Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
580.684
Registrierte
Nutzer

Heizkostenverteilung nach Beschluß auf WEV

 Von 
A.Grund...
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Heizkostenverteilung nach Beschluß auf WEV

Ich bin Wohnungseigentümer in einer Wohngemeinschaft mit ca. 70 Parteien.Das Gebäude hat eine Einrohrheizung und ich bin erst seit Ende 2004 Eigentümer.
2006 wurden die Heizkostenableser durch elektronische Erfassungsgeräte ersetzt.Ich persönlich heize nicht und das hat sich auch bei den Ablesungen gut bemerkbar gemacht. Auf der Eigentümerversammlung nach der ersten Heizperiode mit elektr. Erfassern wurde uns mitgeteilt, daß es einige Nutzer mit sehr viel höheren Abrechungen gäbe im Vergleich zur Verdunsterablesung und die Abrechnung des Gaslieferanten angezweifelt.
Seitdem suchen die Verwaltungsbeiräte einen Weg, wie man die Heizkosten anders verteilen kann.Dazu haben Sie auch über ein halbes Jahr geforscht, Gespräche mit Rechtsanwälten und dem Gaslieferanten geführt.Sogar die verdächtigen Zähler prüfen lassen - Ergebnis: Zähler OK, Streitigkeiten mit dem Gaslieferanten zu risiko- und kostenreich.Es bleibt nur der §9 II HKV , der Verwaltungsbeirat teilte uns mit, daß bei mehr als 25% der beheizten Wohnfl. gravierende Abweichungen nach oben oder unten gegeben seien und somit §9 II inkraft tritt.
Auf einer außenordentlichen WE-Versammlung am 03.12.08 wurde uns dieses Ergebnis verkündet.Daraufhin wurde ein Beschluß gefasst, die Heizkosten 2007 rückwirkend auf den Durchschnittsverbrauch 2001 bis 2005 aufzuteilen- nur 3 Gegenstimmen(eine kam von mir), ich verlies anschließend die Versammlung (wegen eines Termins)
Die neu aufgeteilte Abrechnung kam am 19.12. Da mein Vorbesitzer in den Jahren 2001 - 2004 starker Heizer war, soll ich jetzt knapp 700Euro zusätzlich mehr bezahlen, wie auf der zur Mitte des Jahres präsentieren Abrechnung.
Ich legte sofort bei der Hausverwaltung Einspruch gegen diese Abrechung ein und verwies auf §3 der HKV, daß die Heizkosten nach Verbrauch, unabhängig von eventl.Beschlüssen von Wohnungseigentümern zu erfolgen habe und ich auf mein Recht bestehe.Erst jetzt (25.02.09) bekam ich,nachdem ich eine Frist für die Rückzahlung meines vermeindlichen Guthabens drängte, eine Antwort der Hausverwaltung, daß ich Einspruch gg den Beschluß v. 03.12. beim Amtsgericht einlegen hätte müssen.
Das Protokoll der Versammlung bekam ich am 20.02.09, in dem sogar nach meinem Verlassen die selbe Aufteilungsart für die HK 2008 beschlossen wurde, falls das Wärmeablese-Ergebnis wieder nicht (statistisch)plausibel wäre.
Nachdem im §3 HKV ja klar steht, daß andere Beschlüss v. WE-Versammlungen zur Heizkostenaufteilung nichtig wären, habe ich auch keinen Einspruch beim Amtsgericht gemacht und soll jetzt die Zeche zahlen.
Habe ich (noch)eine Chance, daß ich nach meinem abgelesenen Verbrauch abgerechnet bekomme?
Gilt die HKV nicht vor den Beschlüssen bezgl. der HK-Verteilung?
Gilt der Beschluß für die Aufteilung 2008 bereits?

Wäre dankbar über schnelle Antworten

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Abrechnung Hausverwaltung Eigentümerversammlung Frist


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12326.08.2009 10:32:07
Status:
Beginner
(56 Beiträge, 28x hilfreich)

--- editiert vom Admin

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Thorsten D.
Status:
Student
(2189 Beiträge, 1361x hilfreich)

Meines Erachtens ist der Beschluss nichtig, das heisst es gibt keine Anfechtungsfrist zu beachten.
Ich bin mit der HKV zwar nicht fit ( wir heizen mit Speicheröfen ), bin mir aber sehr sicher, dass beim Vorhandensein von Ableseeinrichtungen dieser Wert gilt, und nichts anderes beschlossen werden darf.

Geh zu einem Anwalt und las Dich dort beraten.

P.S.
Die Argumentation verspätetes Protokoll greift nicht mehr, da seit der WEG-Novelle eine Beschlussammlug zu führen ist, mit unverzüglicher Eintragung von Beschlüssen, die kannst Du jederzeit einsehen.



