Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
520.390
Registrierte
Nutzer

Hausverwalter: Weiterleitung von Schriftverkehr an anderen Eigentümern rechtens?

11.7.2019 Thema abonnieren
 Von 
Nadine3599
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Hausverwalter: Weiterleitung von Schriftverkehr an anderen Eigentümern rechtens?

Guten Tag,
ich besitze seit knapp 10 Jahren eine ETW in einer 4-Parteien Haus von dem 2 Wohnungen inkl. meiner durch Eigentümer bewohnt sind. Mein Verhältnis zum Hausverwalter ist seit jeher schwierig, weil ich der Meinung bin, dass er seinen Job nur sehr unzureichend macht. Es gab zuletzt Differenzen bezüglich einer von mir zu leistenden Zahlung wegen der mir der Hausverwalter eine Mahnung mit Androhung rechtlicher Schritte gesendet hat. Nach Erhalt dieses Briefes habe ich ihm einen Kommentar zurückgeschrieben (sinngemäß, ich lebe von Hartz 4 und er solle doch klagen) und habe ihm diesen Schriftstück zurück gefaxt. Heute nun habe ich erfahren, dass der Hausverwalter dieses Fax per Post an einen anderen Hauseigentümer geschickt an (evtl. sogar an alle anderen, was ich aber nicht weiß). Ganz unabhängig davon ob seine finanzielle Forderung nun begründet ist oder nicht, denke ich, dass er nicht berechtigt ist, Briefe, die er an mich geschickt hat, an andere weiterzuleiten, erst recht nicht, wenn es sich auch um ein Antwortschreiben meinerseits handelt. Ist das nicht unerlaubte Weitergabe von persönlichen Daten oder sogar ein Verstoß gegen das Briefgeheimnis? Wie gesagt bin ich extrem unzufrieden mit diesem Hausverwalter und möchte ihn am liebsten loswerden. Wenn das was er getan hat tatsächlich unrecht war, welche Maßnahmen kommen da in Betracht? Kann ich ihn anzeigen und wenn ja weswegen? Danke für Feedback im Voraus.

Verstoß melden



3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Heike J
Status:
Student
(2017 Beiträge, 1252x hilfreich)

Da es sich um Geld der WEG handelt, das eingeklagt werden soll, müssen die anderen Eigentümer davon erfahren, um zu entscheiden, wie der Verwalter weiter verfahren soll.

Im übrigen gehören alle Unterlagen der WEG, nicht dem Verwalter. Die Eigentümer können Einblick nehmen. Auch im den Schriftverkehr. Kein Briefgeheimnis.

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(68282 Beiträge, 31834x hilfreich)

Zitat (von Nadine3599):
denke ich, dass er nicht berechtigt ist, Briefe, die er an mich geschickt hat, an andere weiterzuleiten,

Selbst wenn das so wäre, hier hast ja DU ein Schriftstück an IHN gesendet. Ohne Spezielle Vereinbarung kann er damit machen was er will.


Und da man sich weigert Geld an die WEG zu zahlen hat hat der Verwalter die Pflicht das mitzuteilen und die WEG auch ein Recht davon zu erfahren und in die Akten Einsicht zu nehmen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3224 Beiträge, 2027x hilfreich)

Heike und Harry haben vollkommen recht:
innerhalb der Eigentümergemeinschaft gibt es (in Bezug auf alle Angelegenheiten, die die Gemeinschaft betreffen) kein Datensschutz.
Jeder Eigentümer hat ein Recht zu wissen, ob jeder seiner Miteigentümer seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Wenn nämlich Zahlungen ausfallen müssen alle anderen mitbezahlen.
Und der Verwalter hat die Pflicht über Zahlungsschwierigkeiten einzelner Miteigentümer zu informieren.

An Deiner Stelle würde ich die Füße stillhalten und wenn die Forderung berechtigt ist, ganz schnell bezahlen.

Signatur:lg. R.M.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen