufsicht ist doch nicht notwendig.

Je nach Arbeiten kann "Aufsicht / Hausmeister vor Ort" durchaus geboten sein.


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#10
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6227 Beiträge, 1491x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Zitat (von eh1960):
Der Verwalter. Oder eine von ihm beauftragte Person.


Aber auch nur, wenn es eine dazu passende Rechtsgrundlage gäbe.

Die nennt sich §9b "Wohnungseigentumsgesetz" (WEG).

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118814 Beiträge, 39630x hilfreich)

Zitat (von eh1960):
Die nennt sich §9b "Wohnungseigentumsgesetz" (WEG).

Nö.


Signatur:

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Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
taxpert_!!!
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von jger1):
Nun die Frage: Wer ist für die Terminvereinbarung, das Aufschließen der Räume und ggf. die Aufsicht der Handwerker beim Gemeinschaftseigentum zuständig?


Für all dies ist ausschlieslich der Verwalter zuständig.

Er kann natürlich bestimmte Aufgaben auf freiwilliger Basis delegieren.

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3875 Beiträge, 2379x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
- macht das der Verwalter (gegen entsprechende Vergütung) weil sich das aus seinem Auftrag ergibt
Im hier vorliegenden Fall wird dies wohl nicht explizit im Verwaltervertrag vereinbart sein, deshalb tut es der Verwalter auch nicht, weil er die entstehenden Kosten nicht abrechnen kann.

Zitat (von Harry van Sell):
- hat der Verwalter das an den Hausmeister delegiert
Wenn es ein externer Hausmeister ist, muss dieser auch hierfür vertraglich gebunden werden und selbstverständlich vergütet.

Der Ball liegt ganz klar bei der Gemeinschaft.
Antrag Tagesordnungspunkt für die nächste ordentliche Eigentümerversammlung:
- Beschluss über die Beauftragung und Vergütung zur Gewährung des Zugangs für Handwerker und ggfls. Überwachung der Handwerker.

Ob das dann der Verwalter, der externe Hausmeister oder ein Bewohner macht ist eine Frage, die vor Ort untereinander besprochen werden muss.

Zitat (von Loni12):
Der Verwalter erteilt dem Hausmeister den Auftrag die Türe am Termin aufzusperren.
Zuvor sollte anhand des Arbeits- oder Dienstleistungsvertrages geklärt werden, ob dies zu seinen vereinbarten Aufgaben gehört.
Zitat (von eh1960):
Die nennt sich §9b "Wohnungseigentumsgesetz" (WEG).
§ 9b WEG ist mit der Auftragserteilung an den Heizungsbauer über die Wartungsarbeiten an der Heizanlage (Abschluss eines Wartungsvertrages) erledigt. Eine Pflicht zur Ausübung von Wach- und Schließdiensten ergibt sich aus diesem Paragraphen nicht.

Zitat (von taxpert_!!!):
Für all dies ist ausschlieslich der Verwalter zuständig.
Er kann natürlich bestimmte Aufgaben auf freiwilliger Basis delegieren.
Bitte? Auf welcher vertraglichen Grundlage denn? Das ergab sich ja noch nicht einmal aus dem alten WEG-Gesetz, wo viele Verwalteraufgaben bereits explizit genannt waren.

Signatur:

lg.
R.M.

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