-----------------
"Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen"

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
R.M.
Status:
Bachelor
(3448 Beiträge, 2165x hilfreich)

§9a ist hier m.E. nicht anzuwenden, da weder die Geräte ausgefallen sind noch andere zwingende Gründe vorliegen, die eine ordnungsgemäße Erfassung des Verbrauchs nicht ermöglichen. Die Geräte sind ja wohl i.O., und wenn nur einige Wohnungen betroffen sind, kanns am Gasversorger wohl kaum liegen. Die 25% der Wohnfläche beziehen sich ja nur auf die Wohnungen, wo objektive und zwingende Gründe vorliegen, dass nicht ordnungsgemäß erfasst werden konnte. Wenn in 25% der Wohnfläche der Verbrauch extrem hoch oder niedrig ist, ist das m.E. kein objektiver und nachweisbarer Grund, dass die Verbrauchserfassung nicht ordnungsgemäß erfolte, vielleicht wurde auch einfach nicht oder extrem geheizt.

Es ist übrigens ganz normal, dass bei Einrohrheizungen sehr große Verbrauchsspreizungen vorliegen, da die i.d.R. ungedämmte Heizrohre selbst mitheizen. Dem einen genügt diese Wärme und benötigt den heizkörper nicht (nahezu keine Verbrauchserfassung), der andere heizt etwas und hatt dann auch den verbrauch gemessen. Da EHKV genauer (feiner) messen als die VHKV kommt es zu größeren Spreizungen. Aus diesem Grund sollte bei Einrohrheizungen der Grundkostenanteil immer bei 50% liegen (Empfehlung). Die HKV müssen natürlich richtig montiert sein, da bei einer Einrohrheizung die Heizkörper nie ganz abgestellt werden können (der Rücklauf ist immer offen, hierdurch kann Wärme in den Heizkörper gelangen).

§3 HKVO scheint eindeutig und ich würde auch eher zu einer Nichtigkeit tendieren. Hierzu bitte aber einen versierten Rechtsanwalt befragen. Es hätte auch nicht geschadet auch bei angenommener Nichtigkeit fristgerecht anzufechten.

Im übrigen dürfte nun die korrigierte Abrechnung noch nicht beschlossen sein, somit dürfte sich auch auf diesem Weg noch Potential ergeben, die Heizkostenverteilung gerichtlich prüfen zu lassen. Doch vorsichtig, Richter haben oft auch keine Ahnung von Heizkostenverteilung und können auch mal sachlich falsch entscheiden (alles schon erlebt).

lg R.M.

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
wohni
Status:
Praktikant
(789 Beiträge, 578x hilfreich)

Auch ich tendiere mit meiner Meinung dahin, dass der Beschluss nichtig ist.

§ 23 Abs. 4 WEG : "Ein Beschluss, der gegen eine Rechtsvorschrift verstößt, auf deren Einhaltung rechtswirksam nicht verzichtet werden kann, ist nichtig."

Die Rechtsvorschriften, gegen die hier verstoßen worden ist, stehen in der Heizkostenverordnung.

§ 3 Satz 1 HeizkostenV sagt hier: "Die Vorschriften dieser Verordnung sind auf Wohnungseigentum anzuwenden unabhängig davon, ob durch Vereinbarung oder Beschluß der Wohnungseigentümer abweichende Bestimmungen über die Verteilung der Kosten der Versorgung mit Wärme und Warmwasser getroffen worden sind."

Danach dürfte die Eigentümerversammlung keine Kompetenz für den getroffenen Beschluss besitzen.

Angezeigt sein dürfte eine Feststellungsklage auf Nichtigkeit des Beschlusses mit der Folge, dass die Heizkostenabrechnung erneut vorgenommen wird und im Beschlusswege durch die Eigentümerversammlung abgesegnet wird.

MfG
Wohni

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
A.Grund...
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Vielen Dank schonmal. Das mit dem § 23 Abs.4 WEG ist ein super Tipp! Ich habe jetzt nochmal einen Brief an die Hausverwaltung aufgesetzt, indem ich eine Frist für die Rückerstattung meines aus der tats.Verbrauchserfassung entstanden Guthabens eine Frist gesetzt habe und dränge auf die Darstellung deren Rechtsgrundlage für deren Ausübung. Ansonsten habe ich mit Anwalt auf deren Kosten gedroht. Ich denke, daß ein Anwalt mit einer Antwort der Hausverwaltung gute Basis für sein Handeln hat.
Habe ich als Privatperson eine bestimmte Frist für meine Forderung auf Rückerstattung einzuhalten?

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
Thorsten D.
Status:
Student
(2189 Beiträge, 1361x hilfreich)

Achtung !!
Ist denn die Abrechnung schon beschlossen ??????
Gibt es überhaupt Beschlüsse zu diesem Thema bei euch ???

Wenn es Beschlüsse gibt, kannst Du DIr die Schreiben an die Verwaltung schenken, die Beschlüsse sind dann nämlich solange umzusetzen bis sie von einem Gericht aufgehoben werden.

-----------------
"Wer nicht bereit ist für sein Recht als Eigentümer einzutreten , sollte besser zur Miete wohnen"

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
A.Grund...
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo nochmal,
wird haben bis jetzt erst einmal über eine Heizkostenrechnung seperat beschlossen.Dies war die Ablehnung der vermeindlichen Falschabrechnung mit den tatsächlichen abgelesenen Verbrauchswerten.
Sonst hängt die Verbrauchsrechnung an der Jahresgesamtabrechnung und wird automatisch mitbeschlossen.

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 210.824 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 25
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
87.862 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. Zzgl. 2€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen